Produktbereich: 10 Wahlen und übergeordnete Angelegenheiten Produktgruppe: 10.04 Gleichberechtigung für Bürgerinnen
Zusammenfassung
Der Magistrat wird gebeten, das Projekt NeW4Job+ zur Qualifizierung von Berufsrückkehrerinnen und Wiedereinsteigerinnen zu unterstützen. Dies geschieht durch die Entfristung der Förderung in Höhe von 25.000 € jährlich, um die berufliche Neuorientierung und Existenzsicherung von Frauen zu fördern. Das erwartete Ergebnis ist eine Erhöhung der Mittel auf insgesamt 217.300 € im Haushalt 2022.
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Thema Schulen und Bildung verfolgenAntrag
Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:
Der Magistrat unterstützt den Träger jumpp und das Projekt NeW4Job+ zur Qualifizierung von Berufsrückkehrerinnen/Wiedereinsteigerinnen mit der Entfristung der Förderung von jährlich 25.000 €, die für 2020/2021 bewilligt wurde, und genehmigt diese auch für das Jahr 2022.
Die für den Haushalt 2022 eingestellten Mittel in Höhe von 192.300 € werden um 25.000 € auf 217.300 € erhöht.
Gerade in Pandemiezeiten waren und sind diese Workshopreihen für die Frauen zur beruflichen Neuorientierung, zur chancengerechten Teilhabe am Arbeitsmarkt und Existenzsicherung enorm wichtig.
Der Betrag wird dem Haushalt zugesetzt.
Sofern die Mittelverwendung nicht vollständig im laufenden Haushaltsjahr erfolgt, ist ein Budgetübertrag möglich. Eine Verwendung der Mittel für andere Zwecke ist nicht zulässig.
Über die Umsetzung der Etatanträge zum Haushalt berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung nach Genehmigung des Haushalts 2022 jeweils halbjährlich in einer zusammengefassten Übersicht nach Produktgruppen.
Begründung
Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und Gleichstellung der Geschlechter ist das Ziel des Programms, um die gleichberechtigte Partizipation und die ökonomische Unabhängigkeit der Frauen zu erhöhen. Das Qualifizierungsangebot richtet sich an Frauen, die nach Elternzeit, familiärer CareArbeit und/oder Migration wieder in den Beruf einsteigen möchten. Die Entwicklung der Angebote orientiert sich an den Bedarfen der potentiellen Teilnehmerinnen und dem jeweiligen regionalen, standortbezogenen Profil unter Berücksichtigung der Herausforderungen des Arbeitsmarktes. Während des Lockdowns in der Corona-Pandemie konnte das Qualifizierungsangebot innerhalb kürzester Zeit in großen Teilen - entsprechend den Bedarfen der Zielgruppe und den Lerninhalten - digital umgesetzt werden. Mit dem Angebot von digitalen Qualifizierungsformaten wird die Zielgruppe auf die Lebensrealität auf dem Arbeitsmarkt vorbereitet. Die Teilnehmerinnen erschließen sich durch die Anwendung nicht nur die vorgesehenen Lerninhalte, sondern erwerben notwendige Medienkompetenz, die sie in der beruflichen Qualifizierung und Weiterbildung wie auch im späteren Berufsleben dringend benötigen. Damit sind sie auch auf die schnelllebigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt, in denen sich Berufsbilder, Tätigkeiten und Arbeitsabläufe in kurzen Zeitintervallen verändern können, gut vorbereitet. Mit der Teilnahme am Projekt erhalten die Frauen nicht nur die Möglichkeit sich auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorzubereiten, sondern auch die Gelegenheit andere Frauen mit unterschiedlichen Bildungsbiografien, die vor denselben Herausforderungen stehen, kennen zu lernen, sich mit ihnen auszutauschen und zu vernetzen. Dies bietet besonders alleinerziehenden Müttern einen Weg aus der Isolation und die Gelegenheit andere Frauen kennenzulernen und ein eigenes Netzwerk aufzubauen. Digitales Lernen ist nicht nur alters- und zeitunabhängig, sondern vor allem ortsunabhängig. Das ist für Frauen, die sich auf den beruflichen Wiedereinstieg vorbereiten, ein entscheidender Vorteil, da sie knappe Zeitressourcen individuell nutzen können. Im 3. Gleichstellungsbericht der Bundesregierung ist die Digitalisierung als einer der wichtigsten Faktoren genannt, um die Gleichstellung der Geschlechter zu gestalten. Die Möglichkeiten an Qualifizierungsangeboten und Weiterbildung teilzunehmen wird erleichtert bzw. überhaupt erst ermöglicht. Mit dem Weiterbildungsangebot werden Frauen darin befähigt in Distanz zu lernen, sich selbst unter Anleitung zu organisieren und mit entsprechender Begleitung (möglichst) vor Ort ihre eigenen Entwicklungsschritte zu planen und zu erreichen. In den Handlungsempfehlungen des Gleichstellungsberichtes wird darüber hinaus aufgenommen, dass neben dem Zugang zur erforderlichen Technologie, Zeit und Raum für Lernen und Anwenden zur Verfügung stehen muss -unabhängig vom Geschlecht. Im Kontext des zunehmenden Fachkräftemangels und des demografischen Wandels bleibt es eine wesentliche Aufgabe Wiedereinsteiger*innen, Berufsrückkehrer*nnen und die sogenannte stille Reserve für die existenzsichernde Teilhabe am Arbeitsmarkt oder eine selbständige Tätigkeit zu aktivieren.
Quelle: Originaldokument in PARLIS ansehen
Was bedeutet diese Vorlage?
Ein Antrag zur Änderung des Haushaltsplans — um Mittel zu verschieben oder zusätzlich einzuplanen. Etatanträge werden in den Haushaltsberatungen der Stadtverordnetenversammlung behandelt.
- 1Fraktion bringt Etatantrag ein
- 2Haushaltsberatungen
- 3Plenum beschließt den Haushalt
Der Weg dieser Vorlage
Am 4. Mai 2022 brachten GRÜNE, SPD, FDP, Volt diesen Etatantrag in die Stadtverordnetenversammlung ein. In einer Sitzung wurde über die Vorlage beraten. Zuletzt wurde sie am 24.05.2022 im Ausschusses für Wirtschaft, Recht und Frauen angenommen.
Beratungsverlauf1 Beratung
Stimmen beziehen sich auf den jeweiligen Beschluss.
Abstimmung im Original
Einzelne Angaben konnten nicht sicher zugeordnet werden. Maßgeblich ist der Originaltext.
Abstimmung: GRÜNE, SPD, LINKE., FDP, Volt und ÖkoLinX-ELF gegen CDU (= Prüfung und Berichterstattung) und AfD (= Ablehnung) Sonstige Voten/Protokollerklärung: BFF-BIG (= Ablehnung) FRAKION (= Annahme)