Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 31.03.2022, § 1514, hat sich die Stadt Frankfurt am Main auf den Weg zu
Zusammenfassung
Die Einführung von Car-Sharing-Stationen in Frankfurt-Sossenheim wird angestrebt, um den Parkdruck in der Region zu verringern, insbesondere in den Siedlungsgebieten Dunant und Carl-Sonnenschein. Trotz bereits abgewickelter Vorschläge gibt es derzeit kein Car-Sharing-Angebot in Sossenheim, da kein Anbieter die vorgeschlagenen Standorte gewählt hat. Zukünftig plant der Magistrat, weitere Zuteilungsverfahren durchzuführen, um ein Grundangebot auch in weniger attraktiven Lagen zu schaffen.
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Thema Verkehr und Straße verfolgenFrage an den Magistrat
Nach Aussage des Bundesumweltamtes ersetzt ein stationsbasiertes Car-Sharing-Fahrzeug je nach örtlichen Verhältnissen vier bis teilweise mehr als zehn Fahrzeuge, da die Nutzer vielfach ihr eigenes Auto beziehungsweise den Zweitwagen abschaffen. In Frankfurt-Sossenheim existiert keine einzige Car-Sharing-Station. Car-Sharing-Stationen würden den sehr großen Parkdruck insbesondere in der Dunant- und Carl-Sonnenschein-Siedlung mindern. Ich frage den Magistrat: Wann ist endlich auch in Sossenheim mit Car-Sharing-Stationen zu rechnen?
Antwort des Magistrats
Das Ziel der Stadt Frankfurt am Main, die Abfallmengen in der Stadt signifikant zu reduzieren, um so das Ziel "Null Verschwendung - Zero Waste" zu erreichen, lässt sich nur durch Zusammenwirken unterschiedlicher Maßnahmen erreichen. Neben der eigentlichen Kampagne sind hier die Anpassung der Leistungsangebote der Frankfurter Abfallwirtschaft und die Einbindung sowie die Stärkung zivilgesellschaftlicher Initiativen zentrale Elemente.
Im Bereich der Abfallwirtschaft hat der Magistrat in den vergangenen Jahren bereits diverse Aktionen ergriffen, die zum Ziel haben, den Frankfurter:innen eine korrekt getrennte Entsorgung ihrer Abfälle zu erleichtern. Denn nur eine möglichst sortenreine Trennung von Abfällen ermöglicht ein hochwertiges Recycling. Konkret wurde vor allem Folgendes umgesetzt:
- Im Auftrag der Stadt führt die Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH, FES, im Frühjahr und im Herbst eine Abfuhr von Grün- und Heckenschnitt durch. Die Abfuhr erfolgt direkt an den Liegenschaften. Im nächsten Schritt soll getestet werden, ob auf eine telefonische Anmeldung des Grünschnitts verzichtet werden kann und stattdessen eine Abfuhr an jeweils einem festen Tag je Stadtteil erfolgen kann (analog zur Weihnachtsbaumabfuhr).
https://www.fes-frankfurt.de/services/gruenschnittents orgung-frei-haus
- Um das Recycling defekter Elektrokleingeräte zu erleichtern wurde eine mobile Elektrogerätesammlung eingeführt, die insbesondere auch Bereiche bedienen soll, die weiter von den Wertstoffhöfen entfernt liegen. Das Elektrosammelmobil sammelt Elektrogeräte an festgelegten Terminen direkt vor Ort ein. Die Standorte des Sammelmobils sind identisch mit denen des Schadstoffmobils und werden zusammen mit den Terminen regelmäßig veröffentlicht. https://www.fes-frankfurt.de/services/mobile-elektrokleingeraete-sammlung
- Zur vereinfachten Abgabe von Altkleidern wurde, ergänzend zu dem bereits existierenden Netz an Altkleidercontainern, eine mobile Sammlung über den "Klamoddekurier" eingeführt. Hierbei werden die Altkleider nach Anmeldung direkt in der Wohnung abgeholt. https://klamoddekurier.fes-frankfurt.de/
- Bereits seit längerem existiert in Frankfurt die mobile Abholung von Elektrogroßgeräten, zum Beispiel Kühlschränken oder Waschmaschinen, aus der Wohnung. Um hier Synergieeffekte zwischen den verschiedenen Angeboten zu realisieren und Touren effizienter planen zu können, nehmen die Fahrzeuge seit Kurzem auch Altkleider und aussortierte Haushaltsgegenstände mit. Sofern dies möglich ist, werden die zurückgegebenen Produkte aufbereitet und erhalten über das Secondhand-Warenhaus Neufundland ein zweites Leben.
https://easi-frankfurt.de/
- Ebenfalls dem Ziel, die korrekte Entsorgung von Abfällen zu erleichtern, dient die Einführung des Self-Service-Angebots am Wertstoffhof Nord und am Kleinmüllplatz Landgraben. Hierdurch konnten die Öffnungszeiten sehr bürger:innenfreundlich signifikant ausgeweitet werden. https://www.fes-frankfurt.de/services/self-service
Bereits vor dem Start der Zero-Waste-Werbekampagne (https://zerowaste-ffm.de/) und dem Waste-Bewerb (https://zero.waste-bewerb.de/frankfurt) hat die Stadt regelmäßig auch weitere Werbemaßnahmen zu einzelnen Themen der Abfallvermeidung und Mülltrennung durchgeführt:
- Seit mehreren Jahren beteiligt sich das Umweltamt an den Kampagnen der "Aktion Biotonne Deutschland". https://aktion-biotonne-deutschland.de/
- Im Jahr 2024 wurde die Werbekampagne der Dualen Systeme zu Mülltrennung und Recyclingkreisläufen unterstützt. https://www.muelltrennung-wirkt.de/de/
- Ebenfalls seit mehreren Jahren wirbt die FES auf verschiedenen Wegen für eine stärkere Nutzung der Biotonne. https://www.fes-bio.de/
- Informationen rund um die Nachhaltigkeit, Wiederverwendung, Abfallvermeidung und Recycling werden regelmäßig auch über das Recyclist-Magazin verbreitet: https://www.recyclist-magazin.de/
Diese verschiedenen Formen der Öffentlichkeitsarbeit sollen auch weiter beibehalten, und wo möglich, eine Verknüpfung zur Zero Waste Kampagne geschaffen werden.
Das Thema Abfallvermeidung wird in Frankfurt jedoch außer durch das Umweltamt, die Stabsstelle Sauberes Frankfurt und die FES zusätzlich von einer Vielzahl von Initiativen unterstützt:
- Die wichtigsten Initiativen sind auf der Plattform "Frankfurt kann abfallfrei" zu finden. https://frankfurt-kann-abfallfrei.de/
- Auch auf der städtischen Zero-Waste-Seite sind die Zero Waste Initiativen und Projekte in und um Frankfurt zu finden. https://zerowaste-ffm.de/initiativen_projekte/
- Wichtigstes Ereignis zum Thema Abfallvermeidung ist seit vielen Jahren schon die jährlich stattfindende "Europäische Woche der Abfallvermeidung (EWAV)", bei der die meisten der oben genannten Initiativen aktiv sind. Im Jahr 2025 dauert diese "Woche" in Frankfurt einen ganzen Monat und führt viele Veranstaltungen und Workshops rund um das Thema Abfallvermeidung und Recycling durch. Die EWAV wird durch die FES koordiniert und das Umweltamt unterstützt einzelne Veranstaltungen mit kleinen Zuschüssen. https://frankfurt-kann-abfallfrei.de/ewav/.
Darüber hinaus sollen auch die folgenden Angebote dazu beitragen, dass Frankfurter Bürger:innen leichter aktiv Abfallvermeidung betreiben und sich zu dem Thema engagieren können:
- Konkrete Anlaufstelle zur Abfallvermeidung ist der Reparaturfinder, der dabei helfen soll, Produkten ein längeres Leben zu geben und die darin verwendeten Rohstoffe somit länger im Kreislauf zu halten. https://www.reparatur-finder.de/
- Ein weiterer Weg, um Ressourcen zu schonen, ist der Verzicht auf unnötigen Konsum. In der "Bibliothek der Dinge" der Stadtbücherei kann eine Vielzahl von Dingen ausgeliehen werden, die nur vorübergehend oder nur einmalig benötigt werden. Diese Sachen werden damit intensiver genutzt, müssen daher seltener gekauft und auch entsorgt werden. https://frankfurt.de/service-und-rathaus/verwaltung/aemter-und-institutionen/sta dtbuecherei/zeusch-fur-eusch
- Als Plattform zur Bürger:innen-Beteiligung dient das Zero-Waste-Lab. Hier können Projekt-Ideen rund um die Themen Zero Waste und ReUse vorgeschlagen werden. Ein Netzwerk aus Expert:innen beurteilt nicht nur die Umsetzbarkeit, sondern hilft auch dabei, geeignete Ideen zu realisieren. https://zerowaste-lab.de /
- Ein Projekt, das aus dem Zero-Waste-Lab entstanden ist und Abfallvermeidung praktisch erfahrbar macht, ist die Teilerei. Hier können nicht mehr benötigte Gegenstände abgegeben und gebrauchte Schätze mitgenommen werden. Dieses Projekt wird durch die Stadt unterstützt, indem das Umweltamt die Mietkosten trägt. https://teilerei-ffm.de/
Die folgenden Maßnahmen zur Stärkung der Abfallvermeidung sind in der nächsten Zeit geplant:
- Die Plattform ReYours (https://www.reyours.de/) dient dem Wiederverkauf von gebrauchten, zur Wiederverwendung geeigneten Elektro-Altgeräten. Diese Plattform soll erweitert und für eine Vielzahl von Produktkategorien geöffnet werden. Die Menge an Gegenständen, die damit vor der Entsorgung bewahrt und weiter im Kreislauf gehalten werden, soll damit erhöht werden. Zusätzlich soll eine zusätzliche Anlaufstelle zur Weitergabe von noch funktionsfähigen Gegenständen am Wertstoffhof West geschaffen werden.
- Zusammen mit dem oekom-Verlag bereitet das Umweltamt derzeit einen "Zero Waste Guide" vor. Dieses kleine Buch soll nicht nur umfangreiche Informationen rund um das Thema Abfallvermeidung liefern, sondern auch über die enthaltenen Gutscheine Kontakt zu Angeboten rund um das Thema Abfallvermeidung herstellen.
Um das Thema Wiederverwendung auch in der Breite stärker zu unterstützen bereitet der Magistrat derzeit den Beitritt der Stadt zum ReUse-Netzwerk Hessen vor. Die Gründung des Netzwerks wurde bereits aktiv durch das Umweltamt begleitet. Das Re-Use Netzwerk Hessen bringt kommunale Akteur:innen und gemeinnützige Betriebe zusammen, die sich für eine Stärkung der Wiederverwendung und den Aufbau einer sozialen und nachhaltigen Kreislaufwirtschaft engagieren. Es bietet eine Plattform für Austausch und Zusammenarbeit, unterstützt und verknüpft bestehende Initiativen und bringt Wiederverwendung in die Mitte der Gesellschaft. https://www.re-use-hessen.de/
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 30. Oktober 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.