Frankfurt am Main bezieht große Teile seines Trinkwassers aus anderen Regionen, etwa dem Vogelsberg oder dem Hessischen
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt am Main plant, die Wasserversorgung durch verstärkte Nutzung örtlicher Quellen und Brauchwasser zu verbessern. Dies soll durch Maßnahmen wie die Infiltration von aufbereitetem Mainwasser und den Ausbau der Brauchwassernutzung geschehen. Ziel ist eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Wasserversorgung für die Bevölkerung.
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenFrage an den Magistrat
Frankfurt am Main bezieht große Teile seines Trinkwassers aus anderen Regionen, etwa dem Vogelsberg oder dem Hessischen Ried. Die Forderung steht im Raum, dass Frankfurt deutlich mehr für die Wasserversorgung unternimmt. Dabei dürfte die Nutzung von örtlichen Brunnen, die Aufbereitung von Flusswasser und der Ersatz durch Brauchwasser eine größere Rolle spielen. Durch eine vierte Reinigungsstufe in der Kläranlage könnte deren Wasser nach der Behandlung zum Bewässern von Bäumen und Grünanlagen verwendet werden. Die Bevölkerung darf eine sichere Wasserversorgung mit höchster Qualität erwarten. Ich frage den Magistrat, was er unternimmt, um Trinkwasser vermehrt aus örtlichen Quellen zu gewinnen und den Verbrauch durch Brauchwasser zu senken.
Antwort des Magistrats
Die Stadt Frankfurt am Main erkennt die aufgrund des Klimawandels und aufgrund ihres starken Wachstums steigende Verantwortung für eine nachhaltige Wasserversorgung an. In Frankfurt hat der sensible Umgang mit der Ressource Wasser eine lange Tradition. In den 90er-Jahren konnte durch die Wassersparkampagne der Verbrauch von Trinkwasser in der Stadt um mehr als 20 Prozent gesenkt werden. Heute liegt der Pro-Kopf-Verbrauch in Frankfurt auf dem Niveau vergleichbarer Städte. Die historisch gewachsene überregionale Versorgung der Stadt Frankfurt am Main mit Trinkwasser mit den Zulieferungen aus Hessischem Ried und Vogelsberg existiert seit langer Zeit. Eine komplette Versorgung über im Stadtgebiet gelegene Wasserwerke war und wird auch in Zukunft nicht annähernd möglich sein. Derzeit liegt der Anteil des Trinkwassers, welches durch Gewinnungsanlagen auf dem Stadtgebiet gewonnen wird bei rund 25 Prozent. Es wurden bereits große Anstrengungen unternommen, dies durch umfangreiche Infiltration von aufbereitetem Mainwasser im Frankfurter Stadtwald und trotz des hohen Nutzungsdrucks durch Bauvorhaben, insbesondere Verkehrsinfrastruktur, langfristig zu sichern. Im kommunalen Wasserkonzept der Stadt, welches in Kürze in den Magistrat eingebracht werden soll, sind Maßnahmen definiert, die erforderlich sind, um die Wasserversorgung der Stadt langfristig zu sichern. Hierbei haben Maßnahmen des Ausbaus der Brauch- beziehungsweise Betriebswassernutzung einen großen Stellenwert. Die Stadt nutzt bereits heute im größeren Maßstab Brauchwasser. So gibt es im Stadtgebiet inzwischen mehrere Entnahmestellen an Flüssen zur Bewässerung von Straßenbäumen, Parks und Friedhöfen. Weiterhin existieren teilweise eigene städtische Tiefbrunnen zur betrieblichen Wasserversorgung. Zudem soll künftig bei der Aufstellung von Bebauungsplänen die Nutzung von Brauchwasser geprüft und möglichst umgesetzt werden. Ein sehr wichtiger Baustein ist der Ausbau der Mainwasseraufbereitungsanlage in Niederrad und der zugehörigen Infiltrationsanlagen durch das Versorgungsunternehmen Hessenwasser. Nach der Passage durch den Boden wird dieses Wasser dann wiederum als Trinkwasser gefördert. Die Nutzung von in der ARA Niederrad gereinigtem Abwasser als Brauchwasser ist im Konzept "Abwasser 2035" der Stadtentwässerung Frankfurt am Main eine der betrachteten Maßnahmen. Dies stellt aber eine langfristige Überlegung dar, da die Umsetzung einer solchen Nutzung eine weitergehende Reinigung des Abwassers voraussetzt. Darüber hinaus ist Frankfurt an Forschungsprojekten beteiligt, die sich mit den verschiedenen Möglichkeiten von Brauchwassernutzung beschäftigen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 8. Juli 2021 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.