Der Magistratsbericht B 69/2018 stellt heraus, dass 2013 der deutschlandweite Erzeugungsanteil erneuerbarer Energieträge
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Frage vom 15.03.2018, F 1142 Der Magistratsbericht B 69/2018 stellt heraus, dass 2013 der deutschlandweite Erzeugungsanteil erneuerbarer Energieträger am Strommarkt bei 25 Prozent und am Wärmemarkt bei 12,4 Prozent lag. In Frankfurt lag der Erzeugungsanteil, auch wenn man den außerhalb des Stadtgebiets von der Mainova produzierten erneuerbaren Strom mit einbezieht, gerade mal bei 7,1 Prozent des Strom- und drei Prozent des Wärmebedarfs. Daher frage ich den Magistrat: Wie wollen Sie angesichts dieser erschreckend niedrigen Erzeugungsanteile der erneuerbaren Energieträger in Frankfurt eigentlich die vereinbarten Klimaziele einhalten?
Antwort des Magistrats: Der Großanteil des deutschlandweiten Erzeugungsanteils am Strommarkt durch erneuerbare Energien leistet die Windenergie. In Frankfurt ist diese Energiequelle jedoch aus Gründen der Flugsicherheit derzeit leider nicht nutzbar. Als Ergebnis aus der Machbarkeitsstudie des Projektes "Masterplan 100 % Klimaschutz" wird als größtes Potenzial zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien die Reduzierung des Energiebedarfs gesehen. Im Einzelnen werden die Klimaschutzziele durch die Reduzierung des Energieverbrauchs, mehr Energieeffizienz und einen Wechsel zu CO2 -ärmeren Energieträgern erreicht. Dadurch steigen die Chancen, diese trotz knapper Ressourcen an erneuerbaren Energien aus Frankfurt selbst und aus der Region zu decken. Das erneuerbare Potenzial Frankfurts ist im wesentlichen Solarenergie, Abwärme, oberflächennahe Geothermie und die Fließgewässer. Das Biomassepotenzial ist weitestgehend ausgeschöpft, der biogene Anteil des Hausmülls wird in der Rhein-Main-Biokompost Anlage und der Müllverbrennung bereits zu 100 Prozent genutzt. Für den weiteren zukünftigen Einsatz der Biomasse und zur Überprüfung, ob es noch ungenutzte Potenziale in der Region gibt, beteiligt sich die Stadt Frankfurt am Main am Forschungsprojekt "Bioball - Innovationsräume Bioökonomie". Für die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien wurde ferner ein sogenanntes Abwärmekataster erstellt. Auf diese Weise können weiteres Potenzial sowie konkrete Handlungsfelder ermittelt werden. Für die Nutzung von Solarenergie besteht darüber hinaus ein vielversprechender Ansatz durch Mieterstrommodelle und Quartierskraftwerke der Energieversorger sowie Energiedienstleistungsunternehmen, die in entsprechende Technik investieren und bei denen Mieter von geringeren Strompreisen profitieren. Das Energiereferat der Stadt Frankfurt hat im Rahmen des Ideenwettbewerbs ein Start-Up bei der Umsetzung von Mieterstromlösungen gefördert sowie Fachleute aus der Baubranche über die technischen Möglichkeiten, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Anbietern informiert. Zusätzlich soll durch ein spezielles Angebot von Wohneigentümergemeinschaften über die Möglichkeit von Mieterstrommodellen beraten werden. Für Unternehmen wird aktuell das Angebot eines Solarchecks konzipiert. Durch Energiekonzepte, die gemeinsam mit Investoren erstellt werden, versucht Frankfurt, den Anteil der erneuerbaren Energien bei Neubaumaßnahmen deutlich zu erhöhen. Jetzt schon gibt es Gebiete innerhalb der Stadt, die zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien, so zum Beispiel in Unterliederbach und CO2-Neutral (so im Frankfurter Bogen, mit Wärme versorgt werden. Die Fernwärme liegt in Frankfurt mit einem Anteil von 15 Prozent erneuerbarer Energie, biogener Anteil Müll, deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Hier zeigt sich, dass allein mit einem Ausbau der Fern- und Nahwärme große Abwärmequellen genutzt und an viele Abnehmer verteilt werden können. Im Bereich der Wärme werden insbesondere über Energiekonzepte zukunftsweisende Lösungen ermittelt. Hier besteht der strategische Ansatz im Aufbau von Nahwärmenetzen, in die verschiedenste Wärmequellen, Solarthermie, Abwärme, große Wärmepumpen et cetera, einspeisen können. Für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in diesem Bereich sind jedoch auch auf nationaler Ebene Regelungen notwendig, wie sie bereits für den Stromsektor erfolgt sind. Es gibt also in Frankfurt bereits viele gute Ansätze zur Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energieträger. Diese müssen zukünftig weiter verstärkt und ausgebaut werden. Dazu sind die erforderlichen Ressourcen - Personal wie Finanzmittel - zur Verfügung zu stellen. Für die weitere erfolgreiche Umsetzung der Klimaschutzziele in Frankfurt ist es jedoch unabdingbar, dass auch auf nationaler Ebene die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden müssen. Über Verbands- wie Gremienarbeit wird die Stadt Frankfurt am Main weiterhin ihre Expertise einbringen und sich für verbesserte Rahmenbedingungen einsetzen. Antragstellende Person(en): Stadtv. Pearl Hahn
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 15. März 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.