Das Müllheizkraftwerk Frankfurt verbrennt jährlich 525.600 Tonnen Abfall und versorgt so 30.000 Haushalte mit Fernwärme.
Zusammenfassung
Die Bürger*innen fordern einen Anschluss an das Fernwärmenetz rund um das Müllheizkraftwerk Frankfurt, um den lokalen Klimaschutz zu unterstützen. Der Magistrat arbeitet an einem Konzept zur kommunalen Wärmeplanung, das die Ausweitung des Fernwärmenetzes analysieren soll. Ein konkreter Fahrplan für die zukünftige Fernwärmeversorgung wird ab Mitte 2024 erwartet.
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Thema Abfall und Sauberkeit verfolgenFrage an den Magistrat
Das Müllheizkraftwerk Frankfurt verbrennt jährlich 525.600 Tonnen Abfall und versorgt so 30.000 Haushalte mit Fernwärme. Angesichts der Rolle von Fernwärme für den lokalen Klimaschutz fordern Bürger*innen Anschluss an das Fernwärmenetz.
Ich frage den Magistrat:
Inwieweit soll das Fernwärmenetz rund um das Müllheizkraftwerk ausgeweitet werden, und welche Stadtteile beziehungsweise Quartiere sollen perspektivisch angebunden werden?
Antwort des Magistrats
Seit 2022 lässt das Klimareferat das Konzept einer stadtweiten kommunalen Wärmeplanung erarbeiten. Die Mainova AG unterstützt die Stadt hier bei der Erstellung und Umsetzung mit Daten und Expertise und befindet sich dazu im engen Austausch mit dem Klimareferat. Das Konzept wird derzeit finalisiert.
Es wird die folgenden sechs Elemente beinhalten:
- die regionalisierte Darstellung des derzeitigen Gebäudebestandes sowie seiner thermischen Eigenschaften und des Wärmebedarfs,
- die Kosten und Potenziale zur Senkung des Wärmebedarfs in den Gebäuden mittels Sanierungsmaßnahmen,
- die Kosten und Potenziale zur Nutzung erneuerbarer Energien und Abwärme zur Wärme-versorgung der Gebäude,
- die Kosten und Potenziale zum Ausbau und der Aufbringung der Fernwärme,
- die Kosten und Potenziale zur dezentralen Wärmeversorgung der Gebäude sowie
- gesamtstädtische Szenarien zur Wärmeversorgung bis 2035 und 2045.
Die einzelnen genannten Teilbereiche wurden mit unterschiedlichen Modell- beziehungsweise Berechnungswerkzeugen untersucht und im letzten Schritt zu gesamtstädtischen Szenarien zusammengeführt. Auf Basis der durchgeführten Untersuchungen wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, mit denen die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Gebäude in Frankfurt am Main vorangetrieben werden könnte. Ziel des Vorhabens ist die quantitative und qualitative Analyse von Kosten und Potenzialen zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung der Frankfurter Gebäude beziehungsweise der Fernwärme.
Darüber hinaus soll das Konzept quantitative Grundlagen zum besseren Verständnis von Handlungsstrategien in der kommunalen Wärmeplanung beinhalten. In dieser frühen Phase kann noch keine Aussage darüber getroffen werden, welche Gebiete mit welcher Priorität an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.
Jedes für Fernwärme potenziell geeignete Gebiet wird im Rahmen des aktuell von der Mainova in Erarbeitung befindlichen Transformationsplans untersucht. Auf dieser Basis wird festgelegt, in welchem Zeitraum und mit welcher Priorität der Anschluss des Gebiets an das Fernwärmenetz erfolgen kann. Nach Fertigstellung dieser Planung wird Mainova über die Ergebnisse informieren. Da für den Fernwärmeausbau erheblicher Bauaufwand betrieben sowie Straßen geöffnet und Rohre verlegt werden müssen, eignet er sich insbesondere für dicht besiedelte Gebiete. Verkehrsmaßnahmen und Straßenbauprojekte sollten vor diesem Hintergrund eng auf den Fernwärmeausbau abgestimmt und im Rahmen eines Gesamtverkehrskonzepts koordiniert werden. Ein konkreter Fahrplan für die zukünftige Fernwärmeversorgung wird ab Mitte 2024 erwartet.
Die konkrete Frage, inwieweit das Fernwärmenetz rund um das Müllheizkraftwerk ausgeweitet werden soll, und welche Stadtteile beziehungsweise Quartiere perspektivisch angebunden werden sollen, kann daher zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschließend beantwortet werden. Ich bin aber zuversichtlich, dass ein Anschluss der Wohngebäude in unmittelbarer Nachbarschaft des MHKW gelingen kann, wenn sich genügend Interessenten also Hauseigentümer:innen finden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Juli 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.