Unwürdige Behandlung von Ausländer*innen beenden
Zusammenfassung
Der Antrag zielt darauf ab, die unwürdige Behandlung von Ausländer*innen in Frankfurt zu beenden, indem die Wartezeiten bei der Ausländerbehörde verbessert und unbeantwortete E-Mails zeitnah bearbeitet werden. Dies soll durch die Schaffung neuer Stellen und die Bereitstellung entsprechender Mittel im Haushalt 2024/2025 erreicht werden.
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Thema Sicherheit verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Bei den Wirkungsdimensionen der Arbeit der Ausländerbehörde wird analog zu denen der Bürgerämter der Indikator "Maximale Wartezeit von 15 Minuten für 80 Prozent der Kund*innen" eingeführt.
- Alle unbeantworteten E-Mails-müssen innerhalb einer Frist von drei Monaten beantwortet werden.
- Die nötigen Stellen für das Erreichen der Wirkungsdimension werden neu geschaffen und zeitnah besetzt.
- Die nötigen Mittel für die Erfüllung dieses Ziels werden in den Haushalt 2024/2025 eingestellt.
Begründung
Die Ausländerbehörde Frankfurt hat in der Vergangenheit negative Schlagzeilen gemacht. Einerseits wurden lange Wartezeiten beklagt. Es ist leider weiterhin traurige Realität, dass Menschen trotz digitaler Terminvergabe mehr als einen Monat auf einen Termin warten müssen, um in ihrer Angelegenheit angehört zu werden. Andererseits berichtete die bundesweite Presse - sogar das ZDF Magazin Royal - über die tausenden unbeantworteten E-Mails. Zwischenzeitlich waren es sogar 21.000 Mails. Im Januar 2024 kam die Meldung, dass sich diese Zahl auf insgesamt 16.900 unbeantwortete Mails reduziert hätte. Die nach wie vor hohe Anzahl der nicht beantworteten Mails deutet auf die großen strukturellen Probleme innerhalb der Behörde hin. Sie ist geprägt von einem eklatanten Personalmangel, massiver Arbeitsbelastung und hohen Anforderungen einer internationalen Stadt wie Frankfurt, welches Zuhause vieler Ausländer*innen und Migrant*innen ist. Frankfurt hat einen Ausländer*innenanteil von über 30 Prozent auf. Die Ausländerbehörde muss dementsprechend gut ausgestattet sein, damit alle Betroffenen zeitnah einen Termin erhalten, nicht lange vor Ort warten müssen und Anträge zeitnah bearbeitet werden. Letzteres ist vor allem essenziell vor dem Kontext von Abschiebungen. Die Stadt Frankfurt hat 2023 ein Online-Antragsportal eingeführt. Eine Gruppe von 31 Anwält*innen kritisierte in einem offenen Brief das Portal im Sommer 2023 und mahnte unter anderem an, dass viele Menschen mit den Online-Tools aufgrund sprachlicher und technischer Probleme nicht zurechtkommen. Dort heißt es, dass sich mit dem Portal ein "Kontaktvermeidungsmechanismus etabliert [hat], der den Anwenderinnen und Anwendern die Darlegung ihres Anliegens faktisch unmöglich macht". Fehlende Unterlagen können nicht nachgereicht werden. Zudem werden persönliche Daten abgefragt, wie Körpergröße oder Augenfarbe, die für die Bearbeitung irrelevant sind. Der Stellenplan 2023 sah keine zusätzlichen Stellenneuschaffungen für die Ausländerbehörde vor (F 2231/2024). Dies gilt auch für den Doppelhaushalt 2024/2025. Der Stellenbesetzungsgrad beträgt lediglich 81,96 Prozent - also 130,31 besetzte Planstellen. Das bedeutet wiederum, dass knapp 20 Prozent der Stellen einer völlig überlasteten Behörde nicht besetzt sind. Von einer Unterbesetzung bzw. extrem hohen Arbeitsbelastung der Mitarbeitenden ist auszugehen. Um die Arbeitssituation in der Behörde zu verbessern, eine hohe Fluktuation bei den Mitarbeitenden zu vermeiden und schnell Termine vergeben und Anträge bearbeiten zu können, müssen dringend neue Stellen geschaffen und vor allem auch besetzt werden. Allen Frankfurter*innen muss unabhängig von ihrer Herkunft die gleiche Servicequalität zur Verfügung stehen: 15 Minuten in 80 Prozent der Fälle. Unbeantwortete E-Mails müssen dringend bearbeitet werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 29. Mai 2024 brachte Linke diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 3 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 08.07.2024 im Ausschusses für Personal, Sicherheit und Digitalisierung abgelehnt.
11.04 Ordnung und Sicherheit
Ausgaben 2025: 58 Mio € · im Antragsjahr 2024 63 Mio € — preisbereinigt -9 % bis heute
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf3 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, FDP, Linke und BFF gegen CDU, SPD und Die Partei (= Zurückweisung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP und Volt gegen Linke, FRAKTION und BFF BIG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD und Volt gegen Linke, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION (= Annahme)