Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes TAMARA - professionelle Beratung und Begleitung für Sexarbeiter*innen
Zusammenfassung
Der Etatantrag fordert die Bereitstellung von 72.000 Euro für die Anlaufstelle TAMARA, die seit 30 Jahren Sexarbeiter*innen in Frankfurt unterstützt. Aufgrund von Einsparzwängen im Diakonischen Werk sind die bisherigen Mittel nicht mehr verfügbar. Durch diese Finanzierung soll die gesellschaftliche Diskriminierung von Sexarbeiter*innen gemindert und ihnen eine Perspektive für die Zukunft ermöglicht werden.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Für Personal- und Sachkosten in der Anlaufstelle TAMARA, Beratung und Hilfen für Sexarbeiter*innen, werden in den Haushaltsplan 2026 für das Haushaltsjahr 2026 72.000,- Euro eingestellt. Der Magistrat informiert unverzüglich nach Beschluss des Haushaltsplans 2026 in der Stadtverordnetenversammlung die Zuwendungsempfangenden über den Zuwendungsgrund und Zuwendungsbetrag des Etatantrags. Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in dem Haushaltsjahr 2026 erfolgt, hat ein Budgetübertrag zu erfolgen. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig. Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushaltsplans 2026 jährlich zum 30.06. in einer zusammengefassten Übersicht.
Begründung
Die Anlaufstelle TAMARA berät und begleitet seit 30 Jahren Sexarbeiter*innen in Frankfurt. Sie wird in gemeinsamer Trägerschaft des Diakonischen Werkes Frankfurt und der Inneren Mission Frankfurt geführt. Das Diakonische Werk gewährleistete seit Jahrzehnten die Finanzierung einer 0,9 VZÄ-Stelle mit Eigenmitteln. Diese stehen nicht mehr zur Verfügung aufgrund der Einsparzwänge im Diakonischen Werk. Sexarbeiter*innen werden noch immer gesellschaftlich ausgegrenzt und diskriminiert. Es gibt keine andere Berufsgruppe, die allein aufgrund der von ihr ausgeübten Tätigkeit so viel gesellschaftliche Missbilligung und daraus resultierende soziale Konsequenzen erfährt. Ansehen, Achtung, Wertschätzung ziehen viele Menschen aus ihrem Beruf - bei Sexarbeiter*innen ist das zumeist nicht so. Sexarbeit kann zudem mit Ausbeutung, Gewalt und Rechtlosigkeit verbunden sein. Tamara, Beratung und Hilfe für Prostituierte, setzt sich dafür ein, das zu ändern. Ziel von TAMARA ist es, durch individuelle Beratung Sexarbeiter*innen zu unterstützen, mit ihnen berufliche und private Perspektiven zu entwickeln, der gesellschaftlichen Diskriminierung entgegenzuwirken und die Öffentlichkeit für das Thema Prostitution zu sensibilisieren. Die Beratungsangebote sind kostenlos und vertraulich und stehen auch online zur Verfügung. Achtung statt Ächtung ist das Motto der Einrichtung. Die Sozialarbeiterinnen von TAMARA unterstützen Sexarbeiter*innen auch beim Ausstieg - bei der Suche nach einer anderen Arbeit, Ausbildung oder Qualifizierung. Sie helfen ihnen, eine Unterkunft zu finden, ihre Schulden zu regulieren und finanzielle Hilfen zu beantragen. Inzwischen gibt es, als Reaktion auf aktuelle Entwicklungen, auch eine Sprechstunde für Frauen aus Rumänien - Consultanta in limba Romana.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 26. Januar 2026 brachten GRÜNE, SPD, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses angenommen.
18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes
Ausgaben 2025: 1.452 Mio €
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: FDP und AfD; GRÜNE, CDU, SPD, Linke und Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und FRAKTION (= Annahme) ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, BFF-BIG, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) sowie FDP und AfD (= Ablehnung)