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Frankfurter Erklärung - gemeinsam gegen Gewalt im Fußball

Vorlagentyp: B
34 Wochen bis zur Antwort2 Stationen im Verfahren1 Sitzung

Zusammenfassung

Der Bericht beschreibt die Maßnahmen zur Gewaltprävention im Fußball in Frankfurt am Main, die durch einen Runden Tisch initiiert wurden. Ziel ist es, bestehende Angebote zu vernetzen und neue präventive Maßnahmen zu entwickeln, um Gewalt im Sport zu reduzieren und Toleranz zu fördern.

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Thema Sport, Freizeit und Bäder verfolgen

Bericht

Seit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der verschiedene Anträge aus den Fraktionen zu dem Oberthema "Gewalt im Sport" beinhaltet hat, wurde beispielsweise Ende Juni 2023 ein "Runder Tisch" unter Federführung des Sportkreis Frankfurt initiiert. An der Veranstaltung haben über 40 Personen, darunter Vereinsvorstände, Schiedsrichter, Vertreter:innen von Fachverbänden, der Sportjugend Frankfurt sowie weiteren Einrichtungen des Landes Hessen und der Stadt, wie beispielsweise der Präventionsrat und das Sportamt, und der Sozialstiftung des Hessischen Fußballs teilgenommen. Die Einberufung des "Runden Tisches" erfolgte unter Berücksichtigung folgender Ziele:

  1. Vernetzung bestehender Angebote und Projekte
  2. Verständigung über sinnvolle, präventive Richtlinien
  3. Entwicklung zusätzlicher, aktuell umsetzbarer Maßnahmen und Aktionen

Eine Vereinbarung aus dem Treffen heraus war, die Frankfurter Erklärung, die bereits in 2013 auf den Weg gebracht wurde und von allen Frankfurter Vereinen mit Fußballabteilung unterzeichnet wurde, zu aktualisieren. Die Umsetzung hierzu ist bereits erfolgt. Die aktualisierte Fassung ist online unter www.sportamt.frankfurt.de abrufbar, außerdem wurde sie allen Frankfurter Fußballvereinen per E-Mail zugesendet sowie plakativ gemeinsam mit der aktuell gültigen Sportanlagenordnung auf allen städtischen Sportanlagen ausgehängt.

Mit Beschluss der Stadtv.-Vers. vom 20.07.2023, § 3563 (E 126) "Trainer:innenausbildung stärken", wurde ein Förderprogramm auf den Weg gebracht, mit dem ebenfalls eine Anregung aus dem "Runden Tisch" heraus, nämlich weitere Sportfördermittel in entsprechende Trainerausbildung einzusetzen, umgesetzt wird. Die Ausschreibung für das Sonderprogramm ist zwischenzeitlich seitens des Sportkreises an alle Frankfurter Turn- und Sportvereine erfolgt.

Darüber hinaus pflegt der Magistrat gemeinsam mit dem Sportkreis einen intensiven Austausch u.a. mit Vertreter:innen des Hessischen Fußballverbandes und der verbandszugehörigen Sozialstiftung. Der Hessische Fußballverband verfügt über sehr gute und etablierte Instrumente, um sowohl präventiv als auch in der Intervention dem Thema Gewalt mit seinen unterschiedlichen Facetten und Ausprägungen zu begegnen.

So wird beispielsweise die Verbandsaufsicht im Rahmen risikobehafteter Spiele eingesetzt. Sie kann sowohl von Vereinsseite als auch über das Sportgericht des Verbandes angefragt und beauftragt werden. Bei Störungen oder Attacken, unabhängig ob verbal oder nonverbal, ist die Verbandsaufsicht befugt, Maßnahmen und Sanktionen zu erlassen. Sie gilt als neutraler Zeuge im Rahmen der Sportgerichtsbarkeit. Der Hessische Fußballverband beabsichtigt die Verbandsaufsicht qualitativ und quantitativ aufzuwerten, um Prävention und Intervention auf den Fußballplätzen besser gewährleisten zu können. Darüber hinaus werden seitens des Hess. Fußballverbandes sog. Konfliktmanager:nnen ausgebildet, die präventiv zu den Themen Gewalt und Diskriminierung mit den Frankfurter und Hessischen Fußballvereinen arbeiten. Durch Beschluss der Stadtv.-Vers. vom 20.07.2023, § 3563 (E 126), ist es nun möglich, die Ausbildung für Interessierte, aus den Frankfurter Fußballvereinen anteilig zu bezuschussen.

Darüber hinaus werden aus Mitteln der Sportförderung Mediationen des HFV in Frankfurter Fußballvereinen seit vielen Jahren finanziell unterstützt. Das Sportamt hat gegenüber dem HFV Bereitschaft signalisiert, die langjährige Kooperation auch zukünftig fortzuführen und bei Bedarf auszubauen.

Als wichtige Projekte für Toleranz, Gewaltfreiheit und Kreativität werden sowohl die Fanprojekte von Eintracht Frankfurt als auch in Bezug auf den FSV mit 80.000 Euro aus Sportfördermitteln unterstützt. Mit diesen Angeboten sollen positive Kommunikations- und Verhaltensstrukturen in der Fanszene verstetigt werden.

In 2024 findet die Fußball-Europameisterschaft statt, fünf Spiele werden auch in Frankfurt ausgetragen. In Vorbereitung auf die EURO 2024 weitet der HFV seine Kampagne Fair Play Hessen aus. Ziel der Kampagne ist es, zu einer friedlichen Euro 2024 im Geiste von Vielfalt und Fair Play beizutragen. Das seit mittlerweile 20 Jahren nachhaltig gewachsene Netzwerk setzte bereits bei der Herren-WM 2006 und der Frauen-WM 2011 starke Zeichen gegen Rassismus, Antisemitismus und Gewalt. Die zahlreichen hessenweiten Netzwerkpartner setzen vor Ort eine Fülle von Maßnahmen um. Diese sollen bei der Euro 2024 in Frankfurt unter Einbindung von hunderten von Kindern und Jugendlichen in einem "Fair Play Village" präsentiert werden. Dazu gehören u.a.

■ Straßenfußball für Toleranz mit der Sportjugend Hessen

■ Flagge zeigen für Fair Play

■ Demokratie-Cafes

■ Nein! Zu Diskriminierung und Gewalt

■ Vereinsmaßnahmen zum Kindeswohl

■ Konfliktmanagement

Im Rahmen der Euro 2024 sowie an den Spieltagen werden unter Federführung der Sportjugend Frankfurt sog. Fan-Botschaften und Fan-Meetingpoints an zentraler Stelle eingerichtet.

Das Thema Gewalt im Sport ist komplex und vielschichtig. Nach der Erfahrung des Magistrats tritt es häufig im Kontext Fußball auf. Dennoch ist es wichtig, Sportarten hier nicht zu stigmatisieren. Der Magistrat wird weiterhin kontinuierlich in Abstimmung mit den entsprechenden Verbänden und Institutionen an diesem Thema arbeiten und dafür Sorge tragen, dass finanzielle Mittel zur Umsetzung von Projekten zur Gewaltprävention, für Toleranz und Fair Play bereitgestellt werden.

Die Teilnehmer:innen.des eingangs erwähnten Runden Tisches werden weiterhin unter der Federführung des Sportkreises regelmäßig tagen und bei Bedarf aktuelle Erkenntnisse zur Gewaltprävention aufnehmen. Ebenso wird der Einsatz von Interventionsteams in Abstimmung mit den Sportverbänden situativ geprüft.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Verfahrensverlauf

Vom Antrag bis zur Antwort — jeder Schritt anklickbar.

  1. 14. Juni 2023NRNR 687Frankfurter Erklärung - Gemeinsam gegen Gewalt im FußballSTVV-Antrag · GRÜNE, SPD, FDP, Volt
  2. 5. Februar 2024Sie sind hierAntwort des Magistrats · nach 34 Wochen
    BB 57Frankfurter Erklärung - gemeinsam gegen Gewalt im Fußball
    Magistratsbericht

Wie wir den Verfahrensweg aus den PARLIS-Daten rekonstruieren:im Blog erklärt.

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis
Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Kultur, Wissenschaft und Sport
Sitzung 25 · 14.03.2024
TO I, TOP 6
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 57 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPLinkeAfDVoltÖkoLinX-ELF
Sonstige:
FRAKTION (Kenntnis)BFF-BIG (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt und ÖkoLinX-ELF Sonstige Voten/Protokollerklärung: FRAKTION und BFF-BIG (= Kenntnis)

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