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Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht

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Inhalt

Bericht des Magistrats vom 15.06.2009, B 508

Betreff:

Wirtschaftsstandort Frankfurt - Jahresbericht

Vorgang:

Beschl. d. Stv.-V. vom 27.01.2005, § 8617

- NR 1663 GRÜNE, l. B 172/08 -

Vorbemerkung: Mit Bericht des Magistrats vom 11.04.2008, B 172, wurde angekündigt, dass ab 2009 die jährliche Berichtspflicht des Magistrats gemäß Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 27.01.2005, § 8617, durch einen Jahreswirtschaftsbericht erfüllt wird.

Die Stadt Frankfurt am Main hat sich als dynamischer Wirtschaftsstandort im internationalen Städtewettbewerb kontinuierlich im vorderen Bereich etabliert. Nationale und Internationale Rankings bescheinigen der Mainmetropole seit mehreren Jahren eine hohe Anziehungskraft und wirtschaftliche Stärke. So hat beispielsweise im Mai letzten Jahres das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut HWWI die ökonomischen Aktivitäten in den 30 größten deutschen Städten untersucht und Frankfurt am Main auf Platz 1 gesetzt. Frankfurt am Main punktet hier bei den Standortfaktoren Demografie, Bildung, Innovationsfähigkeit, Internationalität und Erreichbarkeit. Auch in der renommierten Mercer-Studie behauptet Frankfurt im vergangenen Jahr im weltweiten Ranking seinen 7. Platz. Untersucht wurden 215 Städte anhand von 39 Kriterien. Frankfurt liegt dabei vor seinen europäischen Konkurrenzstädten London (Platz 38), Paris (Platz 32, Amsterdam (Platz 13) und Brüssel (Platz 14). Auch bei den nationalen Konkurrenzstädten schneidet Frankfurt sehr gut ab: Düsseldorf liegt vor Frankfurt (Platz 5), München auf dem gleichen Platz (Platz 7), Berlin auf Platz 16 und Hamburg auf Platz 27.

Diese Rankings liefern besonders für international agierende Unternehmen eine wichtige Entscheidungsgrundlage und setzen oft einen ersten Impuls, um sich bei Fragen der Ansiedelung näher mit dem jeweiligen Standort zu beschäftigen. Zweifelsohne sind folgende Faktoren für ansiedelungswillige Unternehmen von existenzieller Bedeutung:

- Lage und Infrastruktur des Standortes;

- die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen;

- der Arbeitskräftemarkt am Standort;

- die Lebensqualität als Umzugsanreiz für angestammte Mitarbeiter.

Für einen fundierten Einblick in die Wirtschaftsmetropole Frankfurt am Main steht nun ein neues Statistisches Zahlenwerk zur Verfügung. Erstmalig wurde ein Statistischer Bericht eigens zum Thema Wirtschaft erstellt, der anhand verschiedener Parameter die wirtschaftliche Stärke des Standortes Frankfurt mit konkreten Zahlen belegt. Auf der Basis des Datenmaterials aus dem Jahre 2007 wurden wirtschaftliche Eckdaten wie die Wirtschaftsentwicklung der letzten zehn Jahre, die Wirtschaftsstruktur als Ergebnis von Wertschöpfung und Erwerbstätigkeit, Betriebsgründungen, -schließungen und Unternehmensinsolvenzen, die Entwicklung des Arbeitsmarktes für den Standort Frankfurt am Main aufgezeigt, und der Arbeitsmarkt in Frankfurt analysiert. Darüber hinaus wurden statistisch untermauerte Aussagen zur Innovationsfähigkeit des Standortes und zu Schlüsselbranchen getroffen.

Der Statistische Bericht zum Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main bestätigt in seinen Kernaussagen, dass Frankfurt am Main über eine hohe Innovationsfähigkeit verfügt. Im deutschlandweiten Städtevergleich sind in Frankfurt am Main im engeren Bereich 2,1% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Bereich Forschung und Entwicklung tätig, und damit liegt Frankfurt hinter Dresden auf Platz 2; deutschlandweit liegt dieser Prozentsatz bei 0,6%. (In einer weiteren Abgrenzung kommen rund 200.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in den wissensintensiven Bereichen hinzu, das sind 43,2% aller Beschäftigten in Frankfurt am Main).

Und auch beim Bildungsgrad der Arbeitskräfte liegt Frankfurt am Main vorn: mit einem Anteil von 13,8% Abiturienten unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten führt Frankfurt im nationalen Städteranking der größten 14 Städte. Mit einem Anteil von 17,5 % bei den Fachholschulabschlüssen liegt Frankfurt darüber hinaus deutlich über dem Städtedurchschnitt von 15,3 %.

Ein wesentlicher Antriebsmotor für das Wirtschaftswachstum ist die Innovationskraft. Um auf internationalen Märkten bestehen zu können, sind Spitzentechnologien und hochqualifizierte Fachkräfte - kombiniert mit der Fähigkeit, marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu kreieren - wichtige Voraussetzungen für den Wettbewerbserfolg. Die durch den aktuellen Statistischen Bericht näher beleuchteten Arbeitsmarktkennzahlen zeigen, dass Frankfurt am Main über ein starkes Innovationspotenzial verfügt und für eine prosperierende Weiterentwicklung des Wirtschaftsraumes Frankfurt gut aufgestellt ist.

Schlüsselbranchen für Frankfurt sind nach wie vor die beschäftigungsintensiven und traditionellen Schwerpunktbranchen, wie der Finanz- und der Verkehrssektor. Der Informations- und Telekommunikationssektor hat sich im Vergleich zur Gesamtwirtschaft sehr dynamisch entwickelt, ebenso die Kultur- und Kreativwirtschaft und der Bereich Biotechnologie, Medizin und Optik.

Von einem soliden wirtschaftlichen Fundament profitieren alle: die Bürgerinnen und Bürger der Stadt, ihre Unternehmen und die Stadt selbst. Eine effektive Wirtschaftspolitik sichert die kommunalen Finanzen und liefert damit die Grundlage für Maßnahmen der städtischen Sozialpolitik, Personalpolitik, Bildungsmaßnahmen, Stadtplanung und Kinderbetreuung. Deshalb ist es oberste Maxime wirtschaftspolitischen Handelns, die Voraussetzungen für eine breit aufgestellte Wirtschaft zu schaffen und mit einer guten Standortpolitik in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zu einer konsequenten Erhöhung die Lebensqualität beizutragen. Gerade bei Neuansiedelungswünschen von Unternehmen sind das Angebot entsprechender Infrastruktur, aber auch das Vorhandensein qualifizierter Arbeitskräfte maßgebliche Entscheidungsfaktoren. Insofern spielt eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik in andere kommunalpolitischen Bereiche bzw. umgekehrt nehmen andere kommunalpolischen Themenfelder Einfluss auf die Wirtschaftsaktivitäten in der Stadt. Eine attraktive, lebenswerte Stadt zieht Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger an. Gerade jetzt gilt es die "Chance des Jahrtausends der Städte“ zu nutzen, und die Stadt Frankfurt am Main im internationalen Wettbewerb vor dem Hintergrund der allgemeinen demographischen Entwicklung entsprechend zu positionieren.

Vor diesem Hintergrund waren die wirtschaftpolitischen Ziele des Magistrats im vergangenen Jahr auf folgende fünf operative Leitlinien konzentriert:

  1. Diversifikation der Wirtschaft
  2. Bestandspflege
  3. Gründerstadt Frankfurt
  4. Stärkung der Stadtteile
  5. Steigerung der Attraktivität Frankfurts für Hochqualifizierte und Kreative
  6. Diversifikation der Wirtschaft: Keine andere Branche prägt die Stadt Frankfurt am Main so eindeutig: mit über 70.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist die Finanzbranche die wichtigste Schlüsselbranche für Frankfurt am Main. EZB, Bundesbank, Finanzagentur des Bundes, Bundesagentur für Finanzaufsicht (BaFin), Deutsche Börse, 229 Kreditinstitute, über die Hälfte davon Auslandsbanken, das EU-Aufsichtsgremium für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersvorsorge CEIOPS (Committee of European Insurance and Occupational Pensions Supervisors) und das neue House of Finance formen das besondere Profil des Finanzplatzes Frankfurt, der sich als einer der wichtigen Plätze der Welt positioniert hat. Zur Stärkung dieser Branche vor allem im Hinblick auf eine stärkere Vermarktung im internationalen Wettbewerb wird die neu gegründete Initiative Frankfurt Main Finance von der Stadt Frankfurt am Main mit getragen und unterstützt. Viele hochkarätige Veranstaltungen des Finanzplatzes Frankfurt wie Euro Finance Week, Frankfurt European Banking Congress, Banker of the year oder Weltwirtschaftsgipfel in Davos fanden unter aktiver Teilnahme eines Magistratsvertreters statt, um die Bedeutung dieser Termine für den Standort Frankfurt am Main zu unterstreichen. Auch eine Konzentration der Bafin am Standort Frankfurt zur Stärkung des Finanzplatzes Frankfurt war eine wichtige Forderung des Wirtschaftsdezernenten. Die Finanzbranche ist für die Mainmetropole von besonderer Bedeutung: sie prägt auch ihr internationales Image – Bilder von der Börse und der EZB gehen täglich von Frankfurt aus in die Welt. Aber der Wirtschaftsstandort Frankfurt muss auch andere Branchen aktiv weiterentwickeln. Die Standortentscheidung der Deutschen Börse hat diese Notwendigkeit schmerzhaft gezeigt. Ein wichtiger Beitrag zur Diversifikation der Frankfurter Wirtschaft ist die Stärkung der für Frankfurt bereits traditionell wichtigen Branchen Biotechnologie und Chemie. Seit der Gründung des Frankfurter Innovationszentrums Biotechnologie (FIZ) im Jahr 2002 entwickelt sich Frankfurt am Main zu einem weltweit renommierten Biotechnologie-Standort. Das FIZ ist ein gemeinsames Projekt der Stadt und des Landes Hessen, das von der städtischen Wirtschaftsförderung auf den Weg gebracht wurde. Heute hält das FIZ mit den dort angesiedelten Unternehmen für 150 hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der Life Science-Branche ein einzigartiges Forschungsumfeld bereit. Im November 2008 hat das FIZ die zweite Ausbaustufe eröffnet und damit seine Forschungs- und Büroflächen auf ca. 15.000 m² mehr als verdoppelt. Ein Bauvolumen von insgesamt ca. 52 Millionen Euro wurde dafür investiert. Der neue Gebäudeteil ist bereits vollständig vermietet, ein Zeichen für den Bedarf an diesem Angebot. Sobald der Einzug der Mieter im neuen
  7. Bauabschnitt abgeschlossen ist, hält das FIZ mit 300 hochqualifizierten Arbeitsplätzen eine einzigartige Plattform für Forschung und Business Development bereit. Eine wichtige Maßnahme zur Stärkung einer wichtigen Schlüsselbranche in Frankfurt ist die Gründung des House of Logistics & Mobility (HoLM) in Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen, das Frankfurt und die Region zu einem weltweit führenden Kompetenz-Zentrum Logistik entwickeln wird. Allein in Rhein-Main Gebiet ist der Logistiksektor mit 141.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ohne Selbständige und geringfügig Beschäftigte) noch vor der Finanzindustrie die wichtigste Branche; 16 Unternehmen der TOP 100 der Logistik erwirtschaften in Rhein/Main zusammen über 11 Milliarden Euro im Jahr. Mit seiner Infrastruktur, seinen Logistikimmobilien und der wissenschaftlichen Kapazität bietet der Standort Frankfurt am Main für ein House of Logistics & Mobility bundesweit die besten Voraussetzungen. Die Einrichtung des Leuchtturmprojekts HoLM bringt Frankfurt am Main darüber hinaus Arbeitsplätze und zieht Top-Wissenschafter und Studenten aus aller Welt in die Mainmetropole. Eine Branche, die für Frankfurt bereits seit vielen Jahren prägend ist, wurde durch entsprechende wirtschaftspolitische Maßnahmen weiter gestärkt: die Kreativwirtschaft. Im vergangenen Jahr veröffentlichte der Magistrat den ersten Frankfurter Kreativwirtschaftsbericht, der das enorme Potenzial dieser Branche wissenschaftlich belegt: 14,6% aller ansässigen steuerpflichtigen Unternehmen in Frankfurt am Main entfallen auf die Kreativwirtschaft (2005). Mit 4,06 Milliarden Euro Umsatz erreicht sie 4,6% des gesamten Umsatzes der Frankfurter Wirtschaft. Rund 60.000 Beschäftigte arbeiten in der Frankfurter Kreativwirtschaft, darunter knapp 30.000 Personen in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Innerhalb dieser Branche steht der Bereich Werbung, PR und Kommunikation mit fast 2 Milliarden Euro an der Spitze. Die größte Umsatzentwicklung zeigt die Software- und Games-Branche: Die Umsätze stiegen im beobachteten Zeitraum von 1996 bis 2005 von 134,4 Mio auf 522 Mio, d.h. sie haben sich fast vervierfacht. Der erste Frankfurter Kreativwirtschaftsbericht bestätigt Frankfurts Ruf als Werbehauptstadt. Der Bericht bestätigt aber auch eine gewisse Konjunkturanfälligkeit der Kreativindustrie, und gerade die aktuelle Finanzkrise wird sich in diesem Sektor niederschlagen. Deshalb ist die Unterstützung dieser Branche wichtig. Die Förderung der Kreativwirtschaft stärkt den Wirtschaftsstandort Frankfurt, nicht nur ökonomisch sondern auch ideell. Denn es gibt eine Abhängigkeit zwischen Kultur, Kreativität und wirtschaftlichem Wachstum. Kreativität trägt als Standortfaktor entscheidend zu ökonomischem Erfolg bei. Viele Firmen suchen heute schon ihren Firmenstandort nicht mehr nur nach traditionellen Standortfaktoren - wie etwa niedrige Steuersätze oder günstige Immobilienpreise - aus, sondern orientieren sich nach der Anziehungskraft auf kreative Menschen. Jüngstes Beispiel ist die Levi Strauss Germany GmbH, die ihren Standort im Juli 2008 von Heusenstamm nach Frankfurt verlegte und als Grund ausdrücklich anführte, dass Frankfurt besser als Düsseldorf, Hamburg oder Berlin mit seiner Mischung aus Gründerzeitbauten, Bankentürmen und Kommunikationsagenturen zur Marke passe. Deshalb ist es so wichtig, kulturelle Schwerpunkte zu setzen, Kreativität durch Investitionen zu fördern und bessere Bedingungen für unternehmerische Initiativen in diesem Bereich zu schaffen. Der Magistrat hat im vergangenen Jahr mit der Unterstützung der Games-Branche, der eDIT und des VDW-Awards bereits wichtige Entscheidungen zur Förderung der Kreativbranche am Standort Frankfurt am Main getroffen. Auf der Grundlage des Kreativwirtschaftsberichts hat der Wirtschaftsdezernent einen Maßnahmenplan für die nächsten Jahre erarbeiten lassen, der u.a. die Einrichtung eines Gründerhauses für die Kreativwirtschaft, den Ausbau der Kooperation mit Offenbach, Maßnahmen der besseren Vernetzung untereinander und Sichtbarmachung des Potenzials vorsieht. Für die Entwicklung der Kreativwirtschaft besteht im Übrigen eine eigene Berichtspflicht gegenüber der Stadtverordnetenversammlung. Die Immobilienwirtschaft nimmt in der Mainmetropole eine wichtige Schlüsselposition ein. Auch diese Branche wurde im vergangenen Jahr durch das Engagement der Stadt Frankfurt am Main gestärkt. Die traditionelle Beteiligung der Stadt Frankfurt am Main mit ihren jeweiligen Partnern an den beiden Leitmessen Mipim in Cannes und Expo Real in München fanden ein besonders positives Feedback. Erstmals wurde für die EXPO Real im Herbst 2008 ein Frankfurt-Modell beauftragt, das Neubauprojekte im Innenstadtbereich und den Hochhausrahmenplan transparent macht. Das Modell erwies sich als Publikumsmagnet. Aber nicht nur zu den Messezeiten, sondern das ganze Jahr über galt der Immobilienwirtschaft das besondere Augenmerk der Frankfurter Wirtschaftsförderung. Sie organisierte regelmäßig Veranstaltungen mit der Immobilenbranche, um die Branche zu stärken, zum Beispiel durch Immobilienfachgespräche, Branchendinner oder die Beteiligung an Fachkonferenzen. Eine für den Standort Frankfurt am Main ebenfalls wichtige Branche ist der Tourismus. Dieses Segment wurde im vergangenen Jahr vom Magistrat der Stadt Frankfurt am Main ebenfalls gefördert. Das Marketingbudget der städtischen Tourismus + Congress GmbH wurde aufgestockt, damit die Stadt Frankfurt am Main nicht nur wie bisher im Geschäftskundenbereich Gäste nach Frankfurt bringt, sondern eben auch Frankfurt als attraktives Reiseziel für Individualreisende national und international propagieren kann. Erstmalig hat die Stadt Frankfurt am Main für diese Branche den volkswirtschaftlichen Nutzen ermitteln lassen. Eine in Zusammenarbeit mit den Hotelverbänden in Auftrag gegebene Studie zeigt auf, wie viele Arbeitsplätze durch den Tourismus geschaffen werden und welcher Umsatz in den einzelnen Bereichen durch den Tourismus entsteht. So resultieren alleine aus der touristischen Nachfrage jährlich 3,9 Milliarden Euro Bruttoumsatz. Viele Branchen profitieren von den über 3 Mio. Übernachtungsgästen und von den rund 75,8 Mio. geschäftlichen und privaten Tagesreisen (Tagestouristen) in die Mainmetropole. Hierzu zählen nicht nur die direkt betroffenen Hotels und Gastronomie, sondern gleichsam der Frankfurter Einzelhandel, die öffentlichen Verkehrsbetriebe, die städtisch geförderten Kultureinrichtungen und viele andere mehr. Insbesondere der Einzelhandel profitierte mit 39,9% und die Gastronomie mit 32,2% Anteil am touristischen Gesamtumsatz von den Besuchern der Stadt Frankfurt. Auch der touristische Beitrag zum städtischen Steuereinkommen aus Gewerbe-, Grund-, Lohn- und Einkommenssteuer ist beachtenswert; er liegt bei rund 84,5 Millionen Euro. Zudem schafft dieser Wirtschaftsfaktor ein tourismusinduziertes Beschäftigungsvolumen von ca. 58.000 Arbeitsplätzen und zahlreichen Ausbildungsplätzen. Das Gäste- und Übernachtungsaufkommen in Frankfurt am Main hat in 2008 eine neue Höchstmarke erzielt: Mit insgesamt 3.353.240 Gäste erreicht Frankfurt im Vergleich zum Vorjahr ein leichtes Plus von 0,61 % und mit 5.428.704 Übernachtungen, liegt das Plus sogar bei 0,75 %.
  8. Bestandspflege Die Betreuung der hier bereits ansässigen Unternehmen ist für den Magistrat Kernstück der Wirtschaftspolitik. Branchenfrühstücke für Personal- und Unternehmensberater, Immobilien- und Projektentwickler und Gebäudedienstleister mit dem Wirtschaftsdezernenten fanden großes Interesse, genau wie die Branchendinner für die Kfz-, Karosserie und Zweiradmechanikerinnung und die Vertreter der Fluggesellschaften (BARIG). Im Rahmen organisierter Branchentouren besuchte der Dezernent z.B. die Keyplayer der Games-Hersteller, Chemieunternehmen, Maschinenbaubetriebe und verschiedene Autohäuser. In fast 100 Einzelterminen mit Unternehmen und ca. 50 Repräsentationsterminen widmete sich der Wirtschaftsdezernent ganz intensiv den Belangen der am Standort vertretenen Firmen. Auch die regelmäßig geführten Gespräche mit den verschiedenen Interessenvertretungen wie IHK, Handwerkskammer, anderen Kammern, Innungen und Dachverbänden vermitteln sowohl die Stimmung wie auch die Erwartungshaltung der Unternehmen in den jeweiligen Branchen. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH wird zurzeit neu strukturiert, um dem Schwerpunktthema Bestandspflege Rechnung zu tragen.
  9. Gründerstadt Frankfurt In Frankfurt am Main genießt das Gründungsgeschehen für die lokale Wirtschaft große Bedeutung. Die Zahl von Unternehmensgründungen in Frankfurt liegt im Bundesvergleich weit vorn, ein positives Zeichen für die wirtschaftliche Dynamik der Stadt und der Rhein-Main-Region. Eine hohe Selbständigenquote steht für steigende Wertschöpfung und Strukturverbesserung. Aber ebenso die gesellschaftlichen Auswirkungen sind wichtig: Unternehmerischer Geist bringt Kreativität, Innovationsfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Dynamik in die Gesellschaft. Die Stadt Frankfurt am Main unterstützt deshalb Existenzgründer mit einer ganzen Reihe von Angeboten und Projekten. Ganz aktuell erschienen ist eine Informationsbroschüre zur "Gründungsberatung und Gründungsfinanzierung in Frankfurt am Main". Die Partner des Gründungsberatungsnetzwerks der Wirtschaftsförderung stellen ihre Beratungsangebote und Informationen für Startups und junge Unternehmen vor. Bereits seit neun Jahren betreibt die Wirtschaftsförderung in der Hanauer Landstraße das Existenzgründungszentrum Kompass. Dort vermietet sie modern ausgestattete Büroräume in einer für Gründer optimalen Größe Im zweiten Teil des Zentrums berät die Kompass gGmbH Existenzgründer in allen Phasen der Gründung. Sie qualifiziert Personen mit einer guten Gründungsidee aus der Arbeitslosigkeit heraus zu Unternehmern. Die Kompass gGmbH ist auch Leitstelle in dem städtischen Projekt "Gezielte Förderung von Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund“. Frankfurt ist eine internationale Stadt, Menschen aus über 170 Nationen sind hier zuhause. Und natürlich spielen Gründer aller Nationalitäten eine große Rolle, besonders bei den kleinen und mittleren Unternehmen, die in ihrer Zahl und Vielfalt das Rückgrat der lokalen Wirtschaft darstellen. Ein Ratgeber für Gründer mit Migrationshintergrund mit dem Titel "In Frankfurt Unternehmerin oder Unternehmer werden und bleiben“ wurde im Oktober letzen Jahres publiziert. Frankfurt ist sehr stolz auf seinen eigenen Gründerpreis. Er wird seit 2001 an herausragende junge Unternehmen verliehen, um mit deren Erfolgbeispielen anderen Mut zu machen, ihre Gründungsidee in die Tat umzusetzen. Dabei sind nicht nur die Preisgelder von insgesamt 30.000 Euro attraktiv, sondern auch der Imagegewinn. "Ausgezeichnet mit dem Frankfurter Gründerpreis" ist auch eine Art Gütesiegel, denn von 34 Preisträger-Firmen sind immerhin 25 noch am Markt, das sind fast 75 %, eine sehr gute Quote. So wurde gerade aktuell das Frankfurter Unternehmen rabbit eMarketing, das 2005 den Frankfurter Gründerpreis erhielt, jetzt als erfolgreichste Agentur beim renommierten Marketing Sherpa Award in Miami ausgezeichnet und erhielt vierfach Gold bei den Oscars der E-Mail-Marketing-Branche. Die "Aufschwung Messe für Existenzgründer und junge Unternehmen“ hat sich mittlerweile in der Mainmetropole als Leitmesse für Existenzgründer etabliert. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Gründungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten weiter ansteigen wird. In schwierigen Zeiten werden häufig auch qualifizierte Arbeitnehmer frei gesetzt, und nicht wenige entwickeln in dieser Situation gute Gründungsideen, die dann in die Tat umgesetzt werden. Um das Gründungsgeschehen in Frankfurt am Main weiterhin zu stärken, prüft die Wirtschaftsförderung die Realisierbarkeit eines Kreditprogramms für Gründerinnen und Gründer.
  10. Stärkung der Stadtteile Vitale Stadtteilstrukturen tragen zur urbanen Lebensqualität der Stadt bei. Ein Engagement für starke Stadtteile ist ein Engagement für eine starke Stadt. Attraktive und abwechslungsreiche Stadtteile prägen das spannungsreiche Image der Mainmetropole. Deswegen hat der Wirtschaftsdezernent auch sein besonderes Augenmerk auf die Stärkung der Stadtteile gelegt und dies zu seinem wirtschaftspolitischen Anliegen gemacht. Zahlreiche Veranstaltungen dienten dazu, den Kontakt zu den Akteuren vor Ort aufzubauen und zu prüfen, mit welchen Maßnahmen schnelle Abhilfe bei Problemen zu schaffen ist. So fanden Stadtteilkonferenzen in Kalbach und Fechenheim und ein Wirtschaftstag in Fechenheim statt. In Dornbusch, Eschersheim und Ginnheim wurde eine Veranstaltungsreihe "Starke Stadtteile- Gewerbe, Politik und Verwaltung im Dialog“ aufgelegt, und es wurden Ortsbegehungen in Bockenheim, Rödelheim, auf der Leipziger Straße und auf der Zeil durchgeführt. Diese Veranstaltungen waren nicht nur auf den wirtschaftspolitischen Aspekt konzentriert: oft standen auch planungs- und sozialpolitische Themen an. Wirtschaftliche Probleme können meistens nicht isoliert betrachtet werden. So sind insbesondere die stadtteilrelevanten Themen: Stärkung des Einzelhandels, Sicherstellung der Nahversorgung und Leerstandsmanagement nicht nur unter wirtschaftpolitischen Gesichtspunkten zu lösen. Diese Veranstaltungen wurden deshalb teilweise dezernatsübergreifend organisiert. Die Wirtschaftsförderung unterstützt die Aktivitäten der lokalen Gewerbevereine und den Zusammenschluss der Gewerbevereine zur Stadtteilinitiative Pro Frankfurt, die sich im letzten Jahr gegründet hat und die sich für dezentrale verkaufsoffene Sonntage stark macht. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem Einzelhandel in den Stadtteilen, deshalb beteiligt sich die Wirtschaftsförderung finanziell an der Herausgabe von Einkaufsführen oder Gutscheinheften für die Stadtteile. Für die Bandbreite an standortbezogenen Problemen, mit denen sich häufig Unternehmer bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit konfrontiert sehen, bietet die Wirtschaftsförderung kleinen und mittleren Unternehmen mit dem Einsatz von Gewerbeberatern vor Ort einen besonderen Service, Mit Hilfe dieser Gewerbeberater können Anliegen der Unternehmen wie z.B. die Änderung einer Verkehrsführung, um besser einbiegen zu können, die Verbesserung einer Einfahrtsbeschilderung oder die Einrichtung von Ladezonen oft schnell umgesetzt werden. Auch begleitet die Gewerbeberatung regelmäßig Unternehmen bei behördlichen Genehmigungsverfahren und leistet Hilfestellung, wenn es sich um Fördermittelberatung und Immobilienanfragen handelt. Im Jahr 2008 kümmerte sich die Wirtschaftsförderung der Stadt Frankfurt am Main um mehr als 850 Firmen, die oft mehr als einen "Fall“ zu lösen hatten. Zudem wurden 2008 weitere drei Projekte zur Stärkung der Stadtteile angegangen: - Für ein Leerstandsmanagement wurde ein Leerstandskataster bei der Wirtschaftsförderung initiiert, das zusammen mit den örtlichen Gewerbevereinen gepflegt werden soll. - Zur Sicherstellung der Nahversorgung wurde die Einrichtung von besonderen Einkaufsmärkten in ausgewählten Stadtteilen geprüft. Während die Einrichtung eines Marktes mit Behinderten nach dem sogenannten CAP-Markt-Prinzip mangels geeignetem Franchisenehmer noch zu keinem erfolgreichen Abschluss gekommen ist, konnte im März diesen Jahres von der Werkstatt Frankfurt ein "Smart-Markt“ in Eschersheim eröffnet werden, der Langzeitarbeitslosen eine Qualifizierungsmöglichkeit für den Arbeitsmarkt bietet und das haushaltsnahe Lebensmittelmarktangebot im Stadtteil sichert. - Die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes wurde beauftragt und soll gerade die Situation des Einzelhandels in den Stadtteilen beleuchten. Die Untersuchungen werden 2009 beendet sein. Im vergangenen Jahr hat der zuständige Wirtschaftsdezernent außerdem ein neues Programm zur Bezuschussung der Weihnachtsbeleuchtung in den Stadtteilen aufgelegt und insgesamt 55.000 Euro an Fördermitteln für diesen Zweck bewilligt.
  11. Steigerung der Attraktivität Frankfurts für Hochqualifizierte und Kreative Die Studie "Deutschland 2018 – Arbeitsplätze der Zukunft“ kommt zu dem Ergebnis, dass Regionen mit einem wachsenden Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften (Humankapital) langfristig eine bessere Erwerbstätigenentwicklung aufweisen wird als solche mit gleichbleibendem oder sinkendem Qualitätsniveau. Humankapital ist eine entscheidende Determinante für die Standortwahl von Unternehmen in wissensintensiven Wirtschaftsbereichen und somit eine wesentliche Einflussgröße für die Innovationsfähigkeit und damit für die Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Das Angebot qualifizierter und innovativer Arbeitskräfte ist für einen Wirtschaftsstandort ein wichtiger Wettbewerbsfaktor, es prägt aber auch die Lebensqualität einer Stadt entsprechend. Ziel des Magistrats ist es, Frankfurt am Main zu einer Stadt zu entwickeln, in der man nicht nur gerne arbeitet sondern auch gerne lebt. Zum Profil der Wohnstadt Frankfurt zählen die vielfältigen und weitgefächerten Angebote wie Park- und Grünanlagen, Sport- und Freizeitstätten, die Internationalität von Kultur und Gastronomie, Familienfreundlichkeit und Kinderbetreuung, Bildungsmöglichkeiten, attraktive Einkaufsziele, kurze Wege und eine erstklassige Verkehrsanbindung. Um dies zu erreichen, wurden die positiven Leistungen auf dem Bereich der Stadtentwicklung und Wohnbauentwicklung vom Wirtschaftsdezernenten aktiv unterstützt. Die bereits unter Punkt 1 "Diversifikation der Wirtschaft“ genannten Maßnahmen zur Stärkung der Kreativwirtschaft und der Logistikbranche tragen ebenfalls maßgeblich zu diesem Ziel bei. Neben diesen wirtschaftpolitischen Zielen verfolgte der Magistrat im vergangenen Jahr zwei weitere wichtige Grundsatzziele: - die Optimierung der Abläufe der Wirtschaftsförderung - und die Vermarktung des Standortes Frankfurt. Optimierung der Abläufe Auch administrativ hat der Magistrat im vergangenen Jahr die Voraussetzungen für eine leistungsfähige kommunale Wirtschaftsförderung geschaffen, die sich nicht nur um die Belange ansiedelungswilliger Unternehmen kümmert, sondern gleichfalls für die bereits am Standort angesiedelten Unternehmen eine hilfreiche Institution ist. Um die Abläufe innerhalb der Wirtschaftsförderung zu optimieren, wurde zunächst eine Organisationsbetrachtung in Auftrag gegeben. Eine aus dem Bereich der Wirtschaftsförderung stammende Beraterin erarbeitete zusammen mit dem Wirtschaftsdezernenten und dem neuen Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung eine Studie, die das Ziel verfolgt, die Wirtschaftsförderung Frankfurt zu einer effizienten, präventiven und nachhaltigen kommunalen Wirtschaftsförderung auszubauen und einen besonderen Schwerpunkt in dem Aspekt Bestandspflege setzt. Außerdem sollten die Schnittstellen zu anderen Organisationseinheiten, insbesondere der Frankfurt RheinMain International Marketing of the Region (FRM), definiert werden. Im vergangenen Jahr konnte festgestellt werden, dass gerade bei Auslandsaktivitäten eine bessere Koordination zwischen der FRM und der Wirtschaftsförderung Frankfurt erfolgt ist und man sich bei den Auftritten in Indien, Israel und China effektiver miteinander vernetzt hatte. Die Kooperation bei dem Messeauftritt in Cannes wurde verbessert und beide Gesellschaften arbeiteten bei Spezialthemen wie zum Beispiel Round Table der Kreativwirtschaft produktiv zusammen. In der Neuausrichtung der Wirtschaftsförderung finden die wirtschaftspolitischen Ziele des Magistrats ihren Niederschlag, indem z.B. die Gewerbeberater als Bestandteil des Konzeptes der aufsuchenden Wirtschaftsförderung als sogenannte Verwaltungslotsen Gewehr bei Fuß stehen und als Anlaufstelle für mittlere und kleinere Unternehmen zum Aufgreifen von Problemen und zur schnellen Erarbeitung von Lösungen agieren. Dem Bereich Kreativwirtschaft wird alleine schon durch die Einrichtung einer Kompetenzstelle institutionell in der Wirtschaftsförderung künftig ein anderer Stellenwert beigemessen. Für die Wirtschaftsförderung wurden neue Räumlichkeiten gefunden, die repräsentativer und damit einladender sind als der bisherige Unternehmensstandort. Als erste organisatorische Maßnahmen wurde im Januar 2008 die "Stabstelle Wirtschaft“ im Wirtschaftsdezernat eingerichtet, die zwischen Unternehmen und Verwaltung dezernatsübergreifend vermitteln sollte und mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet wurde. Darüber hinaus fand ein Wechsel in der Geschäftsführung der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH statt. Fazit: Es ist unbestritten, dass Frankfurt am Main - wie jede andere Großstadt auch - engagiert darum kämpfen muss, sich als Wirtschaftsstandort im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Gerade bei international operierenden Unternehmen ist eine Standorttreue nicht vorauszusetzen und gegen Konzernentscheidungen sind selbst positive Kriterien eines einzelnen Standortes oft nicht ausschlaggebend. Der nationale Wettbewerb ist häufig wegen steuerpolitischer Anreize nicht leicht zu bestehen, so wird immer wieder bei Abwanderungen der Frankfurter Gewerbesteuersatz als betriebswirtschaftliches Argument angeführt. Hier besteht über die kommunalen Möglichkeiten hinausgehender Handlungsbedarf. Eine andere Schwierigkeit, der sich der Standort Frankfurt grundsätzlich stellen muss, ist die Begrenzung im Flächenangebot. Aufgrund der Bebauungsstruktur steht für größere Ansiedelungen oder betriebliche Erweiterungen gerade auch im Industriebereich in Frankfurt oft nicht ausreichend Fläche zur Verfügung. Der Industriepark Höchst bietet hier für Unternehmen im Pharma und Chemiebereich ideale Möglichkeiten. Die neuen Gewerbeflächen "Am Martinszehnten“ oder den von den Amerikanern frei geräumten Flächen in Rödelheim eröffnen neue Optionen, weitere Gewerbegebietsausweisungen werden vom Magistrat verfolgt. Insgesamt ist der Standort Frankfurt aufgrund seiner guten infrastrukturellen Angebote vom Flughafen über Messe bis Internetknotenpunkt und seiner starken Konzentration der Finanzinstitutionen mit den finanzaffinen Unternehmen am Standort und dem positiven Klima für Existenzgründungen außergewöhnlich gut aufgestellt. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Mainmetropole ist ihre Internationalität, die sich gerade auch bei Neuansiedelungen widerspiegelt. Von den 21 Neuansiedelungen im vergangenen Jahr sind exemplarisch zu nennen: die Niederlassung der französischen World Speaking Telelangue Group - spezialisiert in der fremdsprachlichen Ausbildung -, das brasilianische Unternehmen Automotive Schulz, das im Rahmen seines Wachstums seinen europäischen Firmensitz von Götheburg nach Frankfurt verlagert hat, das russische Generalkonsulat oder die Gründung einer Repräsentanz der China Telecom, der größten chinesischen Telekommunikationskonzern in China. Sie alle zeugen von der Attraktivität Frankfurts im internationalen Wettbewerb. Zunehmend werden sich Unternehmen an sogenannten weichen Standortfaktoren orientieren, wie Lebensqualität, Familienfreundlichkeit, Qualität des Bildungssektors und der Attraktivität der Immobilienangebote. In diesem Zusammenhang wird vermehrt auch die Bedeutung der Internationalität - der national-ethischen Vielfalt - der (Erwerbs) Bevölkerung betont, die das Standortimage positiv beeinflusst. Die Internationalität eines Standortes ist beispielsweise dann bedeutsam, wenn infolge einer Verlagerung des Unternehmenssitzes hochqualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland zuwandern müssen oder das Unternehmen Arbeitskräfte auf dem nationalen oder internationalen Arbeitsmarkt anwerben muss. Die Entwicklung der Erwerbstätigenzahlen im Dienstleistungssektor zeigen, dass die Erwerbstätigenentwicklung in Deutschland auch zukünftig von den Dienstleistungssektoren getrieben wird. Mit den Schlüsselbranchen Finanzen, Biotech, Chemie, Pharma, Logistik, Kreativwirtschaft und Tourismus wird der Wirtschaftsstandort Frankfurt am Main für seine Weiterentwicklung in den nächsten Jahrzehnten stabilisiert. Die Weiterentwicklung vom Industriestandort zur Dienstleistungsmetropole bietet ein stabiles und ausbaufähiges Fundament, um auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bestehen zu können. Neben der Weiterentwicklung der Schlüsselbranchen wird auch in Zukunft eine wichtige Aufgabe der Wirtschaftsförderung in Frankfurt die Betreuung der hier ansässigen Unternehmen sein. Auf der Basis einer vertrauensvollen Zusammenarbeit kann man bei Problemen aufeinander zugehen und hat die Chance, konstruktive Lösungen im Interesse des Unternehmens, der Mitarbeiter und des Standortes Frankfurt zu erarbeiten. Das erfordert eine intensive Kooperation zwischen dem Magistrat und den einzelnen Firmen und Betrieben. Ein weiterer Aufgabenschwerpunkt der Wirtschaftspolitik ist auch die Stärkung des Arbeits- und des Beschäftigungsmarktes. Die Wirtschaftsförderung Frankfurt hat bereits seit einigen Jahren den "Wirtschaftsfaktor“ Frau erkannt und fördert Frauenbeschäftigungsprojekte. Die Wirtschaftsförderung ist zudem auch die Geschäftsstelle der Ständigen Wirtschafts- und Arbeitsmarktkonferenz (SWAK), in der unter Leitung der Frankfurter Oberbürgermeisterin alle relevanten Akteure der lokalen Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik versammelt sind. Die SWAK ist eine Art runder Tisch, der der Meinungsbildung zur Entwicklung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes dient und der der Politik Empfehlungen zur Realisierung von Projekten gibt. Die wirtschaftspolitischen Ziele für das Jahr 2009 werden maßgeblich von den Auswirkungen der weltwirtschaftlichen Situation bestimmt. Durch das Konjunkturprogramm des Landes, das in Frankfurt am Main vor allem Maßnahmen im infrastrukturellen Bereich fördert, werden die konjunkturellen Auswirkungen vor allem im Handwerk und in der Bauwirtschaft gemildert. Anlage 1 (ca. 2,6 MB)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

BBericht des Magistrats

Ein Informationsbericht des Magistrats an die Stadtverordnetenversammlung — etwa als Antwort auf eine Anregung oder als Zwischenbericht. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt ihn zur Kenntnis, weist ihn zurück oder fordert einen Folgebericht. Es ist keine Sachentscheidung.

  1. 1Magistrat legt Bericht vor
  2. 2Stadtverordnetenversammlung nimmt zur Kenntnis

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. Juni 2009 veröffentlichte der Magistrat diesen Bericht. Sie geht auf NR 1663 zurück — STVV-Antrag von GRÜNE, beschlossen am 13. Januar 2005. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf1 Beratung
Ausschusses für Wirtschaft und Frauen
Sitzung 33 · 01.09.2009
TO I, TOP 18
Zur Kenntnis
nicht auf TO Die Vorlage B 508 dient zur Kenntnis. (Ermächtigung gemäß § 12 GOS)

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
CDUSPDGrüneLinkeFDPFAGFreie Wähler
Sonstige:
REP (Kenntnis)NPD (Kenntnis)
Abstimmung im Original

Abstimmung: CDU, SPD, GRÜNE, LINKE., FDP, FAG und Freie Wähler Sonstige Voten/Protokollerklärung: REP und NPD (= Kenntnis)

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