In einem kürzlich veröffentlichten Zeitungsbericht wurde bekannt, dass Ioana Condea, eine junge rumänische Frau, der ein
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenInhalt
Frage vom 21.02.2019, F 1733 In einem kürzlich veröffentlichten Zeitungsbericht wurde bekannt, dass Ioana Condea , eine junge rumänische Frau, der ein Job im Altenheim versprochen wurde, diese dann aber zur Zwangsprostitution in einem Bordell gezwungen werden sollte, gestorben ist. Der Menschenhändler hatte sie wegen ihrer Weigerung zur Zwangsprostitution halb totgeschlagen, sodass sie, dadurch vier Jahre schwersterkrankt, jetzt gestorben ist.
Ich frage den Magistrat: Welche Erkenntnisse über Zwangsprostitution gibt es in Frankfurt, und was wird für die Frauen getan, die von Zwangsprostitution betroffen sind?
Antwort des Magistrats: Im Bereich des Ordnungsamtes Abteilung Ordnungsangelegenheiten, wo die Prostitutionsdienstleister und -dienstleisterinnen nach erfolgter Beratung im Gesundheitsamt die Formalitäten der Anmeldung abschließen, liegen keine Erkenntnisse über Fälle von Zwangsprostitution in Frankfurt am Main vor. Mit Einführung des Prostituiertenschutzgesetzes soll den Prostituierten über die Anmeldung eine erste Hilfestellung gegeben werden. Mit einer Anmeldung in Frankfurt am Main sind Informations- und Beratungsgespräche beim Gesundheitsamt sowie dem Ordnungsamt verknüpft. Das Informations- und Beratungsgespräch erfordert die Kommunikation über sensible Sachverhalte und findet grundsätzlich in einem vertraulichen und geschützten Rahmen statt. Es bietet - auch - den Raum, Zwangslagen anzusprechen. Im Rahmen der im Gesundheitsamt durchgeführten Beratungen werden immer Informationen darüber gegeben, wohin sich Sexarbeitende wenden können, wenn sie von Gewalt und/oder Zwangsprostitution betroffen wären. Dies sind: die Kriminalpolizei, K62, das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen", Frauen helfen Frauen e. V. und FIM - Frauenrecht ist Menschenrecht e. V. Diese Adressen erhalten die Sexarbeitenden auch schriftlich bei der Anmeldung im Ordnungsamt. Im Rahmen der Beratungen haben die Sexarbeitenden die Möglichkeit offen und in einem vertraulichen Rahmen - meist in ihrer Muttersprache - darüber zu sprechen. In den bisher durchgeführten 2.745 Beratungen nach Prostituiertenschutzgesetz - 2.414 Erstberatungen, 331 Folgeberatungen - gab es bisher keinen Fall der sogenannten "Notlage". Würden sich konkrete Anhaltspunkte ergeben, dass das Wohl einer Person gravierend gefährdet erscheint, zum Beispiel Ausnutzung einer Zwangslage, Ausbeutung, finanzielle Abhängigkeit, führte dies zu entsprechenden Schutzmaßnahmen. Beispielsweise könnten unmittelbar Plätze in einem Frauenhaus vermittelt werden. Teil der Beratung ist immer die Information über die Existenz von Hilfsorganisationen in Frankfurt am Main plus entsprechende Kontaktdaten, die es einem/einer Anmeldenden ermöglichen, sich in einem nicht-behördlichen Kontext zusätzlich beraten zu lassen. Das Frauenreferat fördert den Verein FIM e. V. Frauenrecht ist Menschenrecht, der neben Netzwerk- und Bildungsarbeit auch Sozialberatung für Migrantinnen aus Afrika, Asien, Lateinamerika sowie aus Mittel- und Osteuropa in prekären Lebenssituationen beziehungsweise mit Gewalterfahrungen anbietet. Eine Zielgruppe sind Frauen in der Prostitution. Außerdem ist FIM e. V. seit 1999 die Hessische Koordinierungsstelle im Opferschutzprogramm bei Menschenhandel, hierzu zählt auch Zwangsprostitution. FIM e. V. ist eine der hessischen Fachberatungsstellen für Opfer von Zwangsprostitution und stellt ein umfassendes standardisiertes Programm für die Betroffenen zur Verfügung, unter anderem Prozessbegleitung, Alltagsbewältigung, Unterstützung bei der Bewältigung von Traumata. FIM e. V. bietet eine Hotline "Stoppt Zwangsprostitution" für Freier an, die Hinweise zur Zwangsprostitution geben wollen: https://www.stoppt-zwangsprostitution.de/de/kontakt.html Weiter agieren Netzwerke und Arbeitskreise, in denen neue Entwicklungen betrachtet werden und die Zusammenarbeit zwischen den Schnittstellen weiterentwickelt wird: - Runder Tisch Menschenhandel Hessen, unter Leitung des Hessischen Ministerium für Soziales und Integration - Arbeitskreis "Prostitution in Frankfurt" (Teilnahme von unter anderem Ordnungsamt, Gesundheitsamt, Frauenreferat und Polizei; Leitung FIM e. V.) - AK Milieu, Focus ist hier das Bahnhofsviertel Dem Frauenreferat liegen die Informationen vor, dass FIM e. V. in 2017 hessenweit 89 Frauen, die von Zwangsprostitution betroffen waren, beraten und begleitet, circa 35 kamen aus Frankfurt. Es wird jedoch von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen. Antragstellende Person(en): Stadtv. Monika Krause
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 21. Februar 2019 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.