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Sicherung des Grüne Soße-Kräuter-Anbaus im Stadtgebiet

Vorlagentyp: EGRÜNESPDVolt
2 SitzungenAngenommen

Zusammenfassung

Im vorliegenden Etatantrag wird die Einmalzahlung von 15.000 Euro zur Sicherstellung des Anbaus von Grüne Soße-Kräutern im Frankfurter Stadtgebiet vorgeschlagen. Dies dient dem Schutz der Kräuter vor extremen Wetterbedingungen und der Forschung zu entsprechender Zucht und Vermehrung. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Tradition der Frankfurter Grüne Soße auch in Zeiten des Klimawandels zu bewahren.

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Thema Grünflächen, Wald und Friedhöfe verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Zur nachhaltigen Sicherung des Anbaus von Grüne Soße-Kräutern im Frankfurter Stadtgebiet werden für den Verein "Gartenbauverband Baden-Württemberg-Hessen e.V. (GVBWH)" in den Haushaltsplan 2026 für das Haushaltsjahr 2026 einmalig 15.000,- Euro eingestellt. Die Mittel sollen insbesondere für Maßnahmen zum Schutz vor Schäden durch Extremwetterereignisse sowie zur Erforschung, zur Zucht und zur Vermehrung von gesundheitlich unbedenklichem Saatgut für den "Frankfurter Borretsch" (z.B. Laboranalysen) verwendet werden. Der Magistrat informiert unverzüglich nach Beschluss des Haushaltsplans 2026 in der Stadtverordnetenversammlung die Zuwendungsempfangenden über den Zuwendungsgrund und Zuwendungsbetrag des Etatantrags. Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in dem Haushaltsjahr 2026 erfolgt, hat ein Budgetübertrag zu erfolgen. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig. Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushaltsplans 2026 jährlich zum 30.06. in einer zusammengefassten Übersicht.

Begründung

Die "Frankfurter Grüne Soße" stellt eine identitätsstiftende kulinarische Spezialität Frankfurts dar und ist seit 2016 durch das europäische Gütezeichen "geografisch geschützte Angabe" (g.g.A.) geschützt. Das bedeutet, dass die "Frankfurter Grüne Soße" nur im Rahmen einer bestimmten Kräutermischung, die im geografischen Gebiet von Frankfurt am Main und den umliegenden Städten und Gemeinden angebaut wird, unter diesem Namen verkauft werden darf. Diese Regelung bürgt für die traditionelle Herkunft und Qualität des Produkts. Die für die "Frankfurter Grüne Soße" typischen 7 Kräuter reagieren sehr empfindlich auf extreme Wetterereignisse. Der Anbau der Grüne Soße-Kräuter im Frankfurter Stadtgebiet steht daher durch die im Zuge des Klimawandels immer häufiger und immer stärker auftretenden Extremwetterereignisse (Dürren, Hitzewellen, Starkregen und Hochwasser) vor großen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund sollen die Grüne Soße-Kräuter-Gärtnereien im Stadtgebiet dabei unterstützt werden, sich an die verändernden klimatischen Bedingungen anzupassen. Damit kann der Anbau der Kräuter im Stadtgebiet auch in Zeiten des Klimawandels gesichert werden. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass die EU vor einigen Jahren für bestimmte Kräuter bestimmte "Grenzwerte" für sogenannte Pyrrolizidinalkaloide festgelegt hat. Kräuter die diesen "Grenzwert" überschreiten, dürfen demnach nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Bei den Pyrrolizidinalkaloiden handelt es sich um Inhaltsstoffe, die bei bestimmten Pflanzen aber natürlich ausgebildet werden und auch schon immer vorhanden waren. Bekannte Nutzpflanzen mit diesem Phänomen sind hier besonders die Kamille und der Borretsch, der fester Bestandteil der "Frankfurter Grünen Soße" ist. Ob und wie dieser Richtwert tatsächlich gesundheitlich relevant ist, kann bisher wissenschaftlich nicht seriös eingeschätzt werden, und es gibt unzählige unterschiedliche Pyrrolizidinalkaloide in der Natur. Jede dieser Pyrrolizidinalkaloide kann eine eigene Wirkung entfalten. Wie diese einzelnen PA tatsächlich wirken und welche davon bei bestimmten Pflanzen ausgebildet werden und damit im Falle der Nutzpflanzen wie Kamille und Borretsch für die menschliche Gesundheit tatsächlich relevant sind, ist Aufgabe der zukünftigen Forschung. Die kommerzielle Saatguterzeugung dieser Spezial- und Sonderkulturen wurde zudem nicht nur in Deutschland, sondern mittlerweile in der kompletten EU in den letzten Jahren weitgehend eingestellt. Das Saatgut, von dem die Frankfurter Betriebe abhängig sind, kommt mittlerweile nach Aussage der einschlägigen Saatguthändler aus China. Für die sich den Betrieben stellenden Probleme, gibt es aufgrund dieser Situation auch keine direkten Ansprechpartner in der Saatgutproduktion mehr. In den vergangenen Jahren haben die Frankfurter Grüne Soße Betriebe bereits interessante Laborergebnisse erhalten, die aber in den nächsten Jahren nochmals wissenschaftlich untermauert werden sollen. Bisher wurde diese Forschung komplett vom Berufsstand finanziert. Mittlerweile sind alle verfügbaren Mittel jedoch ausgeschöpft. Gleichzeitig ist Borretsch als gärtnerische Kultur außerhalb von Frankfurt wirtschaftlich nahezu unbedeutend. Mit der finanziellen Unterstützung der Stadt Frankfurt könnte die Finanzierungslücke zur Rettung der "Frankfurter Grüne Soße" durch eine wissenschaftlich begleitete fortlaufende Selektion und Weitervermehrung von "Mutterpflanzen" finanziert werden, die dann allen Frankfurter Betrieben bereitgestellt werden könnten.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

EEtatantrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.

  1. 1Fraktion bringt Etatantrag ein
  2. 2Haushaltsberatungen
  3. 3Plenum beschließt den Haushalt

Der Weg dieser Vorlage

Am 26. Januar 2026 brachten GRÜNE, SPD, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses angenommen.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Haushaltstopf dieses Antrags
Zur Haushaltsanalyse

22.09 Grün- und Freiflächen

Ausgaben 2025: 72 Mio €

Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.

Beratungsverlauf2 Beratungen
Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 42 · 19.02.2026
TO I, TOP 33
Abgelehnt
Die Vorlage E 319 wird bei Stimmengleichheit abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
FDPÖkoLinX-ELF
Ablehnung:
AfDFRAKTIONBFF-BIGGartenpartei
Sonstige:
Grüne (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)CDU (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)SPD (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)Linke (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)Volt (Votum im Haupt- und Finanzausschuss)
Abstimmung im Original

Abstimmung: FDP und ÖkoLinX-ELF gegen AfD und FRAKTION (= Annahme); GRÜNE, CDU, SPD, Linke und Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und Gartenpartei (= Annahme)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 45 · 03.03.2026
TO II, TOP 30
Angenommen
Der Vorlage E 319 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDLinkeBFF-BIGAfDVoltFRAKTION
Ablehnung:
CDUFDPÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, BFF-BIG, AfD, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) sowie FDP und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)

Mitdiskutieren

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