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Das Host-City-Konzept für die EURO 2024 ist neben dem Gesamtkonzept in sieben Themenbereiche aufgeteilt, darunter auch s

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Die Stadt Frankfurt plant eine nachhaltige Ausrichtung der UEFA EURO 2024, die ökologische, soziale und ökonomische Aspekte berücksichtigt. Ziel ist es, durch strukturelle Anpassungen und die Einbeziehung relevanter Akteure ein positives und nachhaltiges Erlebnis für alle Beteiligten zu schaffen.

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Thema Stadtplanung verfolgen

Frage an den Magistrat

Das Host-City-Konzept für die EURO 2024 ist neben dem Gesamtkonzept in sieben Themenbereiche aufgeteilt, darunter auch soziale, ökologische und nachhaltige Aspekte. Die Stadt Frankfurt wurde als eine von zehn Host Citys ausgewählt und hat sich mit der Ausrichtung der EURO 2024 auch zu strukturellen Anpassungen in verschiedenen Bereichen verpflichtet.

Ich frage den Magistrat:

Wie ist der aktuelle Stand, insbesondere bei der Umsetzung der Nachhaltigkeitsaspekte bei der EURO 2024, und was beinhalten diese?

Antwort des Magistrats

Stadtrat Mike Josef:

Liebe Frau Eberz, liebe Julia, ich beantworte die Frage mit einigen Anmerkungen vorab wie folgt: Nachhaltigkeit spielt natürlich im Wesentlichen im Bereich Klima und Ökologie eine Rolle. Gleichzeitig ist es für uns als Stadt Frankfurt immer im Kontext von Großturnieren auch weitaus mehr. Wir hatten die WM im Jahr 2006, wir hatten die Frauen-EM im Jahr 2011, und wir haben auch in der Vergangenheit festgestellt - das ist die erste Anmerkung -, dass Nachhaltigkeit auch bedeuten kann, wie bei den Olympischen Spielen in Barcelona, dass im Rahmen der Olympischen Spiele beispielsweise städtebaulich der gesamte Bereich rund um den Hafen und den Strand geöffnet worden ist. Vorher war es ein isolierter Bereich, heute kann man dort joggen, Calisthenics-Anlagen sind dort installiert, und die Menschen machen quasi Freizeitsport. Das ist städtebaulich im Rahmen der Olympischen Spiele passiert und hat auch nachhaltig für die Stadt Barcelona gewirkt. Ein anderes Beispiel ist die WM 1994 in den USA, im Rahmen derer die Major League Soccer neu gestaltet wurde und etliche Jugendliche und Kinder dadurch den Weg hin zum Fußball gefunden haben und Infrastruktur verbessert wurde.

Von daher versteht der Magistrat Nachhaltigkeit als Querschnittsaufgabe, als durchgängiges Handlungsprinzip bei der Vorbereitung und Durchführung der EURO 2024 und geht dabei von den drei klassischen Dimensionen von Nachhaltigkeit aus, die auf einer ausgewogenen Beachtung von Ökologie, Ökonomie und sozialen Perspektiven beruht. Damit werden ökologische Fragen, zum Beispiel des Klima- und Umweltschutzes, mit sozialen Fragen von Teilhabe und Gerechtigkeit und ökonomischen Fragen verknüpft.

Wir sind schon vor dem Hintergrund nachhaltig - das möchte ich auch noch einmal erwähnen -, dass wir beispielsweise im Gegensatz zur WM 2018 in Russland oder auch zur WM 2014 in Brasilien Stadien und Infrastruktur nicht neu bauen müssen. Wir müssen also keine graue Energie schaffen in dem Sinne, dass wir alles neu entstehen lassen müssen, sondern, das gilt für die gesamten Host Citys, wir haben sowohl die Infrastruktur als auch die Stadien. Das ist im Gegensatz auch zur kommenden WM, was die Nachhaltigkeitsstrategie angeht, ein Riesenpfund für die Bundesrepublik und auch für die Stadt Frankfurt. Die EURO 2024 GmbH von UEFA und DFB hat darüber hinaus eine Event Social Responsibility (ESR) Strategy erarbeitet, die allen Spielorten in Deutschland eine Orientierung für ihre jeweiligen Nachhaltigkeitskonzepte bietet. Die einzelnen Teilkonzepte liegen jetzt im Juni oder Juli vor, sodass wir auf dieser Grundlage auch im Juli mit einem Kickoff in die Kritisierung gehen können. Der Magistrat arbeitet aktuell daran, auf dieser Grundlage ein eigenes Host-City-Nachhaltigkeitskonzept zu entwickeln, das auf den vielfältigen Erfahrungen und funktionierenden Initiativen der Stadt für ein nachhaltiges Veranstaltungsmanagement aufbaut und auf die Rahmenbedingungen in Frankfurt zugeschnitten ist.

Auf diesem Weg werden relevante Akteure der Stadt aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft mitgenommen, wie zum Beispiel die beteiligten Ämter, Stabsstellen wie Sauberes Frankfurt, Initiativen wie #cleanffm oder auch der Sport mit dem Sportkreis und interessierte Vereine.

Erlauben Sie mir eine Bemerkung: Am Ende ist es wie bei der WM 2006 oder bei der Frauen-WM. Es können solche Großveranstaltungen nur dann gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen. Das gilt für die Ämter, für die Dezernate, für die Politik und auch für die Zivilgesellschaft. Deswegen werden wir diesbezüglich auch im Rahmen eines größeren Koordinierungskreises das Ganze miteinander verzahnen. Für den Magistrat ist diese Form der Beteiligung und Partizipation von hoher Wichtigkeit. So wurde bereits in 2018 der erste Stakeholder-Dialog zur nachhaltigen Ausrichtung der EURO 2024 durchgeführt, und zwei weitere folgten trotz der Einschränkungen durch die Coronapandemie. Im Ergebnis dieser Beratungen werden sich im Nachhaltigkeitskonzept vor allem Aktivitäten zu Vielfalt, Partizipation, Inklusion, Umwelt, Solidarität, Gesundheit und Wohlbefinden sowie Good Governance wiederfinden. Das zeigt deutlich, dass die Organisation einer nachhaltigen EURO 2024 viele Arbeitsbereiche der städtischen Verwaltung betrifft und die Koordination diesbezüglich wichtig ist.

Es ist mir wichtig, konkret zu werden. Im Zusammenhang mit der EURO 2024 zielt der Magistrat darauf ab, dass sich Planen und Handeln in allen Aufgabenbereichen an nachhaltigen Kriterien orientieren. Ich gebe Ihnen zwei, drei konkrete Beispiele aus unterschiedlichen Kontexten. Erstens: Die gesamte Infrastruktur des Stadions, dessen Außenbereiche und die Wege- und Verkehrsführung sind, wie erwähnt, vorhanden und werden so nachhaltig genutzt. Beim Umbau des Stadions erhöhen wir - und das ist für mich auch Teil der Nachhaltigkeitsstrategie - die Anzahl der Plätze für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer von 114 Plätzen auf insgesamt 214 Plätze, und auch für die Begleitpersonen werden wir die Zahl der Plätze entsprechend erhöhen, und zwar von 180 auf 260. Wir werden darüber hinaus die Stellplatzmöglichkeiten, beispielsweise für Radfahrerinnen und Radfahrer, erhöhen. Auch das ist Teil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Zudem werden wir die Rampen zum Zugang der Gegentribüne modernisieren und eine zusätzliche WC-Anlage für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer einbauen. Wir werden darüber hinaus deren Brauchwasser aus der neuen Zisterne speisen und Regenwasser auffangen.

Zweitens: Wir führen das Fanfest am Mainufer so durch, dass wir insgesamt 1,27 Millionen Euro reserviert haben, die zweckgebunden für die Umsetzung von nachhaltigen, wirksamen Maßnahmen reserviert sind. Dies beginnt beim Catering mit regionalen Produkten und unter weitgehendem Verzicht von Wegwerfgeschirr, geht über den Einsatz von Ökostrom und Brauchwassernutzung und reicht bis zu barrierefreien Zugängen und kulturell vielfältigen Programmbestandteilen.

Das sind alles Sachen, die schon sehr kon-kret sind, und das zeigt letztendlich, dass wir nicht nur hier, sondern beispielsweise auch beim Frankfurt-Marathon, wo wir bundesweit als vorbildlich gelten und dafür gelobt werden und in der Frage von nachhaltigen Sportveranstaltungen als Beispiel gelten. Die Sportstadt Frankfurt befindet sich wirklich, was die Nachhaltigkeit angeht, seit Jahrzehnten auf dem Weg. Das Nachhaltigkeitskonzept wird ein integraler Teil des Gesamtkonzeptes der Host City Frankfurt für die Ausrichtung der EURO 2024 sein.

Ich möchte damit enden, dass mir wirklich wichtig ist, dass neben Ökologie, Sozialem und ökonomischen Fragen insbesondere auch für die Bürgerinnen und Bürger und auch für die Vereine etwas stehen bleibt von dem, was wir 2024 einmalig hier in unserer Stadt erleben dürfen. Unter anderem haben wir hier auch mit einem Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft, das letzte Gruppenspiel, vielleicht das wichtigste, was mich umso mehr freut, dass wir gemeinsam diesen Weg gehen und am Ende vor allem auch gute Gastgeberinnen und Gastgeber sein möchten.

Vielen herzlichen Dank!

(Beifall)

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 760

Stadtverordnete Julia Eberz, GRÜNE:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Eine nachhaltige UEFA EURO 2024 ist das Ziel der Stadt Frankfurt, des DFB und der UEFA. Doch was heißt eigentlich nachhaltig? Im allgemeinen Sprachgebrauch wird Nachhaltigkeit oft auf Umweltschutz und Klimagerechtigkeit reduziert, aber auch der DFB hat in seinem Nachhaltigkeitskonzept 2018 diesen Begriff deutlich ausgeweitet. Soziale Gerechtigkeit, Diversität, Compliance, Good Governance, Barrierefreiheit und Fairness fallen ebenso darunter wie die beiden oben genannten Punkte. Der Dezernent hat es in seiner Antwort auf die mündliche Frage auch schon erwähnt. Das Gegenteil einer nachhaltigen Sportgroßveranstaltung haben wir mit den Olympischen Winterspielen Anfang dieses Jahres erlebt und eine weitere steht in einigen Monaten noch vor der Tür: die Fußball-WM in Katar. Die FIFA sorgt sich mehr darum, dass einer ihrer Sponsoren bei der WM Alkohol ausschenken darf, als um die Rechte von queeren Fußballfans oder die Bedingungen der Arbeitssklaven, die unter menschenunwürdigen Umständen die Stadien gebaut haben, die übrigens, wie in Südafrika 2010, nach der WM größtenteils nicht oder kaum noch genutzt werden.

(Beifall)

In Frankfurt werden wir bei der UEFA EURO 2024 ganz genau hinschauen, dass von allen Beteiligten die gesetzten Standards erreicht werden. Aber auch wir in Frankfurt müssen unsere Hausaufgaben machen. Wir GRÜNE fordern, dass in Zukunft bei Sportgroßveranstaltungen alle Punkte eines Nachhaltigkeitskonzepts erprobt und umgesetzt werden. Dazu - auch das hatte Mike Josef schon angekündigt - ist eine dezernatsübergreifende, enge Zusammenarbeit notwendig, insbesondere mit dem Umweltdezernat, aber natürlich auch mit vielen weiteren Dezernaten. Eine plastikfreie Fanmeile, die vor Corona schon in Zusammenarbeit mit der Eintracht versucht werden sollte, gehört ebenso dazu wie begleitende Maßnahmen von #cleanffm zur Müllvermeidung, eine nachhaltige Planung der Fanmeile und der Fanzone in Bezug auf das gastronomische Angebot, die Barrierefreiheit und Angebote für Familien bis hin zu einem der wichtigsten Punkte, einer nachhaltigen Mobilität, weg von der Anreise im eigenen Auto hin zur Anreise mit der Bahn und aus der näheren Umgebung mit dem Fahrrad.

Die Vorbereitung liegt seit der Auflösung der Stabsstelle beim Sportamt. Eine Vorstellung der Steuerung und Kooperation in den Fachausschüssen in den kommenden Monaten würden wir GRÜNE sehr begrüßen, aber auch das hatte der Dezernent schon angekündigt. Insgesamt würden wir uns auch sehr freuen, wenn die entsprechenden Dezernate uns Stadtverordneten und natürlich den Bürgerinnen und Bürgern etwas offensiver vom Stand der Planung berichten würden. Ich gehe davon aus, dass der zuständige Dezernent in den kommenden Monaten auf diesen Wunsch eingehen wird, aber das hat er auch schon angekündigt. Wir sind gespannt auf das Konzept und vertrauen auf die Umsetzung aller Bereiche, den sozialen, ökologischen, sicherheitspolitischen, infrastrukturellen bis hin zu den Fankonzepten.

Noch eine ganz kleine Anmerkung: Ich möchte Mike Josef danken, dass er trotz des Trauerfalls im Sportdezernat Anfang dieser Woche diese Beantwortung übernommen hat. Auch im Namen der GRÜNEN-Fraktion unser herzliches Beileid!

Vielen Dank!

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Die nächste Rednerin ist Frau Stadtverordnete Friedrich von der CDU. Bitte schön!

Stadtverordnete Carolin Friedrich, CDU:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Damen und Herren!

Als Erstes möchte ich mich den letzten Worten von Frau Eberz anschließen. Auch von mir sehr herzliches Beileid! Wir sind alle sehr, sehr betroffen aufgrund dieses Trauerfalls.

Dennoch, die UEFA EURO 2024 stand und steht heute auf der Tagesordnung. Die UEFA EURO 2024 soll ein Fest für alle werden. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Natürlich hoffen wir alle, dass Nachhaltigkeit an dieser Stelle auch wieder besser gelebt werden kann als jetzt in der Pandemie. Da denke ich in erster Linie an Plastikbecher und Müll und natürlich auch daran, dass bis dahin ein entsprechendes Verkehrskonzept zu erstellen ist, damit die Fans auch einfach und unbeschwert zu den Veranstaltungsorten kommen können. Einfach nur eine Bahn bunt anzustreichen und für dieses Event zu werben, reicht da sicherlich nicht. Natürlich gab es Institutionen und Stakeholder, die in gemeinsamen Workshops diese Sachen erarbeitet haben. Das ist erst einmal eine gute Nachricht. Ich weiß, dass auch unser Sportamt stark involviert war. Doch Frau Eberz hat es angesprochen, es ist nicht nur die Stadt Frankfurt, es ist auch die UEFA, und die hat gerade in der letzten Zeit etwas unrühmlich gearbeitet. Ich würde es mal so sagen: Wir möchten es nicht erleben wie in Sevilla, dass es keine Getränke gibt. Wir möchten nicht, dass das Sicherheitskonzept, wie jetzt in Paris beim Champions-League-Finale, am Ende in irgendeiner Form nicht funktioniert.

Die gesamte Organisation muss natürlich klappen. Diese beinhaltet mehr, als nur die Pfandrückgabe zu organisieren oder zu überlegen, wie wir im Nachgang dieser Veranstaltung die Veranstaltungsorte nutzen, sondern es muss während der Veranstaltung funktionieren. Ich denke da nur an Pfandabgabestau mit Plastikkärtchen. Wir haben damit schon früher im Waldstadion schlechte Erfahrungen gemacht. Ich hoffe, dass der Fokus auch ein bisschen darauf liegt, damit es wie 2006, da war es einfach so, und auch wie 2011 bei der Frauenweltmeisterschaft wieder heißt: "Zu Gast bei Freunden". Das waren zwei große Events, an die man sich gerne erinnert. Wenn dieses Mal die Events nachhaltiger, ökologischer und an dieser Stelle auch noch fröhlicher werden, dann haben wir unser Ziel erreicht und dann sind wir auch alle ganz glücklich. Ich hoffe, dass diese fünf Spiele, die wir voraussichtlich hier haben, tatsächlich ein gut organisiertes Fest werden.

Vielen Dank!

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Danke schön, Frau Friedrich! Der nächste Redner ist Herr Stadtverordneter Klingelhöfer von der SPD. Bitte schön!

Stadtverordneter Jan Klingelhöfer, SPD:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Auch wir von der SPD-Fraktion schließen uns den Beileidsbekundungen an das Sportdezernat an. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

Die Planung für die UEFA EURO 2024 laufen auf Hochtouren. Wir freuen uns auf Gäste aus aller Welt, großartigen Sport und viele unvergessliche Momente. Wer sich noch an die WM 2006 in Frankfurt erinnert, weiß, welche elektrisierende Stimmung in unserer Stadt herrschen wird. Der Leitgedanke der deutschen Bewerbung um diese EM 2024 war Respekt, Vielfalt und Nachhaltigkeit, im Übrigen auch die Dinge, die wir uns als Koalition auf die Fahne geschrieben haben. Dass dieses nachhaltige Konzept überzeugen konnte, zeigt deutlich: Der Gigantismus der Großsportveranstaltungen ist vorbei. Das ist auch das, was die Menschen und wir auch erwarten. Man muss sich natürlich die Frage stellen: Was bleibt für Frankfurt, wenn das Turnier gespielt ist? Wir werden die vorhandene oder neugeschaffene Infrastruktur klug nutzen und dort verbessern, wo es auch in Zukunft notwendig und sinnvoll ist. Wie Sie wissen, wird in Frankfurt kein neues Stadion gebaut werden, das dann ungenutzt verfällt oder horrende Instandhaltungskosten verursacht. Aber wir werden unser Waldstadion ausbauen. Ich bin mir sicher, dass die Eintracht auch mit 60.000 Zuschauern ins Stadion ziehen wird. Die Eintracht wird neue Stehplätze anbieten können, übrigens zu vergünstigten Preisen, denn momentan kommen kaum noch Karten in den freien Verkauf.

Was bleiben wird, ist auch die Außenwirkung, die Frankfurt in der Welt haben wird. Der Imagegewinn, den friedlich feiernde Menschen im Stadion, am Mainufer oder in den Bars in den Stadtteilen erzeugen, ist riesig. Damit es gelingt, werden ganz viele Akteure dieser Stadt zusammenarbeiten müssen, nicht nur das Sportamt - das Sportdezernat und die Stadion GmbH arbeiten jetzt schon gemeinsam am Gelingen der UEFA EURO 2024 -, sondern auch die Ordnungskräfte oder die TCF. Bis hin zu den Verkehrsplanern und dem Grünflächenamt werden alle zusammenarbeiten müssen. Das bedeutet für die Stadt eine immense Anstrengung, aber ich bin überzeugt davon, dass wir das hinbekommen. Stadtrat Mike Josef ist in den ersten Monaten als Sportdezernent vor allem dadurch aufgefallen, dass er Dinge und Projekte hinbekommt. Weiter so! So ist sich die SPD-Fraktion sicher, dass er und alle Beteiligten die UEFA EURO 2024 auf allen Feldern zu einem großen Erfolg führen werden.

Vielen Dank!

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Die nächste Rednerin ist Frau Stadtverordnete Wollkopf von Volt. Bitte schön!

Stadtverordnete Britta Wollkopf, Volt:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

liebe Kolleginnen und Kollegen!

Fußball - ein Wort und schon steigen die Emotionen. Manche sind schon direkt genervt, manche haben ein vorfreudiges Kribbeln und andere schwelgen in Erinnerungen an den diesjährigen Frankfurter Fußball-Frühling. Fußball ist eigentlich ein einfaches Spiel. Jede und jeder von uns hat in ihrer oder seiner Kindheit und Jugend einmal auf ein Tor gekickt, eigentlich gar nicht so kompliziert. Aber dennoch hochpolitisch. Denn beim Profifußball geht es selbstverständlich um Geld, Macht und um die Art, wie diese Macht ausgeübt wird. Es gibt nicht wenige Menschen, auch in dieser Stadt, die dann mindestens ungläubig den Kopf schütteln, welche Kosten, Mühen und Umweltauswirkungen und spätestens seit der Entscheidung zur WM in Katar auch Menschenrechtsverletzungen in Kauf genommen werden, damit ein paar Männer - denn schließlich reden wir meistens über den Männerfußball - ihrem Sport nachgehen können und dabei nebenbei ein paar Millionen verdienen. Frankfurt wird also 2024 einer von zehn Austragungsorten der Fußball-EM, und wir freuen uns darüber. Eine EM in Deutschland, ohne dass Spiele in Frankfurt stattfinden, hätte ich mir auch nicht vorstellen wollen. Denn im Fußball geht es eben auch um das, was wir am 18. und 19. Mai in Frankfurt erlebt haben: eine Stimmung, die verbindet. Es hat so gutgetan, dieses Event zu nutzen, um einmal kollektiv Kraft zu schöpfen. Ich habe im Vorfeld überlegt, bei welcher anderen Gelegenheit man die Möglichkeit hat, diese verbindende Stimmung zu haben, dieses Umfassende. Mir ist bislang nichts eingefallen.

Also, dass die EM nach Frankfurt kommt, ist schön. Aber wir können das nur rechtfertigen, wenn alle Frankfurterinnen und Frankfurter auch etwas davon haben. Strukturelle Anpassungen, zum Beispiel im Bereich Mobilität und Barrierefreiheit - wir haben schon viel gehört -, im Bereich Plastikvermeidung, Nachhaltigkeit, Tourismuseinnahmen, ein harmonisches Erleben. Kein Verschweigen notwendiger Kritik. Philipp Lahm möchte eine möglichst klimaneutrale EM - einverstanden. Es geht darum, Frankfurt als bunten und offenen Gastgeber zu präsentieren, und dass das passieren wird, daran habe ich keine Zweifel.

Ich danke Natascha Kauder beziehungsweise Julia Eberz, dass sie heute diese Frage gestellt hat und damit zeigt, dass die Politik hier von Anfang an kritisch bleiben wird und vor allen Dingen die Nachhaltigkeit einfordert. Die ausführliche und wie ich finde sehr konkrete Antwort von Mike Josef zeigt, dass der Magistrat diese Auffassung teilt. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir in diesem Plenum darüber reden, denn beim Fußball gibt es nicht nur auf dem Platz Gewinner und Verlierer. Wir möchten zeigen, dass Frankfurt als Stadt sozialökologisch und nachhaltig Fragen so beantwortet, dass sie zu einer Gewinnerin wird.

Vielen Dank!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 2. Juni 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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