Damit weniger Gänse die Wiesen durch Kot verunreinigen, wurde im Ostpark ein 1,2 Meter hoher Zaun auf einer Länge von 45
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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgenInhalt
Frage vom 19.04.2018, F 1228 Damit weniger Gänse die Wiesen durch Kot verunreinigen, wurde im Ostpark ein 1,2 Meter hoher Zaun auf einer Länge von 450 Metern aufgestellt. Diese dreimonatige Maßnahme kostet 5.000 Euro. Dieser Zaun wurde mittlerweile mehrmals umgeworfen, auch sehen die flugfähigen Gänse ihn offensichtlich nicht als unüberwindbares Hindernis an. Derzeit leben etwa 300 Gänse im Ostpark.
Ich frage den Magistrat: Wie bewertet der Magistrat den Vorschlag einer letalen Entnahme von überschüssigen Gänsen zur Bereicherung der regionalen Küche?
Antwort des Magistrats: Grundsätzlich wird beim Magistrat der Stadt Frankfurt gegessen, was auf den Tisch kommt. Das gilt auch für Gänsebraten - letzteres insbesondere in der Weihnachtszeit. Allerdings sollte man mit Blick auf die Gesundheit auf das richtige Maß achten. Erinnert sei deshalb an den größten Sohn der Stadt. Zeitgenossen des Dichterfürsten staunten über die ungeheuren Mengen an Gänsebraten, die der Geheimrat vertilgen konnte. "Er frißt entsetzlich!" schrieb Jean Paul, der Dichter des "Hesperus" und Schwarm zahlloser Frauen, nach einem Besuch bei Goethe im Jahre 1796. "Sein Gang ist überaus langsam, sein Bauch nach unten zu hervorstehend wie der einer hochschwangeren Frau, sein Kinn ganz an den Hals herangezogen . ., seine Backen dick, sein Mund in halber Mondsform [. .], sein ganzer Ausdruck eine Art von selbstzufriedener Gleichgültigkeit." So beschrieb ihn später ein Sohn von Goethes geliebter Charlotte von Stein, und fügte über den Mittfünfziger hinzu: "Er dauert mich, der schöne Mann, der so edel in dem Ausdruck seines Körpers war." Dies sei zur Warnung vor allzu viel Gänsefett vorausgeschickt. Was den im Ostpark aufgestellten Zaun angeht, sei eingangs darauf verwiesen, dass dem Magistrat der Stadt Frankfurt durchaus der Tatbestand bekannt ist, dass Gänse fliegen können. Ungeachtet dessen soll in Absprache mit Vogelexperten überprüft werden, ob ein Zaun als Vergrämungsmaßnahme sinnvoll sein kann. Im Einzelnen soll der Zaun bewirken, dass die Gänse generell, aber vor allem, wenn sie Jungvögel führen und/oder in der Mauser sind, sich auf der Wiese "unwohl'" fühlen, da sie die Wasserfläche als Fluchtort nicht mehr nutzen können und sich in Folge dessen "angenehmere" Aufenthaltsbereiche suchen. In anderen Bundesländern wurden durch derartige Maßnahmen schon entsprechende Erfolge erzielt. Die hier vorgeschlagene Alternative einer letalen Entnahme überschüssiger Gänse aus Parks wäre nur unter größten Schwierigkeiten überhaupt umsetzbar: Generell ist lediglich im Rahmen einer Sondergenehmigung erlaubt, dort zu jagen, da sich Grünflächen in der Regel im sogenannten "befriedeten Bereich" befinden. Hintergrund für diese Regelung ist, dass die Sicherheit von Besucherinnen wie Besuchern der Grünanlagen und Parks bei der Jagd mit Schusswaffengebrauch kaum gewährleisten werden kann, da diese nicht sicher abzusperren sind. Insofern lehnt der Magistrat die Jagd von Gänsen in Grünanlagen weithin ab. Inwiefern Nilgangsbraten als Bereicherung der regionalen Küche dienen könnte, sei dahingestellt. Zwar wurde an einem Freitag im Monat April Nilgans in einem Frankfurter Restaurant serviert, allerdings stammten die Tiere von einer Zuchtfarm aus Thüringen. In Frankfurt konnten keine lokalen Nilgänse beschafft werden. Antragstellende Person(en): Stadtv. Ingeborg Leineweber
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 19. April 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.