Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Istanbul-Konvention umsetzen (2) - Gewaltprävention und Empowerment…
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Produktbereich: 18 Soziales Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Istanbul-Konvention umsetzen (2) - Gewaltprävention und Empowerment durch geschlechterreflektierende Jungenarbeit
Zusammenfassung
Der Antrag schlägt die Förderung eines Projektes zur Gewaltprävention und Genderbewusstsein unter jungen Männern vor. Das Projekt basiert auf den Prinzipien der Istanbul-Konvention und zielt darauf ab, patriarchale Strukturen zu reflektieren sowie Gleichberechtigung zu fördern. Mit einem Budget von 70.000 Euro sollen 2026 entsprechende Maßnahmen umgesetzt werden.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Für die weitere Umsetzung und Erprobung des partizipativen, gewaltpräventiven, Geschlechterrollen reflektierenden und Gleichberechtigungs fördernden Projektes für junge Männer in Adaption des HeRoes-Konzeptes, werden in den Haushaltsplan 2026 für das Haushaltsjahr 2026 70.000,- Euro eingestellt. Der Magistrat informiert unverzüglich nach Beschluss des Haushaltsplans 2026 in der Stadtverordnetenversammlung die Zuwendungsempfangenden über den Zuwendungsgrund und Zuwendungsbetrag des Etatantrags. Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig in dem Haushaltsjahr 2026 erfolgt, hat ein Budgetübertrag zu erfolgen. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig. Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushaltsplans 2026 jährlich zum 30.06. in einer zusammengefassten Übersicht.
Begründung
Artikel 12 der Istanbul-Konvention verlangt in Abs. 4. von allen staatlichen Stellen: "die erforderlichen Maßnahmen (zu treffen), um alle Mitglieder der Gesellschaft, insbesondere Männer und Jungen, zur aktiven Beteiligung an der Verhütung aller in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallenden Formen von Gewalt zu ermutigen" und in Abs. 5.: "(sicherzustellen), dass Kultur, Bräuche, Religion, Tradition oder die sogenannte `Ehre` nicht als Rechtfertigung für in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende Gewalttaten angesehen werden."
Der Femizid an der Deutschkurdin Hatun Sürücü löste 2005 eine bundesweite Debatte über traditionell-patriarchale Ehrbegriffe und die damit einhergehende Unterdrückung von Mädchen und Frauen, über Zwangsehen und andere Gewalt legitimierende Aspekte von Traditionen und Religionen aus und über den Druck auf junge Männer, die eine bestimmte männliche Rolle erfüllen sollen, die sie selbst problematisch finden. Das Projekt "HeRoes - gegen Unterdrückung im Namen der Ehre, für Gleichberechtigung" wurde in diesem Zusammenhang gegründet. HeRoes richtet sich an junge Männer im Alter von 16-21 Jahren mit (post-)migrantischem Hintergrund. Es will sie bewegen, patriarchale Strukturen in der Gesellschaft und ihrem persönlichen Umfeld zu reflektieren. In Workshops werden tabuisierte Themen wie geschlechtsspezifische Unterdrückung, Homophobie, Extremismus, Rassismus diskutiert und alternative Sichtweisen angeboten, die auf den Werten unserer demokratischen Grundordnung basieren. Die jungen Männer werden motiviert, ihr in einem reflexiven Prozess erarbeitetes, aufgeklärtes, demokratisches, auf interkultureller Akzeptanz und auf Menschenrechten basierendes Menschenbild, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, in ihr soziales Umfeld zu tragen und dort auch gegen extremistische Sichtweisen Stellung zu beziehen. Einem "Peer-to-Peer"-Ansatz folgend, können die jungen Männer sich im Anschluss als "HeRoes" zertifizieren lassen, um als Multiplikatoren in Schulen und Jugendeinrichtungen Gleichaltrige beraten und stärken zu können. Im Rahmen des "Mädchenbeirates" ergänzen junge Frauen die Projektarbeit um ihre Perspektiven.
In dem vom DRK Kreisverband Offenbach umgesetzten Projekt "HeRoes" wurden über 260 Workshops durchgeführt, mit denen 6600 Jugendliche erreicht wurden. Dem Projekt wurde 2021 für seine Arbeit der Hessische Präventionspreis verliehen. Mit der DRK Sozialdienste FFM gGmbH konnte in 2023 auch für Frankfurt ein geeigneter Träger zur Umsetzung und Erprobung des Konzeptes gewonnen werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 26. Januar 2026 brachten GRÜNE, SPD, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses angenommen.
18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes
Ausgaben 2025: 1.452 Mio €
Der Topf steht im Titel des Antrags. Er zeigt, worüber verhandelt wird — nicht, was der Antrag selbst kostet.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: FDP und AfD; GRÜNE, CDU, SPD, Linke und Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG und ÖkoLinX-ELF (= Ablehnung) FRAKTION (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, Linke, Volt, ÖkoLinX-ELF und FRAKTION gegen CDU, FDP, BFF-BIG und AfD (= Ablehnung)