Im Juni 2022 fand mit einem vielfältigen Programm die erste Frankfurter „Fashion Week“ statt, deren Etablierung schon im
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt plant, die lokale Modeszene durch verschiedene Projekte und Initiativen zu unterstützen, nachdem die Frankfurt Fashion Week nicht weitergeführt wird. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für Experten der Modebranche zu schaffen, um erfolgreiche Events zu ermöglichen und die Wahrnehmung Frankfurts als Modestandort zu stärken.
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Thema Kultur verfolgenFrage an den Magistrat
Im Juni 2022 fand mit einem vielfältigen Programm die erste Frankfurter "Fashion Week" statt, deren Etablierung schon im Koalitionsvertrag stand und nach deren Durchführung die Wirtschaftsdezernentin sowohl ein positives Resümee zog als auch versprach, an deren Zukunft zu arbeiten. Jedoch fehlten für deren Fortsetzung sowohl ein Konzept als auch ein Finanzierungsplan.
Ich frage den Magistrat:
Mit welchen konkreten Maßnahmen will dieser die lokale, starke Modeszene mit ihren zahlreichen Ateliers, aufstrebenden und bekannten Designern und verschiedenen Labels in Zukunft unterstützen?
Antwort des Magistrats
Der Ausgangspunkt der Frankfurt Fashion Week war der Umzug der Premium Group mit ihren Mode-Fachmessen nach Frankfurt. Bevor eine reguläre Ausgabe der Frankfurt Fashion Week stattfinden konnte, entschied sich die Premium-Group jedoch im Januar 2022 zum erneuten Umzug zurück nach Berlin. Die Messe Frankfurt stieg aus dem Projekt aus. Auf städtischer Ebene fiel die Entscheidung, die Sphäre der Messe zu verlassen und die Wirtschaftsförderung mit der Ausrichtung einer Fashion Week zu beauftragen. Das Konzept war ausgerichtet auf öffentlichkeitswirksame Aktionen und stellte vor allem auf lokale Akteure ab. Insgesamt sollte Mode nahbar und als Thema für alle präsentiert werden.
Die Veranstaltung lieferte gute Ergebnisse. In der regionalen und bundesweiten Presseberichterstattung war die Fashion Week gut positioniert und wurde sehr positiv aufgenommen. Mit rund 31.500 Besuchern bei 121 Veranstaltungen war sie allerdings kein überregionaler Publikumsmagnet. So konnte das Ziel, die Wahrnehmung der Innenstadt und Stadtteileinkaufsstraßen als Modestandort nachhaltig zu stärken, nicht erreicht werden. Im Rahmen einer intensiven Analyse stellte das Wirtschaftsdezernat gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung fest, dass erhebliche Ressourcen benötigt würden, um das Konzept Fashion Week weiter zu verfolgen und sinnvoll weiter zu entwickeln.
Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die Marke Frankfurt Fashion Week unter den nunmehr gegebenen Rahmenbedingungen falsche Assoziationen weckte und ein Rebranding in einem Frankfurter Kontext sinnvoll wäre, etwa als Frankfurt Fashion & Design Week. Auch zeigte sich, dass ein Projektteam von vier bis fünf Mitarbeitern benötigt würde, um das Projekt angemessen zu begleiten und zielführend voranzubringen. Da die begrenzten und insbesondere rund um die Frankfurt Fashion Week 2022 überstrapazierten Ressourcen der Wirtschaftsförderung diese Kapazitäten nicht hergegeben hätten, wäre der Aufbau eines entsprechenden Teams erforderlich gewesen. Dieses hätte laufende Kosten von circa 250.000 Euro pro Jahr zuzüglich weiterer Projektmittel ausgelöst. Gleichwohl wäre der nachhaltige Erfolg der Maßnahme nicht garantiert gewesen.
Vor diesem Hintergrund fiel die Entscheidung, die Frankfurt Fashion Week nicht weiterzuführen und stattdessen wieder zu einer klaren Aufgabentrennung zu kommen: Die Stadt versucht sich nicht darin, mit ihren begrenzten Ressourcen Modeevents auf die Beine zu stellen. Sie schafft aber die Rahmenbedingungen für Experten aus der Modebranche, entsprechende Events zu planen und erfolgreich durchzuführen.
Diese Experten gibt es in Frankfurt zahlreich. Derzeit unterstützen die Stadt Frankfurt und die Wirtschaftsförderung unter anderem folgende Projekte aus den Bereichen Fashion & Design: Frankfurt Fashion Lounge mit Modenschauen und Showroom - Januar und Juli 2022 und 2023, Frankfurt Fashion Lounge Mentoring-Programm für junge Nachwuchstalente, Höchster Designparcours - zweimal jährlich, 2023 im Juli und November, IntoDesign mit kuratierten Design-Walks zu Design-Spotlights, Ateliers und Showrooms - August 2023, SkateWeek FFM - September 2023, Neuauflage des Magazins Voilá - Fashion Designers in Frankfurt - Herbst 2023, Bewerbung der Stadt und Region um den Titel World Design Capital 2026, WDC26. Die Förderung erfolgt je nach Format sowohl ideell und als auch finanziell. Sowohl die Skateweek, als auch IntoDesign und die Nachwuchsförderung wurden dabei aus dem Programm der Frankfurt Fashion Week 2022 fortgeführt.
Mit Blick auf eine Modemesse hat eine Initiative aus dem Frankfurter Modehandel dem Dezernat angekündigt, ab November 2023 eine Veranstaltung in Frankfurt zu organisieren. Diese soll zweimal jährlich am Ende der jeweiligen Saisons als Add-on in die Mode-Messekalender eingefügt werden. Ziel ist ein Kernevent, bei dem internationale Brands von Facheinkäufern Bestellungen für die Folgesaison einsammeln, B2B, und anschließend Reststücke und Highlights aus der laufenden Saison an Privatkunden verkauft werden, B2C. Diese B2C-Komponente wäre in der Modebranche einzigartig, da sich bislang keine Fachveranstaltung zugleich an Endverbraucher richtet. An dieses Kernevent, das im Massif Central im Bethmannhof stattfinden soll, können sich lokale Akteure der Modeszene - Ateliers, aufstrebende und bekannte Designer, Labels ebenso wie der Fach- und Einzelhandel - mit eigenen Aktionen anschließen. Sowohl das Wirtschaftsdezernat als auch die Wirtschaftsförderung stehen mit dem Organisationsteam im Kontakt, um ggf. benötigte Unterstützung in ideeller Form sicherzustellen. Je nach Ausgestaltung ist auch eine Zuwendung als Anschubfinanzierung denkbar. Diese wird jedoch in jedem Fall deutlich unterhalb des Betrags bleiben, den der Aufbau eines Projektteams mit entsprechenden Projektmitteln bei der Wirtschaftsförderung gekostet hätte.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 15. Juni 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.