Römer

Schulen leiser machen

24.03.2013
(17.04.2013)
Verantwortlich: GRÜNE

Schulen leiser machen

Die durchschnittliche Lautstärke in deutschen Klassenzimmern beträgt 65 bis 70 Dezibel. Das kommt dann schon an einen Staubsauger aus einem Meter Entfernung heran. Dies ist zwar nicht gehörschädigend, führt aber zu Konzentrations- und Schlafstörungen und beeinträchtigt das Lernen der Kinder. In einer Berliner Grundschule, der Nürtingen-Schule, wurde durch eine Kombination von baulichen Sanierungsmaßnahmen und speziell abgestimmten Lehrmethoden eine Absenkung der Lautstärke um bis zu 13 Dezibel erreicht - das ist nur noch ein Fünftel des ursprünglichen Schallpegels. Dadurch entsteht eine völlig andere Lernatmosphäre. Es sei hierzu auf einen sehr interessanten Artikel in der taz vom6.6.2012 verwiesen, der online nachzulesen ist: http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=bi&dig=2012%2F06%2F06%2Fa0127&cHash=6a4e129f55 . Zu finden ist der Artikel leicht unter seiner Überschrift "Baut die Schulen leiser".

Der Ortsbeirat 6 fragt hierzu den Magistrat:

1. Sind dem Magistrat Beispiele wie die Nürtingen-Schule in Berlin bekannt, und wie bewertet er solche Ansätze?

2. Inwiefern wird beim Bau neuer Schulen in Frankfurt auf die Dämpfung von Schall in den Klassenzimmern und auf den Fluren geachtet?

3. Welche Rolle spielt die Lärmdämmung bei der Sanierung von Schulen in Frankfurt?

4. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, in diesem Bereich zukünftig noch aktiver zu werden, welche Kosten wären damit verbunden, und wie häufig scheitern unter dem Aspekt des Lärmschutzes sinnvolle Maßnahmen an Kostenfragen?

5. Sind dem Magistrat die speziellen pädagogischen Konzepte bekannt, mit denen eine Minderung der Lautstärke in den Klassenzimmern angestrebt wird?

6. Welche Möglichkeiten sieht der Magistrat, solche pädagogischen Konzepte bekannter zu machen, weiter zu entwickeln und zu fördern?

Es kann sicherlich davon ausgegangen werden, dass beim Bau neuer Schulen Klassenzimmer so gebaut werden, dass es nicht unnötig in den Räumen hallt. Trotzdem scheint es sich zu lohnen, der Frage nachzugehen, ob man in dieser Richtung schon das Optimum ausschöpft oder ob nicht doch noch einiges besser werden kann. Jedenfalls legt der genannte Zeitungsartikel die Vermutung nahe, dass an sehr vielen Schulen noch ein leider viel zu hohes Potential an Verbesserungsmöglichkeit gehoben werden könnte. Wenn durch eine bessere, weil leisere, Lernatmosphäre ein erfolgreicheres Lernen gefördert werden könnte, wäre dies jedenfalls viele Anstrengungen wert. Auch der Einfluss einer solchen angenehmeren schulischen Atmosphäre auf das Sozialverhalten der Kinder könnte sehr positiv sein.

Möglicherweise kann die Gesellschaft sogar viel Geld sparen und vermeidet Konflikte und nachträglichen Reparaturaufwand im sozialen Bereich, wenn man einfach nur daran ansetzt, Schulen leiser zu machen. Nicht als Allheilmittel und schon gar nicht als alleinig zu betreibenden Aufwand, aber als einfache, nicht zu unterschätzende Unterstützung der allgemein betriebenen Anstrengungen für die Erziehung und Ausbildung unserer Kinder!

20. Sitzung des OBR 6 am 09.04.2013, TO I, TOP 9

Beschluss:

Auskunftsersuchen V 696 2013

Die Vorlage OF 674/6 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen.

Abstimmung:

Einstimmige Annahme

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