Römer

Mietmarkt in Frankfurt: Dreht der städtische Wohnungsbau mit an der Preisspirale?

Akualisiert 05.03.2011 1

Eine grundsätzliche Anregung zu der Entwicklung des Mietmarktes in Frankfurt und den betriebswirtschaftlichen und familienpolitischen Konsequenzen, die die auch die Stadt Frankfurt als Akteur betreffen. Wir haben eine freie Wohnung bei einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft gemietet. Seit 2009 hat sich unsere Gesamtmiete um knapp 15% erhöht und erreicht nun mittlerweile eine durchaus unattraktive Höhne – insbesondere für junge Familien. Diese immer geringere Attraktivität des Angebots der städtischen Wohnungsbaugesellschaft zeigt sich sicherlich recht eindrucksvoll in unserem Mietshaus. Von den dortigen zehn Wohnungen stehen nun zwei seit längerem zwei Einheiten leer (eine weitere, die ein gutes halbes Jahr leer stand, wurde soeben gerade erst wieder vermietet); demnächst werden es dann wohl fünf Wohnungen sein – meines Wissens suchen aktuell mindestens drei weitere Parteien. Tatsächlich liegt es bei unserer Miethöhe mittlerweile nahe, vor die Tore Frankfurts zu ziehen. Diese bei uns beobachtbare „Entmietungs"-Entwicklung halte ich vom betriebswirtschaftlichen Standpunkt der städtischen Wohnungsbaugesellschaft für kritisch. Ich bezweifle, dass die Mieterhöhungen, die wir erlebten, die entgangenen Mieten der freistehenden Wohnungen kompensiert. Offensichtlich gibt der Markt bei den Gegebenheiten unserer Liegenschaft die angehobenen Preise nicht her! Hierbei empfinde ich die oft vorgebrachte Argumentation über den Mietspiegel als verkehrt. Ich denke, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft den Mietspiegel in Frankfurt wesentlich beeinflusst und daher eine breit angelegte Mieterhöhung auch wiederum die Frankfurter Durchschnittsmiete erhöht. Dies macht dann in der darauf folgenden Runde wiederum für die städtischen Wohnungsbaugesellschaft eine Erhöhung der Mieten über den Mietspiegel begründbar. Daneben kann der bei uns zu beobachtende Wegzug junger, sicherlich nicht am unteren Rand der Einkommensverteilung stehender Familien, gewiss nicht im Sinne der Stadt Frankfurt sein. Frankfurt möchte sein familienfreundliches Profil schärfen, die städtische Wohnungsbaugesellschaft sendet hier allerdings ein ganz kontraproduktives Signal.

Was willst du erreichen?

Diskussion der familienpolitischen Konsequenzen des städtischen Wohnungsbaus in Frankfurt, also einer Stadt, die sich als besonders familienfreundlich präsentieren möchte.

Was hast du bereits getan?

Anschreiben an Geschäftsleitung der städtischen Wohnungsbaugesellschaft: bislang leider ohne jegliche Reaktion

1 Kommentar

Pöppel

Hallo, ich habe mit Interesse Ihren Beitrag gelesen. Ich schreibe für den Rhein Main EXTRA TIPP und würde mich freuen, wenn Sie sich mit mir in Verbindung setzen: angelika.poeppel@extratipp.com. Vielen Dank.
Freundliche Grüße

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