Medienberichten zufolge ist in den kommenden Wochen mit einer Entscheidung über den Austragungsort der IAA für die Jahre
Zusammenfassung
Der Oberbürgermeister von Frankfurt, Mike Josef, erläutert die Maßnahmen zur Rückkehr der IAA nach Frankfurt. Er betont die positive Entwicklung der Messe Frankfurt und die Bemühungen, neue Messen zu akquirieren, um die IAA wieder nach Frankfurt zu holen.
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Thema Wirtschaft und Tourismus verfolgenFrage an den Magistrat
Medienberichten zufolge ist in den kommenden Wochen mit einer Entscheidung über den Austragungsort der IAA für die Jahre 2027, 2029 und 2031 zu rechnen.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Oberbürgermeister:
Welche konkreten Maßnahmen unternimmt der Oberbürgermeister, um die Rückkehr der IAA nach Frankfurt zu ermöglichen?
Antwort des Magistrats
Oberbürgermeister Mike Josef:
Herr Vorsteher,
sehr geehrter Herr Stadtverordneter Ritter!
Erlauben Sie mir vorab zu sagen, dass sich die Messe entgegen vieler Befürchtungen und im Übrigen auch entgegen vieler Expertenmeinungen sehr schnell erholt hat, was gut für die Stadt Frankfurt und das Land Hessen ist. Es ist in diesen Tagen immer wieder der Fall, dass vom Gartenzaun aus bewertet wird, was richtig und was falsch ist. Es ist noch einmal eine andere Situation, wenn man Verantwortung übernimmt. Ich kann mich noch erinnern kann, dass wir vor ein paar Jahren bei der Messe im Aufsichtsrat darüber diskutiert haben, ob man diesen großen Standort für die Messe nach der Coronapandemie überhaupt noch braucht.
Das Jahr 2024 war, gemessen an den allermeisten Finanzkennzahlen, das stärkste Jahr der Messegeschichte; das gilt insbesondere auch, wenn man den Standort Frankfurt betrachtet. Das finde ich wichtig, weil wir auch Beteiligungen an anderen Gesellschaften haben. Es ist wichtig, dass wir die Ausgangssituation hier in Frankfurt betrachten, das ist der Hauptstandort und daher ist es auch wichtig, dass sich dieser Standort Frankfurt mit seinen Arbeitsplätzen entsprechend gut entwickelt. Ich bin optimistisch, dass die Messe Frankfurt ihr Wachstum auch 2025 fortsetzt. Es war im Nachhinein die richtige Entscheidung, die Messe zu unterstützen. Dafür danke ich allen Kolleginnen und Kollegen des Magistrats, die dazu beigetragen haben, der Stadtverordnetenversammlung und natürlich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in der schwierigen Zeit der Pandemie die Messe getragen haben und es so der Messe Frankfurt ermöglicht haben, dass wir heute wieder dort stehen, wo wir stehen. Es konnten außerdem weitere wertvolle Messen mit dem Status von Weltleitmessen akquiriert werden. Hierzu zählen unter anderem die EUROBIKE oder die INTERGEO, die sich entschieden haben, jeweils für mehrere Jahre nach Frankfurt zu kommen.
Die Messe Frankfurt besitzt mit 15 Messen unter der Marke Automechanika sowie der EUROBIKE, der weltweit führenden Messe für alles rund ums Thema Fahrrad, ein umfassendes eigenes Portfolio im Mobilitätsbereich, das kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Außerdem wird gerade daran gearbeitet, weitere wirtschaftlich bedeutende Traditionsmessen nach Frankfurt zu holen. Frankfurt hat bereits mit der erfolgreichen Ansiedlung der EUROBIKE bewiesen, dass die Stadt aufgrund ihrer Lage als nationales und internationales Verkehrskreuz ein mehr als geeigneter Standort für zukunftsweisende Mobilitätsmessen ist. Der Magistrat ist bestrebt, die Akquirierung von geeigneten Messen und Kongressen zu unterstützen. Das habe ich in den letzten Monaten immer wieder gesagt. Eine moderne IAA würde sich gut in das Gefüge der Mobilitätsmessen in Frankfurt einfügen.
Bisher fanden diverse Gespräche mit dem VDA zur zukünftigen Verortung der Messe statt. Hierzu wurden auch unter Federführung der Staatskanzlei in Wiesbaden einige Gesprächstermine organisiert. Außerdem fand im Januar dieses Jahres ein Vor-Ort-Termin statt. Hierbei haben sich Vertreter des VDA in Begleitung von Vertretern der Messe Frankfurt, der TCF und des Wirtschaftsdezernates das Messegelände und die Frankfurter Innenstadt im Kontext einer eventuellen Austragung angeschaut. Im Übrigen gibt es auch im Magistrat Einigkeit darüber. Das Wirtschaftsdezernat hat das tatkräftig unterstützt und das Mobilitätsdezernat hat sich hier mit Blick auf eine modernisierte IAA geäußert und das durchaus begrüßt. So kann ich sagen: Wir waren 70 Jahre lang der zentrale internationale und höchst erfolgreiche Standort der IAA. Die Entwicklung des Automobils gehört nach wie vor zu Deutschlands Schlüsseltechnologien, und so ist der Frage der Zukunft des Autos - welche Antriebe, welche Technologien? - durchaus eine große wirtschaftliche Bedeutung beizumessen, denn Autos wird es perspektivisch weiterhin geben, auch in den Städten.
Die Messe Frankfurt führt fortlaufend Gespräche mit potenziellen Veranstaltern mit dem Ziel, neue Messen für Frankfurt zu gewinnen. Das ist entscheidend. Wir haben immer gesagt, wenn der VDA sich dazu entscheidet, die IAA auszuschreiben, dann wird sich die Stadt Frankfurt zusammen mit dem Land Hessen und der Messe Frankfurt für die IAA bewerben.
(Beifall)
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Es gibt zunächst eine Zusatzfrage vom Fragesteller Herrn Ritter. Bitte!
Stadtverordneter Nathaniel Ritter, FDP:
(Zusatzfrage)
Vielen Dank! Ich freue mich sehr, dass wir da einer Meinung sind. Können Sie etwas zu den Erfolgsaussichten, die die Stadt Frankfurt oder die Messe bei einer Bewerbung hat, sagen?
Oberbürgermeister Mike Josef:
(fortfahrend)
Lieber Herr Ritter, das kann ich nicht sagen. Wie gesagt, die Voraussetzung ist erst einmal, dass eine Ausschreibung stattfindet und dann werden wir sehen. Das hängt natürlich auch davon ab, wie die Konkurrenz ist. Aber ich kann generell sagen, dass die Stadt Frankfurt und das Land Hessen mit Blick auf die Messen angesehen sind. Ich war vor einigen Monaten in unserer Partnerstadt Leipzig. Für die Stadt Leipzig ist die Messe Frankfurt beispielsweise eine Benchmark. Von daher sind wir insgesamt gut aufgestellt, insbesondere im Hinblick auf zukünftige Messeanwerbungen in den verschiedensten Bereichen. Wie gesagt, wir sind dabei - hoffentlich erfolgreich -, größere, wirtschaftlich bedeutende Messen nach Frankfurt zu holen.
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Stadtverordneter Dr. Mehler-Würzbach von der Linken-Fraktion. Bitte!
Stadtverordnete Dr. Daniela Mehler-Würzbach, Linke:
(Zusatzfrage)
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, die IAA gilt auch als Symbol einer gescheiterten Verkehrspolitik, die Konzerninteressen über Klimaschutz, soziale Teilhabe und lebenswerte Städte stellt. In München wurde die Messe zur Bühne für Greenwashing, für autoritäres Vorgehen gegen die Proteste gegen die IAA und - ein weiterer Kritikpunkt - für die Besetzung öffentlicher Räume, die der Öffentlichkeit durch die IAA entzogen wurden. Warum sollte sich Frankfurt also freiwillig erneut mit einer Veranstaltung identifizieren, die nicht für die Zukunft der Mobilität steht, sondern für ihr Scheitern?
(Beifall)
Oberbürgermeister Mike Josef:
(fortfahrend)
Frau Dr. Mehler-Würzbach, ich kann das nur insoweit bewerten, als der Stadtrat in München das offenbar anders sieht, weil er dazu eine andere Entscheidung getroffen hat. Das habe ich auch vorgestern bei einer großen Debatte gesagt. Ich war in den letzten Monaten in mehreren Städten unterwegs, wir hatten auch Delegationen von unterschiedlichen Städten zu Gast und es gab in Davos mit Vertreterinnen und Vertretern von Städten aus Südostasien und den USA Diskussionen und Konferenzen über die Zukunft der Mobilität. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass die Mobilität in Zukunft anders sein wird, als sie es heute ist, und sich Städte verändern, dass aber auch zukünftig das Auto ein Teil der Mobilität sein wird. Diejenigen, die sagen - der Meinung kann man ja sein, ich teile sie jedoch nicht -, das Auto ist nicht die Zukunft der Mobilität, fahren in der Regel auch durchaus ab und an mit dem Auto durch die Stadt. Die Frage wird sein: Mit welchen Technologien, mit welchem Antrieb und in welcher Aufteilung mit Blick auf den Modal Split werden Städte wie Frankfurt, wo wir nun einmal auch die außerordentliche Situation haben, dass wir jeden Tag 400.000 Pendlerinnen und Pendler haben, die Zukunft der Mobilität angehen können? Und dass das eine Diskussion ist, ist richtig. Ich glaube aber, dass die Frage der Technologien auch bei der Automobilität ein Thema ist, das man im Rahmen einer IAA und einer Messe gut beantworten sollte. Deswegen sagen wir immer, dass eine modernisierte IAA auch gut zu unserer Stadt passen würde. Wir haben hier Diskussionen über die Zukunft der Mobilität. Das sind keine einfachen Diskussionen. Aber keine Stadt dieser Welt kommt momentan an dieser Diskussion vorbei. Ich glaube aber, dass in geänderter Form die Frage der Elektrifizierung eine wesentliche Rolle in der Zukunft des Autos und der Mobilität spielen wird. Das Auto wird eben auch ein Teil der Mobilität in unserer Stadt sein, genauso wie das Fahrrad und der ÖPNV.
Vielen Dank!
(Beifall)
Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 3256
Stadtverordneter Nathaniel Ritter, FDP:
So, schwieriger Themen-Break.
Sehr geehrter Herr Vorsteher,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Frankfurt ist das Kraftzentrum Hessens und das Tor Deutschlands zur Welt. Doch was oft vergessen wird, ist, dass unsere Stadt ihren wirtschaftlichen Wohlstand nicht nur der Finanzbranche verdankt - nein, es ist auch und gerade die Messe Frankfurt, die mit ihrer globalen Ausstrahlung Arbeitsplätze schafft, Innovation ermöglicht und Frankfurt auf die Weltkarte der internationalen Handelsplätze setzt. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache - der Herr Oberbürgermeister hat es schon angesprochen. Im Geschäftsjahr 2024 verzeichnete die Messe Frankfurt einen Rekordumsatz von 780 Millionen Euro. Das ist nicht nur ein Plus von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr, sondern ein historischer Höchstwert, der seinesgleichen sucht. Die Messe hatte 4,4 Millionen Besucher und knapp 100.000 Aussteller, und das wohlgemerkt alles ohne die IAA. Da wir aber noch besser werden müssen - das sollte zumindest unser Anspruch an uns selbst und an unsere Messe sein -, dürfen wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen. Deswegen begrüßen wir ausdrücklich die Bemühungen unseres Oberbürgermeisters, die IAA in ihre Heimat, nach Frankfurt, zurückzuholen.
Die IAA war das Aushängeschild der deutschen Spitzentechnologie auf dem Gebiet Pkw, Lkw und der Zuliefererbranche. Die Rückkehr dieses Aushängeschilds in das Aushängeschild Deutschlands wäre ein Gewinn für alle Seiten. Wir Freie Demokraten wollen diesen Gewinn - für unsere Wirtschaft, für unsere Menschen, für unseren Standort. Deswegen bin ich dankbar, dass das Wirtschaftsdezernat mit der Wirtschaftsdezernentin, aber auch allen ihren Mitarbeitern seit Jahren im Hintergrund daran arbeitet, wie ich weiß. Scheinbar erleben wir magistratsübergreifend eine gute Zusammenarbeit. Das finde ich auch wirklich gut. Was nicht gut ist, sondern wirklich unschön, ist das, was wir während der Fragestellung wieder erlebt haben: Buhrufe von der linken Seite des Hauses. Die politische Linke inklusive des Oberbürgermeisters außer Dienst, Peter Feldmann, kritisierte und kritisiert weiterhin - mal mehr, mal weniger - die Messe und die IAA selbst, mal wegen angeblich fehlender Nachhaltigkeit, mal wegen der Flächennutzung oder wegen internationaler Ambitionen. Man gewinnt förmlich den Eindruck, die Linke sähe die Messe am liebsten als soziokulturelles Begegnungszentrum ohne jede wirtschaftliche oder technologische Zielsetzung.
(Zurufe)
Meine Damen und Herren, wer so denkt, vertut jede Chance, die unserer Stadt auf dem Präsentierteller geliefert wird. Es ist bezeichnend: Während die antikapitalistische Ideologie der Linken die IAA oder das Ausrichten von Messen mit wirtschaftlichen Schwerpunkten ablehnt, profitieren Tausende Menschen in Frankfurt und Millionen in Deutschland von ebendieser. Sollte es zu der Ausschreibung kommen, bewerben Sie sich.
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Bitte den letzten Satz.
Stadtverordneter Nathaniel Ritter, FDP:
(fortfahrend)
Herr Oberbürgermeister, Frau Stadträtin, bitte bewerben Sie sich weiter so erfolgreich, wie Sie es bereits in der Vergangenheit getan haben. Sie haben uns als FDP an Ihrer Seite.
Vielen Dank!
(Beifall)
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Danke schön! Als nächste Rednerin hat das Wort für die CDU-Fraktion Frau Stadtverordnete Dr. Fabricius. Bitte schön!
Stadtverordnete Dr. Veronica Fabricius, CDU:
Sehr geehrter Herr stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher,
sehr geehrte Damen und Herren!
Eine urbane, neue IAA gehört nach Frankfurt in den Herzmuskel des Handels und der Mobilität. In unserer Stadt werden seit mindestens 785 Jahren erfolgreich Messen veranstaltet. Die Messe Frankfurt ist weltweit der größte Messeveranstalter - auch als Schaufenster für das Gütesiegel "Made in Germany". Mit eigenen hochmodernen Flächen, nicht wie anderorts am Stadtrand, sondern innenstadtnah.
Frankfurt ist internationales Drehkreuz für Luft-, Pkw-, Schienen-, Schiffs- und auch Datenverkehr - insofern: Besser geht es nicht - die Mobilitätsmesse im Mobilitätshotspot, meine Damen und Herren.
(Beifall)
Entgegen einer linksgrünen Bubble kennen wir als CDU kein Klassendenken hinsichtlich der Verkehrsteilnehmer und - wie auch unser sicherheitspolitischer Sprecher gerade erwähnte - keine einseitige Verkehrspolitik. Uns als CDU sind ohne ideologische Scheuklappen alle Verkehrsteilnehmer wichtig, meine Damen und Herren.
(Beifall)
Sie können den Kopf nicht in den Sand stecken. Gestern wurde bekannt gegeben, dass im Mai 2025 in Deutschland 297.000 Pkws zugelassen wurden und damit 1,2 Prozent mehr als im Vergleichsmonat Mai 2024. In Zeiten, in denen Sie als rot-grüne Koalition den ÖPNV in Frankfurt weiter ausdünnen und keinen einzigen Park-and-Ride-Parkplatz planen, geschweige denn bauen, können Sie die Menschen nicht weiter umerziehen wollen und ihnen vorschreiben, wie sie sich fortbewegen sollen.
Die IAA ist die Leitmesse für das technologisch ausgereifte Automobil der Zukunft. Diese Messe gehört wie die DNA zu Frankfurt und zu Hessen. Übrigens wurden für die IAA auch Tausende Arbeitsplätze geschaffen, von den Messebauern über die Hotellerie bis zu den Taxifahrern.
Die fast 70-jährige Tradition der IAA ist in Frankfurt willkommen und kann hier neu und erfolgreich aufgelegt werden, und zwar im Zusammenspiel zwischen Stadt und Land in einer gemeinsamen Kraftanstrengung.
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Den letzten Satz bitte.
Stadtverordnete Dr. Veronica Fabricius, CDU:
(fortfahrend)
Und so danken wir an dieser Stelle dem Ministerpräsidenten Boris Rhein für die Initiative, die IAA dorthin zurückzuholen, wo sie hingehört - nach Frankfurt.
(Beifall)
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Als nächster Redner hat Herr Stadtverordneter Amann für die SPD-Fraktion das Wort. Bitte schön!
Stadtverordneter Gregor Amann, SPD:
Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Autoindustrie ist eine der Schlüsselbranchen für die deutsche Wirtschaft mit über 500 Milliarden Euro Jahresumsatz und über zwei Millionen Arbeitsplätzen. Deutschland ist nach China, den USA und Japan der viertgrößte Automobilproduzent. Gleichzeitig ist Frankfurt nicht nur der bedeutendste Messestandort in Deutschland und Europa, sondern die Messe Frankfurt zählt auch zu den führenden und größten Messebetreibern weltweit.
Knapp 70 Jahre lang fand die IAA in Frankfurt statt. Der Grund, warum sie aus Frankfurt wegging, war übrigens nicht, wie so oft behauptet wird, eine nicht gehaltene Rede des damaligen Oberbürgermeisters. Wenn man in ChatGPT fragt, warum die IAA aus Frankfurt wegging, bekommt man folgende Antwort: "Der Grund für den Standortwechsel waren rückläufige Besucherzahlen, Proteste und der Wunsch nach einem neuen Konzept mit einem stärkeren Fokus auf Mobilität, Digitalisierung und Nachhaltigkeit."
Aber ich möchte nicht in die Vergangenheit schauen, Herr Pürsün, ich schaue in die Zukunft. Selbstverständlich wollen wir die IAA wieder in Frankfurt haben, da die ganze Stadt davon profitiert. Und ich glaube auch, dass es für die IAA keinen besseren Standort als Frankfurt gibt. Da ist die zentrale Lage in Deutschland und Europa, die gute internationale Verkehrsanbindung, die wirklich leistungsfähige Messegesellschaft mit einem modernen Gelände, das gute Hotel- und Gastronomieangebot und natürlich die Internationalität unserer Stadt.
Die Stadt München erhielt den Zuschlag für die IAA für die Jahre 2021, 2023 und 2025. Noch ist die Ausschreibung der Vergabe für die Folgejahre, also ab 2027, nicht erfolgt. Daher kann sich Frankfurt nicht offiziell dafür bewerben. Selbstverständlich laufen im Hintergrund bereits Gespräche und Vorbereitungen, um die IAA wieder nach Frankfurt zu holen.
Schon im Oktober 2023, also wenige Monate nach seinem Amtseintritt, berichteten die FAZ und der Hessische Rundfunk, dass der damals neu gewählte Oberbürgermeister Mike Josef mit dem Veranstalter der IAA - dem Verband der Automobilindustrie, VDA - im Gespräch sei, um die IAA wieder nach Frankfurt zu holen. Wie der Oberbürgermeister in seiner Antwort ausführte, gibt es bereits intensive Bemühungen von Stadt und Land, gemeinsam die IAA wieder nach Frankfurt zu holen. Der Oberbürgermeister, die Wirtschaftsdezernentin und der Ministerpräsident ziehen gemeinsam an einem Strang und bündeln ihre Kräfte, um die IAA wieder nach Frankfurt zu holen.
Der Oberbürgermeister erwähnte auch, dass es bereits im Januar einen Vor-Ort-Termin gab, bei dem die Vertreter des VDA, des Wirtschaftsdezernats und der Messe das Messegelände und die Frankfurter Innenstadt besichtigten. Ich persönlich bin begeistert, mit welchem Elan dieser Oberbürgermeister in den nur zwei Jahren seiner Amtszeit jedes schwierige Thema angeht - vom Bahnhofsviertel über die Multifunktionsarena bis hin zur Stärkung unseres Wirtschaftsstandorts.
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Bitte kommen Sie zum Schluss.
Stadtverordneter Gregor Amann, SPD:
(fortfahrend)
Wir holen die IAA hoffentlich nach Frankfurt. Das einzige Problem dabei könnte der Erfolg unserer Messe sein. Wir haben vergleichsweise wenig Kapazitäten, da wir viele Neumessen gewonnen haben, und das ist eigentlich das größte Hindernis, um die Messe nach Frankfurt zu holen.
Danke!
(Beifall)
Stellvertretender
Stadtverordnetenvorsteher
Dr. Christoph Rosenbaum:
Als Nächstes hat Herr Stadtverordneter Zieran für ÖkoLinX-ELF das Wort. Bitte schön!
Stadtverordneter Manfred Zieran, ÖkoLinX-ELF:
Guten Abend!
Nein, auf keinen Fall! Wir wollen die IAA nicht in Frankfurt. Warum wollen wir sie nicht? Erstens: weil das Auto ein Fossil der Vergangenheit ist. Wir müssen von der Autogesellschaft und dem Autofetisch wegkommen. Was ist diese Autoindustrie, die hier so hochgelobt wird? Die deutsche Autoindustrie oder das Autokapital ist noch nicht einmal in der Lage, die Zeichen der Zeit zu verstehen, und macht überall Obstruktionspolitik auf EU-Ebene gegen die Auflagen für fossile Antriebe. Dazu zählen auch Dieselantriebe, wie man wieder lesen konnte.
Diese Konzerne, die der Zeit weit hinterher sind und die auf dem Weltmarkt versagt haben, die wollen wir jetzt hier in Frankfurt haben, und die sollen ihre Karosserien der Vergangenheit ausstellen können? Nein, sage ich, die brauchen wir nicht!
(Beifall)
Wir brauchen den Fortschritt, der auf der einen Seite Arbeitsplätze sichert und auf der anderen ökologisch ist. Wir brauchen die Entwicklung der E-Autos. Wenn das deutsche Kapital eine Funktion haben soll, dann brauchen wir die Modernisierung dieser Industrie, dieses Kapitals. Dies muss vorangetrieben werden. Das machen Sie aber nicht, Sie machen das Gegenteil!
Wir brauchen kein Ausbremsen der Verkehrswende in Frankfurt, und wenn sich der Oberbürgermeister auf deren Seite stellt, dann ist Mike Josef einer der Ausbremser der Verkehrswende. Nein zur IAA!
Danke!
(Beifall)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 28. Mai 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.