Frankfurt soll klimaneutral werden. Hierzu tragen erneuerbare Energien in erheblichem Maße bei. Insbesondere der Ausbau
Zusammenfassung
Die Stadt Frankfurt plant, klimaneutral zu werden, und sieht den Ausbau von Solar- und Fotovoltaikanlagen als entscheidend an. Es wird vorgeschlagen, die Dachflächen in städtischem Eigentum zu nutzen, um die Stromerzeugung durch Photovoltaik zu erhöhen und somit die Abhängigkeit von fossilen Energien zu reduzieren.
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Thema Umwelt und Energie verfolgenFrage an den Magistrat
Frankfurt soll klimaneutral werden. Hierzu tragen erneuerbare Energien in erheblichem Maße bei. Insbesondere der Ausbau von Solar- und Fotovoltaikanlagen soll forciert werden, um die ambitionierten Ziele zu erreichen. Die Stadt, ihre Gesellschaften sowie Gebäude, in denen die Stadt Mieterin ist, verfügen über große Dachflächenkapazitäten, die einen enormen Teil zum Ausbau solcher Anlagen beitragen könnten.
Ich frage den Magistrat:
Wie groß ist die Gesamtfläche der Dächer in städtischem Eigentum oder im Eigentum städtischer Tochter- und Beteiligungsgesellschaften, und wie viel Strom könnte kurzfristig durch einen zügigen Ausbau von Fotovoltaikanlagen hier erzeugt werden?
Antwort des Magistrats
Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien ist alternativlos. Die Möglichkeiten, die Abhängigkeit von fossilen Energien zu vermindern, sind mannigfaltig. Zuerst sollten nach Ansicht des Magistrats, die Möglichkeiten genutzt werden, die kostengünstig und sofort zu erschließen sind und das höchste Reduktionspotenzial im Verhältnis zum eingesetzten Kapital bringen. Dazu gehören Maßnahmen, die die Energieeffizienz der kommunalen Gebäude verbessern, die Umstellung der Gebäudeheizungen zum Beispiel auf Fernwärme und bauliche Maßnahmen, die den Energieverbrauch nachhaltig reduzieren. Damit einher geht die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien oder Abwärme für die Beheizung, Warmwasserbereitung und den Stromverbrauch.
Nach einer Auswertung des Solarkatasters Hessen teilt sich das Solarpotenzial auf Dächern in Frankfurt wie folgt auf:
| Gebäudenutzung | nutzbare Dachfläche in m² | potenzielle Stromerzeugung in GWh/a | Anteil am Solarstrompotenzial in % |
| Wohngebäude | 4.585.192 | 506,0 | 46,4% |
| Gewerbe- und Industriegebäude | 4.263.238 | 460,0 | 42,2% |
| Gebäude f. öffentliche Zwecke | 897.346 | 97,1 | 8,9% |
| Gebäude für religiöse Zwecke | 30.395 | 3,3 | 0,3% |
| Sonstige | 231.349 | 24,8 | 2,3% |
Die Gesamtfläche der Dächer in städtischem Eigentum beträgt circa 800.000 m².
Der Magistrat geht davon aus, dass etwa 50 Prozent dieser Dachflächen grundsätzlich für die Nutzung mit Photovoltaikanlagen geeignet sind. Theoretisch könnte also eine Stromerzeugungsleistung von circa 40 MW peak auf diesen Dächern errichtet werden. Teilweise ist hier allerdings vorher eine statische Ertüchtigung, eine Sanierung der Dachhaut und/oder der Wärmedämmung beziehungsweise eine Sanierung der Niederspannungshauptverteilung erforderlich.
Der Errichtung von Photovoltaikanlagen müssen also relativ umfangreiche technische Untersuchungen vorausgehen, sodass die Ausbaugeschwindigkeit mit dem derzeitigen Personalbestand im zuständigen Fachamt, Amt für Bau und Immobilien, nicht weiter gesteigert werden kann ohne andere wichtige Aufgaben zu vernachlässigen. Es müssten also entsprechende Personalkapazitäten beim ABI und den städtischen Gesellschaften geschaffen werden, um einen schnelleren Ausbau von Solarenergieanlagen in Frankfurt zu erreichen.
Der Magistrat versucht, durch die Akquise externer Fördermittel Personal zu finanzieren. Aktuell sind Fördermittel für 3,6 Stellen beantragt. Sollte der Antrag positiv beschieden werden, wäre die zusätzliche Installation von etwa drei MWp auf städtischen Dächern denkbar. Das entspräche etwa 75 Prozent des durchschnittlichen jährlichen Zuwachses an PV-Leistung in Frankfurt der letzten drei Jahre.
Fachfirmen, welche die Errichtung von Photovoltaikanlagen anbieten, sind derzeit vollständig ausgelastet und klagen darüber hinaus über Lieferschwierigkeiten. Eine kurzfristige Beschleunigung des Ausbaues kann darunter leiden.
Die bislang auf städtischen Dächern errichteten Photovoltaikanlagen sind auf https://energiemanagement.stadt-frankfurt.de/ unter dem Menüpunkt "Regenerative Energiequellen" und dort unter "Liste der Photovoltaikanlagen auf Gebäuden der Stadt Frankfurt" einsehbar.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Oktober 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.