Vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit ist eine möglichst vielfältig aufgestellte Energiegewinnung zielführend. D
Zusammenfassung
Der Magistrat plant den Neubau einer Klärschlammfaulungsanlage zur energetischen Nutzung von Klärschlamm in Frankfurt am Main. Dies soll die Energieeffizienz erhöhen und einen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten. Die Maßnahme wird voraussichtlich ab Anfang 2023 umgesetzt.
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Thema Abfall und Sauberkeit verfolgenFrage an den Magistrat
Vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit ist eine möglichst vielfältig aufgestellte Energiegewinnung zielführend. Die Nutzung von Abfallprodukten durch die Gassubstitution im Sinne der Energieeffizienz ist dabei ein Baustein.
Ich frage daher:
Plant der Magistrat die Einrichtung einer Biogasanlage für die Klärabfälle der Stadt Frankfurt am Main?
Antwort des Magistrats
Bei der Abwasserreinigung fallen die Abfallprodukte Rechengut, Sandfanggut sowie Klärschlamm an. Das Rechen- und Sandfanggut ist aufgrund der Beschaffenheit und des Anteils organischer Stoffe nicht für eine biologische Verwertung mit Gaserzeugung geeignet.
Der in großen Mengen anfallen Klärschlamm enthält einen erheblichen Anteil organischer Stoffe. Der Klärschlamm kann unter Luftabschluss in einer Klärschlammfaulungsanlage behandelt werden. Dabei entsteht Klärgas, das zu einem großen Teil aus Methan besteht.
Die Stadtentwässerung Frankfurt am Main, SEF, plant den Neubau der Anlagen zur Klärschlammbehandlung. An Stelle der derzeitigen Verbrennung der nicht ausgefaulten Klärschlämme soll in Zukunft ein zweistufiges Verfahren zum Einsatz gelangen. In der ersten Verfahrensstufe wird der Klärschlamm ausgefault. Das entstehende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. Der Strom und die Wärme werden für den Betrieb der Abwasseranlagen genutzt. In der zweiten Verfahrensstufe erfolgt die Trocknung und Verbrennung des ausgefaulten Schlamms. Auch in diesem Verfahrensschritt wird aus der Verbrennungswärme über eine Turbine Strom erzeugt.
Mit der Verfahrenskombination können insgesamt circa 46.000 MWh/a Strom erzeugt und damit circa 65 Prozent des Strombedarfs der SEF gedeckt werden.
Die Planung für die Klärschlammfaulung ist weit fortgeschritten. Die Genehmigung zum Bau der Anlage sowie der Beschluss der Betriebskommission der SEF liegen vor. Baubeginn wird Anfang 2023 sein.
Der Neubau der Anlagen zur Klärschlammbehandlung mit der Zielsetzung einer größtmöglichen Energienutzung ist ein zentraler Bestandteil des Konzepts "Abwasser 2035 - für einen nachhaltigen, effizienten und zukunftsfähigen Umgang mit Abwasser", das von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde, siehe § 610 vom 23.09.2021.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Oktober 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.