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Frankfurt ist die einzige Großstadt in Deutschland ohne eigenes Krematorium, seit es 2014 geschlossen wurde. Zuvor hat d

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Frage vom 22.02.2018, F 1054 Frankfurt ist die einzige Großstadt in Deutschland ohne eigenes Krematorium, seit es 2014 geschlossen wurde. Zuvor hat der Magistrat bzw. die zuständigen Dezernentinnen alle vier Öfen des Krematoriums auf dem Hauptfriedhof über Jahre verrotten lassen. Als Argument wurden hohe Kosten und eine vermeintliche Subventionierung angeführt. Mit diesem Argument gingen beispielsweise im Kulturbetrieb flächendeckend die Lichter aus. Deshalb frage ich den Magistrat: Findet der Magistrat diese Form des Leichentourismus seiner verstorbenen Bürgerinnen und Bürger nicht unwürdig, und ist ein neues Krematorium in Planung?

Antwort des Magistrats: Stadträtin Rosemarie Heilig: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr geehrten Damen und Herren, sehr geehrter Herr Ochs! Im direkten Umkreis von Frankfurt gibt es sechs Krematorien, die von den beauftragten Frankfurter Bestattungsinstituten angefahren werden. Am größten und am meisten frequentiert sind die Krematorien in Offenbach und Obertshausen, die relativ nahe beieinanderliegen. Wenn die Städtische Pietät beauftragt wird, wird ausschließlich in Offenbach kremiert. Mit Blick auf die räumliche Nähe der Krematorien kann also nicht von einem Leichentourismus gesprochen werden, es sei denn, Sie sind der Meinung, Offenbach ist viel weiter weg, als ich das empfinde. Im Zusammenhang mit der Beisetzung liegt der Fokus der Angehörigen in der Regel auf einer möglichst kostengünstigen Beisetzung. Fragen nach dem Einäscherungsort treten nur in Einzelfällen auf - wir haben das nachgeprüft, das ist maximal zweimal im Jahr überhaupt der Fall - und wurden bislang in dieser Weise nicht so problematisiert, wie Sie den Anschein geben. Schließlich muss an dieser Stelle angeführt werden, dass es in Deutschland überhaupt nur noch eine geringe Anzahl an kommunalen Krematorien gibt, die hiesige Praxis ist also kein Einzelfall. Es gibt seitens der Stadt Frankfurt entsprechend auch keinerlei Planungen für eine Wiedererrichtung eines eigenen Krematoriums. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Ochs von den FRANKFURTERN. Bitte! Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: (Zusatzfrage) Frau Stadträtin, als polyglotter Bornheimer macht es mir nichts aus, wenn ich in Offenbach verbrannt werde. Ich habe auch da gute Freunde. Aber ich war jetzt mit meiner Frau zu dem Vorsorgegespräch bei der Städtischen Pietät und dort ist es so, dass die erste Frage der Beamten ist, ob man eine Feuerbestattung oder eine Erdbestattung möchte. Wir haben Erdbestattung gesagt. Dann hat er eine Liste herausgezogen, auf der es mehrere Krematorien zur Auswahl gab. Wir haben Offenbach eingetragen, das nur einmal vorausgeschickt.

(Zurufe) Ja, bei der Feuerbestattung. Ich bin doch völlig aufgeregt, wenn ich heute hier das erste Mal am Mikrofon bin. (Zurufe, Heiterkeit) Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Dann unterbreche ich Sie jetzt nicht, damit Sie zur Frage kommen. Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: (fortfahrend) Genau. Meine Frage lautet: Wir wollen hier doch immer eine Metropole sein, in den ganzen Reden der Stadträten und so weiter kommt das vor. Finden Sie das nicht gewissermaßen eine Schande, dass wir in einer Metropole, die einen großen Flughafen hat und die auch ein Industrie- und Chemiestandort ist, dass da einmal nach einer Katastrophe - Gott bewahre uns davor - vielleicht ein Krematorium wichtig wäre?

(Zurufe) Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Ich schaue in eine ganze Reihe von ratlosen Gesichtern. Mir geht es ähnlich. Ich kann diesen Vergleich nicht so richtig herstellen. Aber sollte die Frage dahin gehen, wenn es zu einem Katastrophenfall kommt, ist der Frankfurter Hauptfriedhof immer noch so ausgestattet, dass wir dort eine Aufbahrungsmöglichkeit für sehr viele Verstorbene hätten. Das ist also durchaus gewährleistet. Ich habe es gesagt, es gibt hier im Umkreis von Frankfurt ausreichend Krematorien. Sie wissen, wir haben uns diese Entscheidung auch nicht leicht gemacht. Dieses Krematorium war hoch veraltet und das Gebäude ist denkmalgeschützt. Eine Sanierung in diesem Gebäude, ich gehe auch gerne noch einmal mit Ihnen - ich habe einmal vor ungefähr vier oder fünf Jahren Stadtverordnete geführt, Herr Podstatny nickt, es waren auch einige dabei, Frau Hanisch auch, Frau auf der Heide. Herr Ochs, ich mache das gerne auch noch einmal mit Ihnen, ...

(Zurufe) ... um Ihnen einfach zu zeigen, wie schwierig im Moment die Situation ist. Ich weiß, worauf Frau auf der Heide anspielt. Das sage ich aber jetzt nicht. Das könnt ihr im Zwiegespräch dann einmal klären. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die nächste Zusatzfrage kommt von Herrn Mund von der BFF-Fraktion. Bitte! Stadtverordneter Mathias Mund, BFF: (Zusatzfrage) Frau Stadträtin Heilig, vielen Dank für Ihre Ausführungen. Ich denke, bevor die Frage nach einem neuen Krematorium aufkommt, müsste man einmal die Frage stellen, wann das alte Krematorium auf dem Hauptfriedhof inklusive der Schornsteine zurückgebaut und entsorgt wird? Stadträtin Rosemarie Heilig: (fortfahrend) Das ist die weitaus notwendigere und wichtigere Frage. Wir sind dort in der Vorbereitung, aber auch da kann ich Sie nur bitten, einmal mit mir zu kommen, damit Sie die Problematik erkennen.

a) Es ist das denkmalgeschützte Gebäude und b), wenn Sie dort in die Katakomben gehen, sehen Sie, dass da jetzt schon ganz viele Stützpfeiler drinnen sind und wir das sehr sorgfältig machen müssen. Wir sind in Vorbereitung für den Rückbau, planen den auch und werden ihn in Kürze machen. Ich finde es auch nicht gut, dass da die Schornsteine noch stehen. Es ist auf jeden Fall eine unserer vordringlichsten Maßnahmen am Frankfurter Hauptfriedhof.

(Beifall) Antragstellende Person(en): Stadtv. Bernhard E. Ochs

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 22. Februar 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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