Das Forschungsprojekt Forever Pollution hat den Industriepark Höchst als Standort identifiziert, bei dem eine Belastung
Zusammenfassung
Das Umweltamt Frankfurt wird beauftragt, zusätzliche chemische Analysen zu PFAS im Industriepark Höchst durchzuführen, um die Belastungswerte besser einschätzen zu können. Dies ist notwendig, da PFAS als umweltschädlich gelten und in Frankfurt bereits nachgewiesen wurden. Die Ergebnisse der Analysen sollen den Stadtverordneten zur Verfügung gestellt werden.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenFrage an den Magistrat
Das Forschungsprojekt Forever Pollution hat den Industriepark Höchst als Standort identifiziert, bei dem eine Belastung der Umwelt mit PFAS vermutet wird, da die Firma Daikin Refrigerants PFAS herstellt und die Böden, das Grundwasser und die Luft im Umkreis von PFAS-Produktionsstätten häufig mit diesen sogenannten "Ewigkeitschemikalien" kontaminiert sind. Außerdem gibt es weitere Orte in Frankfurt, wo PFAS nachgewiesen wurde oder eine erhöhte Konzentration vermutet wird.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:
Sind dem Umweltamt Frankfurt die PFAS-Belastungswerte in Frankfurt, insbesondere in und um den Industriepark Höchst herum, bekannt, und was wird zur genaueren Einschätzung des Problems unternommen?
Antwort des Magistrats
Hintergrundinformationen:
Per- und polyfluorierte Verbindungen, PFAS, sind eine überall auffindbare Stoffgruppe von großer Umweltrelevanz. Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften werden sie in der Umwelt praktisch nicht abgebaut. PFAS weisen eine hohe Mobilität auf und können sich an Partikel in der Luft binden und dort über lange Strecken transportiert werden oder an Bodenpartikel binden. Andere PFAS sind sehr mobil in Wasser und Boden; sie lösen sich gut im Wasser, werden im Boden kaum zurückgehalten und erreichen daher schnell das Grundwasser. Über Abwässer aus industriellen und kommunalen Kläranlagen, über Abschwemmung von kontaminierten Bodenbestandteilen und über die Luft werden sie auch in die Oberflächengewässer eingetragen. Grundsätzlich sind PFAS in geringen Konzentrationen überall in Böden nachweisbar. Menschen nehmen PFAS durch Lebensmittel und über die Luft auf, wobei die Nahrung für die meisten Menschen die wesentliche Quelle zu sein scheint.
Situation in Frankfurt am Main:
Ein bekannter PFAS-Schadensfall, der auf den Einsatz von PFAS-haltigen Löschschäumen zurückzuführen ist, liegt im Bereich des Frankfurter Flughafens. Die in diesem Zusammenhang festgestellten Grundwasserbelastungen unterliegen einer Grundwassersanierungsanordnung des Regierungspräsidiums Darmstadt mit Fraport als sanierungsverantwortlicher Grundstückseigentümerin. Mögliche Beeinträchtigungen der Trinkwassergewinnungsanlagen im Stadtwald gibt es aufgrund betrieblicher Maßnahmen durch Hessenwasser nicht. Darüber hinaus wird das Trinkwasser in Frankfurt am Main vom Wasserversorger - Mainova AG und Hessenwasser GmbH als Vorlieferant - regelmäßig überprüft, um die einwandfreie Trinkwasserqualität sicherzustellen.
Durch den Einsatz von PFAS-haltigen Löschschäumen oder die unsachgemäße Entsorgung von Industrieabfällen in der Vergangenheit ist nicht auszuschließen, dass es noch weitere belastete Flächen im Stadtgebiet gibt. Das Umweltamt hat dazu im Rahmen des Etatantrags E 134 aus 2023 Hessenwasser beauftragt zusätzliche chemische Analysen bezüglich PFAS an deren Messstellen durchzuführen. Sobald die Ergebnisse der Analyse vorliegen, wird der Magistrat den Stadtverordneten berichten.
Industriepark Höchst:
Der Industriepark Höchst liegt in Bezug auf die Belange Grundwasserschutz, Altlasten und Boden sowie Immissionsschutz im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums Darmstadt. Dem Umweltamt liegen keine Informationen oder Kenntnisse zu PFAS-Belastungswerten oder möglichen Maßnahmen in und um den Industriepark Höchst vor. Der Magistrat hat daher das Regierungspräsidium Darmstadt schriftlich hierzu angefragt, eine Antwort liegt noch nicht vor.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 20. Februar 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.