Zum Inhalt springenZur Navigation springenZum Fußbereich springen
Ortsbeiräte
Nachbarschaft
Abo

Das Stadthaus am Markt 1 steht nun seit mehr als einem Jahr als Veranstaltungsgebäude zur Verfügung. Auf der Homepage w

Vorlagentyp: F
Beantwortet

Wie es hier weitergeht? Sagen wir Ihnen.

Unabhängig. Kostenlos. Die wichtigen Entscheidungen landen direkt in Ihrem Postfach.

Thema Wohnen verfolgen

Inhalt

Frage vom 01.11.2018, F 1493 Das Stadthaus am Markt 1 steht nun seit mehr als einem Jahr als Veranstaltungsgebäude zur Verfügung. Auf der Homepage wird es als "exzellentes Veranstaltungsgebäude ersten Ranges im Herzen der Altstadt Frankfurt am Main" bezeichnet. Allerdings fällt beim Blättern über die Homepage auf, dass es keine Schwierigkeit ist, auch kurzfristig einen Raum zu buchen. Daher frage ich den Magistrat: Wie häufig wurde das Stadthaus im laufenden Kalenderjahr vermietet - getrennt nach privaten Mietern und Mietern aus dem Konzern Stadt -, und welche Maßnahmen werden getroffen, um die Anzahl der Vermietungen signifikant zu erhöhen?

Antwort des Magistrats: Stadtrat Jan Schneider: Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher, sehr geehrte Frau Luxen, meine Damen und Herren! Gerne beantworte ich Ihre Frage zum Stadthaus wie folgt: Im Stadthaus fanden im Kalenderjahr 2018 bisher 20 Veranstaltungen statt, davon vier über mehrere Tage. Dabei wurden die Räume in acht Fällen zum reduzierten Mietzins vermietet, in zwölf Fällen zum regulären. Bis zum Jahresende sind fünf weitere Veranstaltungen zum regulären Mietpreis fest gebucht. Die Zahl der Veranstaltungen liegt damit leicht über dem Niveau des Vorjahres, in dem 24 Veranstaltungen im Stadthaus durchgeführt wurden, davon zwölf zum regulären und zwölf zum reduzierten Mietzins. Die Vermietungen zum reduzierten Mietzins erfolgten an städtische Ämter, Referate, Eigenbetriebe, Dezernate, Vereine, an Gesellschaften, an denen die Stadt Frankfurt am Main die Mehrheit besitzt, an eine Fraktion der Stadtverordnetenversammlung und an das Land Hessen. Unter anderem wurde das Stadthaus mehrfach als Wahllokal genutzt. Nach einer für den Veranstaltungsort üblichen Anlaufphase kann das Stadthaus mittlerweile vom Betreiber besser vermarktet werden. Hierzu trägt insbesondere die Eröffnung der neuen Altstadt und des Archäologischen Gartens bei, die die Sichtbarkeit und Zugänglichkeit und damit die Attraktivität des Stadthauses als Veranstaltungsort deutlich verbessert haben. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Baier von den GRÜNEN. Bitte! Stadtverordneter Ulrich Baier, GRÜNE: (Zusatzfrage) Herr Stadtrat Schneider, Sie haben diese Zahlen erfreulicherweise schon im Ausschuss vorgetragen, und das war insofern ein Fortschritt, weil damit eine gewisse Transparenz hergestellt worden ist, die es bisher nicht gab. Sind Sie bereit, unabhängig von der Nachfrage auch ein Konzept vorzustellen, was eigentlich das Profil dieses Stadthauses sein soll, wie wir es ursprünglich dem Magistrat als Auftrag gegeben hatten, ein Profil, das sich sowohl von der Evangelischen Akademie als auch der Katholischen Akademie abgrenzt, damit man weiß, für welche Inhalte das Stadthaus eigentlich steht? Stadtrat Jan Schneider: (fortfahrend)

Ja, Herr Baier, wir haben uns im Ausschuss dankenswerterweise schon sehr ausführlich mit dem Stadthaus und seinen Nutzungen beschäftigt. Ich hatte dabei darauf hingewiesen, dass eine solche Veranstaltungsörtlichkeit natürlich auch Zeit braucht, um sich in den verschiedenen Veranstaltungskalendern zu etablieren. Ebenso hatte ich darauf hingewiesen, dass es für Veranstaltungsräume wie das Stadthaus wichtig ist, dass man über einen längeren Zeitraum am Markt ist, weil es Wiederholungsbuchungen gibt, weil bestimmte Veranstaltungen dann vielleicht regelmäßig dort stattfinden. All das haben wir mit dem heutigen Betreiber des Stadthauses, mit der Lectron GmbH, besprochen. Dort macht man sich intensiv Gedanken darüber, wie man das Stadthaus noch intensiver vermarkten kann, und man hat dort - das habe ich im Ausschuss ebenfalls schon dargestellt - gemeinsam mit einer Agentur, die genau darauf spezialisiert ist, Veranstaltungsräume auf diesem Veranstaltungsmarkt zu platzieren, gute Gespräche führt. Das geht voran. Ich bin gerne bereit, im Ausschuss oder an anderer Stelle noch einmal darzulegen, wie man das Profil des Stadthauses schärfen kann. Aber ich möchte durchaus sagen, dass natürlich auch die Diskussion im Ausschuss gezeigt hat, dass die Erwartungshaltungen an diesen Veranstaltungsort etwas auseinandergehen. Sicherlich gibt es auch hier im Plenum zwei oder drei unterschiedliche Meinungen, in welche Richtung man es entwickeln soll. Gerne können wir das in einem dafür geeigneteren Rahmen, im Ausschuss oder andernorts, vertiefen. Jederzeit gerne. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler: Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Ochs. Bitte! Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: (Zusatzfrage) Herr Stadtrat, die Belegungszahlen, die Sie genannt haben, waren wirtschaftlich gesehen nicht so berauschend. Jetzt wollte der Herr Bürgermeister, Kämmerer und Religionsdezernent im ersten Stock eine Dependance vom Dom-Museum machen. Aber damit in Frankfurt die Gleichgewichte zwischen Religiösen und Atheisten gewahrt sind, könnte man nicht vielleicht im ersten Stock den Club Voltaire unterbringen? (Beifall, Zurufe) Stadtrat Jan Schneider: (fortfahrend)

Herr Ochs, das Stadthaus ist ein wunderbares Gebäude. Es ist nicht nur architektonisch ansprechend, sondern auch ein toller Veranstaltungsort, es ist aber von den Nutzungsmöglichkeiten etwas eingeschränkt. Das ist auch der Grund, warum die Nutzungszahlen vielleicht nicht so hoch sind, wie man sie sich spontan erwartet oder erhofft hat. Sie alle waren sicherlich schon dort, eine Fraktion hat schon eine ganztägige Veranstaltung dort abgehalten. Es ist nicht einfach aufzuteilen, weder für einzelne Veranstaltungen noch für den Club Voltaire. Ich glaube, die Entwicklung, die das Haus momentan nimmt, dass man dort eine qualitätsvolle, gute Adresse bildet für hochwertige Veranstaltungen, die auch dem Ambiente in der neuen Altstadt gerecht werden, ist wichtig. Der Club Voltaire ist an anderer Stelle besser aufgehoben.

(Zurufe) Aktuelle Stunde zur Frage Nr. 1493 Stadtverordnete Kristina Luxen, SPD: Sehr geehrte Frau Stadtverordnetenvorsteherin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Frankfurt wächst, das merkt man an allen Ecken und Enden und das merkt man auch, wenn man Veranstaltungsräume mieten möchte. Man sucht relativ lange. Es ist jetzt interessant, dass die Frage im Sonderausschuss "Dom-Römer" besprochen wurde. Ich habe die Frage vor einigen Wochen schon in der Fraktion eingereicht, weil mir während des Wahlkampfes aufgefallen ist, wie schwierig es ist, im Innenstadtbereich Räumlichkeiten zu mieten. Das einzige, was aber ging, war das Stadthaus. Das Stadthaus liegt zentral mit vielen Parkmöglichkeiten und bildet ein tolles Ensemble mit dem Archäologischen Garten. Dann stellt sich natürlich die Frage, warum es so wenig ausgelastet ist, wie Stadtrat Schneider beschrieben hat. Das kann man im Kalender auf der Homepage auch entsprechend nachverfolgen. Kurzentschlossene können im Dezember noch fast jeden Tag buchen. Es ist im Moment nur an drei Tagen ausgebucht. Es stellt sich dann die Frage, woran das liegt. Da kommt man eigentlich schnell zu einer Lösung. Zum einen ist das Stadthaus relativ unbekannt, wenn man mit Kolleginnen und Kollegen redet, und wenn man das in Zusammenhang mit einem Veranstaltungsgebäude bringt, wissen es eigentlich die wenigsten. Ich denke, da muss man im Marketing noch ein bisschen nachlegen. Der zweite Aspekt ist, dass das Stadthaus definitiv zu teuer ist.

(Beifall) Es spielt vom Platz her räumlich in einer Liga mit dem Haus am Dom oder auch mit der Evangelischen Akademie, kostet aber das dreieinhalbfache netto. Das ist aus meiner Sicht nicht marktgängig. Da müsste der Magistrat aus meiner Sicht noch einmal nacharbeiten. Es muss, wenn man ein paar Vorschläge gestattet, zwischen gewerblichen und privaten Kunden deutlich unterschieden werden. Dann müssen Preise im Ganzen deutlich reduziert werden. Sprich, man muss letztendlich in die Liga des Hauses am Dom kommen, ich sage jetzt einmal, mit einem Preis, der pro Veranstaltung bei um die 1.000 Euro liegt. Das muss politisch entschieden werden. Was nutzt uns denn ein tolles Haus mitten in der Stadt, wenn es an 25 Tagen im Monat nicht vermietet ist und nur für fünf Tage im Monat in irgendeiner Form besucht wird?

(Beifall) Vielleicht kann man auch noch einmal überlegen, dass man sagt, wenn jemand mehrere Tage bucht, dass das dann auch ein anderes Preisgefüge gibt. Das wären jetzt aus meiner Sicht nur ein paar Vorschläge. Das Stadthaus muss auf jeden Fall belebt werden. Das ist ein richtig tolles Haus, auch drinnen, man kann da ganz tolle Veranstaltungen machen. Ich finde auch, man hätte das deutlich früher erkennen können. Vielen Dank!

(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Vielen Dank, Frau Luxen! Der nächste Redner ist Herr Baier von den GRÜNEN. Bitte! Stadtverordneter Ulrich Baier, GRÜNE: Sehr geehrte Vorsteherin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Ich glaube, man kann einmal ein paar Sachen klarstellen. Es ist unstrittig, dass die Anlaufschwierigkeiten ein Grund sind, warum es nicht gut vermietet war. Ich bin mit meiner Vorrednerin absolut einig darüber, dass die Öffentlichkeit, die Transparenz, was das Stadthaus darstellt, für wen es offen ist und wie die Preise sind, absolut mangelhaft war. Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass keiner von uns damit rechnen kann, dass die Baukosten des Stadthauses eingespielt werden können. Wir unterhalten uns also nur darüber, wann und wie schnell die Betriebskosten eingespielt werden können. Jeder von uns im Sonderausschuss "Dom-Römer" wusste, das wird nicht fünf Jahre dauern, es wird nicht zehn Jahre dauern, sondern es wird sehr lange dauern. Insofern habe ich auch im Ausschuss noch einmal darüber gesprochen, dass ein inhaltliches Konzept wichtig ist und nicht nur die Preisgestaltung, wobei ich meiner Vorrednerin bei der Preisgestaltung absolut zustimmen muss. Wenn ich von einem inhaltlichen Konzept rede, dann meine ich, dass bei der Katholischen Akademie ganz klar ist, welche Veranstaltungen sie anbietet. Bei der Evangelischen Akademie ist es auch klar, was sie anbietet in ihrem Programm. Beim Stadthaus ist es leider nicht klar. Da wird nur gesagt, wenn wir preisgerechte Nachfragen bekommen, vermieten wir das. Ich meine, das Stadthaus haben wir damals als Stadtverordnete eigentlich beschlossen, weil dort sozusagen Ausweichräume für Ausschüsse, für verschiedene öffentliche Einrichtungen und Gremien, für den Städtetag und Ähnliches mehr, sein sollten. Das war bevorzugtes Ziel. Das muss nicht das einzige Ziel sein, aber dieses Ziel muss deutlich aus dem sogenannten Marketingkonzept hervorgehen. Ich wiederhole, das Konzept kann nicht vorrangig von der Nachfrage abhängig gemacht werden, sondern vom Inhalt. Die Stadt muss sagen, es ist unser Stadthaus und das haben wir damit vor. Ich füge natürlich hinzu, jeder weiß, dass es mehrere Jahre gedauert hat, bis der Oberbürgermeister und die verschiedenen Magistratsmitglieder sich überhaupt auf das Stadthaus haben einigen können. Das spielt vielleicht auch eine Rolle. Aber jetzt ist diese Zeit vorbei. Wir haben eine große Koalition mit mehreren Fraktionen. Jetzt könnte sich der Magistrat mit dem Oberbürgermeister verständigen und sagen, das ist unser Stadthaus und das wollen wir damit machen. Vielen Dank! Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Vielen Dank, Herr Baier! Als nächster Redner hat Herr Yilmaz für die LINKE.-Fraktion das Wort. Bitte! Stadtverordneter Eyup Yilmaz, LINKE.: Sehr geehrte Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren! Ja, das Stadthaus ist auf der Homepage als exzellentes Veranstaltungsgebäude ersten Ranges im Herzen der Altstadt in Frankfurt am Main beschrieben. Noch ein Satz steht auf der Homepage: "Auch die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger können das Stadthaus an seiner neuen Adresse 'Markt 1' künftig für private Feiern und Veranstaltungen buchen." Dieser Raum kostet 3.500 Euro netto pro Tag. Wie können Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine, die sowieso wenig Mittel haben, für 3.500 Euro ein Stadthaus buchen? Entweder denkt Herr Dezernent Schneider, dass alle Menschen so viel verdienen wie er selbst, oder er will hier im Stadthaus auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger einen Versammlungsort lediglich für privilegierte Menschen schaffen. 25,3 Millionen Euro hat das Stadthaus gekostet. Eine sinnvolle Nutzung ist nicht in Sicht. Wo bleibt denn ein Konzept? Die Bewirtschaftung des Stadthauses wurde 2017 an die Lectron GmbH, eine Tochtergesellschaft des Frankfurter Vereins für soziale Heimstätten, übergeben. Eine Referentin des Baudezernenten Jan Schneider hat vor einem Jahr berichtet: "Nachdem der Zuschlag erteilt war, haben wir die Vermietungen sehr kurzfristig begonnen. Für das Jahr 2018 ist das Interesse deutlich größer". Als vor einigen Jahren in der Stadt darüber gestritten wurde, ob das Stadthaus überhaupt gebucht werden sollte, hat der damalige Planungsdezernent Olaf Cunitz versichert, dass das Haus schnell voll werde. Ein weiterer Veranstaltungsort unweit des Römers müsse dringend her. Schauen Sie sich einmal die zukünftigen Buchungen auf der Homepage des Stadthauses an. Gebucht wurden für Dezember 2018 drei Tage, für Januar 2019 vier Tage, für Februar 2019 sechs Tage, für März 2019 vier Tage und für April 2019 fünf Tage. Der Magistrat hat hier mehr als 25 Millionen Euro in den Sand gesetzt und steht ohne Konzept, ohne Orientierung in Sachen Stadthaus da.

(Beifall) Wir haben bereits seit Jahren gesagt, wir brauchen in der Altstadt kein neues Stadthaus. Es gibt hier bereits das Haus am Dom, die Evangelische Akademie und das Caritashaus. Wir sagen, wenn dann Stadthaus für alle, und fordern den Magistrat erneut auf, das Stadthaus soll für alle ...

Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Ihre Redezeit ist abgelaufen, Herr Yilmaz. Stadtverordneter Eyup Yilmaz, LINKE.: (fortfahrend) ... Bürgerinnen und Bürger die Türen öffnen, nicht nur für privilegierte Menschen. Danke!

(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Vielen Dank, Herr Yilmaz! Als nächste Rednerin hat Frau Tafel-Stein von der FDP-Fraktion das Wort. Bitte! Stadtverordnete Elke Tafel-Stein, FDP: Danke, Frau Vorsteherin! Ich rede immer ganz gerne nach Herrn Yilmaz, das ist immer eine schöne Vorlage. Also, natürlich ist es so, dass das Stadthaus nicht die Saalbau ersetzen wird. Das Stadthaus wird nicht für Vorstandssitzungen irgendwelcher Vereine zur Verfügung stehen. Das ist von vornherein klar gewesen. Ich glaube, Herr Yilmaz, da muss ich Ihnen widersprechen. Dieses Gebäude ist wirklich jeden Pfennig wert, den wir dort hineingesteckt haben. Es ist nämlich wunderschön geworden. Jetzt hat Herr Stadtrat Schneider gesprochen und uns erklärt, warum die Vermietung so schlecht war. Im Ausschuss hat er es natürlich noch etwas ausführlicher gemacht. Man kann definitiv sagen, dass auch die Bautätigkeit, und das finde ich nachvollziehbar, die geringe Vermietung nach sich zog. Nachvollziehbar finde ich auch, dass das ganze Haus für ganze Tage zu vermarkten schwieriger gewesen ist als einzelne Räume zu vermieten. Das ist aber selbst verschuldet, weil hier eben der Kämmerer mit seinem unsäglichen Vorschlag mit diesem Kirchenmuseum hineingefunkt hat. Das war völlig unnötig, und die fehlenden Einnahmen hat der Kämmerer höchstpersönlich zu verschulden. Ich bin froh, dass dieses Projekt gestorben ist.

(Beifall) Sicher auch nicht förderlich war, dass es keine reduzierten Tagesmietpreise für Auf- und Abbau gab, das wurde aber offenbar erkannt und Herr Stadtrat Schneider hat hier angekündigt, das umzusetzen. Das finde ich auch richtig. Wenn die Befragten der abgesagten Vermietungen nicht die hohen Kosten als Grund nannten, so kann man doch nicht leugnen, dass das Stadthaus eines der teuersten Veranstaltungsräume der Stadt ist. Das stimmt, was hier gesagt wurde. Im Ausschuss und auch gerade hier wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass der große Saal des daneben liegenden Hauses am Dom beispielsweise 950 Euro kostet. Der große Seminarraum im Stadthaus kostet 1.500 Euro und der Saal 3.500 Euro. Ich meine, da sieht man doch einmal, wie stark die Schere auseinander geht. Hier wird man sich, denke ich, mit dem Marketingkonzept noch einmal auseinandersetzen müssen. Ich habe im Ausschuss bereits gefordert, dass das nächste halbe Jahr noch einmal berücksichtigt werden muss und die Entwicklung bitte zu berichten ist. Auch dem hat Stadtrat Schneider zugestimmt. Was mir wichtig ist: Ich glaube, wir haben dort für die Frankfurter Stadtgesellschaft ein zwar teures, aber wunderschönes Gebäude hingestellt. Es blitzt und blinkt, es ist ein Schmuckstück. Dieses Schmuckstück muss auch den Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden. Für uns Freie Demokraten gilt zwar das Wirtschaftlichkeitsprinzip, dabei gilt aber, lieber günstiger und dafür belegt. Hier sind wir eben nicht nur der Wirtschaftlichkeit verpflichtet, sondern auch der Frankfurter Stadtgesellschaft. Das wird man aber jetzt abschließend nach diesem Halbjahresbericht bewerten und beurteilen können. Ich denke, dass da eine Änderung herbeigeführt werden muss. Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Vielen Dank, Frau Tafel-Stein! Das war doch eben ein wunderbares Schlusswort.

(Beifall) Als nächster Redner hat Herr Mund von der BFF-Fraktion das Wort. Bitte! Stadtverordneter Mathias Mund, BFF: Frau Vorsteherin, werte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte eigentlich nur einen kleinen Gedanken in die Debatte zum Stadthaus einwerfen, was die Auslastung angeht. Darum geht es heute in der Debatte. Es geht nicht um die Geschichte, die ist abgeschlossen. Das ist nicht mehr zu ändern. Ich kann mich aber erinnern, dass immer gesagt wurde, das Stadthaus soll auch eine Entlastung für den Kaisersaal darstellen. Der Kaisersaal, das wissen wir alle, ist mit Veranstaltungen überfrequentiert. Wir haben das Problem, dass wir dort die Gemälde haben, die empfindlich auf Luftfeuchtigkeit und Schwankungen im Bereich der Temperatur reagieren. Wir haben dort auch das Thema, dass wir den Einlass immer erst zum Veranstaltungsbeginn gewähren, damit diese Belastungen gemildert werden. Was ich nicht nachvollziehen kann: Ich habe diese Woche wieder fast zehn Einladungen von der Stadt Frankfurt bekommen, aber seit das Stadthaus eröffnet ist - mit Ausnahme des Freien Jüdischen Lehrhauses, wo einmal der Oberbürgermeister mit als Einladender draufstand - habe ich keine einzige Einladung zu einer Veranstaltung der Stadt Frankfurt für ein Vereinsjubiläum, für eine Ehrung und so weiter bekommen, die in diesem Stadthaus stattfinden würde. Der Herr Oberbürgermeister ist im Moment leider nicht da. Vielleicht kann der Magistrat das intern einmal anregen, dieses Stadthaus endlich auch einmal zu nutzen, so wie es ursprünglich propagiert wurde. Vielen Dank!

(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Danke schön, Herr Mund! Die nächste Wortmeldung kommt von Herrn Stadtverordneten Ochs. Bitte schön! Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER: Sehr geehrte Frau Vorsteherin, liebe Kolleginnen und Kollegen! Uli Baier hat es am Anfang von der Chronologie mit der Entwicklung des Stadthauses und der Belegung richtig gesagt. Er hat auch die längste Erfahrung darin. Er ist ja der Vorsitzende des Sonderausschusses "Dom-Römer". Ich als Stadtverordneter und Mitglied des Sonderausschusses "Dom-Römer" sehe mich in dem Ganzen arglistig getäuscht. Es wurde uns im Ausschuss immer gesagt: Ja, wir brauchen das Stadthaus, weil der Kaisersaal zu eng ist, der Sitzungssaal nebenan zu eng ist, wir auch nicht gegenüber in die Katholische Akademie gehen können und so weiter. Das war der einzige Sinn, der uns damals vermittelt wurde. Das Stadthaus ist ein Ausweich- oder Entlastungsquartier für die Empfänge und die Veranstaltungen im Römer. So ist es nicht. Wenn jetzt dort ein Gastronomiebetrieb wäre, der das nicht auf die Reihe bekäme, dann höre ich schon im Hinterkopf die ersten Stimmen, die schreien: Da muss vielleicht Käfer oder Johnny Klinke rein, damit es funktioniert. Aber das darf auch nicht sein. Wir können nicht ein Stadthaus für 25 Millionen Euro oder mehr für lau hinstellen und es dann irgendwelchen Gastronomiebetreibern zur Verfügung stellen. Das Stadthaus muss wieder eine Funktion bekommen im eigentlichen Sinne, so wie es uns damals im Sonderausschuss "Dom-Römer" erklärt wurde. Wenn das nicht so ist, dann war das eine arglistige Täuschung des Magistrats. Vielen Dank!

(Beifall) Stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Renate Wolter-Brandecker: Danke schön, Herr Ochs! Die letzte Wortmeldung kommt von Herrn Stadtrat Schneider. Bitte schön! Stadtrat Jan Schneider: Frau Vorsteherin, meine Damen und Herren! Ich will gerne auf die verschiedenen Aspekte eingehen und ein paar Sätze zum Stadthaus sagen. Es in der Tat so, dass wir mit dem Stadthaus einen unglaublich schönen Veranstaltungsort in der Stadt neu hinzubekommen haben, der sicherlich im Laufe der Jahre zu einer festen Größe in Frankfurt werden wird. Von einer arglistigen Täuschung kann man deshalb nicht sprechen. Es wird offenbar nur ein bisschen dauern, bis dieser Ort in allen Veranstaltungskalendern einen festen Platz bekommt. Ich nehme gerne aus der Diskussion heute und hier mit, dass ich mit dem Oberbürgermeister und mit dem obersten Chef des Protokolls noch einmal spreche, ob man nicht noch die ein oder andere städtische Veranstaltung mehr dort unterbringen kann. Der Rahmen ist sicherlich mehr als angemessen. Zu den Preisen will ich ein paar Sätze sagen, wie auch schon im Ausschuss. Das Stadthaus ist gestartet mit einem relativ starren Preisrahmen, mit einem festen Preis und einem reduzierten Preis. Wir haben mit dem Geschäftsführer der Lectron GmbH bereits vereinbart, dass man da mehr Flexibilität bieten möchte und insbesondere den "Wiederholungstätern", so nenne ich sie einmal positiv, denjenigen, die wiederkommen, einen Nachlass gewährt. Was das Stadthaus in der Nutzung etwas schwieriger macht als andere Veranstaltungsräume, weshalb man es auch nicht mit dem Haus am Dom eins zu eins vergleichen kann oder mit der Evangelischen Akademie, ist, dass man nicht mehrere Veranstaltungen leicht unter einen Hut bekommt. Man kann das Stadthaus eigentlich an einem Tag nur an eine große Veranstaltung oder an einen Mieter vergeben. Das macht es aufwendiger und teurer, sodass wir anfangs die Situation hatten, dass die Auf- und Abbautage ebenfalls voll bezahlt werden mussten. Das hat es wahrscheinlich für die eine oder andere Veranstaltung nicht attraktiver gemacht. Aber auch daran arbeiten wir. Ich will auch noch einmal ausdrücklich hervorheben - weil wir heute über den Haushalt reden -, dass wir erfreulicherweise die Situation haben, dass uns das Stadthaus mittlerweile kein Geld kostet, sondern die Kosten trägt. Nicht in der Form, dass man die Investitionskosten einspielt, aber in der Form, dass es die laufenden Kosten, die Bauunterhaltung und so weiter, selbst trägt. Das ist der erste wichtige Punkt. Jetzt kann man darüber hinaus schauen, wie es weiter geht. Herr Yilmaz, was mich ärgert ist, dass Sie davon sprechen, das sei keine sinnvolle Nutzung. Zum einen ist es eine sinnvolle Nutzung, einen so guten Veranstaltungsraum zur Verfügung zu stellen. Zum anderen will ich auch noch einmal daran erinnern - ich nehme an, das hatten Sie nicht im Hinterkopf als Sie gesagt haben, das ist nicht sinnvoll, was dort passiert -, dass wir mit den Frankfurter Vereinen einen sozialen Arbeitgeber haben, einen stadtnahen Verein, der dort Menschen mit Behinderung in Lohn und Brot bringt, der Menschen hilft, die bis jetzt auf dem Arbeitsmarkt nicht Tritt fassen konnten aus eigener Kraft, in das Erwerbsleben zu starten. Ich finde - das sollte man dann auch sagen -, dass vielleicht an einen Verein, der so arbeitet, hier und da etwas andere Maßstäbe als bei anderen Unternehmen angelegt werden müssen, die ausschließlich gewinnorientiert mit Menschen arbeiten, die solche Handicaps nicht haben. Last but not least will ich noch einmal darauf hinweisen, dass eine sehr positive Entwicklung zu verzeichnen ist. Die Anfragen steigen. Ich will auch noch einmal sagen, dass der Preis allein nicht der Grund war, warum viele Menschen oder viele Personen und Institutionen, die angefragt haben, von einer Buchung abgesehen haben. Wie im Ausschuss schon einmal gesagt, hat die Lec-tron GmbH sehr sorgfältig auch bei den Absagen gefragt, woran es denn gelegen hat, warum sie nicht zu uns kommen. Da war in den zurückliegenden anderthalb Jahren die mit Abstand häufigste Nennung nicht die, dass der Preis zu hoch wäre, sondern: das Umfeld um das Gebäude stimmt noch nicht und passt noch nicht zu dem Gebäude. Ich glaube, das wird sich jetzt, wo die Altstadt fertig und das Stadthaus uneingeschränkt begehbar ist, ändern. Lassen Sie uns gemeinsam in den nächsten sechs Monaten oder im nächsten Jahr darüber nachdenken, wie man das Haus noch attraktiver macht. Der Preis ist ein Aspekt. Ansonsten können wir gemeinsam dafür werben, dass dieses Schatzkästchen in der Altstadt auch gut frequentiert und häufig genutzt wird. Vielen Dank!

(Beifall) Antragstellende Person(en): Stadtv. Kristina Luxen

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 1. November 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

Wie Frankfurter Lokalpolitik funktioniert

Mitdiskutieren

Ortsbeiratssitzung