Der Bericht des Magistrats B 100 zum Stand von Sanierung und Umbau der Kleinmarkthalle informiert nur kurz über Anpassun
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Zusammenfassung
In der Frage wird nach dem Stand der Umsetzung der Detailplanungskonzepte für den Baustellenbetriebs und den Verkaufsbetrieb der Kleinmarkthalle gefragt. Die Antwort des Magistrats bestätigt, dass die erforderlichen Konzepte in Umsetzung sind und konkretisiert die Maßnahmen, die zur Sicherstellung des Betriebes während der Sanierung getroffen werden.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Der Bericht des Magistrats B 100 zum Stand von Sanierung und Umbau der Kleinmarkthalle informiert nur kurz über Anpassungen bei Kälteanlagen und anstehende vorbereitende Tiefbauarbeiten. Daher frage ich den Magistrat: Sind die für die Detailplanung erforderlichen und im Jahr 2025 beauftragten verschiedenen Konzepte für die Logistik des Baustellenbetriebs sowie für den Verkaufsbetrieb - insbesondere eine Lösung für die Lieferfahrzeuge -, für die Hygiene als auch für den Brandschutz, unter anderem im Blick auf den sicheren Betrieb in jeder Bauphase, mittlerweile umgesetzt?
Antwort des Magistrats
Stadträtin Annette Rinn: Frau Stadtverordnetenvorsteherin, meine sehr geehrten Damen und Herren! Winkst du mir? Nein, oder? Ach so.
(Zurufe) Die Kleinmarkthalle ist für den Magistrat weit mehr als ein Gebäude oder ein Marktstandort. Sie ist ein identitätsprägender Ort der Frankfurter Innenstadt, wirtschaftlicher Mittelpunkt für zahlreiche Händlerinnen und Händler sowie ein wichtiger sozialer und kultureller Treffpunkt für die Menschen in unserer Stadt. Entsprechend hoch ist unser Anspruch, die notwendige Sanierung so umzusetzen, dass die Zukunftsfähigkeit der Kleinmarkthalle dauerhaft gesichert und der laufende Betrieb zugleich bestmöglich geschützt wird. Der Magistrat hat die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass nach jahrelanger Nutzung und einer über viele Jahre hinweg überwiegend im Bestandserhalt erfolgten Unterhaltung nun erstmals eine umfassende technische und bauliche Modernisierung der Kleinmarkthalle umgesetzt werden kann. Die Sanierung stellt einen wichtigen Schritt dar, um das Gebäude langfristig an heutige Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, Hygiene, Energieeffizienz, technischer Infrastruktur und Betriebsfähigkeit anzupassen. Die für die Detailplanung erforderlichen Konzepte für den Baustellenbetrieb, die Logistik, Hygiene sowie den Brandschutz, befinden sich in Umsetzung und werden fortlaufend durch Fachplaner, Sachverständige, Gutachter und Fachberater weiterentwickelt sowie mit den zuständigen Behörden abgestimmt. Für jede Bauphase erfolgt eine gesonderte Betrachtung der Bauabläufe, Nutzungsänderungen und temporären Einrichtungen mit dem Ziel, sowohl die Sicherheit als auch einen ordnungsgemäßen Marktbetrieb zu gewährleisten. Mit Beginn der Bauphase 0, Anfang Februar 2026, wurden zunächst die Tiefbauarbeiten im Außenbereich auf der Nordseite der Kleinmarkthalle aufgenommen. Die Arbeiten beschränken sich ausschließlich auf einen klar abgegrenzten Bereich außerhalb der Halle. Im Zuge der Arbeiten am Entwässerungsschacht wurde ein Anschluss an die Hasengasse hergestellt. Die bislang auf der Nordseite vorhandenen Stellplätze konnten daher ab diesem Zeitpunkt nicht mehr genutzt werden. Die Baustelleneinrichtung erfolgt ausschließlich auf der Nordseite der Kleinmarkthalle. Dabei wurde organisatorisch sichergestellt, dass Baustellenverkehr und Lebensmittelanlieferung klar voneinander getrennt sind, sodass die hygienischen Anforderungen jederzeit eingehalten werden können. Zur Aufrechterhaltung des Verkaufs- und Lieferbetriebs wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt. Das Parken auf der Südseite bleibt aktuell für große Lieferfahrzeuge möglich, die aufgrund ihrer Fahrzeuggröße nicht in Parkhäusern abgestellt werden können. Zusätzlich wurde die Anlieferungszone in der Hasengasse entlang der Stadtbücherei erweitert. Grundlage hierfür ist eine Verfügung des Straßenverkehrsamts aus Dezember 2025, durch die zusätzliche Ladeflächen geschaffen werden konnten. Damit stehen derzeit insgesamt mehr Anlieferungsmöglichkeiten als vor Beginn der Maßnahme zur Verfügung. Aus rechtlichen Gründen können diese Ladezonen jedoch nicht ausschließlich den Mieterinnen und Mietern der Kleinmarkthalle vorbehalten werden. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke: Die Fragestellerin hat eine Zusatzfrage. Bitte schön! Stadtverordnete Dr. Veronica Fabricius, CDU: (Zusatzfrage) Vielen Dank für die positiven Nachrichten, Frau Rinn! Wir dürfen jedoch auch die Schwierigkeiten nicht ausblenden. Es gab nach den jahrelangen Planungen gleich zu Baubeginn unerwartete Verzögerungen bei den Tiefbauarbeiten. Was bedeutet das für den weiteren Zeitplan? Stadträtin Annette Rinn: (fortfahrend) Das kann ich Ihnen leider nicht sagen, aber die Kollegin Wüst ist im Anflug beziehungsweise Anmarsch, und wenn Sie eine Aktuelle Stunde daraus machen, besteht vielleicht die Möglichkeit, dass sie da noch mal drauf eingehen kann. Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke: Frau Sylvia Momsen von den GRÜNEN hat eine Zusatzfrage dazu. Bitte schön! Stadtverordnete Sylvia Momsen, GRÜNE: (Zusatzfrage) Sie können sich wahrscheinlich alle denken, was ich fragen werde: Wie wird während der Bauphase die Barrierefreiheit sichergestellt? Ich komme mit meinem Rollstuhl nämlich vor Mai nicht dort heran, sondern muss auf die andere Straßenseite ausweichen. Wie sieht es da aus beziehungsweise können Sie da noch mehr planen? Stadträtin Annette Rinn: (fortfahrend) Das kann ich leider auch nicht beantworten, aber ich werde auch diese Frage mitnehmen und per WhatsApp oder einem geeigneten Medium an die Kollegin übermitteln, damit sie dann vielleicht gleich noch antworten kann. Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1 Stadtverordnete Dr. Veronica Fabricius, CDU: Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrte, liebe Damen und Herren, die Kleinmarkthalle ist mehr als ein Markt. Sie ist ein Stück Frankfurt, sie ist kulinarische Heimat für Touristen, Nahversorgungszentrum und wichtiger Bestandteil für die Innenstadt als Wirtschaftsfaktor. Seit Generationen stehen dort Familienbetriebe - wir alle kennen die legendäre "Frau Schreiber" oder "Familie Frieser" - für Qualität und Zuverlässigkeit. Diese Mischung aus Tradition, Vielfalt und persönlicher Atmosphäre macht die Kleinmarkthalle einzigartig. Auch deshalb ist die Sanierung der technischen Infrastruktur - Brandschutz, Kühlung, Energieversorgung, Haustechnik - notwendig, um die Halle auch künftig sicher und zuverlässig zu betreiben. Dabei muss während der Bauzeit die Kleinmarkthalle weiterhin funktionieren, denn bei den Händlern geht es um wirtschaftliche Existenz und für viele Frankfurter um ein Stück Alltag. Lassen Sie mich erst etwas Positives erwähnen: Der Betrieb läuft bislang stabil, die Andienung funktioniert und die Kommunikation zwischen der Managementgesellschaft für Hafen und Markt mbH und der Händlergemeinschaft ist konstruktiv. Aber wir dürfen die Schwierigkeiten nicht ausblenden. Bei den ersten Arbeiten wurden unerwartete Unterkellerungen entdeckt. Dadurch verzögern sich die Tiefbauarbeiten auf unbestimmte Zeit. Gerade deshalb erwarten die Menschen jetzt Klarheit, Verlässlichkeit und sichtbaren Fortschritt. Für uns als CDU ist klar: Die Sanierung darf kein Dauerprovisorium werden, meine Damen und Herren!
(Beifall) Die Kleinmarkthalle lebt von Offenheit, Vielfalt und Zusammenarbeit. Genau darin - lassen Sie mich das zu Beginn dieser Legislaturperiode sagen - kann sie uns ein Vorbild hier im Stadtparlament sein: unterschiedliche Interessen zusammenführen, gemeinsam Verantwortung für unsere Stadt übernehmen und nicht zuletzt, wie die Händler, auch wirtschaftlich handeln. Wir tragen bei den hohen Einnahmen auch diesbezüglich Verantwortung für unsere Stadt. Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem und mit solch einer Haltung würde kein Händler lange überleben, meine Damen und Herren.
(Beifall) Kameraschwenk zurück: Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Kleinmarkthalle auch in Zukunft das bleibt, was sie ist: ein lebendiger Treffpunkt mitten im Herzen von Frankfurt. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteherin Claudia Korenke: Vielen Dank, Frau Dr. Fabricius! Das Wort hat Herr Ritter von der FDP. Bitte schön! Stadtverordneter Nathaniel Ritter, FDP: Sehr geehrte Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren, liebe Frau Dr. Fabricius, die Kleinmarkthalle ist kein gewöhnlicher Ort, sie ist einer der identitätsprägendsten Orte unserer Innenstadt, sie ist das Herz unserer Innenstadt, ein Stück Frankfurt, das man riechen, hören und vor allem auch schmecken kann. Die Kleinmarkthalle ist deshalb weit mehr als ein Markt, sie ist ein Symbol für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Stärke dieser Stadt, für eine urbane Kultur, die von Eigeninitiative, Wettbewerb, Qualität und vor allem auch Vertrauen lebt. Wer morgens durch die Halle geht, der sieht keine Kulisse, der sieht Unternehmergeist, Menschen, die früh aufstehen, investieren, Risiken tragen, Qualität liefern und mit ihrem eigenen Namen für ihre eigene Leistung einstehen. Viele Händlerfamilien tun das seit Generationen. Die Kleinmarkthalle ist für Frankfurt das, was ein Wohnzimmer für das Zuhause ist, und genau deshalb ist die Sanierung, die jetzt stattfindet, so wichtig, denn hinter der lebendigen Fassade steckt ein Gebäude aus dem Jahre 1954, dessen technische Infrastruktur über Jahrzehnte immer weiter belastet wurde. Leitungen, Brandschutz, Lüftung, Kälte, Energieversorgung - vieles stammt aus einer Zeit, in der niemand ahnen konnte, welche Anforderungen im Jahre 2026 an Sicherheit, Hygiene oder Klimaschutz gestellt werden. Die Wahrheit ist: Die Sanierung kommt nicht zu früh, die Sanierung kommt viel zu spät. Über viele Jahre wurde repariert, überbrückt und verschoben. Genau deshalb stehen wir heute vor einer hochkomplexen Aufgabe. Wir modernisieren ein denkmalgeschütztes Gebäude mitten in der Innenstadt während des laufenden Betriebes. Diese Sanierung ist vergleichbar mit einer Operation am offenen Herzen, bei der der Patient gleichzeitig auch noch weiterlaufen muss. Trotzdem tun wir genau das. Ich möchte deshalb ausdrücklich der FDP-Dezernentin danken, dass sie den Mut hatte, die Versäumnisse der vergangenen Jahrzehnte nicht weiter zu verwalten, sondern endlich anzupacken. Leicht wäre es gewesen, das Thema erneut zu vertagen und an die nächste Generation oder den nächsten Magistrat weiterzureichen. Verantwortungsvoll ist es aber, es jetzt zu lösen. Eines muss in dieser Debatte sehr klar gesagt werden: Für die aktuelle laufende Bauphase sind sämtliche Anforderungen umgesetzt. Die Konzepte der Baustellenlogistik, für Hygiene, Brandschutz und den laufenden Verkehrsbetrieb liegen vor, sind abgestimmt und werden fortlaufend weiterentwickelt. Baustellenverkehr und Lebensmittelanlieferungen werden konsequent getrennt, Lieferzonen wurden sogar erweitert. Sicherheits- und Evakuierungskonzepte sind für jede einzelne Bauphase geregelt. Natürlich gibt es Herausforderungen. Wer ein Gebäude aus den Fünfzigerjahren öffnet, findet halt manchmal Überraschungen, die so in keinem Plan stehen: historische Kelleranlagen, unbekannte bauliche Situationen oder technische Altlasten. Zugleich wird deutlich, an welchen Stellen Frankfurt als Stadt noch leistungsfähiger werden muss. Gerade bei komplexen Sanierungen erleben wir häufig langwierige Abstimmungsprozesse. Eine moderne Stadt braucht aber nicht nur gute Regeln, sondern auch klare Servicegedanken in Verwaltung und Planung, und dafür brauchen wir seriöse Projektsteuerung statt politische Empörung. Die Kleinmarkthalle ist kein nostalgisches Relikt - ich komme sofort zum Ende -, sondern weiterhin unsere Zukunft. Wir lösen diese Herausforderungen, damit die Kleinmarkthalle auch in den nächsten Jahren das Herz unserer Stadt bleibt. Vielen Dank!
(Beifall)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Mai 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.