Römer

Keine Überbauung des Archäologichen Gartens

Akualisiert 15.06.2011 5
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Mit der geplanten Überbauung des Archäologischen Gartens mit einem Stadthaus würde der wunderbare Blick auf die Westseite des Doms komplett verstellt und ein Stadtraum der besonderen Art verloren gehen:

Die touristische Attraktion der imposanten Perspektive auf den Dom von einem Standort aus, der nicht verkehrsumtost ist, entfiele. (Alle anderen Domstädte pflegen gerade die wirksame Präsentation ihres Stadtbildprägenden und charakteristischen Bauwerks)

Für viele Frankfurter ist es der schönste Platz das weltweit einmalige Ereignis des Frankfurter Stadtgeläutes zu erleben. Mit entspannten Blick auf den Dom zu lauschen, wie das mächtige Domgeläut seine Wirkung über den Resonanzraum des nicht überbauten Archäologischen Gartens entfaltet.

Dieser Ort ist auch deshalb so beliebt und wertvoll, weil kein störender Verkehrslärm vom Mainufer, Braubach- und Berliner Straße bis hierher vordringt.

Den Archäologischen Garten in einen musealen Keller zu verbannen würde ihn als Ort des lebendigen, kulturellen Austauschs zerstören: Aufführungen des Frankfurter Volkstheaters vor der Kulisse des Doms wie die weithin beachtete „Hessische Jedermann“ Aufführung im vergangenen Sommer wären dann nicht mehr möglich.

Die verbleibende wenige Meter breite Gasse entlang der Kunst- und Kultur-Schirn würde diese Fassade als künstlerische Aktionsfläche unsichtbar machen und vor der Schirn keinen Freiraum lassen, für  Kunstaktionen, die die Außenfläche mit einbeziehen, wie die vorjährige Performance-Aktion „Playing the City“.

 Einen Vorteil hätte der Verzicht auf eine Überbauung des Archäologischen Gartens mit einem Stadthaus für die im Zuge der Altstadt-Restaurierung zu errichtende Häuserzeile „Alter Markt“ zwischen „Rotem Haus“ und „Goldener Waage“;

Würde die Altstadt-Restaurierung auf der Fläche vom Technischen Rathaus mit dieser Häuserzeile abschließen erhielten diese Häuser auch eine Ausrichtung nach Süden. Moderne Wohnansprüche an die Belichtung und Belüftung würden dadurch überhaupt erst erfüllbar werden.

Eine attraktive Fassadengestaltung dieser ursprünglichen Rückfront vorausgesetzt, würde so eine ansprechende Perspektive über den offenen Raum des Archäologischen Gartens hergestellt werden können, die in dieser Richtung bisher durch das Technische Rathaus beherrscht war.

Die Preisträger des Wettbewerbs für diesen Bereich sind daher aufzufordern entsprechende Gestaltungsvorschläge zu erarbeiten.

 

 

Was willst du erreichen?

Erhalt dieses einmaligen Panoramablicks auf die komplette Westseite des Doms Keine Überbauung des Archäologischen Gartens! Wir ersuchen die Entscheidungsträgerinnen und -träger der Stadt Frankfurt im Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung sich bei der geplanten Altstadt-Restaurierung für den Erhalt des Archäologischen Gartens vor dem Frankfurter Dom in seiner bestehenden Form einzusetzen. Wir wollen, dass einer der schönsten Plätze das weltweit einmalige Ereignis des Frankfurter Stadtgeläuts zu erleben erhalten bleibt. Wir wollen, dass diese Stätte nicht zu einem musealen Fossil umgewandelt wird, sondern als ein Ort des lebendigen, kulturellen Austauschs erhalten bleibt

Was hast du bereits getan?

Wir haben eine Website mit der Möglichkeit eine Petition zu unterschreiben geschaffen http://www.sos-dompanorama.de

5 Kommentare

Team-Frankfurt-Gestalten

Heute wird entschieden: Heute fällt die Entscheidung übers Stadthaus am Dom. Artikel FNP: http://www.fnp.de/fnp/region/lokales/heute-faellt-die-entscheidung-uebers-stadthaus-am-dom_rmn01.c.8656441.de.html

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Ein Stich ins Herz!

Diese nicht historische Neubebauung entzieht nicht nur die archäologische Stätte und die Domansicht dem Blick der Spaziergänger. Hier kann der Blick nicht mehr schweifen. Eine weitere Verdichtung im Areal zwischen Römerberg und Dom zeugt von der Angst der Stadt(planung) vor freien Plätzen. Jeder unbebaute Quadratmeter soll hier optimal ausgeschöpft werden. Das geht auf Kosten der Identifikation mit und der Lebensqualität in der Stadt für die Bürger.

Moderne Architektur hat ihre Qualität ist aber auf diesem Platz entbehrlich.

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Der gesamte Raum von der Schirn bis zu den Rekonstruktionen wird bedrückend eng und kaum ein Sonnenstrahl dürfte sich hin verirren. Passt also prima, wenn man das "finstere Mittelalter" nachbauen will. Aber dass man damals auch seine Gotteshäuser so zumauerte, ist mir nicht bekannt.

Ich bin entsetzt. Als Altstadtbewohnerin ist der Historische Garten für mich ein Ort, an dem ich jedes Mal kurz innehalte, der etwas Tempo aus dem Alltag herausnimmt, auch wenn sich Touristen zwischen den Mauerresten tummeln, und der Luft zum Atmen verschafft. Jetzt sehe ich nur noch vor mir, wie sich Reisebusladungen mühsam durch enge Gassen schieben.

Chris_FFM

http://www.journal-frankfurt.de/?src=journal_news_einzel&rubrik=2&id=12490

Die Ansicht der Ausgrabung mit Überdachung sieht gar nicht so schlecht aus. Die indirekte Beleuchtung der Mauerreste wirkt recht angenehm.
Aber dass da so ein hohes Ding in die Schlucht gesetzt werden soll und für das Auge wieder nur "Atemschlitze" zwischen den Gebäuden entstehen, widerstrebt auch meinen Vorstellungen von attraktiver Stadtentwicklung.

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Hallo,

Alles klar, Wir sind ebenso Ihre Meinung, dass der Archologische Garten unbebaut bleibt.
Lieber garnichts obendrüber, anstatt sowas potthäsliches an Buldings obendrauf.
Unser Plan wäre eigendlich, dass neben den Platz - zwischen Dom und Goldener-Waage - anstatt den potthäslichen-mehrspitzdachigen Sandsteinbuldings, ebenso Fachwerkhäuser angelegt werden sollten.

Nun sahen wir diesen rettenden Artikel, mit dem Wunsch bzw. Aufforderung, den Geo-Garten NICHT zu überbauen, brachte uns entlich mal Beruhigung und Entspannung ins Gemüt. Hoffentlich bleibt es dabei

Dieses Thema wird demnächst auch auf unserer Stadtbahnhomepage: www.myblog.de/ffm-nordwestnet erwähnt.

Vielen herzlichen Dank für die Ablehnung des Stadthauses über den Geologischen Garten.

Gruß
Stadtbahnuli
Pro-Frankfurter-Stadtbahn
Altstadt- und Bauhausfan

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