Produktbereich: 10 Wahlen und übergeordnete Angelegenheiten Produktgruppe: 10.04 Gleichberechtigung für Bürgerinnen Sichtbarkeit lesbischer Mädchen* und Frauen* stärken
Zusammenfassung
Der Etatantrag sieht die Bereitstellung von 60.000 Euro für 2024 und 65.000 Euro für 2025 vor, um die Sichtbarkeit lesbischer Mädchen* und Frauen* in Frankfurt zu stärken. Dies geschieht durch Vernetzungs-Festivals und Zeitzeuginnen-Projekte, die die Teilhabe und Anerkennung dieser Gruppen fördern sollen. Ziel ist es, eine dauerhafte Stärkung der Sichtbarkeit und der Gemeinschaft zu erreichen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Für Vernetzungs-Festivals und Zeitzeuginnen-Projekte im Rahmen des Projektes "Lesbisch*.Sichtbar. Frankfurt" unter der Trägerschaft der Queeren Aktion Frankfurt e. V. werden in den Haushaltsplan 2024/25 in das Haushaltsjahr 2024 60.000 Euro und in das Haushaltsjahr 2025 65.000 Euro eingestellt.
Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in den Haushaltsjahren 2024/2025 erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für a ndere Zwecke ist nicht zulässig.
Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2024/2025 regelmäßig halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht.
Begründung
Das Projekt "Lesbisch*.Sichtbar.Frankfurt" unter der Trägerschaft der Queeren Aktion Frankfurt e.V. entwickelt im Austausch mit der LSBTIQ-Community, in Kooperationen und mit Expert*innen Maßnahmen und Strategien für mehr lesbische Sichtbarkeit(en) im Sinne von mehr Teilhabe, Anerkennung, Wertschätzung, Selbstrepräsentanz und Sicherheit. Die Strukturgebundenheit des Themas "Lesbische Sichtbarkeit" wird mitgedacht, denn der Status Quo lesbischer Sichtbarkeiten ist Ergebnis vielschichtiger struktureller Teilhabehürden und -ausschlüsse. Zudem ist die Zielgruppe "Lesbische Mädchen* und Frauen*" keine homogene Gruppe, die allein in der Schnittmenge der beiden Kategorien "Mädchen/Frau" und "homosexuell" Benachteiligungen erfährt - lesbische Mädchen* und Frauen* sind auch von anderen Teilhabehürden betroffen, die intersektionale Perspektive ist deshalb wichtig. Kein Mensch ist wirklich unsichtbar, Menschen und ihre Lebensweise werden gewollt oder ungewollt "übersehen". Oder sie sind nicht in der Lage, sich in der Gesellschaft oder ihrem Lebensumfeld zu zeigen, weil sie Diskriminierung oder Gewalt befürchten müssen. Eine positive Sichtbarkeit ist jedoch die Grundlage für gesellschaftliche Anerkennung, die Berücksichtigung in der Gesetzgebung, in der medizinischen und sozialen Versorgung, am Arbeitsplatz oder in der Schule. Sichtbarkeit ist notwendig, um die eigenen Interessen produktiv formulieren und vertreten zu können. Das Vorhandensein von Vorbildern und Role-Models ist wichtig, wie auch Möglichkeiten, Gleichgesinnte zu treffen und Räume und Strukturen zu finden, die lesbische Identitäten nicht in Frage stellen, sondern anerkennen und stärken. Die mit diesem Etatantrag geförderten Teilprojekte sind als Startschuss für die dauerhafte Stärkung der Sichtbarkeit lesbischer Mädchen* und Frauen* in Frankfurt zu verstehen: Teilprojekt Lesbisches* Festival Es gibt einzelne Angebote für lesbische Mädchen* und Frauen* in Frankfurt, diese arbeiten jedoch relativ getrennt voneinander. Ein Festival unter Beteiligung aller soll die Vernetzung und Bündelung der Kräfte ermöglichen. Museen und Kulturstätten veranstalten bereit jetzt Ausstellungen und Events, die sich mit weiblicher, queerer und lesbischer Identität auseinandersetzen oder diese repräsentieren. Das Festival kann sich also aus der Zusammenarbeit bereits vorhandener Angebote zusammenstellen, die in einer gemeinsamen Kampagne beworben und miteinander abgestimmt werden können. Um die Vernetzung der einzelnen Institutionen und Initiativen und Einzelpersonen zu gestalten und eigene Formate zum Community-Building aufzusetzen, die sich an lesbische Mädchen* und Frauen* richten, soll dafür temporär ein Festivalzentrum entstehen in einem leerstehenden Gebäude in der Innenstadt. Teilprojekt Zeitzeuginnen Bisher unsichtbare Geschichten und Biografien von lesbischen Frauen* sollen sichtbar gemacht werden und den Kanon der Stadtgeschichte erweitern - in Kooperation zum Beispiel mit dem Historischen Museum. In Zusammenarbeit mit dem Cornelia Goethe Centrum oder der FUAS kann ein Fragebogen entwickelt werden, der lesbische Biografien, spezifische Diskriminierungen, politische wie private Kämpfe und Erfolge abfragt und als Datenpool sammelt. Er kann auch in Form von Interviews oder Selbstzeugnissen im Video-Studio des Festivals aufgezeichnet werden, als Beginn eines Videoarchivs. Zusätzlich dazu wäre - zum Beispiel in Kooperation mit dem LIBS - die Entwicklung eines interaktiven Begegnungsformates, beispielsweise eines generationenübergreifenden Erzählcafés, ein Format für einen intergenerationalen Austausch. Die unterschiedlichen Generationen von Lesben* finden wenige Möglichkeiten für Begegnung und Austausch. Ziel ist Wissenstransfer, gegenseitiges Empowerment, Identifikation miteinander, Solidarität, Verringerung von Gefühlen der Einsamkeit und Vulnerabilität, Communitybuilding, Teilnahme statt Rückzug. Der Austausch kann gleichzeitig die erlittenen Diskriminierungen, wie auch die politischen Kämpfe und Erfolge, die bisher nahezu unbekannt und nicht im geschichtlichen Bewusstsein der Bevölkerung und der queeren Community vorhanden sind, sichtbar machen und aufarbeiten.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 6. Juni 2024 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 04.07.2024 im Ausschusses für Diversität, Zusammenhalt, Beteiligung und Europa angenommen.
10.04 Gleichberechtigung für Bürgerinnen
Ausgaben 2025: 6 Mio € · im Antragsjahr 2024 6 Mio € — preisbereinigt +1 % bis heute
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) sowie AfD und BFF-BIG (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) und BFF-BIG (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF (= Annahme)