Eine frühzeitige Sensibilisierung für die Themen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie häusliche Gewalt dient als Präven
Zusammenfassung
Die frühzeitige Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie häusliche Gewalt soll in Schulen verstärkt werden. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen Raum für Aufklärung und Austausch zu bieten, um sie über ihre Rechte zu informieren und sie zu stärken.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenFrage an den Magistrat
Eine frühzeitige Sensibilisierung für die Themen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie häusliche Gewalt dient als Präventionsmaßnahme, die ausgeweitet gehört. Häufig erfahren bereits junge Frauen und Mädchen Gewalt in Familien- und oder Freundeskreisen, wissen jedoch nicht, wo sie Hilfe und Unterstützung bekommen.
Ich frage den Magistrat:
Wie wird in Schulen auf die Themen Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie häusliche Gewalt hingewiesen?
Antwort des Magistrats
Zur Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen ist neben der Aufklärung insbesondere ein Rahmen für offene sowie vertrauliche Gespräche an Schulen zu schaffen.
Der Raum sowohl für Aufklärung als auch für Austausch wird an Schulen unter anderem in den regelmäßig stattfindenden Kinderkonferenzen oder Kinderparlamenten des außerunterrichtlichen Ganztags gegeben. Hier werden die Kinderrechte der UN-Kinderrechtskonvention mit den Kindern thematisiert und die Kinder haben die Möglichkeit, die Themen einzubringen, die sie beschäftigen.
Die Mitarbeiter*innen der Förderprogramme Jugendhilfe in der Schule und Jugendhilfe in der Grundschule achten außerdem in allen Angeboten darauf, die Kinder und Jugendlichen auf ihre (Kinder-) Rechte hinzuweisen, sie für Diskriminierungsmomente zu sensibilisieren und sich als vertrauensvolle Ansprechperson anzubieten. An den Schulen stellen sie, zusammen mit weiteren schulischen Akteur*innen, den Kinderschutz sicher und arbeiten nach Bedarf mit dem Jugend- und Sozialamt zusammen.
Die Jugendhilfemitarbeiter*innen nehmen in ihrer Arbeit eine Vermittlungsfunktion ein und binden themenspezifische externe Partner*innen ein, um die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und zu stärken.
An Gymnasien werden Projekte über die "Bedarfsgerechten, zusätzlichen sozialpädagogischen Angebote (2. Säule)" durchgeführt. Hier wurde zum Beispiel an einem Gymnasium, in Zusammenarbeit mit dem Verein Wildwasser e. V., ein Schutzkonzept mit dem Schwerpunkt sexualisierte Gewalt entwickelt. Dies geschah auf Initiative der Schule, da sich bei einer Befragung der Schüler*innen zeigte, dass bereits 12,5 Prozent der Kinder und Jugendlichen sexuelle Gewalt erlebt oder miterlebt haben.
Darüber hinaus finden für die Kinder und Jugendlichen im Rahmen des Ganztags und der Jugendhilfe auch geschlechtsspezifische Angebote statt. Es werden Erfahrungs- und Austauschräume geschaffen, die speziell die Bedürfnisse und Themen der Mädchen und Jungen ansprechen und aufgreifen.
In jeder Altersgruppe ist zudem relevant, dass Vertrauenspersonen des eigenen Geschlechts zur Verfügung stehen, sodass die Ganztags- und Jugendhilfeträger einen hohen Wert auf die Diversität der Teams an Schulen legen.
Die Arbeit von Ganztag und Jugendhilfeangeboten in Schulen baut auf zahlreichen Kooperationen mit außerschulischen Partner*innen auf, zu denen unter anderem auch die Kinder- und Jugendhäuser in den Stadtteilen gehören. Die pädagogischen Fachkräfte bieten Arbeitsgemeinschaften in Schulen an, die unter anderem auch die unterschiedlichen Formen von Gewalt sowie die eigenen Grenzen thematisieren.
Konkrete Hilfsangebote sowie die Vermittlung an spezialisierte Institutionen, wie zum Beispiel Beratungsstellen, erfolgen im Bedarfsfall über das Kinderschutzteam der Schule beziehungsweise fallzuständige Fachkräfte.
Im Rahmen der Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Istanbul Konvention wird auch die Präventionsarbeit unter anderem in Schulen behandelt. Beispielsweise bieten Beratungsstellen wie das FeM Mädchenhaus und FIM Frauenrecht ist Menschrecht Sensibilisierungsarbeit in den Schulen an. Auf Grundlage der Bestandsaufnahme werden in einem Beteiligungsprozess mit Ämtern, Polizei, Justiz und NGOs Handlungsempfehlungen erarbeitet und entschieden, wer welche weitere Maßnahmen in die Umsetzung bringt.
Außerdem ist hier das "Frankfurter Modell zum Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Schule" zu nennen. Im Bereich der Gewaltprävention für besonders vulnerable Zielgruppen fördert das Frankfurter Stadtschulamt seit 2020 das ehrenamtliche Antidiskriminierungsprojekt Schlau Frankfurt, das kostenfreie Workshops an Schulen zu den Themen sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität anbietet.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 10. November 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.