Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG ist für die Wohnraumversorgung in Frankfurt unverzichtbar. Es häufen sich abe
Zusammenfassung
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG steht aufgrund von Beschwerden über ihren Kund:innenservice in der Kritik. Der Magistrat wird gefragt, wie er die ABG unterstützen kann, um Mieter:innen bei Problemen und Beschwerden schneller und kompetenter zu helfen. Ziel ist es, die Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit der ABG zu verbessern.
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Thema Wohnen verfolgenFrage an den Magistrat
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft ABG ist für die Wohnraumversorgung in Frankfurt unverzichtbar. Es häufen sich aber leider Beschwerden über den mangelnden Kund:innenservice der ABG. Es wird berichtet, dass regionale Servicecenter auch während der ausgewiesenen Dienstzeiten nicht erreichbar sind, dass dringende Anfragen per Mail nur mit erheblicher Verspätung beantwortet werden und berechtigten Beschwerden nicht nachgegangen wird.
Ich frage daher den Magistrat:
Wie wird der Magistrat auf die Geschäftsführung der ABG einwirken, um den Mieter:innen bei Problemen und Beschwerden in Zukunft schnell und kompetent helfen zu können?
Antwort des Magistrats
Stadtrat Prof. Dr. Marcus Gwechenberger:
Sehr geehrte Stadtverordnetenvorsteherin,
sehr geehrte Stadtverordnete Schulz-Nurtsch, sehr geehrte Stadtverordnete!
Die ABG arbeitet intensiv daran, die Erreichbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit ihrer Servicecenter stetig zu verbessern. Dazu zählen unter anderem eine interne Evaluation der Bearbeitungszeit von Mieter:innen-anfragen und die regelmäßige Überprüfung der telefonischen Erreichbarkeit. In den üblichen Dienstzeiten stehen Ansprechpartner:innen telefonisch zur Verfügung. Bei technischen Notfällen kann eine Hotline kontaktiert werden. Darüber hinaus besteht jederzeit die Möglichkeit, über ein Kontaktformular auf der Homepage der ABG Anliegen zu adressieren oder die Service-App der ABG "Meine ABG" zu nutzen. Sollte die Bearbeitungsgeschwindigkeit oder Erreichbarkeit bei der ABG nicht der gewünschten Qualität entsprechen, bittet der Magistrat um entsprechende Hinweise.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Es gibt eine Zusatzfrage von Herrn Yilmaz. Bitte schön!
Stadtverordneter Eyup Yilmaz, fraktionslos:
(Zusatzfrage)
Es gibt tatsächlich so viele Beschwerden. Sie haben gesagt, man kann auch die Hotline anrufen. Bei der Hotline geht keiner dran. Sie bekommen auch keine Antworten. Genau vor zehn Jahren war die Situation eine ganz andere. Jeder Mitarbeiter war für ein Gebiet zuständig. Sie haben das jetzt geändert, genauso wie bei Vonovia oder anderen börsennotierten Gesellschaften. Sie können dort per Telefon niemanden erreichen. Sie müssen eine E-Mail oder einen Brief schreiben. Da muss etwas getan werden. Was werden Sie konkret tun?
(Beifall)
Stadtrat Prof. Dr. Marcus Gwechenberger:
(fortfahrend)
Da hätte ich die Bitte, dass der Hinweis ganz konkret benannt wird. Wer hat wann versucht, die ABG zu erreichen, und hat die ABG nicht erreicht? Ich bitte um einen ganz konkreten Hinweis, dann kann ich dem nachgehen. Meine Information ist die, dass es diese Hotline gibt und dass sie auch entsprechend technisch funktioniert und Anfragen bearbeitet werden. Aber wenn es ganz konkrete Hinweise gibt, dass das nicht der Fall ist, dann bitte ich diese an mich zu senden. Wenn man eine konkrete Uhrzeit nennt, zu der die ABG nicht erreicht werden konnte, dann kann ich dem nachgehen und mache das auch gerne. Von daher bitte ich darum, wenn es Erfahrungen gibt, dass die ABG nicht erreicht wurde, das so konkret wie möglich an mich zu übermitteln, damit ich dem nachgehen kann.
(Beifall)
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Die zweite Zusatzfrage kommt von Frau Eberz von den GRÜNEN. Bitte schön!
Stadtverordnete Julia Eberz, GRÜNE:
(Zusatzfrage)
Vielen Dank für die Antwort! Gibt es denn für die Serviceprozesse irgendwelche internen oder externen Qualitätssicherungen oder einen Audit oder eine Zertifizierung? Wenn nicht, ist das bei der ABG angedacht?
Stadtrat Prof. Dr. Marcus Gwechenberger:
(fortfahrend)
Es gibt eine interne Evaluierung der Bearbeitungszeit von Mieter:innenanfragen und der telefonischen Erreichbarkeit. Von daher gibt es schon Qualitätssicherungsprozesse, die eben darauf abzielen, dass die Erreichbarkeit der ABG entsprechend gewährleistet ist und die Mieterinnen und Mieter mit ihren Anliegen auch zur ABG durchdringen. Aber wie gesagt, falls es da von anderen Seiten noch Hinweise geben sollte, dass etwas nicht funktioniert, bitte an mich wenden und mir die Informationen durchgeben, dann gehe ich dem nach.
Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 3170
Stadtverordnete Stella Schulz-Nurtsch, SPD:
Herr Vorsteher,
liebe Kolleginnen und Kollegen!
Wir sind froh, dass die ABG über 50.000 Wohnungen in Frankfurt zur Verfügung stellt und damit entscheidend zur Wohnraumversorgung beiträgt. Der Service für Mieterinnen und Mieter hat sich aber leider in den vergangenen Jahren ständig verschlechtert. Viele sind sogar der Meinung, dass die zu Recht oft kritisierte Vonovia einen besseren Kundenservice bietet.
(Beifall)
Wenn man dann hört, was die Initiative "ABG besser machen" erzählt, bei der ich mich ganz herzlich für ihr Engagement bedanke, dann kann ich nur sagen, so kann das bei der ABG nicht bleiben. Denn die Mieterinnen und Mieter haben einen Anspruch darauf, bei Problemen, zum Beispiel im technischen Bereich, zeitnah Hilfe zu bekommen. Weil die Situation sich so verschlechtert hat, bin ich sehr froh, dass es gelungen ist, eine zweite Geschäftsführerin für die ABG zu gewinnen. Diese wird sich bestimmt auch dieser Thematik annehmen. Ich behaupte mal, die starke Fokussierung auf eine Person in der ABG, die alle Entscheidungen alleine trifft, hat zur schlechten Situation beigetragen.
Ein weiteres Thema, das uns beschäftigt und das wir gerne umgesetzt sehen würden, ist die Einführung eines Beirates für Mieterinnen und Mieter. Ich bin mir sicher, dass ein Beirat, der Rederecht im Aufsichtsrat hat, eine sehr gute Idee ist.
(Beifall)
Er wird gewiss die Kommunikation zwischen den Mietparteien und der ABG verbessern und stärken. Wie schon gesagt, wir können glücklich sein, eine wirtschaftlich gesunde ABG zu haben. Gleichwohl ist die ABG kein Wirtschaftsunternehmen wie jedes andere. Sie hat einen klaren politischen Auftrag, nämlich möglichst viel kostengünstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Diesen Kernauftrag haben wir als SPD-Fraktion immer im Blick und wir müssen das in Einklang mit den Erfordernissen einer wirtschaftlichen Unternehmensführung bringen. Das heißt aber nicht, dass die ABG ständig mit Verweis auf die Wirtschaftlichkeit alle sinnvollen Wünsche ihrer Eigentümerin ablehnen kann. Ich sage daher klar und deutlich: Wir möchten, dass die ABG in Zukunft alle städtischen Wohnungen managt und wir wollen, dass die ABG einen möglichst hohen Anteil an gefördertem Wohnraum bereitstellt.
(Beifall)
Wenn sie das freiwillig macht, dann freue ich mich darüber. Wir sind aber auch bereit, den Magistrat zu einem entsprechenden Gesellschafterbeschluss anzuweisen.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
(Beifall)
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 30. April 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.