Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Schutz vor "Spiking"
Zusammenfassung
Es wird vorgeschlagen, ein Projekt zum Schutz vor "Spiking" in Frankfurt zu fördern, um betroffenen Personen Unterstützung zu bieten. Ziel ist es, eine Anlaufstelle zu schaffen, die geschultes Personal bereitstellt und Netzwerke mit Polizei und Gesundheitseinrichtungen aufbaut, um Betroffene zu unterstützen und mögliche Täter zu entmutigen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Für ein Projekt zum Schutz vor "Spiking" und Unterstützung von betroffenen Personen werden für BASIS - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V. in den Haushaltsplan 2026 für das Haushaltsjahr 2026 zusätzlich 20.000 Euro eingestellt.
Begründung
In den letzten Jahren nehmen die Fälle von "Spiking", also der ungewollten und unbewussten Verabreichung von psychoaktiven Substanzen an Personen zum Zweck, diese sexuell zu missbrauchen oder zu berauben zu. Gemeinhin werde diese Stoffe als KO-Tropfen bezeichnet, da dies aber missverständlich ist, hat sich der Begriff Spiking durchgesetzt. Der Fall Pelicot aus Frankreich hat in diesem Zusammenhang in seiner Extremität hohe Schlagzeilen entwickelt, aber in den meisten Fällen handelt es sich bei den Tätern um nahestehende Personen.
Basis -Beratung, Arbeit, Jugend und Kultur e.V. wird in seinen Projekten Safe Party People und Nachtgestalte, bei denen es um Konsum psychoaktiver Substanzen im Nachtleben oder auch allgemeinen Themen wie Awareness geht, immer häufiger auf diesen Umstand angesprochen. Es ist an den Ständen im Nachtleben mit eins der meistdiskutierten Themen im Moment.
Für Betroffene ergibt sich häufig eine sehr belastende Situation. Zusätzlich zu Scham und Unsicherheit und Angst werden Sie auch von Stellen im Gesundheitswesen oder der Polizei in manchen Fällen nicht immer ernst genommen. Bei Verdacht, dass ihr Getränk mit etwas versetzt wurde, gibt es keine wirklichen Möglichkeiten dies zu überprüfen. Gerade weil die Täter häufig aus dem persönlichen Umfeld kommen, wird einem entsprechenden Verdacht nicht konsequent nachgegangen oder sogar bei der Polizei Anzeige erstattet.
Mögliche Täter müssen nahezu keine Angst haben wirklich erwischt zu werden, da der Nachweis Tage nach der Tat oft sehr schwierig zu belegen ist und es für Betroffene abseits polizeilicher Ermittlungen keine Möglichkeit gibt, Getränke auf Spiking Substanzen untersuchen zu lassen.
Mit diesem Projekt soll Menschen aus Frankfurt, die Angst haben von Spiking betroffen gewesen zu sein eine anfangs anonyme Anlaufstelle bieten, in der geschultes Personal die Probleme der Menschen ernst nimmt und diese auf dem weiteren Weg begleitet. Dazu sollen Netzwerke zur Polizei und zu Krankenhäusern aufgebaut werden, durch diese sichergestellt wird, dass betroffene Personen sachkundig durch entsprechende Ansprechpartner*innen betreut werden. Bei diesen Terminen können auf Wunsch die betroffenen Menschen auch durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter von Basis begleitet werden.
Zusätzlich können Menschen auch Getränke, bei denen der Verdacht besteht, das jemand etwas hinzugefügt hat, anonym in das Labor von Basis abgeben werden. Basis untersucht die Probe auf entsprechende Substanzen und gibt das Ergebnis, eingebettet in einem Beratungsgespräch zusammen mit pädagogischem Fachpersonal, den Personen weiter und beraten Sie, welche weiteren Schritte nun möglich sind.
Dadurch entsteht erstmals auch für Täter die Gefahr, dass Substanzen zweifelsfrei identifiziert werden können und sie Angst haben müssen, dass ihre Taten auffallen. Allein die Möglichkeit der Analyse könnte schon mögliche Täter davon abhalten Spiking durchzuführen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 26. Januar 2026 brachten GRÜNE, SPD, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses angenommen.
18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes
Ausgaben 2025: 1.452 Mio €
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: FDP und AfD; GRÜNE, CDU, SPD, Linke und Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und FRAKTION (= Annahme) ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, BFF-BIG, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) sowie FDP und AfD (= Ablehnung)