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Förderung von Selbstverteidigungskursen für Mädchen in Grundschulen

Vorlagentyp: EGRÜNESPDFDPVolt
1 SitzungAngenommen

Zusammenfassung

Der Antrag sieht die Förderung von Selbstverteidigungskursen für Mädchen in Grundschulen vor, um deren Sicherheit und Selbstbewusstsein zu stärken. Dies ist notwendig, da viele Mädchen keinen Zugang zu bestehenden Angeboten haben und die Nachfrage nach solchen Kursen stetig steigt.

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Thema Sport, Freizeit und Bäder verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

In den Haushaltsplan 2024/2025 werden für den Verein "Frauen in Bewegung e. V." in das Haushaltsjahr 2024 50.000 Euro und in das Haushaltsjahr 2025 50.000 Euro eingestellt, um projektgebunden die Arbeit im Bereich Empowerment-, Selbstverteidigungs- und Kampfkunsttraining für Mädchen im Grundschulalter aufrechtzuerhalten und auszubauen. Die Kurse laufen unter dem Titel "Sicher, Stark, Selbstbewusst" und beinhalten einen vorbereitenden Elternabend sowie einen zweitägigen Kurs für die Mädchen.

Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig im laufenden Haushaltsjahr erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.

Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2024/2025 regelmäßig halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht.

Begründung

Die von der Stadt Frankfurt veranstalteten oder geförderten Sportveranstaltungen sind für alle Sportinteressierten offen. In Frankfurt lebende Personen sind eingeladen, am Sportleben in dieser Stadt aktiv teilzunehmen. Im Alltag ist jedoch zu beobachten, dass viele Sportarten und Vereine sehr traditionell und oftmals noch von klaren Geschlechterzuordnungen geprägt sind. Dies galt und gilt auch im Bereich des Kampfsportes, der Selbstverteidigung und der Gewaltprävention. Aus diesem Grund wurde 1985 einer der ersten Gewaltpräventionskurse für Mädchen und Frauen angeboten. Diese Kurse werden seither von sehr vielen Mädchen und Frauen besucht und erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Da aber nicht alle Mädchen den Zugang zu den Vereinen finden und auch nicht alle Eltern über das Wissen dieser Angebote und die finanziellen Mittel verfügen, müssen die Kurse zu den Mädchen kommen. Gerade Mädchen, die immer wieder in bedrohliche und potentiell gefährliche Situationen geraten, sollten daher frühzeitig Strategien und Techniken erlernen, um bedrohliche Situationen zu erkennen und sich wehren zu können. Im Hinblick auf die Umsetzung der Istanbul-Konvention, die als zentrale Vorgabe den Ausbau von Präventionsangeboten hat, um geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen, wird immer wieder deutlich, dass, Selbstverteidigung, Selbstbehauptung, Selbstbestimmung, und Empowerment prioritäre Themen sind. Unter dem Motto "Sicher, Stark, Selbstbewusst" fanden daher mit Trainerinnen von "Frauen in Bewegung" seit 2020 auch an mehreren Grundschulen Gewaltpräventionskurse für Mädchen statt. Allein 2023 fanden im ersten Halbjahr 38 Gewaltpräventionskurse statt. Die Anfragen der Schulen sind enorm gestiegen. Mit insgesamt 58 Empowerment Kursen und 28 Gewaltpräventionskursen an 10 Grundschulen wurden sehr viele Mädchen erreicht. Der Bedarf steigt jedoch weiter und die Anfrage nach den wöchentlichen Empowermentkursen steigt laut Frauen in Bewegung. Laut Bundesfrauenministerin Lisa Paus erleiden jede Stunde durchschnittlich 13 Frauen Gewalt in der Partnerschaft. Beinahe jeden Tag versucht ein Partner oder Expartner eine Frau zu töten. Fast jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch ihren derzeitigen oder vorherigen Partner. Die WHO geht davon aus, dass in Deutschland ca. 1 Million Kinder sexualisierte Gewalt erleben oder erlebt haben. Das sind pro Schulklasse ein bis zwei Kinder. Umso wichtiger sind die Präventionsprogramme von "Frauen in Bewegung Kampfkunst und Bewegung e. V.", die das Ziel haben, Frauen und Mädchen zu stärken und sie zu befähigen, sich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt zu wehren. Dieses Programm muss daher dringend weiter aufgelegt bzw. erhalten und ausgebaut werden und mit geeigneten Trägern an möglichst vielen Grundschulen in Frankfurt angeboten werden.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

EEtatantrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.

  1. 1Fraktion bringt Etatantrag ein
  2. 2Haushaltsberatungen
  3. 3Plenum beschließt den Haushalt

Der Weg dieser Vorlage

Am 6. Juni 2024 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 04.07.2024 im Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport angenommen.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport
Sitzung 28 · 04.07.2024
TO I, TOP 59
Angenommen
Der Vorlage E 184 wird in der vorgelegten Fassung zugestimmt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneSPDFDPLinkeVoltBFF-BIGÖkoLinX-ELFFRAKTION
Ablehnung:
CDUAfD
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, Linke, Volt und BFF-BIG gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme)

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