Am 8. Oktober 2025 wurde der neue Spielplatz im Solmspark eröffnet, der nach den Kriterien der Inklusionsmatrix gebaut w
Zusammenfassung
Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat verschiedene Maßnahmen ergriffen, um Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu bekämpfen und den Schutz zu verbessern. Dazu gehören öffentliche Aktionen am Internationalen Tag gegen Gewalt, die Einführung einer Sensibilisierungsinitiative und die Koordinierung von Unterstützungsangeboten im Rahmen der Istanbul-Konvention. Ziel ist es, frauen- und mädchenspezifische Gewalt zu reduzieren und die Sicherheit der betroffenen Personen nachhaltig zu erhöhen.
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Thema Gesundheit und Soziales verfolgenFrage an den Magistrat
Am 25. November wurde wie jedes Jahr weltweit gegen Gewalt an Frauen und Mädchen protestiert und der Opfer gedacht. Laut dem aktuellem Bericht des BKA ist die Zahl der Gewalt- und anderen Straftaten gegen Frauen und Mädchen auch in 2024 erneut gestiegen. Deshalb frage ich den Magistrat: Welche Aktivitäten hat der Magistrat anlässlich des Aktionstages ergriffen und was tut er insgesamt, um Frauen und Mädchen in Frankfurt noch besser vor Gewalt zu schützen?
Antwort des Magistrats
Antwort des Magistrats: Stadträtin Tina Zapf-Rodriguez: Danke schön! Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, sehr geehrte Stadtverordnete Baumann, liebe Beatrix, meine Damen und Herren! Am 25. November wird weltweit an die fortbestehende Gewalt gegen Frauen und Mädchen erinnert. Die aktuellen Lagebilder zeigen wie schon gesagt erneut eine dramatische Realität: Täglich gibt es bundesweit einen Tötungsversuch an einer Frau, alle vier Minuten Gewalt in Partnerschaften und über 187.000 betroffene Frauen im Bereich häuslicher Gewalt. Auch in Frankfurt bewegen sich die Fallzahlen seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau von über 2.000 Fällen jährlich. Der Magistrat zeigt jedes Jahr am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen - wie auch das ganze Jahr über - klare Haltung und arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen im Gewaltschutz. Zu den Aktivitäten rund um den 25. November im Einzelnen: Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wurde die städtische Sensibilisierungsinitiative "Gewalt beginnt leise. Stark gegen Gewalt" ins Leben gerufen. Sie macht mit vier Motiven zu verschiedenen Gewaltformen das Thema im Stadtraum sichtbar und verweist auf die neue Webseite www.stark-gegen-gewalt-frankfurt.de. Diese bietet Betroffenen wie Fachkräften gebündelte Informationen und Hilfe. Mit Öffentlichkeitsarbeit und Webseite realisieren Magistrat und Stadtverwaltung zwei zentrale Forderungen des Beteiligungsprozesses zur kommunalen Umsetzung der Istanbul-Konvention. Die Stadt unterstützte wie in jedem Jahr die Kundgebung und Demonstration am 25. November, dieses Jahr mit rund 500 Teilnehmenden und großer medialer Reichweite. Im Rahmen der UN-Kampagne "Orange the World" wurden unter anderem die Paulskirche, das Historische Museum und das DGB-Haus an diesem Tag orange illuminiert. Darüber hinaus stehen seit dem 21. November orangefarbene Bänke an Hauptwache und Zeil. Sie machen auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam und führen per QR-Code direkt zur bereits genannten Webseite. Weitere Bänke werden folgen. Seit Ende November wird zusätzlich das neue Heimwegtelefon umfassend beworben, um das Sicherheitsgefühl in der Stadt zu stärken. Zu den Gewaltschutzmaßnahmen insgesamt ist zu sagen: Der Gewaltschutz in Frankfurt basiert nicht nur auf Aktionen rund um den 25. November, sondern auf einer langfristigen, strukturierten Strategie. Zentrales Element ist die Koordinierungsstelle Istanbul-Konvention beim Frauenreferat. Diese Koordinierungsstelle vernetzt im Rahmen eines systematischen Beteiligungsprozesses Polizei, Justiz, Sozial- und Jugendhilfe, Kliniken, Beratungsstellen und zivilgesellschaftliche Träger. Sie steuert die Umsetzung der Istanbul-Konvention auf kommunaler Ebene. Sie identifiziert Bedarfe und Versorgungslücken und hat 2024 eine umfassende Bestandsaufnahme vorgelegt, die klare Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Hilfesystems enthält. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf vulnerablen Gruppen wie wohnungslosen oder drogengebrauchenden Frauen, Frauen mit Behinderungen, Geflüchteten und Sexarbeiterinnen. Die Stadt stärkt hier kontinuierlich Zugänge zu Schutz, Beratung und Prävention - unter anderem durch Fachtage, Fortbildungen und verbesserte Vernetzung im Hilfesystem. Mit Blick auf den Schutz der besonders vulnerablen Gruppe der Minderjährigen hat das Jugend- und Sozialamt ein standardisiertes Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung eingeleitet. Ziel ist es, in diesem Rahmen eine kriteriengeleitete Gefährdungseinschätzung vorzunehmen und geeignete Schutz- und Hilfemaßnahmen einzuleiten, um die Sicherheit und das Wohl der betroffenen Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Ein wichtiger Bestandteil des Gewaltschutzes ist auch die Täter:innenarbeit, die gewaltbereite Personen in die Verantwortung nimmt und damit aktiv zur Gewaltprävention beiträgt. Hierbei arbeiten verschiedene Ämter wie das Frauenreferat und das Jugend- und Sozialamt unter anderem eng mit Polizei, Frauenhäusern, Fachberatungsstellen und den Familiengerichten zusammen, um Schutz, Stabilisierung und langfristige Hilfe zu gewährleisten. Weiterhin sind niedrigschwellige Zugänge zu Unterstützungsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen entscheidend, um sie vor andauernder oder drohender Gewalt zu schützen. Dabei leisten medienspezifische Angebote und Einrichtungen im Bereich Offener Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit und der freien Wohlfahrtspflege einen entscheidenden Beitrag. Diese Angebote und Einrichtungen unterstützen Mädchen und Frauen dabei, akute sowie strukturelle geschlechtsspezifische Gewalt zu erkennen. Sie begleiten bei der Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten und haben eine wichtige Verweisfunktion zu Beratungsstellen, Schutzeinrichtungen und Justiz. Ein enger und regelmäßiger Austausch unter anderem mit Fachberatungsstellen und Schutzeinrichtungen ist dabei unerlässlich, ob beispielsweise im Arbeitskreis Intervention bei Gewalt gegen Frauen (AK InGe) oder im Arbeitskreis "Runder Tisch gegen häusliche Gewalt" mit Träger:innen und Behörden aus dem Sozialraum. In Frankfurt am Main gibt es zudem mehrere Beratungsstellen für Frauen und Mädchen sowie Frauenhäuser für Frauen, die von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Im Frauenhaus bekommen sie Schutz und Unterstützung, bis sie sich in ihrer neuen Lebenssituation stabilisiert haben. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass die Stadt Frankfurt sich der zunehmenden Gewalt gegen Frauen und Mädchen durch Sichtbarkeit, konkrete Hilfeangebote und eine klare strategische Weiterentwicklung des Gewaltschutzes, der Prävention und der Sensibilisierung der Stadtgesellschaft konsequent entgegenstellt.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 30. Oktober 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.