Frankfurt fördert etwa ein Fünftel seines Wasserbedarfs aus Anlagen im Stadtgebiet, nämlich der Mainwasseraufbereitungsa
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenInhalt
Frage vom 16.08.2018, F 1385 Frankfurt fördert etwa ein Fünftel seines Wasserbedarfs aus Anlagen im Stadtgebiet, nämlich der Mainwasseraufbereitungsanlage, den Wasserwerken im Stadtwald und in Praunheim, die restlichen vier Fünftel des Wasserbedarfs fließen aus dem Umland - dem hessischen Ried, dem Kinzigtal und dem Vogelsberg - zu. Die Schutzgemeinschaft Vogelsberg, SGV, kritisiert, dass Frankfurt zu viel Fernwasser aus dem Umland beziehe und in Trockenzeiten die Grenzgrundwasserstände unterschritten werden.
Ich frage den Magistrat: Wie kann die wachsende Stadt Frankfurt ihren Bürgern garantieren, dass Wasser zukünftig in ausreichender Menge in Frankfurt vorhanden ist und die Abhängigkeit Frankfurts von der Wasserversorgung durch das Umland reduziert werden kann?
Antwort des Magistrats: Stadtrat Markus Frank: Herr Vorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren, Frau Leineweber, Frau Krause, Herr Ochs! Zweifelsohne stellte die aktuelle Hitzeperiode, die wir erlebt haben und noch erleben, auch für die Wasserversorgung eine besondere Herausforderung dar. Das muss man sagen. Ich kann Sie aber beruhigen. Selbst dieser Jahrhundertsommer, wie wir ihn noch erleben, entspricht den in den Wasserversorgungskonzepten und Wasserbedarfsprognosen erwarteten Entwicklungen. Ich habe Ihnen dazu auch schon einmal zwei ausführliche Berichte übergeben, vorletztes und letztes Jahr, und zwar die Berichte B 45 vom Februar 2015 und B 27 vom Februar 2016. Diese empfehle ich Ihnen noch einmal, weil dort sehr ausführlich dargelegt ist, wie unsere Wasserversorgung vor Ort und regional gesichert ist. Wie Sie wissen, ist unsere Stadt in das regionale Wasserbeschaffungsmanagement der Hessenwasser GmbH & Co. KG eingebunden, und es ist zu sagen, dass unsere Hessenwasser GmbH & Co. KG auch für Trockenperioden sehr gut aufgestellt ist. Durch den regionalen Leitungsverbund sowie insbesondere die Möglichkeit der aktiven Grundwasserbewirtschaftung der Gewinnungsanlagen im Hessischen Ried und im Frankfurter Stadtwald - da haben wir eine Grundwasseranreicherung mit aufbereitetem Oberflächenwasser aus dem Rhein beziehungsweise dem Main - ist auch bei langen Trockenperioden die Verfügbarkeit von Grundwasserressourcen unter Einhaltung der ökologischen Vorgaben sichergestellt. Aktuell sind in den Gewinnungsgebieten der Hessenwasser GmbH & Co. KG die Grundwasserstände zudem dank des nassen Winters und Frühjahrs auf einem guten mittleren Niveau. Das gilt durch die oberhessischen Versorgungsbetriebe auch für die Gewinnungsbereiche der Vorlieferanten der Hessenwasser GmbH & Co. KG im Hessischen Ried und im Vogelsberg. Die kommunale Wasserversorgung in der Stadt Frankfurt am Main und die bedarfsgerechten überörtlichen Ausgleiche durch den Leitungsverbund sind, neben den gesicherten Ressourcen, aber nur durch eine zuverlässige Wasserinfrastruktur möglich. Und deshalb blicken wir auch schon weiter in die Zukunft, und wir werden als Magistrat bis Ende nächsten Jahres ein kommunales Wasserkonzept gemeinsam mit Frau Stadträtin Heilig vorlegen. In diesem Konzept werden unter anderem auch der Stand der Wasserversorgung, die weiteren und langfristiger zu erwartenden Entwicklungen und die daraus abzuleitenden Maßnahmen noch einmal dargestellt und bewertet. Über eine Wiederinbetriebnahme unserer stillgelegten Brunnen muss aktuell nicht entschieden werden. Noch einmal: Die Wasserversorgung unserer Stadt ist dank der regionalen Versorgung sicher.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Ochs von den FRANKFURTERN. Bitte! Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: (Zusatzfrage) Herr Frank, vielen Dank für die Antwort! Ich habe die Berichte der letzten Jahre über die Wasserversorgung gelesen, und immer wieder fällt das Stichwort "Verbund", das Sie ja auch angesprochen haben. Aber es gibt auch in diesem Verbund Gebäude oder Städte im Vogelsberg, die schon Risse zeigen. Wir müssten uns eigentlich auf unsere Brunnen besinnen. Schon Mao Tse-tung hat vor vielen Jahren gesagt: "Vertrauen auf die eigene Kraft". Wie sehen Sie es denn mit dem Vertrauen in die eigene Kraft und in unsere Brunnen? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Das Vertrauen in die eigene Kraft ist immer ein gutes Fundament. Wenn wir uns aber die verschiedenen Wassermengen anschauen, werden wir feststellen, dass wir auch bei größten Anstrengungen nicht mehr als ungefähr 20 Prozent aus eigener Kraft schöpfen können. Insofern ist es wichtig, dass wir die regionale Zusammenarbeit weiter stärken und ausbauen. Gerade die ökologischen Anforderungen, die heute anders sind als vor vielen Jahren, führen dazu, dass wir noch sparsamer mit Wasser umgehen müssen. Sie wissen, dieser Magistrat und der Vorgängermagistrat hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv darum gekümmert, dass wir sparsamer mit Wasser umgehen. Die Ergebnisse sind wirklich beeindruckend. In den Neunzigerjahren haben wir im Jahr 64 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. Wir sind jetzt ungefähr bei 45 Millionen Kubikmeter. Das heißt, die Wassersparkampagne der Neunzigerjahre hat tatsächlich schon funktioniert. Die folgenden Maßnahmen sind darauf aufgebaut worden: Dies sind zum einen die Maßnahmen der Bevölkerung, dass man gewisse Dinge heute ganz anders macht, wenn man ein Haus baut. Auf der anderen Seite ist es der Beginn von Brauchwassernutzung. Und die Industrie hat ebenfalls ihren Beitrag geleistet. Wir müssen uns auf jeden Fall weiter anstrengen. Schauen wir uns an, wie gut es uns eigentlich geht - wir machen den Hahn auf und haben frisches Wasser in sehr hoher Qualität und müssen uns keine Sorgen machen. Wir müssen uns deshalb keine Sorgen machen, weil wir an vielen Stellen Menschen haben, die klug gehandelt und gearbeitet haben, und weil wir diesen regionalen Verbund haben. Um den regionalen Verbund werden wir in der Zukunft nicht umhinkommen. Wir müssen ihn eher ausbauen und stärken. Natürlich gibt es auch Diskussionen, gerade im Vogelsberg. Wir stellen uns diesen Diskussionen, das ist überhaupt keine Frage. Aber es gibt auch lokale Gegebenheiten, die an der einen oder anderen Stelle dazu führen, dass es Wasserknappheit gibt. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Mund, BFF. Bitte! Stadtverordneter Mathias Mund, BFF: (Zusatzfrage) Herr Stadtrat Frank, Sie haben erwähnt, dass wir aus eigener Kraft maximal 20 Prozent des eigenen Trinkwasserbedarfs decken können. Sehen Sie es denn aber nicht in Zeiten wie beispielsweise in diesem Jahr, in denen im Umland teilweise jeder Kubikmeter zählte, als Gebot der Solidarität, das maximal Mögliche aus eigenen Frankfurter Brunnen dann auch tatsächlich zu fördern? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Es gibt immer den Grundsatz, das, was wir selbst tun können, auch zu machen. Aber es gibt auch noch den Grundsatz, dass wir in unserem Handeln effizient sein müssen. Wenn wir zum Beispiel nach Bergen-Enkheim schauen, dort haben wir 2011 einen eigenen Brunnen und auch das dazugehörige Wasserschutzgebiet aufgegeben. Es wäre nicht effizient, und es würde uns insgesamt auch nicht helfen, diese zu reaktivieren. Die Sorgen, die andere haben, können durch lokale Maßnahmen behoben werden. Wir haben zum Beispiel mit Hessenwasser GmbH & Co. KG sehr viel Geld in ein regionales Versorgungsnetz investiert. Es war umstritten, ob man so viel Geld investieren solle oder nicht, aber ich glaube, es war eine gute Investition. Diese regionale Zusammenarbeit kann ich nur vielen anderen auch empfehlen.
(Beifall) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die dritte Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Kliehm. Herr Stadtrat, Entschuldigung, drei Fragen, sechs Zusatzfragen. Jetzt kommt die dritte Zusatzfrage. Herr Kliehm, bitte! Stadtverordneter Martin Kliehm, LINKE.: (Zusatzfrage) Wenn man den CDU-Sicherheitsdezernenten zu Wasser befragt, kommt natürlich die Antwort, dass das Wasser sicher ist. Aber der Oberbürgermeister würde fragen, wie sieht es denn mit der Nachbarschaftlichkeit und der Solidarität aus? Was spricht denn dagegen, außer dass wir billiger Wasser aus dem Vogelsberg bekommen, der austrocknet, die eigenen Brunnen wieder anzustellen? Stadtrat Markus Frank: (fortfahrend)
Ich möchte es einmal anders formulieren: Selbst wenn wir sehr viel Geld in die Hand nehmen, wieder sehr aufwendig ein Wasserschutzgebiet in Bergen-Enkheim bilden und die alte Pumpe wieder in Betrieb setzen würden, so würde das niemandem im Umland helfen. Herr Kliehm, es würde niemandem helfen. Es geht an der einen oder anderen Stelle einfach um eine Verbindung zwischen A und B. Es wäre viel sinnvoller zu unterstützen, dass es eine Verbindung zwischen A und B gibt, als einen alten, ineffizienten Trinkwasserbrunnen wieder anzuwerfen. Es ist doch klüger, dass wir unterstützend wirken - vielleicht durch Know-how, Hessenwasser ist wirklich gut aufgestellt -, die Verbindung zwischen A und B herzustellen. Dann ist auch dort die Wasserversorgung sicher, Herr Kliehm. Antragstellende Person(en): Stadtv. Monika Krause
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 16. August 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.