Produktbereich: 18 Soziales, Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Istanbul-Konvention umsetzen (2) - Gewaltprävention und Empowerment…
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Produktbereich: 18 Soziales, Produktgruppe: 18.01 Leistungen des Jugend- und Sozialamtes Istanbul-Konvention umsetzen (2) - Gewaltprävention und Empowerment durch geschlechterreflektierende Jungenarbeit
Zusammenfassung
Der Antrag sieht die Bereitstellung von 70.000 € für die Umsetzung eines gewaltpräventiven Projektes für junge Männer vor, das auf der Istanbul-Konvention basiert. Ziel ist es, patriarchale Strukturen zu reflektieren und Gleichberechtigung zu fördern. Das Projekt soll junge Männer aktiv in die Gewaltprävention einbeziehen und ihnen helfen, gegen extremistische Sichtweisen Stellung zu beziehen.
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Thema Kinder, Jugend und Familie verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Für die weitere Umsetzung und Erprobung eines partizipativen, gewaltpräventiven, Geschlechterrollen reflektierenden und Gleichberechtigung fördernden Projektes für junge Männer in Adaption des HeRoes-Konzeptes werden einmalig 70.000 € in den Haushalt 2023 eingestellt. erDer Betrag wird dem Haushalt zugesetzt.
Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig im laufenden Haushaltsjahr erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.
Über die Ausführung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2023 regelmäßig halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht.
Begründung
Artikel 12 der Istanbul-Konvention verlangt in Abs. 4. von allen staatlichen Stellen, "die erforderlichen Maßnahmen (zu treffen), um alle Mitglieder der Gesellschaft, insbesondere Männer und Jungen, zur aktiven Beteiligung an der Verhütung aller in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallenden Formen von Gewalt zu ermutigen" und in Abs. 5. (sicherzustellen), "dass Kultur, Bräuche, Religion, Tradition oder die sogenannte "Ehre" nicht als Rechtfertigung für in den Geltungsbereich dieses Übereinkommens fallende Gewalttaten angesehen werden." In Berlin wurde 2005 die Deutschkurdin Hatun Sürücü von ihrem Bruder erschossen, da sie sich nicht den patriarchalen Ehr-Vorstellungen von Teilen ihrer Familie beugen und stattdessen ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Dieser Femizid löste eine bundesweite Debatte über traditionell-patriarchale Ehrbegriffe und die damit einhergehende Unterdrückung von Mädchen und Frauen, über Zwangsehen und über weitere einschränkende und Gewalt legitimierende Aspekte von Traditionen und Religionen aus - und über den Druck auf Jungen und Männer, die eine bestimmte männliche Rolle erfüllen sollen, die sie selbst problematisch finden und unter der sie leiden. Das Berliner Konzept "HeRoes - gegen Unterdrückung im Namen der Ehre, für Gleichberechtigung" wurde in diesem Zusammenhang als erstes derartiges Projekt in Deutschland gegründet. HeRoes richtet sich an junge Männer im Alter von 16-21 Jahren mit (post-)migrantischem Hintergrund. Es will sie bewegen, patriarchale Strukturen in der Gesellschaft und in ihrem persönlichen Umfeld zu reflektieren. In Workshops werden tabuisierte Themen, wie geschlechtsspezifische Unterdrückung, Homophobie, Extremismus, Rassismus diskutiert und alternative Sichtweisen angeboten, die auf den Werten unserer demokratischen Grundordnung basieren. Die jungen Männer werden dazu motiviert, ihr in einem reflexiven Prozess erarbeitetes, aufgeklärtes, demokratisches, auf interkultureller Akzeptanz und auf Menschenrechten basierendes Menschenbild, in dem Frauen und Männer gleichberechtigt sind, in ihrem sozialen Umfeld nach außen zu tragen und auch gegen extremistische Sichtweisen Stellung zu beziehen. Einem "Peer-to-Peer"-Ansatz folgend, können die jungen Männer sich im Anschluss als "HeRoes" zertifizieren lassen, um als Multiplikatoren in Schulen und Jugendeinrichtungen Gleichaltrige beraten und stärken zu können. Im Rahmen des "Mädchen-beirates" ergänzen junge Frauen die Projektarbeit um ihre Perspektiven. In dem vom DRK Kreisverband Offenbach seit sieben Jahren in Offenbach umgesetzten Projekt "HeRoes" wurden inzwischen 22 junge Männer zu HEROES(r) zertifiziert und 260 Workshops durchgeführt, mit denen 6600 Jugendliche erreicht wurden. Dem Offenbacher Projekt wurde 2021 für seine Arbeit der Hessische Präventionspreis verliehen.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 16. Juni 2023 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 06.07.2023 im Ausschusses für Soziales und Gesundheit angenommen.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, LINKE., AfD, Volt, FRAKTION und ÖkoLinX-ELF gegen CDU und BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, SPD, FDP, AfD, Volt und FRAKTION gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: LINKE. und ÖkoLinX-ELF (= Annahme) BFF-BIG (= Prüfung und Berichterstattung)