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Entschädigungszahlungen für Kohlebezug aus Kolumbien

Vorlagentyp: NRLINKE
7 SitzungenAbgelehnt

Zusammenfassung

Der Antrag fordert den Magistrat auf, sich für Entschädigungszahlungen für die vom Kohleabbau in Kolumbien betroffenen Gemeinschaften einzusetzen. Dies geschieht im Kontext der Verantwortung der Mainova AG für ihre Lieferketten und den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen. Ziel ist es, insbesondere Frauen durch die Errichtung eines Schutzhauses zu unterstützen.

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Thema Umwelt und Energie verfolgen

Antrag

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Der Magistrat wird beauftragt,

  1. sich gegenüber der Bundesregierung für die Einhaltung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten von Kohle - insbesondere kolumbianischer Kohle - einzusetzen.
  2. im Aufsichtsrat der Mainova AG einen Beschluss zu initiieren, der die Mainova im Einklang mit ihren Zielen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Menschenrechtsschutz darauf verpflichtet, in ihrer Verantwortung für die vom Kohleabbau in Kolumbien betroffenen Gemeinschaften Entschädigungszahlungen zu leisten. Die Entschädigungszahlungen sollen insbesondere für die Errichtung und den Unterhalt eines Schutzhauses für Frauen verwendet werden.

Begründung

Die Mainova AG hat jahrelang Kohle aus Kolumbien bezogen und an dieser Praxis festgehalten, auch nachdem klar war, dass es sich um so genannte "Blutkohle" handelt. In Kolumbien wurden für den Abbau der Kohle große Flächen Natur zerstört und Menschenrechte missachtet. Auch wenn sich die Lieferketten der Mainova in der Vergangenheit nicht transparent für die Öffentlichkeit nachvollziehen lassen, lässt sich am Beispiel von Glencore in Kolumbien erahnen, durch welche Praktiken in der Lieferkette die Mainova jahrelang Kohle bezogen hat. Über 25 Jahre lang baute das Schweizer Unternehmen Glencore unter anderem durch das Unternehmen Prodeco in kolumbianischen Minen, darunter auch Minen in den Departments Cesar und Magdalena, Kohle ab. Statt im Prozess der Dekarbonisierung einen gerechten Übergang in den Bergbaugebieten voranzutreiben, schloss Glencore/Prodeco diese Minen im Jahr 2020 überraschend und zog sich ohne einen Übergangsplan für die Beschäftigten aus den Gebieten zurück, obwohl der Kohleabbau ursprünglich noch bis 2030 geplant war. Der erst nach Druck auf Glencore vorgestellte Übergangsplan umfasst weder eine echte ökologische Wiederherstellung der ausgebeuteten Gebiete und der umgeleiteten Flüsse, noch eine Wiedergutmachung für gesundheitlichen Schäden durch den Kohlestaub und auch keinen umfassenden Plan für wirtschaftliche Maßnahmen zur Wiedereingliederung der zwischen 2020 und 2022 entlassenen und arbeitslos gewordenen Arbeitnehmer*innen. Glencore lässt den Bergbaukorridor in einer schweren ökologischen, sozialen, wirtschaftlichen und von Gewalt geprägten Krise zurück. Zu den sozialen Folgen gehört auch ein Anstieg von häuslicher Gewalt, Benachteiligung, Diskriminierung, Armut und Prostitution. Insbesondere Frauen sind durch die Folgen der sozialen Verwerfungen nach der Schließung der Minen betroffen, weshalb zivilgesellschaftliche Organisationen schon lange die Errichtung von Schutzhäusern für Frauen fordern. Laut ihrem Selbstverständnis und gemäß dem Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz sollte die Mainova auf die Einhaltung der Menschenrechte in ihrer Lieferkette achten, unabhängig davon, ob sie ein direkter oder indirekter Partner sind. Im September 2023 hat die Mainova gemeinsam mit anderen Energieunternehmen und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine gemeinsame Publikation zu den potenziellen menschenrechtlichen Risiken entlang von Liefer- und Wertschöpfungsketten vorgestellt. Dieses Selbstverständnis sollte auch rückwirkend gelten. Dass die Mainova heute "saubere" Kohle aus Kanada und den USA bezieht, bedeutet nicht, dass sie sich ihrer Verantwortung in der Vergangenheit entziehen darf. Ihrem Selbstverständnis nach will sie dies auch nicht tun. Daher sollten die Stadt Frankfurt und vor allem die Mainova den selbst formulierten Vorsätzen Folge leisten und Verantwortung übernehmen. Von dem Kohleabbau in Kolumbien sind vor allem indigene und afrokolumbianische Gruppen betroffen. Unsere Stadt ist Mitglied des Klima-Bündnis-Netzwerks mit Sitz in Frankfurt am Main und hat sich in diesem Rahmen politisch verpflichtet, insbesondere auch indigene Rechte zu wahren. Die Stadt Frankfurt und die Mainova können hier gemeinsam ein Zeichen setzen und sich für Betroffene einsetzen - auf politischer Ebene genauso wie in materieller Hinsicht - indem die Mainova das Projekt eines Frauenhauses unterstützt.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

NRAntrag in der Stadtverordnetenversammlung

Ein Vorschlag für eine Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung. Er wird in den Fraktionen vorbereitet, in Ausschüssen vorberaten und im Plenum beschlossen — oder zur Prüfung an den Magistrat überwiesen.

  1. 1Fraktion bringt Antrag ein
  2. 2Ausschüsse beraten & empfehlen
  3. 3Plenum beschließt

Der Weg dieser Vorlage

Am 13. November 2023 brachte Linke diesen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 7 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 01.02.2024 im Stadtverordnetenversammlung abgelehnt.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert
Beratungsverlauf7 Beratungen
Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 22 · 28.11.2023
TO I, TOP 10
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 805 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDVoltFRAKTION
Enthaltung:
Linke
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Volt und FRAKTION; LINKE. (= Enthaltung)

Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 22 · 30.11.2023
TO I, TOP 26
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 805 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDP
Ablehnung:
LinkeAfDFRAKTIONÖkoLinX-ELFBFF-BIG
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD und FDP gegen LINKE., AfD, FRAKTION, ÖkoLinX-ELF und BFF-BIG (= Beratung)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 25 · 12.12.2023
TO II, TOP 4
Beraten
nicht auf TO Die Beratung der Vorlage NR 805 wird bis zur nächsten turnusmäßigen Sitzung zurückgestellt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDVoltFRAKTION
Enthaltung:
Linke
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Volt und FRAKTION; LINKE. (= Enthaltung)

Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen
Sitzung 23 · 16.01.2024
TO I, TOP 10
Abgelehnt
Die Vorlage NR 805 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltBFF-BIGAfD
Ablehnung:
LinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELFGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und BFF-BIG gegen LINKE. und FRAKTION (= Annahme) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme)

Ausschusses für Klima- und Umweltschutz
Sitzung 23 · 18.01.2024
TO I, TOP 6
Abgelehnt
Die Vorlage NR 805 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPVoltBFF-BIGAfD
Ablehnung:
LinkeÖkoLinX-ELFFRAKTIONGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, Volt und BFF-BIG gegen LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) sowie FRAKTION (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: AfD (= Ablehnung) Gartenpartei (= Annahme)

Haupt- und Finanzausschusses
Sitzung 26 · 30.01.2024
TO II, TOP 2
Abgelehnt
Die Vorlage NR 805 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVoltBFF-BIG
Ablehnung:
LinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELF
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen LINKE., FRAKTION und ÖkoLinX-ELF (= Annahme)

Stadtverordnetenversammlung
Sitzung 28 · 01.02.2024
TO II, TOP 7
Abgelehnt
Die Vorlage NR 805 wird abgelehnt.

Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.

Zustimmung:
GrüneCDUSPDFDPAfDVoltBFF-BIG
Ablehnung:
LinkeFRAKTIONÖkoLinX-ELFGartenpartei
Abstimmung im Original

Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, FDP, AfD, Volt und BFF-BIG gegen LINKE., FRAKTION, ÖkoLinX-ELF und Gartenpartei (= Annahme)

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