Die angekündigte Schließung der Galeria-Filiale auf der Zeil würde Arbeitsplätze kosten und führt zu planungspolitischen
Zusammenfassung
Die Schließung der Galeria-Filiale auf der Zeil erfordert neue Konzepte für die Frankfurter Innenstadt. Der Magistrat plant, die Innenstadt im Rahmen des Masterplans ErlebnisCity neu zu gestalten, um den veränderten Bedürfnissen der Bürger gerecht zu werden und die Innenstadt als Erlebnisraum zu stärken.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Die angekündigte Schließung der Galeria-Filiale auf der Zeil würde Arbeitsplätze kosten und führt zu planungspolitischen Forderungen wie "Die Innenstadt neu denken". Der Offenbacher Oberbürgermeister hat es für seine ebenfalls von einer Galeria-Filialschließung betroffene Stadt prägnant formuliert: "Es braucht andere Angebote in der Innenstadt. So einfach ist die Wahrheit."
Dies vorausgeschickt, frage ich den Magistrat:
Welche Überlegungen - unter Berücksichtigung des Masterplans ErlebnisCity aus dem Jahre 2022 - gibt es vonseiten des Magistrats, die Frankfurter Innenstadt im Kontext eines Funktionswandels innerstädtischer Zentren "neu zu denken"?
Antwort des Magistrats
Die angekündigte Schließung der Galeria-Filiale auf der Zeil ist die Fortsetzung eines Prozesses, der sich bereits seit einigen Jahren abzeichnet und auf den die Pandemie wie ein Brandbeschleuniger gewirkt hat. Die Rede ist von einem Strukturwandel in den Innenstädten bedingt durch ein verändertes Konsumverhalten der Bürger und Gäste. Die jüngste Passantenbefragung von IHK Frankfurt und Wirtschaftsförderung - IFH-Studie "Vitale Innenstädte 2022" - ergab, dass 70 Prozent der Befragten aufgrund des Einkaufens in die Frankfurter Innenstadt kommen. Dennoch ist erkennbar, dass das Erlebnis - ein Mix aus Einkauf, Inspiration, Beratung, aber auch Gastronomieangebot, Freizeit, Kultur, Sport, Entertainment und Inspiration - bedeutender für die Innenstädte wird. Zentren werden Treffpunkte für Freunde, Kollegen, Familie und damit zu einem aktiven Erlebnisraum.
Der Magistrat verfolgt verschiedene Projekte zur Weiterentwicklung sowie zur Stärkung der Frankfurter Innenstadt und tritt als Impulsgeber überall dort auf, wo sie keine direkte Möglichkeit der Gestaltung und Einflussnahme hat, wie beispielsweise bei der Entscheidung für Nutzungen von privaten Immobilien. Hierzu gehören der "Masterplan ErlebnisCity Frankfurt am Main", der den Status quo der Frankfurter Innenstadt unter Berücksichtigung vorliegender Studien und Trends erhoben, Entwicklungspotenziale herausarbeitet hat und sowohl Leitziele als auch Leitlinien auf unterschiedlicher Maßstabsebene formuliert sowie das Projekt "Zukunft Innenstadt / mitte frankfurt", bei dem es darum geht, Visionen von der Innenstadt der Zukunft zu entwickeln und diese anschließend umzusetzen. Darüber hinaus existieren branchenspezifische Projekte wie etwa "Kreativraum³ - Pilot- und Impulsprojekte für die Innenstadt von Frankfurt am Main", die Netzwerkplattform "Visionsbüro Frankfurt" und Marketingmaßnahmen wie "#EinkaufeninFrankfurt", die eine Stärkung der Innenstadt über die Unterstützung verschiedener Branchen anstreben sowie ein strategisches Leerstandsmanagement, das aktuelle Entwicklungen berücksichtigt.
Im Rahmen der Bundesprogramme "Post-Corona-Stadt" und "Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren" wurden annähernd vier Millionen Euro eingeworben, die für Modellvorhaben genutzt werden. Ziel ist es, die Bedürfnisse nach heutigen Innenstadtfunktionen auszuloten, auszuprobieren und Wirklichkeit werden zu lassen.
Als ein Anhaltspunkt für die angestrebte Weiterentwicklung und Stärkung der Innenstadt sei weiter auf die Ergebnisse der IFH-Studie "Vitale Innenstädte 2022" hingewiesen: Zwischen September und November 2022 wurde in der Frankfurter Innenstadt im Rahmen der IFH-Studie "Vitale Innenstädte 2022" an verschiedenen Donnerstagen und Samstagen eine Befragung von circa 2.000 Passantinnen und Passanten durchgeführt. Zu den zentralen Erkenntnissen zählt, dass die befragten Besucherinnen und Besucher zu großen Teilen außerhalb von Frankfurt wohnen, 44 Prozent, und zur überwiegenden Mehrheit "Einkaufen/Einkaufsbummel" als Besuchsmotiv genannt haben, 71 Prozent. Etwa 70 Prozent aller Befragten planen gezielt Einzelhandelsgeschäfte aufzusuchen. Während gut 43 Prozent aller Befragten planen, bis zu 50 Euro beim Einkauf auszugeben, beabsichtigen 57 Prozent höhere Ausgaben.
Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der Magistrat die Entwicklung der Passantenfrequenzen an insgesamt acht Standorten im Stadtgebiet regelmäßig wöchentlich sowie darüber hinaus bei spezifischen Bedarfen analysiert. Dabei liegt der Fokus auf der so genannten "einzelhandelsrelevanten Passantenfrequenz", das heißt der durchschnittlichen Anzahl an Besucherinnen und Besuchern pro Stunde, die zu üblichen Einzelhandelszeiten, zwischen 10:00 und 20:00 Uhr, abzüglich der Feiertage, an einem Messpunkt erfasst werden. Im Ergebnis ist festzustellen, dass die durchschnittliche einzelhandelsrelevante Passantenfrequenz pro Stunde auf der Zeil von knapp 5.700 im Jahr 2019 auf rund 4.200 im Jahr 2020 und gut 3.200 Passantinnen und Passanten im Jahr 2021 zurückgegangen ist. Seit Mitte 2021 ist zunächst eine Stabilisierung und anschließend sogar eine deutliche Erholung der Besucherströme zu beobachten. Bis Ende Dezember 2022 beläuft sich die durchschnittliche einzelhandelsrelevante Passantenfrequenz auf circa 5.800 Personen in der Stunde. Damit liegt sie auf Vor-Krisen-Niveau und deutlich über den Vergleichsdaten von 2020 und 2021.
Aktuelle Entwicklungen zeigen auf, dass die Karstadt-Kaufhof-Filiale auf der Zeil mit den 28.000 Quadratmetern von der Multilabel-Kette Aachener übernommen und die Filiale mit den aktuell 216 Beschäftigten weiterführgeführt werden soll. Das Areal hat drei Grundstückseigentümer. Hier ist die Stadt Frankfurt im Gespräch über die zukünftige Gestaltung und Nutzung.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 23. März 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.