Im Südbahnhof werden sogenannte „Unisex-„ oder auch „Gendertoiletten“ gebaut. Die Planung sieht dabei einen gemeinsamen
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Zusammenfassung
Im Südbahnhof werden Unisex-Toiletten gebaut, um eine geschlechterneutrale Nutzung zu ermöglichen. Dies führt jedoch zu Ängsten, insbesondere bei Frauen und Seniorinnen, bezüglich Intimsphäre und sexueller Belästigung. Der Magistrat plant Maßnahmen zur Beruhigung dieser Ängste und zur Gewährleistung der Sicherheit der Nutzer.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFrage an den Magistrat
Im Südbahnhof werden sogenannte "Unisex-" oder auch "Gendertoiletten" gebaut. Die Planung sieht dabei einen gemeinsamen Raum vor, in dem sich Toiletten und Urinale befinden und die von allen Geschlechtern genutzt werden sollen. Insbesondere bei den Frauen - und hier wiederum den Seniorinnen - löst dies Ängste aus. Nicht nur der Verlust der Intimsphäre beunruhigt, sondern auch die aus der Gemeinsamkeit entstehende erhöhte Gefahr sexueller Belästigung. Auch für neue Schulen sind Unisex-Toiletten vorgesehen und stoßen auf heftigen Widerstand der Schulgemeinde.
Ich frage den Magistrat:
An welchen Orten in der Stadt sind Gendertoiletten vorgesehen, und was unternimmt der Magistrat, um Ängste abzubauen und Nutzer und Nutzerinnen zu schützen?
Antwort des Magistrats
Bezogen auf Toilettenanlagen im öffentlichen Bereich handelt es sich bei der Baumaßnahme im Südbahnhof um ein Pilotprojekt. Bislang ist dies in dieser Form an anderer Stelle noch nicht umgesetzt worden, sieht man einmal von Einzelanlagen ab - zum Beispiel Toilette in der Bendergasse -, wobei dort eben kein paralleler Aufenthalt mehrerer Menschen in einem Raum erfolgt. Die im Pilotprojekt gemachten Erfahrungen fließen in die weitere Konzeption von Anlagen ein.
Bei der Planung der Toilettenanlage im Südbahnhof wurden die Bedürfnisse nach Intimsphäre und Sicherheit berücksichtigt. Die bauliche Umsetzung wird dem wie folgt Rechnung tragen:
Es ist wichtig, dass die Toilette kein Ort weitab vom restlichen Geschehen im Südbahnhof wird, sondern durch eine gewisse soziale Kontrolle unerwünschtes Verhalten von Besuchern unterbleibt. Dem wird unter anderem durch eine verglaste Eingangstür Rechnung getragen, die voraussichtlich tagsüber zudem offensteht und den Vorraum der Toiletten mit der Halle verbindet. Selbstverständlich wird durch bauliche Trennung dafür gesorgt sein, dass die Intimsphäre im Raum gewahrt bleibt. Urinale befinden sich hinter einer Trennwand und somit separiert von den Toilettenkabinen. Die Kabinen selbst sind in sich geschlossen, das heißt, die Wände reichen vom Boden bis zur Decke, sodass unerwünschte Kontakte zu anderen Personen im Raum selbstverständlich vermieden werden.
Das Konzept sieht einerseits vor, durch eine gewisse vandalismusresistente Ausführung Schäden zu vermeiden und zudem durch die Schaffung einer geeigneten Atmosphäre, Fehlverhalten gar nicht erst entstehen zu lassen. Die Toilettenanlage soll von allen Personen gerne und ohne Angst aufgesucht werden können. So werden die Wände und Toilettenkabinen großflächig mit Aluminium-Verbundplatten verkleidet, die Vandalismus erschweren, einfacher zu reinigen sind und zudem durch die frei wählbare Gestaltung mit Farben, Mustern, Bildern zu einer deutlichen optischen Aufwertung der Anlage führen werden.
Der Bodenbelag trägt diesem Aspekt ebenfalls Rechnung: Es werden keine Fliesen mehr zum Einsatz kommen, sondern ein neuer, rutschhemmender Bodenbelag, der zudem mit neu eingebrachten Abläufen versehen sein wird. Die Vorteile liegen auch hier in der einfachen Sauberhaltung, die maßgeblich zu einem ordentlichen Gesamteindruck beiträgt. Außerdem wird es dadurch keine zahlreichen Fugen mehr geben, die im Laufe der Jahre unlösbaren Schmutz ansetzen und zudem durch Urin stark beschädigt werden können.
Eine angenehme Atmosphäre wird zudem auch durch die Beleuchtung geschaffen, die bündig in die Decken eingelassen sein wird und somit nicht "im Vorbeigehen" beschädigt werden kann. Weiterhin ist die Installation von Lautsprechern vorgesehen, die durch die Einspielung ruhiger Klänge dieses Vorhaben unterstützen.
Durch die vorgenannten Maßnahmen geht der Magistrat davon aus, dass alle Bürgerinnen und Bürger die Toilettenanlage als einen sicheren und sauberen Ort vorfinden werden.
Bei der Konzeption von Schultoiletten handelt der Magistrat nach den von der Stadtverordnetenversammlung beschlossenen Planungsrahmen. Für weiterführende Schulen sieht der Planungsrahmen beispielsweise die mögliche Einrichtung von Einraum-Toiletten vor. Diese Form hat sich in vielen Schulen in Deutschland und im europäischen Ausland bewährt und wird auch für Frankfurt favorisiert.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Oktober 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.