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Der Immobilienmarktbericht 2023 zeigt neben den Entwicklungen des Jahres 2022 erschreckende Zahlen für das erste Quartal

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Der Antrag zielt darauf ab, die Veröffentlichung von Halbjahres- oder Quartalsdaten zum Immobilienmarkt zu ermöglichen, um eine realistischere Grundlage für Preis- und Wertermittlungen zu schaffen. Dies ist notwendig, da die aktuellen Verkaufszahlen dramatisch eingebrochen sind und eine Anpassung der Bewertungsgrundlagen erforderlich ist.

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Frage an den Magistrat

Der Immobilienmarktbericht 2023 zeigt neben den Entwicklungen des Jahres 2022 erschreckende Zahlen für das erste Quartal 2023. Dieser zeigt dramatische Einbrüche bei den Verkaufszahlen - 93 Prozent im Gewerbe / 67 Prozent bei Wohnimmobilien.

Darum frage ich den Magistrat:

Wie schätzt der Magistrat die aktuelle Lage auf dem Immobilienmarkt ein, und wie steht der Magistrat zu der Idee, Halbjahresdaten oder sogar Quartalsdaten zu veröffentlichen, um eine realistischere Grundlage der Preis beziehungsweise Wertermittlung zu ermöglichen?

Antwort des Magistrats

Oberbürgermeister Mike Josef:

Vielen Dank, Frau Vorsteherin! Ich möchte mich an der Stelle, auch wenn es noch einmal eine offizielle Verabschiedung geben wird, lieber Stefan, ganz persönlich bei dir bedanken für die letzten Jahre! Es ist unsere letzte gemeinsame Sitzung heute hier im Magistrat. Es freut mich auch persönlich für dich, dass wir vorgestern den nationalen Radverkehrskongress, der zum ersten Mal in Frankfurt stattfand, gemeinsam eröffnen durften. Deswegen, fleißiges und schönes Radeln weiterhin über die Straßen von Frankfurt!

(Beifall)

Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Papke, der Frankfurter Immobilienmarkt verändert sich gerade jetzt im bundesrepublikanischen Vergleich besonders schnell. Bundesweit gibt es große Veränderungen. In Frankfurt ist es sehr dynamisch. Wir haben Ihnen eine Grafik dazu gegeben, die auch noch einmal deutlich macht, wie volatil sich eigentlich die Umsatzerlöse und die Verkäufe in den letzten 25 Jahren in Frankfurt entwickelt haben. Der Immobilienmarkt in Frankfurt war und ist schon immer volatil. Das zeigen die großen Ausschläge nach oben und unten. Das sehen Sie anhand der Grafik. Generell teilt der Magistrat die Einschätzung des Gutachterausschusses, dass die Preisvorstellungen von Verkäuferseite und Käuferseite aktuell aufgrund der sich in kürzester Zeit gewandelten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das heißt Baukostensteigerungen, Inflation, Kreditzinsen, noch nicht wieder angenähert haben. Sobald sich die Geschwindigkeit der Änderungen in den Rahmenbedingungen abschwächt, wird sich das Umsatzvolumen voraussichtlich erholen und es wird voraussichtlich wieder vermehrt zu Verkaufsabschlüssen kommen.

Die im Immobilienmarktbericht Frankfurt veröffentlichten Daten werden von dem für Frankfurt zuständigen Gutachterausschuss erhoben. Bei dem Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich der Stadt Frankfurt am Main handelt es sich um eine nachgeordnete Landesbehörde, deren Geschäftsstelle beim Stadtvermessungsamt angesiedelt ist. Gesetzlich vorgeschrieben ist grundsätzlich die Veröffentlichung eines jährlichen Marktberichts. Wobei seit 1999 bereits der Gutachterausschuss Frankfurt zusätzlich auch einen Halbjahresbericht, der in der Regel im August des jeweiligen Jahres erscheint, veröffentlicht.

Der Gutachterausschuss Frankfurt beteiligt sich zudem an dem im Mai 2023 gestarteten Deutschen Immobilienpreisindex, der die Wertentwicklung von Ein- und Mehrfamilienhäusern sowie Eigentumswohnungen quartalsweise wiedergibt.

(Beifall)

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Vielen Dank, Herr Oberbürgermeister! Ich habe eine Zusatzfrage von Herrn Papke von der FDP vorliegen. Bitte!

Stadtverordneter Sebastian Papke, FDP:

(Zusatzfrage)

Die hohen Bodenrichtpreise beziehungsweise Vergleichspreise bei Eigentumswohnungen führen dazu, dass bei Streitigkeiten, Erbschaften, Verkäufen oder auch der Berechnung der Erbpacht hohe Werte errechnet werden. Wie steht der Magistrat zu einer Verkürzung des Betrachtungszeitraumes bei der Bodenwertberechnung?

Oberbürgermeister Mike Josef:

(fortfahrend)

Es ist so, dass die Bodenwertberechnung alle zwei Jahre erfolgt. Ich habe vorhin ausgeführt, dass der Gutachterausschuss eine Landesbehörde ist. In Hessen ist es so, dass die Bodenrichtwerte alle zwei Jahre angepasst werden. Von daher müsste es da eine Veränderung in den Vorgaben geben. Der Magistrat steht dem nicht entgegen.

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Zieran von ÖkoLinX-ELF. Bitte!

Stadtverordneter Manfred Zieran, ÖkoLinX-ELF:

(Zusatzfrage)

Danke! Hier wird von dramatischen Einbrüchen geredet. Ich gehe in Frankfurt eher davon aus, dass wir eine Immobilienblase haben, die durch Spekulationen hier immer mehr angeheizt wurde. Hat es nicht auch positive Effekte, dass die Preise sich normalisieren? Sieht der Magistrat diese positiven Effekte gegen die Spekulationen mit Grund und Boden in Frankfurt?

Oberbürgermeister Mike Josef:

(fortfahrend)

Die Frage bezog sich nicht auf die Frage der Preise, sondern auf die Verkäufe, und die sind in der Tat sehr stark zurückgegangen. Das war meine Feststellung.

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1667

Stadtverordneter Sebastian Papke, FDP:

Sehr geehrte Vorsitzende,

liebe Kollegen!

Der Immobilienmarkt, so zeigen es die Zahlen des Immobilienmarktberichts 2022, ist aktuell nicht planbar beziehungsweise zusammengebrochen. Die Rahmenbedingungen in der Baubranche haben sich seit dem Frühjahr 2021 stark verändert. Hierüber habe ich, haben wir schon mehrfach gesprochen und welche Vehikel wir als Koalition angestoßen haben. Hier geht es aber konkret um das Problem der Immobilienbewertung. Wir als Stadt beziehungsweise mit dem Land zusammen haben die Aufgabe, durch den Gutachterausschuss verlässliche und vergleichbare Zahlen zu liefern. Bei Erbschaften, Streitigkeiten, Verkäufen oder bei der Berechnung der Erbpacht ist eine realistische und neutrale Bewertung von Immobilien notwendig. Dies ist aktuell so gut wie unmöglich. Gutachter haben wegen der geringen Anzahl an Verkäufen keine Vergleichspreise und müssen sich weiterhin auf den Gutachterausschuss beziehen. Dieser setzt aber die Preise der letzten zwei Jahre als Grundlage an. Notare und Käufer kommen schnell in die Problemzone, denn Bodenrichtpreis und Kaufpreis liegen so weit auseinander, dass vom Finanzamt, aber auch rechtlich, ein Verkauf nicht akzeptiert beziehungsweise erschwert wird. Die errechneten Werte bei der Erbschaft und bei Streitigkeiten und die dadurch fällige Erbschaftssteuer, kombiniert mit den oft hohen Sanierungskosten, führt zum Teil zu absurden Notverkäufen. Das ist, glaube ich - außer vielleicht vom linken Spektrum -, nicht gewünscht.

Über die Auswirkungen der hohen Bodenrichtpreise auf die Erbpacht sprechen wir sicherlich später noch. Da gibt es ja einen Antrag, der das mit berücksichtigt. Wir müssen daher ermöglichen, dass realistischere und aktuellere Bodenpreise bereitzustellen sind. Vererbende, Erben, Käufer und Erbpachtnehmer dürfen wir mit dieser Situation nicht alleinlassen.

Vielen Dank!

(Beifall)

Stellvertretende

Stadtverordnetenvorsteherin

Claudia Korenke:

Vielen Dank, Herr Papke! Als nächster Redner spricht Herr Zieran von ÖkoLinX-ELF. Bitte!

Stadtverordneter Manfred Zieran, ÖkoLinX-ELF:

Nur noch eine kleine Vertiefung zu meinem Beitrag vorhin: dramatischer Einbruch. Finde ich gut, denn dieser dramatische Einbruch ist für die Bürger Frankfurts positiv, denn es wird sich auch auswirken auf die Wertermittlung der Häuser, auf die Werteentwicklung in dieser Stadt, die Spekulation kann nicht mehr so weitergehen, die Immobilienblase bricht zusammen. Hoffentlich! Ich glaube aber, das tut sie nicht, es wird nur ein kleiner Dätscher werden. Mehr wäre für alle Menschen in Frankfurt gut, und das ist mehr als die Hälfte hier, die in Frankfurt wohnen, die zu wenig Kohle haben, um sich eine vernünftige Mietwohnung leisten zu können.

(Zurufe)

Also die Dramatik, mit Notverkäufen untermauert und so weiter, die sehe ich nicht. Ich sehe eine wichtige Entwicklung und hoffe, dass sie weitergeht zugunsten der Menschen in dieser Stadt, die keinen Besitz haben, die keine Immobilien haben und die Schwierigkeiten haben, eine Mietwohnung überhaupt in Frankfurt halten zu können, hoffe also auf den Einbruch der Immobilienblase in Frankfurt.

Danke!

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. Juni 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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