Römer

Kormorane stehen unter strengem Schutz - auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte der Abschuss von sechs Tieren im Januar 2012?

19.09.2013
(02.10.2013)
Verantwortlich: GRÜNE

Kormorane stehen unter strengem Schutz - auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte der Abschuss von sechs Tieren im Januar 2012?

Der Ortsbeirat möge beschließen,

der Magistrat wird gebeten, die folgenden Fragen zu beantworten:

1. Wieso wurden im Januar 2012 sechs Kormorane an der Nidda abgeschossen, obwohl der Überwinterungsbestand laut Antwort auf Frage 1 im B 398 eine rückläufige Tendenz aufweist?

2. Auf welcher Rechtsgrundlage erfolgte der Abschuss der geschützten Tiere?

3. In seiner Antwort auf Frage 3 im B 398 erklärt der Magistrat, dass die Nidda eine artenreiche Fischfauna aufweise und keine Erkenntnisse vorlägen, dass Fischarten durch den Einfluss des Kormorans rückläufig sind. Kann diese Antwort so verstanden werden, dass damit ein ursprünglich einmal von den Sportanglern genannter Grund für den Abschuss von Kormoranen, die angebliche Gefährdung seltener Fischarten, als Begründung für den Abschuss im Januar 2012 keine Rolle gespielt haben kann?

4. Hat sich an der rechtlichen Situation, dass die Belange von Sportanglern keine Begründung für den Abschuss der europaweit geschützten Kormorane darstellen können, inzwischen etwas geändert?

5. In verschiedenen Berichten war von einem Moratorium die Rede und dass Untersuchungen angestellt würden, bevor weitere Abschüsse unternommen würden. Dieses Moratorium wurde auch über Jahre hinweg eingehalten. Wieso wurde es im Januar 2012 gebrochen?

6. Wieso wurden weder der Ortsbeirat noch die Öffentlichkeit darüber informiert, dass an der Nidda inzwischen wieder auf Kormorane geschossen wird?

Die Sportangler an der Nidda sehen den Kormoran als Feind, weil er Fische frisst, und fordern seit Jahren den Abschuss der Tiere. Ob nur zur Vertreibung, wie behauptet, spielt im Ergebnis keine Rolle, jedenfalls sind die Angler nicht bereit, Kormorane an der Nidda zu dulden. Die Nidda ist aber keineswegs nur ein Angelgewässer, sondern ein Biotop mit hohem Erholungswert. In die Renaturierung der Nidda sind hohe Geldbeträge aus öffentlichen Kassen investiert worden. Diese Bemühungen werden konterkariert, wenn einseitig nur die Interessen von Anglern über die Interessen der zahlreichen Naturfreunde und Erholungssuchenden an der Nidda gestellt werden.

Vor allem aber passt es nicht zum Image der sich umweltfreundlich präsentierenden Stadt Frankfurt, wenn durch EU-Recht geschützte Vögel getötet werden.

Der Abschuss von Kormoranen ist nur erlaubt zum Schutz von gewerblichen Fischereibetrieben, nicht aber, damit Sportangler den einen oder anderen Fisch mehr aus dem Fluss holen können. Um diese klare Rechtslage zu umgehen, hatten die Angler ihren Antrag auf Abschuss der Kormorane damit begründet, dass dieser angeblich den Bestand besonders seltener Fischarten in der Nidda gefährden würde. Um diese Frage zu klären, sollten Gutachten erstellt werden. Nun antwortet aber der Magistrat der Stadt Frankfurt im B 398, dass ein Gutachten von 2010 bescheinigen würde, dass eine artenreiche Fischflora vorhanden sei und keine Erkenntnisse vorlägen, dass Arten durch den Einfluss des Kormorans rückläufig seien.

Da stellt sich nun aber sehr deutlich die Frage, auf welcher rechtlichen Grundlage dann der Abschuss im Januar 2012 erfolgen konnte.

24. Sitzung des OBR 6 am 24.09.2013, TO I, TOP 40

Beschluss:

Auskunftsersuchen V 827 2013

1.

Die Vorlage B 398 dient zur Kenntnis.

2.

Die Vorlage OF 834/6 wird in der vorgelegten Fassung beschlossen.

Abstimmung:

zu 1.

Einstimmige Annahme

zu 2.

Einstimmige Annahme

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