Frankfurt hat sich in vielen Teilen nicht beziehungsweise noch nicht richtig von den Coronaeinschränkungen erholt. Gleic
Zusammenfassung
Der Magistrat verfolgt verschiedene Projekte zur Belebung der Innenstadt von Frankfurt am Main, um die negativen Auswirkungen der Verkehrswende zu minimieren. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und die Innenstadt attraktiver zu gestalten, um Besucher und Kaufwillige zurückzugewinnen.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Frankfurt hat sich in vielen Teilen nicht beziehungsweise noch nicht richtig von den Coronaeinschränkungen erholt. Gleichwohl werden teils Verkehrsprojekte, zum Beispiel Mainkai, Berliner Straße, Oederweg und so weiter, übertrieben umgesetzt, die zumindest gleichzeitig nicht ohne vermeidbare Einschneidungen für die hier lebenden und arbeitenden Menschen wirken beziehungsweise noch wirken werden. Vermehrt sind beziehungsweise werden auch bisherige Besucher und Kaufwillige betroffen sein, die sich künftig alternativ andere Einkaufsorte überlegen werden. Ich frage den Magistrat, wie er die benötigte Innenstadtbelebung sowie negativen Auswirkungen seiner Verkehrswende künftig besser in Griff bekommen will.
Antwort des Magistrats
Der Magistrat verfolgt verschiedene Projekte zur Belebung der Innenstadt und weiterer zentraler Lagen. Hierzu gehören etwa das Projekt "Kreativraum³ - Pilot- und Impulsprojekte für die Innenstadt von Frankfurt am Main", die Netzwerkplattform "Visionsbüro Frankfurt", Marketingmaßnahmen wie "#EinkaufeninFrankfurt" oder ein strategisches Leerstandsmanagement.
Wichtigstes Messgröße in diesem Zusammenhang ist die sogenannte "durchschnittlichen einzelhandelsrelevanten Passantenfrequenz". Bei dieser handelt es sich um die durchschnittliche Anzahl an Besuchern pro Stunde, die zu üblichen Einzelhandelszeiten - zwischen 10:00 und 20:00 Uhr, abzüglich der Feiertage - an einem Messpunkt erfasst wird.
Fehlende Geschäftsreisende, ausbleibende (Einkaufs-) Touristen sowie Berufspendler führten dazu, dass in Frankfurt am Main die durchschnittliche einzelhandelsrelevante Passantenfrequenz pro Stunde am Standort Zeil von knapp 5.700 im Jahr 2019 auf rund 4.200 im Jahr 2020 und gut 3.200 Passanten im Jahr 2021 zurückgegangen ist. Seit Mitte 2021 ist zunächst eine Stabilisierung und anschließend eine deutliche Erholung der Besucherströme zu beobachten: Im Jahr 2022 beläuft sich die durchschnittliche einzelhandelsrelevante Passantenfrequenz auf circa 5.800 Personen in der Stunde. Damit liegt sie knapp über dem Vor-Krisen-Niveau und deutlich über den Vergleichsdaten von 2020 und 2021.
Neben der absoluten Zahl spielt für das Einkaufsverhalten insbesondere aber die Aufenthaltsqualität und die Verweildauer eine große Rolle, weshalb im Rahmen der Initiative Innenstadt sowie den verschiedenen Programmen zur Aufwertung der Innenstadt der Magistrat mit einer Vielzahl an Akteuren aktiv ist.
Mit dem Masterplan Mobilität und seiner sehr großen Beteiligung der Bürger:innen sowie Interessenvertreter:innen hat der Magistrat zudem ein deutliches Zeichen gesetzt, dass die notwendige Mobilitätswende, die eine Voraussetzung für eine attraktive und lebenswerte Innenstadt darstellt, nur gemeinsam mit allen Frankfurter Bürger:innen, Interessenvertretungen und der Frankfurter Wirtschaft gelingen kann. Die hohe Beteiligung der verschiedenen Gruppen sowohl bei der Erarbeitung des Masterplans Mobilität als auch bei einzelnen Verkehrsprojekten, zum Beispiel Umgestaltung der Schweizer Straße, spricht dafür, dass dieser gemeinsame Weg der richtige Weg ist, die notwendige Mobilitätswende einzuleiten und umzusetzen, sowie den aktuellen Mobilitätsbedürfnissen gerecht zu werden.
Die vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Ziele zur CO 2 -Neutralität erfordern deutliche Maßnahmen der Mobilitätswende. Sofern diese Maßnahmen nicht konsequent weiterbetrieben beziehungsweise umgesetzt werden, sind diese Ziele nicht zu erreichen und Frankfurt würde in Zeiten eines sich beschleunigenden Klimawandels Gefahr laufen, nicht länger eine lebenswerte Stadt zu sein. Hinzu kommt, dass die Bürger:innen selbst in den vergangenen Jahrzehnten ihr Mobilitätsverhalten zugunsten des Umweltverbundes geändert haben und sich weiter ändern werden und deshalb zu Recht erwarten, dass nicht erweiterbare Verkehrsflächen der Stadt anders aufgeteilt werden. Der Magistrat ist der Auffassung, dass die genannten Verkehrsprojekte zwingend erforderlich und somit nicht vermeidbar sind, um die notwendige Mobilitätswende zu erreichen und somit die Lebens- und Aufenthaltsqualität in der Stadt aufrecht zu erhalten beziehungsweise zu verbessern. Denn nur eine gute Lebens- und Aufenthaltsqualität wird letztendlich auch dazu führen, dass die Menschen sich gerne in Frankfurt aufhalten beziehungsweise hier leben.
Als positiv von großen Teilen der Bevölkerung wahrgenommene Projekte sind hier insbesondere die temporäre Umnutzung und gleichzeitige Belebung des nördlichen Mainufers sowie die Umverteilung von Verkehrsflächen vom motorisierten Individualverkehr hin zum Umweltverbund - Einrichtung/Verbesserung von Radverkehrsanlagen, Einrichtung von Busspuren - sowie die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in Straßen und auf Plätzen - Schaffung von Sitzmöglichkeiten ohne Verzehrzwang, Begrünung von Straßen durch Pflanzkübel und so weiter - zu nennen.
Darüber hinaus wurde die University of Applied Sciences vom Magistrat der Stadt Frankfurt am Main mit der wissenschaftlichen Begleitung der Fahrradstraßenprojekte beauftragt, unter anderem um die Effekte von Verkehrsberuhigungsmaßnahmen auf die lokale Ökonomie zu evaluieren.
Der Magistrat ist davon überzeugt, dass genau diese Maßnahmen und weitere, die in verschiedenen Dezernaten in Planung sind, zur Zukunftsfähigkeit und Attraktivität der Frankfurter Innenstadt in Konkurrenz zur immer stärkeren Bedeutung des Onlinehandels beitragen werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 26. Januar 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.