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Nach wie vor finden auf der Flucht vor der Zerstörung in ihrer Heimat viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in Fr

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Der Magistrat hat ein Konzept zur Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine in Frankfurt am Main entwickelt. Ziel ist es, diese Kinder schnell in Kindergärten, Kitas und Schulen einzugliedern und ihnen den Erwerb der deutschen Sprache zu ermöglichen. Durch zusätzliche Betreuungsplätze und Intensivklassen soll eine umfassende sprachliche und gesellschaftliche Integration erfolgen.

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Thema Schulen und Bildung verfolgen

Frage an den Magistrat

Nach wie vor finden auf der Flucht vor der Zerstörung in ihrer Heimat viele Kinder und Jugendliche aus der Ukraine in Frankfurt am Main Zuflucht.

Ich frage den Magistrat:

Welches Konzept hat der Magistrat entwickelt und umgesetzt, um diese Kinder und Jugendlichen in Kindergärten, Kitas und Schulen möglichst rasch zu integrieren, um ihnen den Erwerb der Bildungssprache Deutsch sowie die baldige Eingliederung in den Fachunterricht zu ermöglichen, und welche zusätzlichen Kapazitäten wurden hierfür geschaffen?

Antwort des Magistrats

Um zusätzliche Betreuungsplätze in Kindertageseinrichtungen - im Krippen-, Kindergarten- und Hortalter - zu schaffen, nimmt das Stadtschulamt die Empfehlungen zur Aufnahme von Kindern aus der Ukraine des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, HMSI, auf und setzt diese Frankfurt weit um. Wichtig ist dabei zu betonen, dass grundsätzlich mehr Betreuungsplätze geschaffen werden sollen, um alle Kinder versorgen zu können, d.h. es existiert keine Priorisierung im Hinblick auf bestimmte Gruppen.

Mit den Empfehlungen des HMSI ist es Kindertageseinrichtungen möglich im Hinblick auf Räume und Konzeption bis zu zwei Kinder mehr pro Gruppe aufzunehmen. Um diese adäquat betreuen zu können, kann im Einzelfall und in Absprache mit dem Stadtschulamt geeignetes Zusatzpersonal, auch ohne Fachkraftstatus, zur Mitarbeit in den Gruppen eingesetzt werden.

Die Frankfurter Kindertageseinrichtungen, mit Krippen-, Kindergarten- und Hortgruppen, bieten Kindern aus geflüchteten ukrainischen Familien Betreuungsplätze im Regelbetrieb an. Dieses reguläre Platzangebot hat gemäß § 45 SGB VIII das Ziel und erfüllt alle Anforderungen einer sprachlichen und gesellschaftlichen Integration in eine international geprägte Kommune wie Frankfurt am Main.

Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule wird in § 2 Hessisches Schulgesetz, HschG, formuliert, seine Verwirklichung in 3 § HschG Gemäß § 3 Absatz 4 sollen "Schülerinnen und Schüler, deren Sprache nicht Deutsch ist, (sollen) unabhängig von der eigenen Pflicht, sich um den Erwerb hinreichender Sprachkenntnisse zu bemühen, durch besondere Angebote so gefördert werden, dass sie ihrer Eignung entsprechend zusammen mit Schülerinnen und Schülern deutscher Sprache unterrichtet und zu den gleichen Abschlüssen geführt werden können."

Auch in den schulischen Ganztags-und Betreuungsangeboten an den Grundschulen wird eine kurzfristige Aufnahme ukrainischer Kinder beziehungsweise von Kindern aus geflüchteten Familien ermöglicht.

Laut Richtlinie für ganztägig arbeitende Schulen nach § 15 HSchG sollen ganztägig arbeitende Schulen allen Schülerinnen und Schülern eine ganzheitliche, individuelle pädagogische Förderung, und verlässliche Bildungsangebote vorhalten und Kompetenzen beziehungsweise Interessen der Kinder fördern.

Ganztägig arbeitende Schulen umfassen die Weiterentwicklung schulischer Angebote. Auf Basis des Hessischen Referenzrahmens Schulqualität, HRS, und des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans werden in den Ganztagskonzepten unter anderem Wege für die Integration von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache entwickelt. Die Integration der Kinder und Jugendlichen erfolgt also über die pädagogische Arbeit in den Institutionen, in den Schulen darüber hinaus die Beschulung in Intensivklassen. Die Frankfurter Schulen bieten allen schulpflichtigen Neuankömmlingen verpflichtend Intensivklassen an. In den Intensivklassen werden grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache vermittelt. Sie dauern in der Regel ein Jahr und bereiten den Übergang in eine Regelklasse vor.

Die Integration dieser Schülerinnen und Schüler wird zudem durch die Einbindung in den musisch-ästhetischen Unterricht, in den Sportunterricht von Regelklassen sowie im Rahmen von Ganztagsangeboten der Schule gestärkt. Der Magistrat konnte bisher in allen Schulformen - Primarstufe, Sekundarstufe I und berufliche Schulen - eine wohnortnahe Einrichtung von Intensivklassen umsetzen.

In diesem Zusammenhang ist auch das Projekt "Frankfurter Bücherkoffer", ein mehrsprachiges Leseförderprojekt, zu nennen, von dem Intensivklassen in den teilnehmenden Schulen natürlich ebenfalls profitieren. Die Bücherzusammensetzung der Bücherkoffer ist um die Sprachen Ukrainisch und Russisch ergänzt worden, sodass Leseförderung in den Erstsprachen auch mit dem Deutscherwerb und der Leseförderung in der Bildungssprache Deutsch verknüpft werden kann.

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 15. September 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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