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Der Arzneimittelhersteller Sanofi hat 2019 knapp drei Milliarden Euro Gewinn gemacht und gehört zu den wenigen Unternehm

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Zusammenfassung

Der Magistrat wird sich aktiv um die Sicherung des Produktionsstandorts Höchst bemühen, um die Auswirkungen des Stellenabbaus bei Sanofi zu minimieren. Ziel ist es, neue Aufgaben und Projekte für die Mitarbeiter zu generieren und den Standort attraktiv zu halten, um zukünftige Arbeitsplätze zu sichern.

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Frage an den Magistrat

Der Arzneimittelhersteller Sanofi hat 2019 knapp drei Milliarden Euro Gewinn gemacht und gehört zu den wenigen Unternehmen, die ihren Gewinn im ersten Halbjahr 2020 sogar noch steigern konnten. Dennoch plant das Unternehmen an seinem Standort im Industriepark Höchst 800 Stellen - also etwa ein Zehntel des dortigen Personals - abzubauen. Es ist zu erwarten, dass dies auch Auswirkungen auf weitere Firmen, zum Beispiel Zulieferer, im Industriepark haben wird, und schwächt den Industriestandort Frankfurt insgesamt. Ich frage den Magistrat: Welche Auswirkungen hat dieser Stellenabbau aus Sicht des Magistrats für den Wirtschaftsstandort Frankfurt, und was wird der Magistrat dagegen tun?

Antwort des Magistrats

Stadtrat Markus Frank: Herr Vorsteher, meine sehr verehrten Damen und Herren, lieber Herr Stadtverordneter Amann! Vielen Dank für die Frage. Sanofi in Höchst ist eines der wichtigsten Unternehmen, die wir am Standort Frankfurt haben. Sanofi ist ein weltweit agierendes Pharmaunternehmen, das über 100 verschiedene Produktionsstandorte in der Welt hat. Höchst ist bisher einer der wichtigsten Fertigungsstandorte des Sanofi-Konzerns weltweit und an der Wertschöpfungskette unglaublich wichtig. Lantus, das ist das Arzneimittel, was hier in unserer Stadt produziert wird, wurde entwickelt von der guten alten Hoechst AG. Der eine oder andere insbesondere im Frankfurter Westen weiß, was das für viele Menschen bedeutet, dass Höchst heute eben nicht mehr Hoechst ist, sondern durch verschiedene Fusionen wir nicht mehr in Höchst entscheiden, was an welcher Stelle produziert wird, sondern dass wir abhängig sind von den Unternehmenszentralen. Bei Sanofi ist das in Frankreich und nicht mehr in Deutschland. Deshalb müssen wir alles tun, damit der Produktionsstandort Höchst so attraktiv wie möglich ist und bleibt. Genau das ist unsere Aufgabe. Ich will Ihnen ein Beispiel geben: Die Geschäftsführung von Sanofi, mit der ich regelmäßig im Gespräch bin, hat sich zum Beispiel im Januar gemeldet, das war ein Montag, und Freitag saßen wir - da möchte ich mich beim Kollegen Josef noch einmal ganz herzlich bedanken - mit der Chefin der Bauaufsicht und dem Abteilungsleiter zusammen, weil es da um eine große Investition ging, um den Standort Höchst zu stärken. Genau das muss unsere Aufgabe sein. Wenn Sie mit der Sanofi-Geschäftsführung sprechen, also mit der Geschäftsführung für Deutschland, dann stellen Sie sehr schnell fest, dass, wenn Sie Teil eines weltweiten Konzerns sind mit über 100 verschiedenen Standorten, es dann eben nicht nur wichtig ist, in der gleichen Kompanie zu sein, sondern am Standort extrem attraktiv anbieten zu können. Genau das ist unsere Aufgabe und genau deshalb sind wir unterwegs. Genau deshalb haben wir zum Beispiel hier alle gemeinsam, dafür möchte ich mich bedanken, den Masterplan Industrie auf den Weg gebracht. Vor zehn Jahren war das eine große Frage in dieser Stadt, ob wir Industrie als Tradition wahrnehmen, etwas, was wir 150 Jahre hatten, oder ob wir es als Zukunftschance wahrnehmen. Gemeinsam hat der Magistrat dafür gesorgt, dass unsere drei Industrieparks langfristig gesichert werden als Industrieparks und dass eben Wohnbebauung dort nicht hineinwächst. Das ist unsere Aufgabe. Ganz konkret bedeutet das natürlich, dass wir mit der Geschäftsführung von Sanofi Deutschland im Gespräch sind, wie wir es konkret im Moment schaffen, dass für das, was wegfällt - eben weil die Insulinproduktion, ich habe von Lantus gesprochen, dort werden im Industriepark 1,2 Millionen Insulinsticks am Tag produziert. Das ist gigantisch. Insulin Lantus läuft nicht mehr so gut. Wir waren daran gewöhnt, dass es jedes Jahr besser und mehr wird -, neue Themen für Sanofi in Höchst angesiedelt werden. Das ist die Aufgabe. Sie werden verstehen, dass ich jetzt nicht noch genauer werden kann, aber wir sind im Gespräch und ich sehe auch große Chancen. Grundsätzlich ist der Industriepark Höchst sehr gut aufgestellt. Wir haben die besten Mitarbeiterinnen und besten Mitarbeiter, die beste Ausbildung, die man sich vorstellen kann. Jetzt geht es konkret darum, neue Aufgaben für dieses Unternehmen in Höchst zu generieren. Da sind wir aber im Wettbewerb mit vielen anderen Nationen. Ich erinnere, dass zum Beispiel der Staatspräsident Macron dafür gesorgt hat, das Sanofi Teile ihrer Produktionen nach Frankreich zurückholt, indem er ein Unterstützungsprogramm gestartet hat mit 200 Millionen Euro. Nur, damit Sie einmal ungefähr sehen, wer so im Wettbewerb mit uns steht und wie groß die Aufgabe ist. Danke schön!

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 27. August 2020 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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