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Im Februar 2018 wurde das Kindermuseum als „Junges Museum“ wieder eröffnet. Neben einer umfassenden Neugestaltung wurden

Vorlagentyp: F
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Thema Schulen und Bildung verfolgen

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Frage vom 19.04.2018, F 1196 Im Februar 2018 wurde das Kindermuseum als "Junges Museum" wieder eröffnet. Neben einer umfassenden Neugestaltung wurden einige Elemente der alten Ausstellung übernommen - unter anderem ein Kolonialwarenladen, der sich bei den jungen Besuchern stets großer Beliebtheit erfreut. Es gibt jedoch städtische Initiativen, welche die museale Ausstellung mit dem Argument ablehnen, Kolonialwarenläden wären untrennbar mit der Verbreitung exotisierender und rassistischer Werbung und dem Wunsch nach kolonialer Expansion verbunden. Es wird kritisiert, die Präsentation lade Schulklassen zum Spielen ein, ohne über den Ausbeutungscharakter des kolonialen Warenhandels aufzuklären. Daher frage ich den Magistrat: Sieht der Magistrat dies genauso?

Antwort des Magistrats: Sehr geehrter Herr Stadtverordneter Kirchner! Der Kolonialwarenladen, dessen Ladeneinrichtung im Jungen Museum seit 1989 zum Mitspielen aufgestellt ist, wurde von Jakob Bill 1868 gegründet und bis 1975 in seiner Familie fortgeführt. Die letzte Besitzerin war Emilie Reuter, seine Enkelin. Um 1900 gab es in der Altstadt Frankfurts 79 Kolonialwarenläden. Ein Laden versorgte im Schnitt 302 Personen, in der Altstadt wohnten zu dieser Zeit 22.954 Personen. In ganz Frankfurt waren es 1.171 Kolonial- und Spezereiwarenläden, das war die größte Zahl an Lebensmittelläden zu dieser Zeit, sie sind auch als "Tante Emma Laden" bekannt geworden. In diesen Läden wurde alles angeboten, was die Käufer brauchten: Spezereiwaren, Kolonialwaren - Tee, Kaffee, Kakao, Rohrzucker, Südfrüchte, Reis -, Lebensmittel, Gemischt- oder Haushaltswaren. Ein persönlicher Kontakt zwischen Händler und Kunde war nötig und möglich, um Preise konnte gehandelt werden, sie unterschieden sich, je nachdem ob reiche oder arme Leute einkauften. Man konnte "anschreiben lassen", das heißt beim Händler Schulden machen. Die gewünschte Ware wurde abgewogen und verpackt, es konnte auch Stückweise gekauft werden. Der Laden war familiengeführt, einige Produkte stellte der Krämer selbst her. Der Kolonialwarenladen des Jungen Museums bildet mit der Urgroßeltern-Küche und der historischen Drogerie zusammen historische Spielräume, die ausgestattet sind mit originaler Einrichtung und Objekten. In den drei historischen Spielräumen des Jungen Museums schlüpfen Kinder in Rollen und erleben einen historischen Alltag und die Arbeitswelt um 1900 in einem inszenierten Raum. In erster Linie wird hier mit Vorschulkindern und Schülerinnen sowie Schülern der Grundschulstufen eins bis vier gearbeitet. Hinweise auf rassistische Werbung oder für koloniale Expansion sind dort nicht zu finden. Der historische Hintergrund eines Teils des Warenangebots im Kolonialismus wird allerdings nicht verschwiegen und löst bei den hier spielenden Kindern immer wieder Fragen aus, die vom pädagogischen Personal beantwortet werden beziehungsweise vertieft werden. Ebenso regt der Begriff "Kolonialwarenladen" selbst bei jüngeren Kindern zum Nachfragen an, somit entsteht überhaupt erst die Möglichkeit zum altersspezifischen Eingehen auf die Problematik der kolonialen Geschichte. Wie ausgeführt bietet das Junge Museum das Angebot für Kinder zwischen fünf und neun Jahren an; Kolonialismus steht für Jahrgangsstufe 9, Alter 15 Jahre, im Curriculum. Eine Unterrichtseinheit dazu würde das Museum gerne entwickeln, weiß jedoch, dass diese Altersstufe sich nicht zum Spielen im Kaufladen bereitfindet beziehungsweise angesprochen fühlt. Eine freie Mitarbeiterin hat schon einen ersten Entwurf für eine Einheit zum Thema erarbeitet; diese würde nach abschließender Prüfung für Schülerinnen und Schüler ab der achten Jahrgangsstufe angeboten werden. Es gab auch bereits Kontakt zwischen dem Jungen Museum und der Initiative frankfurt postkolonial e. V. Antragstellende Person(en): Stadtv. Thomas Kirchner

Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen

Was bedeutet diese Vorlage?

FFrage zur Fragestunde

Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.

  1. 1Stadtverordnete/r stellt Frage
  2. 2Fragestunde im Plenum
  3. 3Magistrat antwortet

Der Weg dieser Vorlage

Am 19. April 2018 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.

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