Die Stadt Frankfurt ist seit 1994 Teil des Programms „Städte der Zuflucht“. Hierbei ist sie verpflichtet, geflüchtete Au
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt nimmt seit 1994 geflüchtete Autorinnen und Autoren im Rahmen des Programms "Städte der Zuflucht" auf. Die Frage zielt darauf ab, wie viele Autorinnen und Autoren seit Beginn des Programms unterstützt wurden und welche Kosten dabei entstanden sind.
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Thema Kultur verfolgenFrage an den Magistrat
Die Stadt Frankfurt ist seit 1994 Teil des Programms "Städte der Zuflucht" . Hierbei ist sie verpflichtet, geflüchtete Autorinnen und Autoren, deren Leben und schriftstellerische Arbeit in ihrem Heimatland gefährdet sind, für mindestens ein Jahr aufzunehmen und ihnen eine Wohnung sowie ein Stipendium zur Verfügung zu stellen.
Darum frage ich den Magistrat:
Wie viele geflüchtete Autorinnen und Autoren hat die Stadt Frankfurt seit ihrer Teilnahme an dem Programm aufgenommen und versorgt und auf welche Kosten belief sich dies insgesamt?
Antwort des Magistrats
Sehr geehrte Frau Stadtverordnete Schnitzler!
Das Stipendienprogramm "Städte der Zuflucht" basiert auf einer Kooperation zwischen der Internationalen Buchmesse Frankfurt und der Stadt Frankfurt. Der organisatorische Träger in Frankfurt ist die Litprom e. V., der die jeweiligen Teilnehmer*innen auch betreut. "Städte der Zuflucht" ist Teil des internationalen Netzwerkes ICORN, International cities of refuge network, mit Sitz in Stavanger, Norwegen, unter dessen Dach in Deutschland die Städte Berlin, Frankfurt und Hannover verfolgten Schriftstellerinnen und Schriftsteller ein Aufenthalt für mindestens ein Jahr bieten. Dieser beinhaltet eine Wohnung, ein monatliches Stipendium und die Krankenversicherung. Das Mission Statement lautet wie folgt: "Städte der Zuflucht" bietet einen sicheren Aufenthalt für bedrohte Schriftsteller und Künstler und fördert die Freiheit der Rede, demokratische Werte und internationale Solidarität, www.icorn.de. Das Programm wurde angeregt von Salman Rushdie, dem diesjährigen Träger des Deutschen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels.
In Zeiten wie diesen, in denen durch autoritäre Regime weltweit Schriftstellerinnen und Schriftsteller von Freiheitsentzug, Folter und Tod bedroht sind, ist das Programm "Städte der Zuflucht" wichtiger denn je. Jeden Tag sterben Menschen deshalb, weil sie mutig und tapfer ihre freie Meinung äußern und sie dafür von den jeweiligen Machthabern verfolgt werden. "Städte der Zuflucht" bietet ihnen für mindestens ein Jahr die Möglichkeit frei und in Sicherheit zu leben und zu arbeiten. Das Programm, das die starke Partnerschaft zwischen Stadt und Buchmesse verdeutlicht, ist zudem eine wichtige Bereicherung Frankfurts als Buch- und Literaturstadt. Die Stadt Frankfurt stellt die Unterkunft und zahlt die Krankenversicherung.
Folgende Autorinnen und Autoren waren bislang Stipendiat*innen:
1998 bis 2000: Faraj Sarkuhi, Iran
2001 bis 2002: Vasil Bykov, Belarus
2004 bis 2006: Horacio Castellanos Moya, El Salvador
2007 bis 2009: Carlos Aguilera, Kuba
2010 bis 2012: Pegah Ahmadi, Iran
2012 bis 2014: Mohammad Baharloo, Iran
2015 bis 2017: Angelina Polonskaya, Russland
2017 bis 2019: Asli Erdoğan
Aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen, unter anderem wegen Corona, wurde das Programm zwischenzeitlich unterbrochen, eine Fortführung befindet sich angesichts unverändert schwieriger Lebensbedingungen für verfolgte Autorinnen und Autoren in vielen Ländern der Welt in Planung.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Juli 2023 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.