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Dem Jüdischen Museum gelang es Ende 2019 gemeinsam mit dem Kulturdezernat, umfangreiche Bundesmittel für die Digitalisie

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Das METAhub-Framework wurde entwickelt, um die Digitalisierung der Frankfurter Museen voranzutreiben und kulturbezogene Daten zentral zu bündeln. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit des kulturellen Erbes zu erhöhen und innovative digitale Angebote zu schaffen. Langfristig soll das Framework eine zentrale Rolle in der digitalen Strategie der Kultureinrichtungen spielen.

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Frage an den Magistrat

Dem Jüdischen Museum gelang es Ende 2019 gemeinsam mit dem Kulturdezernat, umfangreiche Bundesmittel für die Digitalisierung wichtiger Datenbanken und digitaler Vermittlungsangebote einzuwerben. In der Folge konnte ein "Digital Framework" entwickelt werden, das nicht allein dem Jüdischen Museum, sondern als digitales Rückgrat und Andockfläche heute einer Reihe von Frankfurter Museen zur Verfügung steht und beständig weiterentwickelt wird.

Ich frage den Magistrat:

Welche Fortschritte konnten in der Digitalisierung der Museen seit Aufbau des "Digital Framework" erreicht werden, und wo liegen weitere Potentiale für die Digitalisierung im Frankfurter Kulturbereich?

Antwort des Magistrats

Stadträtin Dr. Ina Hartwig:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

meine sehr verehrten Damen und Herren!

Seit dem Aufbau des digitalen Frameworks konnten erhebliche Fortschritte in der Digitalisierung der Frankfurter Museen erzielt werden. Als zentrale Datenplattform für den städtischen Kulturbereich ermöglicht es neue kuratorische Ansätze und trägt dazu bei, das kulturelle Erbe ganzheitlich abzubilden. Das METAhub-Framework bündelt kulturbezogene Daten aus städtischen Kultureinrichtungen und stellt sie für verschiedene Nutzungsformen bereit, beispielsweise für Websites, mobile Anwendungen oder externe Plattformen wie die Deutsche Digitale Bibliothek.

Durch die Einführung des Frameworks wurde eine technologische Basis geschaffen, die die Arbeit der Museen effizienter macht. Während Museen ihre digitalen Inhalte in der Vergangenheit individuell verwalteten und eigene technische Lösungen entwickelten, können sie nun auf eine gemeinsame Infrastruktur zurückgreifen. Das erleichtert nicht nur die Umsetzung neuer digitaler Angebote, sondern verbessert auch die Vernetzung zwischen den einzelnen Einrichtungen.

Das METAhub-Framework bildet die technische Grundlage für bereits bestehende digitale Angebote wie unter anderem die Frankfurt History App, die Website des Shoah Memorial Frankfurt sowie die Onlinesammlungen des Jüdischen Museums. Mithilfe gemeinsamer Schnittstellen lassen sich Inhalte leichter zugänglich machen und in unterschiedlichen Kontexten wiederverwenden. So kann beispielsweise ein einmal erfasster Datensatz - etwa zu einem historischen Ort oder einer Persönlichkeit - sowohl in einer themenspezifischen Website als auch in einer interaktiven Stadtführung oder einer Bildungsplattform genutzt werden.

Weiteres zentrales Potenzial liegt in der Veröffentlichung digitaler Sammlungen. Die Museen stehen vor der Herausforderung, ihre überwiegend analogen Bestände systematisch zu erfassen - hier darf auch das Stichwort Provenienzforschung im Übrigen nicht fehlen -, um diese einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Wichtig ist hier: Eine Onlinesammlung muss aufgrund des Frameworks nicht mehr vollständig neu entwickelt werden, sondern kann auf geteiltem Programmiercode aufbauen. Ich gebe ja zu, das klingt ein bisschen trocken und technisch, aber in der Wirklichkeit unserer Kulturlandschaft hat das sehr spürbare und sichtbare Folgen.

Derzeit sind die Sammlungsdatenbanken des Jüdischen Museums, des Archäologischen Museums und des Historischen Museums über Schnittstellen an das Framework angebunden. Die Integration des Museums der Weltkulturen befindet sich in der Planung. Bei solchen Projekten werden Sie sich sicherlich auch fragen, was das eigentlich kostet. Innerhalb des Förderzeitraums von Anfang 2020 bis Mitte 2024, also in einem Zeitraum von immerhin viereinhalb Jahren, sind in die reine Entwicklung des METAhub-Frame-works gerade einmal 130.000 Euro geflossen. Die Finanzierung erfolgte zu 80 Prozent über Fördermittel der Kulturstiftung des Bundes, die über eine Million Euro dazugegeben hat. Die verbliebenen Restmittel in Höhe von 26.000 Euro wurden von meinem Dezernat über das uns zur Verfügung stehende Digitalisierungsbudget erbracht.

Ich möchte an dieser Stelle sehr gerne hervorheben, wie wertvoll diese Mittel für unseren bisherigen Digitalisierungsprozess gewesen sind. Ohne die Bereitstellung dieser Mittel durch die Stadtverordnetenversammlung seit 2020 wären zahlreiche Vermittlungsangebote, Investitionen in Hard- und Software oder eben auch das METAhub-Framework nicht möglich gewesen. Für diesen Weitblick und Ihr Vertrauen möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken.

Langfristig soll das METAhub-Framework eine zentrale Rolle in der digitalen Strategie der Frankfurter Kultureinrichtungen spielen, denn es bietet eine nachhaltige und im Übrigen auch ressourcenschonende Grundlage für digitale Angebote und leistet einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Vermittlung im digitalen Zeitalter.

Szenarien, die darüber hinausgehen, und weitere nicht städtische Kulturstätten sowie deren Daten einzubeziehen, wären aussichtsreich, werden derzeit aber nicht weiterverfolgt. Indem wir das Framework aber als strategischen Baustein der städtischen Kulturentwicklungsplanung vorschlagen, machen wir deutlich, wie viel Potenzial wir in dieser Technologie sehen.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Es gibt zwei Zusatzfragen. Die erste Frage stellt Herr Klingelhöfer und die zweite Frage Frau Momsen von den GRÜNEN.

Stadtverordneter Jan Klingelhöfer, SPD:

(Zusatzfrage)

Vielen Dank, liebe Ina Hartwig, für diese Antwort! Du hast jetzt auch schon einige Museen genannt. Meine Frage lautet: Wie wird das Framework weiterentwickelt?

Stadträtin Dr. Ina Hartwig:

(fortfahrend)

Das Framework entwickeln wir natürlich kontinuierlich weiter, um auch weitere Kultureinrichtungen einzubinden und weitere Anwendungsfelder zu erschließen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf sogenannten immersiven Formaten, wie etwa virtuellen Rekonstruktionen, die wir beispielsweise im Rahmen des Projekts Immersive Jewish Frankfurt anwenden. Das Ziel dieses Projektes ist es, die historische Frankfurter Judengasse, die es ja bekanntlich nicht mehr gibt, digital erfahrbar zu machen und damit innovative Wege der Geschichtsvermittlung zu ermöglichen. Das klappt bereits ganz prima.

Wenn Sie beispielsweise selbst einmal den "Goldenen Apfel" besuchen, in dem noch ein Keller aus der ursprünglichen Judengasse existiert, der vor nicht allzu langer Zeit erst entdeckt wurde, und sehen, wie sich insbesondere Schülerinnen und Schüler die 3D-Brille aufsetzen, um dann am authentischen Ort virtuell zu schauen, wie es damals in der Judengasse ausgesehen hat, dann, würde ich sagen, ist das kulturelle Bildung auf der Höhe der Zeit. Es macht einfach Spaß, zu sehen, dass da der Funke überspringt.

Darüber hinaus wird die Anbindung an nationale und internationale Wissenschaftsplattformen weiter ausgebaut, denn das Thema Forschung darf hier auch nicht vergessen werden. Durch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Digitalbibliothek, der Europeana oder der Forschungsdatenbank Proveana der Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste können Frankfurter Kulturdaten in größere überregionale Kontexte eingebunden werden. Das trägt nicht nur zur besseren Sichtbarkeit bei, sondern fördert eben auch die wissenschaftliche Forschung und die Entwicklung neuer Bildungsangebote.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration zusätzlicher Datenbestände. Das Dezernat Kultur und Wissenschaft plant beispielsweise, die Biografiedaten zu Frankfurter Opfern der NS-"Euthanasie" in das Framework einzubinden. Da hat sich in den letzten Jahren auch viel getan. Liebe Sylvia Momsen, gerade was das Thema Euthanasie angeht, bist du ja auch ganz engagiert. Um die nachhaltige Entwicklung des Frameworks sicherzustellen, wurde zu Beginn des Jahres eine Betreibergemeinschaft gegründet. Sie besteht aus den städtischen Museen, dem Institut für Stadtgeschichte, dem städtischen Kulturamt sowie dem zuständigen Dezernat Kultur und Wissenschaft und koordiniert die strategische Weiterentwicklung des Projekts.

Ziel ist es, das METAhub-Framework nicht nur als technologische Infrastruktur zu betreiben, sondern es auch inhaltlich weiterzuentwickeln und an zukünftige Anforderungen anzupassen. Eines sollte ich vielleicht doch noch hervorheben: Das Framework wird niemandem auferlegt, es ist absolut freiwillig. Wer da nicht mitmachen möchte, muss es nicht. Aber es ist ratsam, mitzumachen, weil es wirklich eine unglaublich schöne Erweiterung des analogen Museumslebens ist, die sich hier erleben lässt. Wir setzen auf kontinuierlichen Austausch und partnerschaftliche Zusammenarbeit.

(Beifall)

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Frau Momsen von den GRÜNEN stellt die zweite und letzte Zusatzfrage. Bitte schön!

Stadtverordnete Sylvia Momsen, GRÜNE:

(Zusatzfrage)

Frau Dr. Hartwig, das ist alles sehr erfreulich zu hören, weil es auch schon frühzeitig angefangen wurde und wir auch schon relativ weit sind. Ein Thema haben Sie nicht erwähnt, und das ist mein Spezialthema: Wie barrierefrei lässt sich METAhub-Framework weiterentwickeln, sodass auch die Menschen, die andere Bedarfe haben, diese ganzen digitalen Dinge nutzen können?

Stadträtin Dr. Ina Hartwig:

(fortfahrend)

Vielen Dank für die Frage! Zum einen ist ein digitales Angebot per se erst einmal barrierefrei.

(Zurufe)

Doch, indem man bestimmte Barrieren in der physischen Welt zumindest einmal nicht überschreiten muss. Was das Angebot selbst angeht, Stichwort einfache Sprache - ich bin ein sehr großer Fan des Angebotes an einfacher Sprache, insbesondere in unseren Museen, das finde ich großartig -, arbeiten wir selbstverständlich an einer Zugänglichkeit. Das Thema Barrierefreiheit ist in den letzten Jahren als sehr viel komplexer erkannt geworden, was ich sehr begrüße. Barrierefreiheit bedeutet eben nicht mehr nur, die Schwellen zu reduzieren, sondern - worauf Sie sicherlich auch mit Ihrer Frage abzielen - wirklich Barrierefreiheit im umfassenden Sinne.

Es ist für mich auch ganz wichtig, hier ganzheitlich weiterzudenken. Und ich will auch noch dazusagen: Barrierefreiheit ist nicht nur für Menschen mit Einschränkungen wichtig, sondern für alle, und ich glaube, in diese Richtung muss auch der Erkenntnisprozess vorangetrieben werden. Ich bin sehr daran interessiert, und im Rahmen der Budgetmöglichkeiten entwickeln wir dieses Thema auch im Rahmen des METAhub-Frameworks weiter.

(Beifall)

Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 3010

Stadtverordneter Jan Klingelhöfer, SPD:

Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin,

sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!

Die Digitalisierung verändert unsere Museen und Kultureinrichtungen grundlegend. Sie eröffnet neue Möglichkeiten der Vermittlung, der Forschung und des Zugangs zum kulturellen Erbe Frankfurts. Mir ist bewusst, dass sich unsere städtischen Museen sowie das Institut für Stadtgeschichte des digitalen Wandels angenommen haben. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass digitale Angebote nicht nur ein Zusatz sind, sondern eine wesentliche Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit unserer Kultureinrichtungen. Menschen erwarten heute, dass sie die Informationen auch digital abrufen können, sei es zur Vorbereitung eines Museumsbesuches, für die Recherche zu Hause oder zur Vorbereitung von Ausstellungen. Gleichzeitig stehen die Museen vor einer großen Herausforderung: hochauflösende Scans oder Fotografien von Gemälden und Zeichnungen, digitales Ausstellungsmaterial oder Biografien von Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern. All diese Daten repräsentieren Frankfurter Kulturgeschichte. Die Museen besitzen riesige Sammlungen, von denen oft nur ein Bruchteil der Öffentlichkeit sichtbar gemacht wird. Die Digitalisierung ermöglicht es, dass die Bestände sichtbar gemacht und in neue Kontexte gesetzt werden. Genau hier setzt das Framework METAhub an. Es wurde entwickelt, um kulturbezogene Daten aus unseren Museen und dem Institut für Stadtgeschichte an zentraler Stelle zu bündeln. Das bedeutet, Informationen zu Objekten, historischen Ereignissen oder Biografien, die bisher in einzelnen Datenbanken schlummerten, können nun verknüpft und für digitale Bildungsangebote nutzbar gemacht werden. Dieser ständig wachsende kulturelle Datenschatz steht perspektivisch nun mit Hilfe digitaler Technik weltweit rund um die Uhr und in Echtzeit zur Verfügung.

Konkret zeigt sich dies an folgenden Beispielen: Die Frankfurt History App des Historischen Museums, die Webseite des Schoah Memorials oder die Onlinesammlung des Jüdischen Museums greifen bereits auf das Framework zurück. So entstehen digitale Erlebnisse, die unser kulturelles Erbe lebendig machen, mit einer technischen Grundlage, die nicht für jedes Projekt neu entwickelt werden muss. Statten Sie diesen Onlineangeboten doch einmal einen Besuch ab. Sie werden feststellen, dass sie sich dem jeweiligen Coporate Design, der jeweils zuständigen Kultureinrichtung unterordnen und daher völlig unterschiedlich und individuell gestaltet sind.

Stadtverordnetenvorsteherin

Hilime Arslaner:

Kommen Sie bitte zum Schluss.

Stadtverordneter Jan Klingelhöfer, SPD:

(fortfahrend)

Wir haben schon gehört, dass die Entwicklungskosten 130.000 Euro betrugen. Das passiert, wenn eine klare Finanzierung, qualifiziertes Personal und eine gemeinsame Mission dahinterstehen. Digitalisierung muss nicht teuer sein. Danke an das Kulturamt!

(Beifall)

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 20. Februar 2025 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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