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Während andere Großstädte ein flächendeckendes Netz von Taubenhäusern aufbauen, um auf diesem Weg die Population der Sta

Vorlagentyp: F
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Zusammenfassung

Der Magistrat wird aufgefordert, neue Standorte für die beiden Taubenhäuser in Frankfurt zu finden und ein flächendeckendes Netz von Taubenhäusern aufzubauen. Dies soll dazu beitragen, die Stadttaubenpopulation zu regulieren und die Verschmutzung durch Taubenkot zu reduzieren.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Frage an den Magistrat

Während andere Großstädte ein flächendeckendes Netz von Taubenhäusern aufbauen, um auf diesem Weg die Population der Stadttauben durch den Austausch der Gelege in den Griff zu bekommen und auch die Verschmutzung von Böden und Gebäuden durch Taubenkot signifikant zu reduzieren, ist Frankfurt gerade dabei, seine einzigen zwei Taubenhäuser in der Innenstadt zu verlieren, weil die ABG für die Schläge auf den Parkhäusern "Hauptwache" und "Am Gericht" die Kündigung ausgesprochen hat.

Ich frage den Magistrat:

Was konkret unternimmt der Magistrat, um nicht nur neue Standorte für diese beiden Taubenhäuser zu finden, sondern auch ein flächendeckendes Netz von Taubenhäusern in Frankfurt aufzubauen?

Antwort des Magistrats

Stadträtin Rosemarie Heilig:

Sehr geehrte Stadtverordnetenvorsteherin,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrter Herr Pfeiffer!

Die Suche nach Standorten für Taubenhäuser ist keine originäre Aufgabe des Magistrats. Die beiden Taubenhäuser auf dem Dach des Parkhauses Hauptwache und des Parkhauses Am Gericht sind jedoch auf Betreiben des Umweltdezernates vor dem Hintergrund einer hohen Beschwerdelage über die Verschmutzung durch Taubenkot auf der Zeil und auf der Konstablerwache, dem Erzeugermarkt, vorangetrieben worden. Dankenswerterweise hat sich der Verein Stadttaubenprojekt dieser Aufgabe ehrenamtlich angenommen. Er wurde sowohl vom Ordnungsdezernat als auch vom Mobilitätsdezernat und vom Umweltdezernat finanziell unterstützt. Ziel ist es, durch Austausch der Eier die Taubenpopulation zu regulieren beziehungsweise einzudämmen. Experten bescheinigen, dass sich Taubenhäuser dafür grundsätzlich bewährt haben.

Die Akzeptanz der beiden Taubenhäuser auf den Parkhäusern hat sich im Laufe der letzten Monate leider negativ entwickelt und mündete schließlich in einer privatrechtlichen Kündigung. Der Magistrat sieht sich aktuell im gesamtstädtischen Interesse in der dezernatsübergreifenden Verantwortung, das Taubenmanagement in der Stadt Frankfurt neu aufzustellen. Die Vorabstimmungen hierzu laufen. Ein wichtiger Bestandteil wird auch die Standortsuche für Taubenhäuser sein. Bis zum Herbst wird der Magistrat ein Konzept vorlegen.

(Beifall)

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Vielen Dank! Die erste Zusatzfrage kommt vom Antragssteller Herrn Pfeiffer. Bitte!

Stadtverordneter Mathias Pfeiffer, BFF-BIG:

(Zusatzfrage)

Frau Stadträtin Heilig, vielen Dank für die Antwort, die ja auch Hoffnung im Blick auf die Zukunft gibt. Ich habe noch eine Frage. Es wurde mir zugetragen, dass es einen Kompromiss geben soll. Ich weiß nicht, ob das stimmt, aber da können Sie vielleicht gleich auch ein bisschen Licht reinbringen, dass nämlich der Taubenschlag auf dem Parkhaus Hauptwache weiter betrieben werden kann oder werden soll, aber der am Parkhaus Am Gericht abgebaut werden soll. Da wäre jetzt meine Frage: Der Taubenschlag Am Gericht ist ja der wesentlich jüngere, der sich auch in deutlich besserem Zustand befindet. Ich glaube, er ist erst 2018 errichtet worden, die Stadt hat damals 12.000 Euro dazugegeben. Der an der Hauptwache ist tatsächlich sehr alt und auch in einem schlechten Zustand, er wurde sogar schon angefangen abzubauen. Jetzt versucht ja der Verein, dies mit der Räumungsklage gerichtlich abzuwehren. Können Sie vielleicht noch einmal sagen: Gab es da einen Kompromiss, und warum hat man jetzt gesagt, der Taubenschlag Am Gericht soll abgebaut werden, der an der Hauptwache kann dann aber doch bleiben, obwohl man da schon angefangen hatte, abzubauen?

Vielen Dank!

Stadträtin Rosemarie Heilig:

(fortfahrend)

Herr Pfeiffer, ich bitte um Verständnis - Sie haben ja selbst gesagt, dass es da jetzt gerichtliche Auseinandersetzungen gibt -, dass ich auch gerade aufgrund dieser rechtlichen Dinge, die da jetzt von einer Seite zur anderen laufen, mich in diese Frage nicht einmische und hier auch keine Bewertung darüber abgebe.

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Vielen Dank! Die zweite Zusatzfrage kommt von Robert Lange von der CDU-Fraktion. Bitte!

Stadtverordneter Robert Lange, CDU:

(Zusatzfrage)

Vielen Dank, liebe Rosemarie! Wir haben verstanden, dass das Stadttaubenprojekt von Frau Stürmer unterstützt wurde. Meine Frage ist jetzt, ob der Magistrat bisher die ABG pro Taubenhäuser unterstützt hat oder welche künftige Hilfe er der ABG oder auch anderen Eigentümern angeboten hat oder anbieten wird.

Stadträtin Rosemarie Heilig:

(fortfahrend)

Robert, den zweiten Teil der Frage habe ich nicht verstanden, Entschuldigung.

Stadtverordneter Robert Lange, CDU:

(fortfahrend)

Die erste Frage ging ja darum: Hat der Magistrat die ABG unterstützt? Und der zweite Teil ist, welche künftige Hilfe kann sich der Magistrat gegenüber der ABG oder auch anderen Eigentümern vorstellen?

Stadträtin Rosemarie Heilig:

(fortfahrend)

Wir haben die ABG nicht unterstützt, weder finanziell noch bei der Suche. Es ist wirklich sehr, sehr schwierig, wenn man jetzt Taubenhäuser einrichten will. Ich sage es einmal ganz deutlich: Es gibt Taubenhasser und es gibt Taubenliebhaber, und dazwischen besteht relativ große Sympathie oder Antipathie. Es ist sehr, sehr schwer. Die Stadttauben sind eine Begleiterscheinung unserer Zivilisation, unserer Städte. In ganz Europa gibt es Tauben. Es gibt Städte, da werden die Tauben akzeptiert - schauen wir nach Venedig -, und andere Leute lassen sie, wenn sie heiraten, fliegen. Es gibt ganz unterschiedliche Formen, die Tauben zu lieben, und andere sagen: Mit mir und Tauben geht es überhaupt nicht.

Also egal, wo wir nachfragen, ob es bei städtischen Anlagen ist, ob es bei Schulen ist oder auf privaten Grundstücken, es ist nicht so, dass wir leicht Gebäude finden, wo die Menschen das gerne mitmachen. Sie haben halt wirklich Angst, dass die Gebäude oder auch die Gebäudewände et cetera verkotet werden. Da muss man sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, denn die Einrichtung von Taubenhäusern hat sich bewährt. Ich habe das selbst in meiner Zeit in Ludwigshafen verfolgt und auch sehr propagiert. Es gibt ja nicht nur die Möglichkeit, die Taubenschläge in den Dächern zu betreiben, sondern es gibt ja auch freistehende Taubenhäuser, die man in Grünanlagen aufstellen kann.

Ich habe ja auch gesagt, wir wollen ein ganz neues Taubenmanagement aufbauen, und das werden wir machen und schauen, wie wir mit dieser Situation dann neu umgehen. Ich muss Sie einfach um Verständnis bitten, dass ich dafür Zeit benötige, aber ich denke, wir sind da auf einem ganz guten Weg.

(Beifall)

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1672

Stadtverordneter Mathias Pfeiffer, BFF-BIG:

Frau Vorsteherin,

werte Kolleginnen und Kollegen!

Während andere Großstädte ein flächendeckendes Netz von Taubenhäusern aufbauen, ist Frankfurt gerade dabei, die zwei einzigen Taubenhäuser in der Innenstadt zu verlieren. Während sich die Stadt bei der Eröffnung der beiden Taubenhäuser feiern ließ, sind die dort Verantwortlichen auf Tauchstation gegangen und haben die nötige Unterstützung bei der Suche nach Ersatzstandorten bislang völlig vermissen lassen. Dabei bräuchte es in Frankfurt dringend mehr Taubenhäuser statt weniger oder gar keine. Aber das haben Sie, Frau Dezernentin Heilig, erkannt und ich möchte Ihnen als Best-Practice-Beispiel für den Umgang mit Stadttauben München mit auf den Weg geben, wo seit dem Jahr 2010 mittlerweile 21 Taubenhäuser eingerichtet wurden und seitens der Stadt ein solches flächendeckendes Netz angestrebt wird.

Denn die dort zuständigen Stellen haben die Vorteile von Taubenhäusern erkannt, die klar auf der Hand liegen. Die Tauben halten sich einen großen Teil des Tages in den Taubenhäusern auf und setzen dort ihren Kot ab, der kontrolliert entsorgt werden kann. Die Kosten und der Aufwand von der Reinigung von Gebäuden und Flächen im Umfeld sinken entsprechend erheblich. Über den Austausch der Taubeneier durch Attrappen wird die Population begrenzt und ein Taubenhaus bietet einem vor Ort vorhandenen Schwarm ein artgerechtes Zuhause und es zieht keine Tauben aus der weiteren Umgebung an. Wildes Füttern wird reduziert, denn Taubenfreunde müssen kein Verhungern der Tiere befürchten und können sich aktiv an der kontrollierten Fütterung und Gesundheitspflege der Tauben beteiligen. Auch die Bürger nehmen eine spürbare Verbesserung ihrer Situation wahr durch weniger Taubenkot auf Balkonen, Gebäuden, Freiflächen der Gastronomie oder vor Lebensmittelbetrieben. Für den Neubau oder die Umsetzung von Taubenhäusern stellt München jährlich insgesamt 30.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus wird für die Betreuung eines Taubenhauses eine Zuwendung in Höhe von jeweils bis zu 3.000 Euro jährlich gewährt und nicht nur Vereine, sondern auch Eigentümer und Unternehmen sind förderfähig. Das war die Frage von Herrn Lange, auf die er wahrscheinlich abzielte.

In der Förderrichtlinie sind zudem ebenso klare wie sinnvolle Kriterien definiert, die dem Schutz von Tier und Menschen gleichermaßen dienen. München zeigt, wie es geht. Das Rad muss nicht neu erfunden werden, Frau Heilig, machen Sie ein Benchmarking mit anderen Großstädten - auch unsere Landeshauptstadt Wiesbaden hat einen guten Weg gefunden - und setzen Sie zeitnah ein umfassendes Konzept um, das ein konfliktarmes Zusammenleben von Mensch und Tier in unserer Stadt ermöglicht. Beide werden es Ihnen danken.

(Beifall)

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Vielen Dank, Herr Pfeiffer! Der nächste Redner ist Herr Lange von der CDU-Fraktion. Bitte!

Stadtverordneter Robert Lange, CDU:

Frau Vorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren!

Stadträtin Rosemarie Heilig hat in Sachen Taubenhäuser für den Magistrat mehr Zeit erbeten. Sie hat ein neues Konzept angekündigt, leider ohne Dächer. Auf andere Arten von Stadttaubenprojekten zu setzen und diese zu entwickeln, dürfte viel zu lange dauern. Meiner Frage nach Unterstützung von Objekt- oder Grundstückseigentümern ist Rosemarie Heilig leider ausgewichen. Das finde ich sehr schade und letztlich auch falsch. Ich fordere den Magistrat auf, möglichst in allen Stadtteilen deutlich mehr und auch pro Grundstückeigentümer mehr Hilfe zu leisten. Ziel muss sein und bleiben, die ehrenamtliche Arbeit des Stadttaubenprojekts ganzheitlich zu unterstützen.

Vielen Dank!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. Juni 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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