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In den vergangenen Wochen wurde berichtet, dass die UEFA Frauen-Europameisterschaft 2029 in Deutschland stattfinden soll

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Die Frage befasst sich mit den Lehren aus der Männer-Europameisterschaft 2024 und den Maßnahmen der Stadt Frankfurt für die Frauen-Europameisterschaft 2029 in Bezug auf Transparenz und gesellschaftlichen Nutzen. Der Magistrat unterstreicht die Priorität, die gleichen Anstrengungen für die Frauen-EM zu unternehmen und betont die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit und Transparenz in der Durchführung.

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Frage an den Magistrat

In den vergangenen Wochen wurde berichtet, dass die UEFA Frauen-Europameisterschaft 2029 in Deutschland stattfinden soll und Frankfurt erneut Gastgeberstadt ist. Die Männer-Europameisterschaft 2024 war in Frankfurt mit Kritik an Transparenz, Vergabeverfahren, Kosten und dem Nutzen für die Stadtgesellschaft verbunden. Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat: Welche Lehren zieht er aus 2024 und welche Maßnahmen sind für 2029 geplant, um Transparenz, faire Verfahren und einen nachhaltigen sozialen und kulturellen Nutzen für Frankfurt am Main sicherzustellen?

Antwort des Magistrats

Oberbürgermeister Mike Josef: Herr Vorsteher, liebe Mirrianne, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die EURO 24 in Frankfurt war - wie in der gesamten Republik - ein herausragendes und auch erfolgreiches Ereignis. Für den Magistrat - das ist mir wichtig - hat es Priorität, dass wir, was die Anstrengungen angeht, uns mit genauso viel Leidenschaft, denselben finanziellen Anstrengungen und demselben Einsatz der EM der Frauen 2029 widmen wie der Männer-EM 2024. Weil gerade im Sport die Frage der Gleichberechtigung, und im Fußball insbesondere zwischen dem Männer- und dem Frauenfußball, zwar in den letzten Jahren vorangekommen ist, aber auch noch nicht so stark, wie wir uns das wünschen, ist mir wichtig, dass unsere Anstrengungen für die Frauen-EM 2029 denen für die Männer-EM 2024 in nichts nachstehen. Das ist der erste Punkt, der mir wichtig ist und den ich hier klarstellen möchte. Die Planungen für die Europameisterschaft der Frauen im Jahr 2029 werden so ausgestaltet, dass wir wieder die Stadtverordneten frühzeitig einbeziehen werden. Es war bei der EM 2024 so, dass wir fünf ausverkaufte Spiele hatten, 1,2 Millionen Besucherinnen und Besucher aus ganz Europa und Bürgerinnen und Bürger waren von unserer Stadt begeistert. Bei den Schotten war es so, dass sie gesagt haben, sie feiern lieber in Frankfurt als in München, weil Frankfurt günstiger ist als München. Die Stadt Frankfurt hat sich bei den vielen internationalen Gästen, wie ich finde, als gute Gastgeberin präsentiert. Die Bilder von friedlich feiernden Fans aus den verschiedenen Ländern sind um die Welt gegangen und waren die beste Imagewerbung für unsere Stadt. Im Übrigen sind nicht nur die Wertschätzung und das Ideelle prima und gut, sondern wir haben nach der Nielsen-Studie auch einen ökonomischen Impact von über 700 Millionen Euro durch die Europameisterschaft 2024 gehabt. Der Aufwand für Organisation und Durchführung hat sich mehr als gelohnt. Ergänzend zu den Kernbereichen Mobilität, Sicherheit und Fanservice stand erstmals bei einem sportlichen Großereignis auch das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Neben den Angeboten von kostenfreiem Trinkwasser, inklusivem Public Viewing, inklusiven Aktivitäten und weiteren Sportprojekten wurde zum Beispiel während des Turniers ein faires und nachhaltiges Bildungscamp in der Nähe der Fanzone eingerichtet, welches von mehr als 1.200 Jugend-lichen gut angenommen wurde. Wir haben im Stadtwald in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Dezernat und der Euro GmbH genau 2024 Bäume gepflanzt. Mit Blick auf Nachhaltigkeit ist mir wichtig, auch darauf zu verweisen, dass das Floating Pitch - das schwimmende Spielfeld auf dem Main - jetzt auf dem Sportfeld Luisa von der Sportjugend genutzt wird. Dort haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit zu kicken. Im Übrigen haben wir dort mit der Übertragung der Fläche Luisa an die Sportjugend einen bewussten Schwerpunkt für Mädchenfußball etabliert, damit dort mehr Kapazitäten für die Vereine frei werden, die momentan Engpässe bei den Kapazitäten im Mädchenfußball haben. Diese positiven Erfahrungen - und deswegen erwähne ich das mit Blick auf die Nachhaltigkeit und den Mehrwert für die Zeit danach - wollen wir mitnehmen, so wie wir es bereits nach der Männer-WM 2006 erfolgreich für die Frauen-WM 2011 getan haben. Nachdem Deutschland im Dezember letzten Jahres den Zuschlag als Austragungsland der UEFA-Frauen-Europameisterschaft erhalten hat, wird Frankfurt alles daransetzen, sich bei diesem Sportereignis bestmöglich zu präsentieren. Ich finde es gut, dass wir solche Sportereignisse ausrichten, genauso finde ich das positive Bürgerbegehren in München zu den Olympischen Spielen gut, weil es unserem Land guttut. Wir können uns als gastfreundliche und weltoffene Metropole zeigen, und das werden wir auch. Wir waren nachhaltig, wir waren transparent, und das wird auch bei der Frauen-EM sein. Wir werden gemeinsam mit den Vereinen in die Umsetzung und Vorbereitung des Projekts GRLS WNTD SOCCER gehen. Ich möchte hier Natascha Kauder herzlichen Dank dafür sagen, dass sie das Projekt wieder ins Leben zurückgeholt hat. Mit deinem Ansatz, liebe Natascha, haben wir eine gute Grundlage, um uns auf die Europameisterschaft 2029 vorzubereiten.

(Beifall) Auch bei der Fanzone werden wir der Europameisterschaft 2024 in nichts nachstehen. Das gilt sowohl für die Transparenz als auch für die Nachhaltigkeit. Wir haben transparent gearbeitet, sind in dem von der Stadtverordnetenversammlung bewilligten Budget geblieben, und genauso werden wir es auch bei der Frauen-Europameisterschaft 2029 machen. Vielen herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit!

(Beifall) Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner: Es gibt eine Zusatzfrage von der Fragestellerin Mirrianne Mahn. Bitte schön! Stadtverordnete Mirrianne Mahn, ÖkoLinX-ELF: (Zusatzfrage) Das war ein super Vortrag. Ich habe die Männer-EM im Jahr 2024 auch sehr genossen. Ich unterstütze den Frauenfußball auch, finde auch Girls United und andere Programme sehr toll und freue mich für die Stadt. Das war aber nicht wirklich meine Frage. Berichten zufolge - die Intransparenz der UEFA und FIFA sind bekannt - wurden Gewinne von mehreren Millionen Euro seitens der UEFA gemacht. Mich würde interessieren, wie die Stadt plant, die UEFA an den horrenden Kosten für Sicherheit, Terrorabwehr und Reinigung der Stadt zu beteiligen. Es geht nicht darum, ob tolle Sachen stattfinden, es geht darum, ob die UEFA steuerfrei auf dem Nacken der Steuerzahlenden in Frankfurt eine gute Zeit hat oder ob wir die UEFA aktiv an diesen Kosten für ein gutes und sicheres Frauen-EM-Fest hier in Frankfurt beteiligen werden, was nur fair wäre.

(Beifall) Oberbürgermeister Mike Josef: (fortfahrend) Liebe Mirrianne, es wird wie bei der EM 2024 auch so sein, dass es ein Bewerbungsbuch geben wird - ein Bid Book. Dabei werden auch die Stadtverordneten und das Stadtparlament einbezogen und die Rahmenbedingungen festgehalten beziehungsweise festgesetzt. Im Übrigen hatten wir eine friedliche Europameisterschaft, das war auch gut so. Auf Grundlage des Bewerbungsbuches haben die Stadtverordneten die Möglichkeit, die Inhalte nicht nur einzusehen, sondern diese werden dann sicherlich gemeinsam beschlossen. In diesem Rahmen werden wir in die entsprechende Diskussion eintreten. Ich möchte lediglich sagen, dass es eine transparente EM war. Im Übrigen werden auch alle Sachen offen vergeben. Bei der Frage der Sicherheitsmaßnahmen und den Rahmenbedingungen werden wir sicherlich auch mit der UEFA Gespräche führen. Es ist nicht so, dass sich die UEFA nicht an der Finanzierung beteiligt hätte, beispielsweise bei der Fanzone. Die UEFA hat sich hier durchaus eingebracht. In der Tat hat die Stadt den Mehrwert der Europameisterschaft übernommen, aber wir sind innerhalb des von Ihnen bewilligten Budgets geblieben, und das wird auch beim nächsten Mal so sein. Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Wehnemann von der FRAKTION. Bitte schön! Stadtverordneter Nico Wehnemann, FRAKTION: (Zusatzfrage) Mike, ich entnehme deiner Aussage, dass du die UEFA für seriös und nicht für eine korrupte Organisation hältst, ist das richtig? Oberbürgermeister Mike Josef: (fortfahrend) Das war nicht die Frage von Mirrianne Mahn. Noch mal vielleicht etwas globaler gedacht: Man kann das Ganze natürlich auf dieser Ebene diskutieren. Ich halte es aber für nicht zielführend und ich finde es umgekehrt auch unseriös - damit warst nicht du gemeint, sondern es war auf die Frage bezogen. Ich möchte es an dieser Stelle noch einmal übergeordnet sagen: Wir sind eine Weltstadt, eine Großstadt, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten mehrere internationale Turniere ausgerichtet hat. Mit diesen Veranstaltungen haben wir uns erfolgreich präsentiert; die Welt ist zu uns gekommen, in eine weltoffene Stadt. Das war Werbung für uns, die wir mit Geld so nicht hätten bezahlen können. Natürlich kann man über jeden schimpfen und über ihn diskutieren, weil er andere Grundlagen und Wertevorstellungen hat. Meine Arbeit ist es, auf dieser Grundlage das Bestmögliche für die Stadt Frankfurt rauszuholen. Wenn wir uns beschweren, dass solche Großveranstaltungen nach Saudi-Arabien, Amerika oder woanders hingehen, ist es meine Intention, dass solche Großveranstaltungen, gerade wie die Frauen-Europameisterschaft, in einem Land stattfinden, das demokratisch und weltoffen dasteht und für Gleichberechtigung sowie für die Gleichstellung von Mann und Frau steht. Und genau da ist die Möglichkeit, dies mit der Europameisterschaft auch zu symbolisieren. Die Partner kann ich mir nicht aussuchen, ich kann aber die Grundlagen so justieren, dass ich sage, ich hole das Bestmögliche für diese Stadt und für den Frauenfußball raus. Und dafür sind wir gewählt, dafür bin ich Sportdezernent und Oberbürgermeister, und jetzt gehen wir in die Verhandlungen. Es ist gut, dass die Frauen-Europa-meisterschaft 2029 nach Frankfurt kommt. Ich finde, manchmal diskutieren wir Sachen - mit Verlaub - etwas subtil und provinziell für eine Weltstadt wie Frankfurt. Ich bin der Meinung, wir sollten durchaus selbstbewusster gegenüber Organisationen wie der UEFA auftreten. Vielen Dank!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 22. Januar 2026 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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