Produktbereich: 31 Finanzen, Produktgruppe: 31.06 Beteiligungsmanagement Sozialtarife bei der Mainova
Zusammenfassung
Dieser Etatantrag fordert die Einführung eines Sozialtarifs für Strom, Gas und Wärme bei der Mainova, um einkommensschwache Haushalte zu entlasten. Dies ist notwendig aufgrund der steigenden Energiepreise und der damit verbundenen Energieversorgungssperren. Der Antrag zielt darauf ab, soziale Gerechtigkeit zu fördern und Anreize für einen reduzierten Energieverbrauch zu schaffen.
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Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
- Der Magistrat wird beauftragt, bei der Mainova einen Gesellschaftsbeschluss herbeizuführen für einen Sozialtarif bei den Energiesparten Strom, Gas und Wärme.
- Der Sozialtarif wird bei Strom, Gas und Wärme sowie deren Ersatzversorgung als ermäßigter Grundtarif für Privatkund*innen im Besitz des Frankfurt-Passes sowie für Frankfurter Anspruchsberechtigte auf eine geförderte Wohnung eingeführt. Dabei werden zwei Drittel der Energiemenge des statistischen Durchschnittsverbrauchs der jeweiligen Haushaltsgröße zu einem um ein Drittel geminderten Preis abgegeben. Oberhalb des vergünstigten Grundverbrauchs steigt der Preis linear an.
- Die notwendigen Finanzmittel werden in den Haushalt 2026 eingestellt bzw. im Haushalt werden die durch die Sozialtarife geminderten Gewinnausschüttungen der Mainova berücksichtigt.
Begründung
Die gestiegenen Energiepreise belasten arme Haushalte. Ablesbar ist das an dem konstant hohen Niveau an Energieversorgungssperren. Im Jahr 2024 gab es 22 558 angedrohte Sperren mit 4 530 tatsächlichen Sperren (F 3042/25). In 2023 waren es 3 517 durchgeführte Sperren nach 22 245 angedrohten Sperren. 2022 beliefen sich die Zahlen auf 21 451 angekündigte Sperren und 4 151 tatsächliche Sperren (F 2803/24)[1]. Gegen Energiearmut helfen Sozialtarife. Die Stadt Frankfurt ist mit rund 75 Prozent die größte Anteilseignerin der Mainova und kann dies per Gesellschaftsbeschluss erwirken. Soziale Energietarife sind zugleich auch für das Klima von Vorteil sind. Da oberhalb des vergünstigten Energieverbrauchs die Preise linear ansteigen, werden Anreize für Kund*innen gesetzt, ihren Energieverbrauch zu verringern und ggf. auch die städtischen Angebote zur Energieberatung in Anspruch zu nehmen. Perspektivisch sollte das vergünstigte Modell mit dem linear ansteigenden Verbrauch nach Erreichen der Energiemenge für alle Mainova Privatkund*innen gelten. So wird das Tarifmodell auch klimagerechter gestaltet, denn Haushalte mit überdurchschnittlich hohem Energieverbrauch - das sind in den meisten Fällen Haushalte mit hohen Einkommen - können so für den zusätzlichen Luxuskonsum stärker belastet werden.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 28. Januar 2026 wurde diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht. In 2 Sitzungen wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 03.03.2026 im Haupt- und Finanzausschusses abgelehnt.
Beratungsverlauf2 Beratungen
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: CDU, FDP und AfD gegen ÖkoLinX-ELF (= Annahme); GRÜNE, SPD und Linke (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Ablehnung) Volt (= Votum im Haupt- und Finanzausschuss) FRAKTION (= Annahme)
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Abstimmung: GRÜNE, CDU, SPD, Linke, FDP, BFF-BIG, AfD und Volt gegen ÖkoLinX-ELF und FRAKTION (= Annahme)