Nach einem Anschlag waren fast 50.000 Haushalte in Berlin teils über Tage von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch d
Zusammenfassung
In der Frage wird erfragt, wie Frankfurt auf ein Szenario eines flächendeckenden und langanhaltenden Stromausfalls vorbereitet ist. Der Magistrat betont, dass erhebliche Anstrengungen zur Vorbereitung unternommen werden, beschreibt die bestehenden Sicherheitsmaßnahmen und Notfallpläne, und erklärt, dass die Wirksamkeit dieser Planungen regelmäßig geprüft und aktualisiert wird.
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vom 22.01.2026, F 3762 Nach einem Anschlag waren fast 50.000 Haushalte in Berlin teils über Tage von der Stromversorgung abgeschnitten. Durch den Anschlag fielen bei Minusgraden Heizungen, das Mobilfunknetz, der Notruf und ÖPNV aus, die Wasserversorgung und Krankenhäuser liefen nur noch per Notstrom und Supermärkte, Schulen und Kitas mussten geschlossen bleiben. Die Stadt rief eine Großschadenslage aus und richtete Notunterkünfte ein. Zum Anschlag haben sich Linksextreme bekannt. Ich frage den Magistrat: Wie ist Frankfurt auf ein solches Szenario vorbereitet?
Antwort des Magistrats
Die Fragen Nr. 3747 und 3762 beantwortet der Magistrat gleichlautend: Der Magistrat schickt voraus, dass alle beteiligten Stellen erhebliche Anstrengungen für die Vorbereitung auf eine solche Situation im Rahmen des Möglichen aufwenden. Dessen ungeachtet ist deutlich herauszustellen, dass bei Schadenslagen, wie beispielsweise einem flächendeckenden und langanhaltenden Stromausfall oder einer Gasmangellage, die Organisationen der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes den Ausfall der betroffenen Infrastruktur nicht vollumfänglich kompensieren können. Zur Überbrückung eines möglichen Stromausfalls verweist der Magistrat daher auch auf Vorkehrungsmaßnahmen, die die Bürgerinnen und Bürger eigenständig treffen sollten. Hilfreich sind hierzu Informationen, die das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, BBK, herausgibt. Die Informationen sowie Antworten zu häufig gestellten Fragen im Handlungsbereich Stromausfälle in Frankfurt am Main können im Internet unter www.feuerwehr-frankfurt.de/ihre-sicherheit/vorsorge-und-selbstschutz abgerufen werden. Grundsätzlich hat Deutschland eines der zuverlässigsten Stromversorgungssysteme weltweit. Das gilt gleichermaßen sowohl für Hessen als auch Frankfurt am Main. Größtenteils redundante Systeme gewährleisten in Frankfurt eine hohe Versorgungszuverlässigkeit. Seitens der Netzdienste Rhein-Main GmbH, NRM, ein Tochterunternehmen der Mainova AG, wird die Sicherheit des Netzes durch regelmäßige Wartungs- und Erneuerungsmaßnahmen gewährleistet. Zudem ist das Stromnetz nach dem n-1-Prinzip ausgelegt. Das heißt, wenn eine Stromleitung ausfällt, sorgen weitere redundante Betriebsmittel für eine stabile Versorgung. Zudem ist die Stromversorgung Frankfurts durch den Anschluss an zwei Übertragungsnetze, von Amprion und Tennet, abgesichert. Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen kann ein Stromausfall aufgrund von Wetterereignissen, technischen Defekten oder externen Beschädigungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Für den seltenen Fall eines Stromausfalls gibt es umfangreiche Notfallpläne, die ständig aktualisiert werden. Um bei einem Stromausfall schnell reagieren zu können, stehen rund um die Uhr Fachpersonal und Material zur Störungsbeseitigung zur Verfügung. Im Störungsfall ist das Fachpersonal der Erstentstörung in der Regel innerhalb kurzer Zeit vor Ort, um die Entstörung einzuleiten. Für lokal begrenzte Stromausfälle, zum Beispiel wenige Straßenzüge, hält die Mainova zusätzlich mobile Lösungen bereit. Außerdem hält die NRM für einen Netzwiederaufbau nach großflächigeren Stromausfällen Notfallpläne vor. Diese Notfallpläne sind sowohl mit dem vorgelagerten Übertragungsnetzbetreiber TenneT als auch den örtlichen Behörden abgestimmt. Notfall- und Krisenszenarien sowie die dazugehörigen Maßnahmenpläne bestehen und werden fortlaufend überprüft sowie an veränderte Rahmenbedingungen, Gefährdungslagen und Risiken angepasst. Die Wirksamkeit dieser Planungen wird regelmäßig fortgeschrieben und durch Übungen überprüft. Die städtischen Ämter sind zusammen mit der Mainova und dem Land Hessen im ständigen Austausch. Derzeit wird geprüft, welche Erkenntnisse aus dem Vorfall in Berlin ggf. eine Anpassung der Gefährdungsbeurteilungen und Maßnahmenpläne erforderlich machen. Die Frankfurter Kliniken haben einen valide aufgebauten Krankenhausalarm- und Einsatzplan. In diesem wird auch das Szenario "langanhaltender Stromausfall" beschrieben. Alle Kliniken sind mit einer entsprechenden Notstromversorgung ausgestattet, die regelmäßig auf Funktionsfähigkeit getestet wird. Feuerwehr und Rettungsdienste in Frankfurt sind ebenfalls auf einen möglichen Stromausfall vorbereitet und können durch Notstromversorgungen den Bürgerinnen und Bürgern in akuten Notsituationen Hilfe leisten. Einsatzkonzepte und spezifische Einsatzpläne liegen hierzu vor. Zudem beübt die Stadt Frankfurt am Main seit Jahren unterschiedlichste Szenarien mit Großübungen im Stadtgebiet mit dem Ziel, Schutzmaßnahmen für die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger in eskalierenden Lagen zu trainieren. Ein Übungsschwerpunkt liegt hierbei in der Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit der Einsatzstrukturen in hochdynamischen Gefahren- und Sabotagelagen, um Schäden so effektiv wie möglich beheben zu können. Die nächste Großübung in Frankfurt am Main findet im September 2026 statt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 22. Januar 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.