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Das Mainufer ist in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Aufenthaltsort der Frankfurterinnen und Frankfurter ge

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Zusammenfassung

Die Frage zielt darauf ab, ob der Magistrat Maßnahmen ergreifen kann, um den Aufenthalt am Mainufer und in anderen Grünflächen durch die massive Zunahme von Wildgänsen zu verbessern. Es wird erwartet, dass durch geeignete Maßnahmen die Verschmutzung durch Gänsekot verringert und ein unbeschwerter Aufenthalt ermöglicht wird.

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Frage an den Magistrat

Das Mainufer ist in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Aufenthaltsort der Frankfurterinnen und Frankfurter geworden. Leider wird vielen der Aufenthalt dort, ebenso wie in anderen Grünflächen und Parks der Stadt, durch die massive Zunahme von Wildgänsen verleidet. Zum einen machen diese manchmal sehr aggressiven Vögel manchen Menschen Angst, insbesondere wenn sie mit Kindern unterwegs sind. Vor allem aber ist es aufgrund der massiven Verschmutzung durch Gänsekot oft nicht möglich, die Rasenflächen zum Liegen, Sitzen und Sonnenbaden zu nutzen.

Ich frage den Magistrat:

Kann der Magistrat hier Abhilfe schaffen und den Menschen den unbeschwerten Aufenthalt am Mainufer und anderen Grünflächen in diesem Sommer wieder ermöglichen?

Antwort des Magistrats

Gänse kommen nahezu überall in den Grünanlagen der Stadt vor, bevorzugt in Bereichen, in denen es auch Zugang zu Wasserflächen gibt. Die Vögel sind sehr mobil und wechseln immer wieder den Aufenthaltsort.

Das Kotproblem auf den Liegewiesen entsteht insbesondere dadurch, dass die Tiere verbotenerweise gefüttert werden - siehe § 3 Absatz 4, Nr. 4 der Grünanlagensatzung. Denselben Effekt hat das Liegenlassen von Essensresten nach dem Picknick oder dem Grillen. Dieses übermäßige Nahrungsangebot führt dazu, dass sich die Tiere in bestimmten Bereichen konzentrieren, was dort schließlich zur Verschmutzung mit Exkrementen führt. Als besonders betroffene Bereiche haben sich bestimmte Stellen am innerstädtischen Mainufer und der Ostpark herausgestellt.

Für den Ostpark hat das Dezernat für Umwelt und Frauen 2018 gemeinsam mit der Staatlichen Vogelschutzwarte, dem Hessischen Umweltministerium und dem Gesundheitsamt ein Vergrämungs-Programm gestartet. Mit einer Hecke zwischen Weiher und der großen Liegewiese wird den Gänsen die Sicht zwischen dem Gewässer und der Grünfläche genommen. Während der Mauser in den Sommermonaten, wenn die Gänse flugunfähig sind und zudem ihre Jungen aufziehen, meiden die Tiere die große Liegewiese und halten sich bevorzugt am anderen, weniger durch Parkbesucher:innen frequentierten Nordostufer auf. Begleitet wird diese Maßnahme im Rahmen eines Monitorings durch einen Ornithologen, der die Anzahl der Gänse überwacht und ihr Verhalten beobachtet.

Unabhängig davon, wie die Ergebnisse dieses Vergrämungs-Programms in der Presse dargestellt und kommentiert werden, sehen die Beteiligten durchaus Erfolge durch diese Lenkungsmaßnahmen. So konnte die Anzahl der Gänse auf der großen Liegewiese bereits deutlich auf etwa ein Drittel verringert werden. Durch weitere Erkenntnisse und durch Nachbesserung und Ergänzung der getroffenen Maßnahmen soll das Programm weiter optimiert werden.

Die gefühlt "massive Zunahme" der Gänse beruht hauptsächlich auf den jährlichen Mauserzyklus in dem sich die Individuen an für sie günstige Standorte versammeln. Die Ansammlungen der Mauserbestände, der in dieser Zeit teils flugunfähigen Gänse, sind an Futterquellen gebunden und werden in den städtischen Parkanlagen durch die bereits angesprochenen Essensreste und illegalen Fütterungen unvernünftiger Parkbesucher:innen erst ermöglicht und konditioniert.

Stadtweit gesehen ist nach aktuellen Erkenntnissen von Fachleuten jedoch insgesamt keine Zunahme der Gänsebestände zu erkennen, gleichwohl aber eine Verlagerung von Mausergebieten als auch eine Verschiebung der Artenzusammensetzung. So nimmt die Kanadagans eher zu, während die Graugans abnimmt. Die Nilgans ist im Artengefüge weitgehend gleichbleibend. Durch die Lenkungsmaßnahmen im Ostpark gehen dort die Mauserbestände zurück, während im Rebstockpark beispielsweise Zunahmen zu beobachten sind.

Die Brutbestände hingegen haben ihre Kapazitätsgrenzen in den begrenzten städtischen Bruthabitaten erreicht und nehmen abgesehen von jährlichen Schwankungen durch (inner)artlichen Stress nicht weiter zu. Auf der Portikusinsel beispielsweise werden dadurch manche Nester verlassen.

Zur Brutzeit fallen, wie angesprochen, insbesondere Nilgänse durch ihr aggressives Revierverhalten, aber auch andere Arten durch das natürliche Verteidigungsverhalten zum Schutz ihrer Jungen auf, was jedoch zeitlich begrenzt ist und in dieser Phase respektiert werden sollte.

Nach der Mauser wandern die wieder flugfähigen Gänse etwa von Mitte Juni bis in den August hinein in die Felder rund um Frankfurt ab und die Situation entspannt sich in den Grünanlagen, was wieder einen unbeschwerten Aufenthalt ermöglicht.

In Zeiten, in denen von viel Artenvielfalt gesprochen wird, sollte es uns möglich sein, auch den Gänsen in ihrem jahreszeitlich begrenzten Zyklus einen Raum in den Grünanlagen zu gewähren und zu sie tolerieren, zumal die Ursachen der Ansammlungen außerhalb des Brutgeschäftes teilweise hausgemacht sind. Die Tiere durch fortwährende Futterverfügbarkeit anzulocken und gleichzeitig vergrämen zu wollen ist dabei ein wenig erfolgversprechender Ansatz, der die Problematik nur in andere Grünanlagen verlagert.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. Juni 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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