Aktuell läuft auf der Hauptwache das Projekt „Wohnzimmer Hauptwache“, bei dem mit Bürgerbeteiligung über die endgültige
Zusammenfassung
Der Magistrat plant eine vorübergehende Umgestaltung und Begrünung der Hauptwache, um die Aufenthaltsqualität zu steigern und den Raum flexibler zu nutzen. Zudem soll der leerstehende Raum am Apothekerhügel während der Sanierungsphase für technische Einrichtungen oder temporäre Geschäfte verwendet werden.
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Thema Stadtplanung verfolgenFrage an den Magistrat
Aktuell läuft auf der Hauptwache das Projekt "Wohnzimmer Hauptwache", bei dem mit Bürgerbeteiligung über die endgültige Umgestaltung der Hauptwache ab 2032 diskutiert wird. Da dieser Zeitraum jedoch noch in weiter Ferne steht, hatte der Magistrat bereits Ende letzten Jahres angekündigt, eine vorübergehende Umgestaltung und Nutzung anzustreben.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Magistrat:
Welche Pläne für eine vorübergehende Umgestaltung oder Begrünung der Hauptwache gibt es, und wie soll der leerstehende Raum der VGF am Apothekerhügel perspektivisch genutzt werden?
Antwort des Magistrats
Stadtrat Mike Josef:
Sehr geehrte Frau Vorsteherin,
sehr geehrter Herr Dr. Langner!
Die Frankfurter Hauptwache steht, wie viele andere innerstädtischen Plätze, deutschlandweit vor der Herausforderung, dass vor allem die technische und gestalterische Erneuerung im Betrieb umgesetzt werden muss. Denn zahlreiche Infrastruktur-Bauwerke aus den Sechziger- und Siebzigerjahren müssen bundesweit an die heutigen Bedürfnisse angepasst werden, und da geht es Frankfurt nicht alleine so, sondern bundesweit gewinnen die Einsätze von temporären Elementen immer mehr Bedeutung.
Die Aktion "Wohnzimmer Hauptwache" im Rahmen des Förderprogramms Post-Corona-Stadt, Nationale Stadtentwicklungspolitik, wodurch wir mit einigen Millionen Euro auch gefördert werden, widmet sich der Fragestellung, wie dieser komplexe öffentliche Raum zukünftig flexibler und von der Nutzung vielfältiger aufgestellt werden kann. Aus über 50 Einreichungen von Bürgerinnen und Bürgern wurden 17 temporäre Projektideen ausgewählt, die derzeit und im kommenden Jahr durchgeführt werden sollen. Die entwickelten Projekte, sowohl von der Bürgerschaft als auch von einigen Planungsbüros, zielen darauf ab, dass vor allem die Aufenthaltsqualität an der Hauptwache mit Hilfe temporärer Maßnahmen zu steigern ist.
Ich möchte aber der Vollständigkeit halber sagen, die Hauptwache ist vor allem auch ein Transitraum. Das darf man nie ganz vergessen bei der gesamten Debatte. Wir haben hier jeden Tag 90.000 Menschen, die über die Hauptwache die Verkehrseinrichtungen der Hauptwache und die Bahnstationen nutzen. Das wäre, wenn man es hessenweit vergleicht, fast eine der größten Bahnstationen hessenweit. Deswegen ist es am Ende auch ein Transitraum. Und vor diesem Hintergrund wird dies momentan ausgewertet. Über den Dialog und die Reaktionen der Passantinnen und Passanten, Besucherinnen und Besucher und der Anrainerinnen und Anrainer werden die Erkenntnisse ausgewertet, um zukünftig die Interimsmaßnahmen, auch die Begrünungsmaßnahmen, zu realisieren und umzusetzen.
Aufbauend auf den Erkenntnissen des Beteiligungsprozesses im Rahmen des Projektes "Wohnzimmer Hauptwache" wird von der Stadt Frankfurt ein vertiefter Beteiligungsdialog mit dem Ziel durchgeführt, dass bereits während des Planungsprozesses räumliche Veränderungen angestoßen und sichtbar werden. Begrünungsmaßnahmen sollen dort, wo sie über dem unterirdischen Gebäude der Hauptwache baulich-konstruktiv möglich sind, in enger Abstimmung mit dem Umweltdezernat umgesetzt werden.
Um es etwas feiner auszudrücken: Die Hauptwache ist statisch sehr filigran. Wenn man beispielsweise allein Kübel nimmt und die Erde, die in den Kübeln vorhanden ist, ist es an bestimmten Stellen - Stefan Majer weiß es sicherlich auch über die VGF - schon statisch aufgrund des Gewichts eine echte Herausforderung, diese Kübel zu installieren. Deswegen haben wir auch bei den Ideen, die das Planungsamt ausgearbeitet hat, bestimmte Orte definiert, wo es gehen kann, weil dort - ergänzend zu den Ideen, die Planungsbüros im Ausschuss für Planen, Wohnen und Städtebau vorgestellt haben -, bestimmte Bereiche überplant sind, die Verkehrsflächen sind, also Feuerwehrzufahrt oder Fluchtwege. Das heißt, nicht überall wird es möglich sein, eine Begrünung zu vollziehen, statisch betrachtet, aber auch aufgrund der Verkehrsflächen. Wir werten aber momentan die einzelnen Ideen aus und prüfen sie statisch, mit dem Ziel, im Planungsprozess die räumlichen Veränderungen der Begrünung herzustellen. Mögliche Flächen für eine Begrünung wurden bereits in der ersten Konzeptstudie ermittelt. Diese müssen jetzt im Beteiligungsprozess abgeglichen werden. Neben Begrünungsmaßnahmen sollen weitere geeignete Bausteine entwickelt - vor allem die Frage von Verschattung, Sonnensegel und so weiter - und auf der Hauptwache realisiert werden, die zu einer Aufwertung des Stadtraumes beitragen.
Zum Schluss: Der heute leer stehende Raum im sogenannten Apothekenhügel soll während der Sanierungsphase der B-Ebene für technische Einrichtungen beziehungsweise gegebenenfalls temporäre Auslagerungen von Geschäften aus der B-Ebene verwendet werden. Ein konkreter Belegungsplan dieser Liegenschaft kann vorgestellt werden, sobald ein abgestimmter Baustellenplan zur Hauptwache vorliegt. Ich weiß auch vom Verkehrsdezernat - wir sind mit Stefan Majer im Gespräch -, dass es Ideen und Gespräche über die konkrete Nutzung gibt, und wenn dieser erste Schritt der Baustellenplanung so weit vollzogen ist, bin ich sehr zuversichtlich, dass wir dann auch in eine andere Nutzung beim Apothekenhügel gehen können.
Vielen herzlichen Dank!
(Beifall)
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Es gibt zwei Zusatzfragen. Die erste ist von Herrn Dr. Langner. Bitte!
Stadtverordneter Dr. Julian Langner, FDP:
(Zusatzfrage)
Vielen Dank, Herr Stadtrat, das hilft mir schon eine Menge weiter! Haben Sie denn auch schon irgendwelche Ideen, wie begrünt wird? Dass die Kübel dort schwer sind, das ist allen klar, aber was soll denn in die Kübel hinein? Das würde mich noch interessieren.
Stadtrat Mike Josef:
(fortfahrend)
Wir haben uns Leihpflanzen im Palmengarten angeschaut, haben uns angeschaut, ob wir beispielsweise den Treppentrichter der Hauptwache mit kleineren Bäumen bepflanzen können. Das sind die Sachen, die wir uns konkret angesehen haben, aber wie gesagt, immer unter der Voraussetzung, dass es statisch auch trägt.
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Die zweite Zusatzfrage ist von Herrn Dr. Kochsiek von der CDU-Fraktion. Bitte!
Stadtverordneter Dr. Albrecht Kochsiek, CDU:
(Zusatzfrage)
Hat der Magistrat mit der Stiftung Altes Neuland bereits Kontakt aufgenommen und sich das Konzept zur Begrünung der Hauptwache einmal vorstellen und erläutern lassen?
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Bevor Sie antworten, Herr Stadtrat: Der Lärmpegel steigt schon wieder enorm.
Stadtrat Mike Josef:
(fortfahrend)
Das liegt aber nicht an mir.
(Heiterkeit)
Stadtverordnetenvorsteherin
Hilime Arslaner:
Das weiß ich. Sie dürfen jetzt reden. Ich möchte aber darum bitten, dass Sie alle - das gilt für die Stadtverordneten, aber genauso auch für den Magistrat -, wenn Sie sich unterhalten wollen, dies außerhalb des Plenarsaals tun. Ansonsten halten Sie hier bitte Ruhe. Herr Stadtrat, Sie haben das Wort. Bitte!
Stadtrat Mike Josef:
(fortfahrend)
Vielen Dank, Frau Vorsteherin!
Die Initiative Altes Neuland war sowohl im Ausschuss für Planen, Wohnen und Städtebau und ist auch im Gespräch mit dem Stadtplanungsamt. Die Entwürfe liegen uns vor. Man hat sich nicht nur bemüht, sondern sie sind sehr detailreich und gut. Ich habe es aber gerade erwähnt: Wir passen sie momentan an, weil teilweise in dem Entwurf auch Verkehrsflächen überplant sind, die wir nicht überplanen können. Wir prüfen sie momentan mit den Ideen der einzelnen Bepflanzungen, die vor Ort möglich sind, und würden dort, wenn es statisch und von den Verkehrsflächen her möglich ist, auch einzelne Elemente durchaus aufgreifen wollen, denn ich finde die Initiative und das, was sie vorgeschlagen hat, durchaus sehr gut. Sie widersprechen auch nicht dem Konzept des Magistrats, sondern sind teilweise in der Begrünung etwas weitreichender. Es ist aber, wie gesagt, ein schwieriger Bereich mit diesen tieferen Ebenen, insbesondere was die Technik und die Statik angeht. Da stellt sich die Frage, was das Ganze trägt. Ansonsten finde ich es wirklich gut.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Eine kurze Frage, die in der Fragestunde einer Plenarsitzung an den Magistrat gestellt wird. Der Magistrat antwortet mündlich in der Sitzung oder schriftlich nach.
- 1Stadtverordnete/r stellt Frage
- 2Fragestunde im Plenum
- 3Magistrat antwortet
Der Weg dieser Vorlage
Am 13. Oktober 2022 wurde diese Frage in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. Der Magistrat nahm dazu in der Fragestunde Stellung; die Antwort steht unten im Dokument.